“Twittern: Wird schon wieder die nächste Sau durch’s Dorf gejagt?” fragt sich heute Ilona Munique Jürgen Plieninger von Fobikom.
Man könnte das annehmen, denn nicht nur Suchmaschinen entdecken plötzlich den kleinen schnellen Nachrichtendienst.

Unter http://www.twitter.com/ finden Sie einen Dienst, bei dem Sie sich anmelden können und dann die Möglichkeit haben, entweder privat oder öffentlich kleine Nachrichten und Links von maximal 140 Zeichen formulieren und abschicken zu können.

Wie jedoch kann man diesen Dienst nun für Bibliotheken einsetzen? Natürlich müssen die Nachrichten öffentlich sein. Hier lassen sich kleine Ereignisse zeitnah vermitteln. Vorteilhaft ist dafür auch der mit diesem Nachrichtendienst verbundene RSS-Feed, denn so können die dort erstellten Einträge von jedermann abonniert oder in andere Informationsangebote integriert werden.

So lassen sich beispielsweise Neuerwerbungen twittern. Zum Beispiel:

Die Bibliothek der Fachhochschulstudiengänge Burgenland in Eisenstadt twittert ihre Neuerwerbungen.

Das bietet sicherlich nur an, wenn die Zahl der neu erworbenen Medien überschaubar ist.

Eine zweite Möglichkeit, für die Twitter von Bibliotheken einsetzbar ist, ist die Veröffentlichung von Hinweisen zu bibliotheksrelevanten Artikeln, Ereignissen, Konferenzen etc. Beispielsweise ist da das Microblog von der Library of Congress :engl: zu nennen.

Bereits im produktiven Einsatz ist Twitter, wenn es darum geht von Konferenzen zu zwitschern, d.h. auf neudeutsch zu twittern. Auch immer mehr Verlage wie Wiley-VCH :engl: sind bei Twitter, so dass Bibliotheken sich bei ihnen über neuste Verlagsangebote auf dem Laufenden halten können. Auch bibliothekarisch interessante Zeitschrifte informieren über neu erschienene Artikel :engl: oder interessante Quellen.
Auch der fachliche Austausch lässt sich mit Twitter beschleunigen. Da liest man dann auch schon mal folgende Bemerkung, die garantiert ihre Berechtigung hat:

ist man automatisch “informationskompetent”, wenn man BibliothekarIn ist? Einige scheinen es ja zu denken

Ich persönlich nutze Twitter, um wenigsten auf die Texte aufmerksam zu machen, die ich hier gerne genauer unter die Lupe genommen hätte, wofür mir aber letztendlich die Zeit gefehlt hat. 140 Zeichen bei Twitter schreiben sich schneller als ein langer Post hier im Blog. Erstaunlich fand ich, wie schnell sich Follower fanden, die das Microblog mitlesen. Andererseits entdeckt man auch sehr schnell neue interessante Twitterer.

WordPress-Nutzer erhalten außerdem mit Twitter Tools ein wirksames Plugin, mit dem sie ihre Zwitschernachrichten im Blog anzeigen lassen, vom Blog aus auch eigenständige Microposts veröffentlichen oder einen kurzen Hinweis auf einen neuen Blogbeitrag bei Twitter anzeigen lassen können.

Interessant, wofür Twitter gut sein kann. Inzwischen kursieren die Twitterthesen von Autopoiet im Netz. David Lee King veröffentlichte in seinem Blog 10 Möglichkeiten für Bibliothekare, Twitter zu nutzen :engl: . Der Selbstlernkurs 13 Dinge wurde mit der Bonusrunde Twitter ergänzt.

Twitter ist inzwischen da. Der Dienst versorgt uns fast in Echtzeit mit Informationsschnitzeln, die wir weiterverfolgen können oder nicht. Er ist schnell, aufs wesentlichste der Information reduziert und er ist einfach von jedermann nutzbar. Wir können unsere Bibliothekskunden so besser erreichen. Allerdings besteht die Frage, die ich auch immer wieder bei Blogs und anderen bibliothekarischen Community-Angeboten stelle: Wie kriegen wir jetzt die Bibliotheksnutzer dazu, diese Angebote auch zu konsumieren/nutzen/dabei mitzuwirken?

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