Monatsarchiv vom 08.2007

Die Bibliothek des Jahres in der Presse

22.08.2007 | von Doreen Thiede | Comments Off |

In der heutigen Ausgabe der Berliner Zeitung findet sich ein Artikel zur Bibliothek des Jahres, der Gefangenenbücherei der JVA Münster.Nur einmal in der Woche dürfen die Gefängnisinsassen für zehn bis fünfzehn Minuten ihre Bibliothek unter Aufsicht in kleinen Gruppen besuchen, die Abteilungen bleiben dabei unter sich, um unerwünschte Kontakte und Konfliktpotenzial zu vermeiden. Zwar gibt es Kataloge, um eine Vorauswahl zu treffen, doch führte das lange dazu, dass viele Bücher kaum in die Hand genommen wurden, weil ihr bloßer Titel niemanden ansprach. "Seit wir die Präsentation verbessert haben und die Themen klarer sind, probieren Insassen viel häufiger Neues aus", berichtet Gerhard Peschers, seit fünfzehn Jahren Bibliothekar der JVA Münster.Gelobt wurde die Bibliothek unter seiner Leitung auch für ihre konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Gefangenen. Zensur gibt es - internationalen Richtlinien folgend - kaum: "Wie aus jeder öffentlichen Bibliothek sind links- und rechtsradikale Literatur ausgeschlossen; außerdem Sektenschriften, Pornografisches und natürlich Anleitungen zum Waffenbau." Doch es gibt keine indirekte Einflussnahme, kein Anempfehlen von moralisch wertvoller Literatur.

Nun kommt es doch ans Licht: Augenwischerei

20.08.2007 | von Dörte Böhner | Comments Off |

Nun ist doch raus. iTunes ist noch immer nicht DRM-frei, sondern setzt auf Wasserzeichen. Okay, es erzwingt nichts, es ist passives DRM, welches die Nutzungsbedingungen nicht einschränkt, aber auch diese Technologie zählt zu den DRM-Technologien. Auch Universal verkauft seine Musik mit Wasserzeichen als DRM-frei. Wie Wasserzeichen enthalten entgegen Apple :engl: keine persönlichen Informationen und sollen rein statistischen Zwecken dienen. Warum dann der Aufwand, mag sich so mancher fragen. Ganz einfach: Damit wird Zahlenmaterial für die Notwendigkeit von DRM gesammelt. Wer weiß, wie oft unberechtigte Downloads in Tauschbörsen auftaucht, kann eben auch besser gegen Privatkopie und kleinere Freiheiten vorgehen. Damit wird das an Argumenten belegt, was bis jetzt einfach mal so verlautbart worden ist. Wohl kaum werden sich Universal & Co hinterher hinstellen und sagen: Tut uns Leid, hier in Deutschland ist das Ausmaß der Piraterie gar nicht so groß, wie wir immer gedacht haben. Wir verkaufen unsere Musik nur noch DRM-frei. Quelle: Mit Wasserzeichen statt mit DRM gegen Raubkopien medien-gerecht

Wie unabhängig ist Wikipedia?

15.08.2007 | von Dörte Böhner | Comments Off |

Oder: Wer schreibt in Wikipedia. Dieser Frage widmet sich Torsten Kleinz in heise online. Die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia lässt im Prinzip jeden mitschreiben. Bedienungsfreundlich und intuitiv verständlich lässt sich mit wenigen Mausklicks fast jeder Artikel verändern. Allerdings hinterlässt jeder Nutzer bei Änderungen permanent seine IP-Adresse, die online eingesehen oder sogar heruntergeladen und ausgewertet werden kann. Dies hat der kalifornische Student und Sicherheits-Experte Virgil Griffith gemacht: Er kombinierte einen Dump der englischen Wikipedia mit einer Datenbank der registrierten IP-Adressen von Firmen und Institutionen. Damit filterte er 5,3 Millionen anonyme Änderungen von Wikipedia-Artikeln heraus. Mit seinem Wikiscanner:engl: kann sich jeder auf die Suche nach verdächtigen Manipulationen machen. Das Editieren von Artikeln in Wikipedia in eigener Sache ist nicht ausdrücklich verboten, aber solche Änderungen sind nicht gern gesehen.:engl: Das Programm ermöglicht sozusagen eine gezieltere Suche nach Manipulationen in der Online-Enzyklopädie, die vorher eher zufällig aufgefallen sind, nämlich dann wenn Wikipedia-Autoren auf verdächtige Änderungen stießen. Als die Vandalismen in politischen Artikeln zu Wahlkampfzeiten überhand nahmen, hatten Wikipedia-Administratoren die Datenbank schon einmal nach Edits aus dem US-Parlament durchsucht und einige bedenkliche Vandalismen entdeckt. Auch deutsche Politiker wurden wegen vermeintlichen Manipulationen in der Wikipedia kritisiert. Der Wikiscanner kann so einiges: Es kann gezielt nach IP-Adressbereichen bestimmter Organisationen gesucht werden, um sich anzeigen zu lassen, wie viele Edits aus diesem Adressbereich in der Datenbank gespeichert sind. Man kann auch nach bestimmten Artikeln der Enzyklopädie suchen, um die IP-Adressbereiche angezeigt zu bekommen, die an der Entstehung des Artikels beteiligt waren. Nutzer haben ebenfalls die Möglichkeit, freie IP-Bereiche zu definieren und so der ...

Strategien zum Umgang mit dem Information-Overload

10.08.2007 | von Dörte Böhner | Comments Off |

Dass es ein "Zuviel des Guten" gibt, zeigen die Mengen an Treffern bei Google selbst bei speziellen Anfragen. Blogs schießen zudem wie Pilze aus dem Boden. Sie sind zwar einfach über RSS-Feeds abzufragen, aber dennoch ist es i.d.R. mit einem Blog zu einem Thema nicht getan. Mehr denn je funktionier die Wissenschaftskommunikation auf verschiedenen Plattformen und wesentlich verteilter, dafür sicherlich auch schneller, wenn man denn diese Informationsflut auch redundanter Information beherrschen lernt. The Web Worker Daily gibt 21 Tipps zum Umgang mit dem Informationsüberfluss:engl: . Es ist das, was Spezialisten immer wieder herunter beten und sicherlich vielen bekannt ist, aber ein Blick drauf hilft sicherlich, sich mal wieder selbst zu prüfen, ob man die Ratschläge beherzigt.

[Kurz] Social Bookmarking

8.08.2007 | von Dörte Böhner | Comments Off |

Da sprießt es munter wie auf einer Wiese, lauter bunte Blümelein und über 50 hat man da mittlerweile gezogen. SOCIAL BOOKMARKING: 50+ Social Bookmarking Sites auf Mashable.com

Kinderbuch gegen DRM

8.08.2007 | von Dörte Böhner | Comments Off |

Ist das niedlich... Es hat eine Aussage... Kinder lernt! - Erwachsene auch! Das Schwein und die Kiste :x: von: MCM Das Kinderbuch informiert über den (Un)Sinn von DRM. Ein Tag, Schwein findet einen magischen Kasten, der alles wiederholen kann, das, du in es dich setzt. Schwein wird so schützend von seinem Kasten so mißtrauisch, und von jedermann, das ihn benutzen möchte, daß er drastische Maßnahmen nimmt. Er zwingt jeder, um ihr kopiertes Einzelteilhaus in den speziellen Wannen… Wannen zu nehmen, die entworfen sind, um sich zu schützen. aber konnte nicht für niemand so gut sonst sein… :x: Copyright © MCM, 2006 Dieses Werk steht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Canada Lizenz . Un sich die Lizenz genau an zu sehen gehen sie bitte auf folgende Homepage http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/ca/ oder senden sie einen Brief an Creative Commons, 559 Nathan Abbott Way, Stanford, California 94305, USA.

Freie Inhalte im Netz – heise open auf der Suche

8.08.2007 | von Dörte Böhner | Comments Off |

Die Unterhaltungsindustrie drängt auf strengere Urheberrechtsregelungen und setzt zunehmend auch auf Technische Schutzmaßnahmen, die über Kopierschutzmaßnahmen hinausgehen. Eine Gegenbewegung dazu ist die Creative-Commons-Initiative, die ein Lizenzmodell entwickelt hat, das Lizenzierungsregeln aus dem Open-Source-Modell auf Texte, Bilder und Töne übertragen will. Das Modell setzt sich zunehmend durch und immer mehr Inhalte werde angeboten. Um die CC-Lizenzen gruppiert sich die Open Access Initiative. Sie und andere Projekte entwickeln Alternativen zum traditionellen Publikationswesen, damit ein freier Zugriff auf Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Veröffentlichungen gewährleistet werden kann. Bei Flickr und Co. werden auch frei verwendbaren Fotos angeboten. Portale wie Jamendo.com bieten sogar ganze Alben unter einer CC-Lizenz an. YouTube und andere Anbieter sammeln freie Videos. Eine dreiteilige Serie auf heise open spürt den freien Inhalten im Netz hinterher – von Unterhaltung und Bildung über Forschung und Lehre bis zu Bastelanleitungen, Strickmustern und Fotosammlungen. Die Artikel zeigen, wie viel freien Content es im Netz schon gibt – und an welchen Stellen noch gewaltige Lücken klaffen. Schmidt, Susanne: Friede, Freude und freie Eierkuchen-Rezepte Teil 1: Freie Musik, Filme und Bücher Teil 2 – Forschung und Lehre, erscheint am 10. August Teil 3 – Bastelanleitungen und Strickmuster bis Fotosammlungen, erscheint am 13.8. Quelle: Freie Inhalte im Web heise online

Bibliothek des Jahres 2007

7.08.2007 | von Doreen Thiede | Comments Off |

Zur Bibliothek des Jahres 2007 wurde die Gefangenenbücherei der JVA Münster gekürt. Sie verwies dabei unter anderem die Universitätsbibliothek Karlsruhe und die Stadtbibliothek München auf die Plätze.In der Begründung für die Wahl der Gefangenenbücherei heißt es: Die Gefangenenbücherei der JVA Münster wurde als "Bibliothek des Jahres 2007" ausgezeichnet, weil es der Bücherei gelingt, unter ganz besonderen Bedingungen und mit spezieller Aufgabenstellung einen hervorragenden Beitrag zur Integration durch Kultur und Bildung zu leisten. Mit der 2005 vorgenommenen Kernsanierung und Neukonzeption durch das Architektenbüro Bolles & Wilson hat die farbenprächtige Bücherei einen Qualitätssprung geschafft. Sie ist eine vorbildliche Einrichtung der sozialen Bibliotheksarbeit, die sich in optimaler Weise konsequent an den Bedürfnissen ihrer Zielgruppe ausrichtet und so als kreativer Impulsgeber für andere Gefangenenbibliotheken wirkt.Darüber hinaus haben vor allem die Aktualität des Bestandes, seine intensive Vermittlung und die vielfältige und nachhaltige Öffentlichkeitsarbeit der Gefangenenbücherei die Jury überzeugt. Der Preis wird am 24. Oktober, am Tag der Bibliotheken, feierlich in Münster verliehen.Mit dieser Entscheidung rückt der DBV eine Einrichtung in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, die der in letzter Zeit wieder vermehrt diskutierten "Sozialen Bibliotheksarbeit" zuzuordnen ist. Deshalb sei an dieser Stelle auf die Publikation "Zugang für Alle - Soziale Bibliotheksarbeit in Deutschland", zu der auch Gerhard Peschers (Fachstelle Gefangenenbüchereiwesen JVA Münster, DBV Sektion 8) einen Artikel beigesteuert hat, und auf die sich daran anschließende Podiumsdiskussion "Wann ist Bibliotheksarbeit sozial? Versuch einer Neubestimmung" auf dem vergangenen Bibliothekskongress in Leipzig verwiesen.

EU-Engagement für die Stärkung des Geistigen Eigentums

2.08.2007 | von Dörte Böhner | Comments Off |

Die EU hat spezielle Dialoge über Urheber-, Patent- und Markenrechte mit China, Russland und lateinamerikanischen Ländern aufgenommen und will nun unter anderem auch im Rahmen der UN die internationale Durchsetzbarkeit geistigen Eigentums verbessern. Die EU will damit die Bekämpfung der Produktpiraterie stärken und eine stärkere Achtung von Immaterialgüterrechten erreichen. Die Lobbyarbeit für geistige Eigentumsrechte setzt dabei auf Maßnahmen innerhalb der EU genauso wie auf bilaterale Handelsgespräche sowie Initiativen auf der Ebene multinationaler Organisationen wie der UN, der Welthandelsorganisation (WTO) oder im Kreis der G8-Staaten. Gerade im internationalen Bereich wird Europa noch vor den USA inzwischen als führend bei der Durchsetzung von Immaterialgüterrechten angesehen. So hat die EU-Kommission etwa bei der WTO eine entsprechende Debatte in der Arbeitsgruppe zur Fortschreibung des umstrittenen TRIPS-Abkommens (Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights) entfacht und damit Streit ausgelöst. Viele Entwicklungsländer vertreten die Ansicht, dass eine Durchsetzung der Immaterialgüterrechte außerhalb des Mandats der WTO stehen sollte. In der EU selber ist das TRIPS-Abkommen ebenfalls umstritten und hat deshalb, trotz erheblicher Bedenken von vielen Seiten, eine inzwischen im EU-Parlament und vom EU-Rat behandelte Ergänzungsdirektive für Strafvorschriften auf den Weg gebracht. Pedro Velasco Martins von der Handelsabteilung der Brüsseler Behörde lobte dazu die Liste mit Zielen rund um den besseren Schutz geistigen Eigentums, welche auf dem jüngsten G8-Gipfel in Heiligendamm erstellt worden war. Besonders hob Velasco dabei die geplante ein Richtung einer Zolldatenbank im Kampf gegen Produktpiraten hervor. Auch bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wolle man das Thema forcieren. Darüber hinaus böte man einzelnen Entwicklungsländern technische Unterstützung beim Aufbau von Systemen rund um ...