Autorenarchiv
2.09.2010 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |
In dem folgenden Video geht es darum, was der Einzelne für seine Stadtteilbibliothek tun kann, die von Budgetkürzungen betroffen ist. Normalerweise werden solche Neuigkeiten nur in der Lokalzeitung veröffentlicht, wenn sie wirklich einschneidend für das Personal, den Bestand oder das Fortkommen des normalen Tagesgeschäfts sind. Vor etwa zwei Monaten veröffentlichte Huffington Post dieses wirkungsvolle Video, dass sich zum Ziel setzt, mehr Bürger dafür zu gewinnen sich für ihre lokale Bibliothek aktiv einzusetzen. Hierbei wird insbesondere die Leseförderung für Kinder betont. Die von Pepsi gesponserte Aktion "The Pepsi Refresh Project" verfügt über eine eigene Botschafterin, Liz Dwyer, die fünf Maßnahmen vorschlägt, wie der Einzelne seine Bibliothek vor Ort unterstützen kann:
durch eine politische Einflussnahme auf lokaler Ebene
durch ein ehrenamtlichliches Engagement
durch das Aufmerksammachen und Weiterbreiten der Bugetkürzungen über Lokalmedien
dem Eintreiben von Spenden
der Gründung eines Leseclubs
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2.09.2010 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |
« Des bibliothèques raisonnablement pourvues en personnel qui aime les êtres humains plus que les livres, un personnel qui respecte les usagers et qui veut collaborer avec eux, et non leur donner des leçons. » (Zitat einen tschechischen Bibliothekars über Eigenschaften, die BibliothekarInnen mitbringen sollten)
Waren Sie schon einmal im Sommer in einem Park und haben dort BibliothekarInnen bei der Arbeit getroffen?
Jeden Sommer gehen Pariser BibliothekarInnen in Parks und an öffenliche Plätze. Sie bringen Geschichten mit und leisten ihren Beitrag für die Leser von morgen. In den beiden Videos (siehe unten) kommen verschiedene Bibliothekarinnen zu Wort. Es geht auch darum für die Inklusion von bildungsfernen Schichten einen Beitrag zu leisten und aktiv Leseförderung zu betreiben. Vorgestern ging “Bibliotheques hors les murs” (BHLM) zuende. Das Konzept “Bibliothèques hors les murs” (BHLM) gibt es seit 1957 und wurde in Noisy-sur-Grand entwickelt, wo die Organisation "ATD-Quart Monde" die erste "Straßenbibliothek" schuf und bildungsfernen Menschen das Lesen und Bücher näher brachte.
Hinter der sommerlichen Aktion steht der Gedanke junge Zielgruppen vor Ort zu erreichen, die bisher noch nie in einer Bibliothek waren. Den Kindern und Müttern wird erklärt, dass die Einschreibung kostenlos ist und es in ihrem Viertel (vor allem aus den "quartiers sensibles") eine Stadtteilbibliothek gibt, die über ein breites Angebot an Medien verfügt. BHLM ("bibliothèques hors les murs") soll einen Ort der Begegnung schaffen und einen kostenlosen Austausch in einer geselligen Umgebung bieten.
Die Vorlesenachmittage für Kinder sind ebenfalls kostenfrei und bedürfen keiner Einscheibung oder Reservierung. Weitere Auskünfte gibt es über die folgenden Webseiten: www.paris-bibliotheques.org und www.bibliotheque.paris.fr
Unbedingt erwähnenswert ist ...
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31.08.2010 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |
"Das intellektuelle Afrika bleibt vielen Deutschen, aber auch vielen Afrikanern unbekannt. Dabei gibt es in Afrika nicht nur hervorragende Autoren und Autorinnen, Musiker und Musikerinnen, sondern es gibt auch eine florierende Filmindustrie. Auch europäische Filmemacher entdecken den Kontinent für sich. Den an Afrika Interessierten fehlt es allerdings an leicht zugängigen Medien, anhand derer sie sich über Musik, Filme, Geschichte, Politik und Kultur informieren können." Hervé Tcheumeleu
Über die französische Webseite Livres Hebdo wurde ich gestern auf die Eröffnung eines Afrika Medienzentrums in Berlin-Wedding aufmerksam, die bereits am 18.08. 2010 stattfand. Die Suche nach einer Berichterstattung über dieses Ereignis in den einschlägigen Berliner Tageszeitungen (Tagesspiegel, TAZ, Berliner Zeitung), verlief leider erfolglos. Wenn in den überregionalen und regionalen Mainstreammedien Meldungen wie die Eröffnung eines Afrika Medienzentrums in Berlin überhaupt nicht Erwähnung findet, ist das sicher kein Einzelfall im Hinblick auf eine gewisse Ignoranz von multikulturellen Themen, die weniger Klischees und Stereotype transportieren, als die bekannten reißerischen Meldungen. Bereits im Blogeintrag vom 9. Mai diesen Jahres zum 5. Geburtstag der Hannah-Arendt-Bibliothek in Hannover kam ich am Ende meiner Ausführungen auf das afrikanische Viertel in Berlin-Wedding und möglichen Synergieeffekten mit Stadtteilbibliotheken zu sprechen. Die Aussagen von Herrn Diallo, dem Leiter des Afrikahauses Berlin, haben durch die Eröffnung des Afrika Medienzentrums wieder an Aktualität gewonnen. Er merkte am 07.10.2009 an, dass sich deutsche Bibliotheken und BibliothekarInnen stärker für die Informationsbedürfnisse der Einwohner Deutschlands, welche aus Afrika stammen, interessieren sollten. Für sie sei die Bibliothek nicht ...
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29.08.2010 | von Wolfgang Kaiser | 5 Kommentare » |
Jeden Sommer gehen in Gennevilliers (Département Hauts-de-Seine) BibliothekarInnen dreimal pro Woche mit speziellen Bibliotheksfahrrädern, die mit Büchern beladen sind, auf Spielplätze, in Parks und an andere öffentlichen Orten, um dort in erster Linie Mütter und Kinder zu treffen. Die Initiative nennt sich "bibliothèques de rue" und existiert mittlerweile seit 2002. Gennevilliers ist eine klassische Vorstadt von Paris, in der Fußballer wie Diomansy Kamara, David N'Gog oder Garra Dembélé aufwuchsen, aber auch Isabelle Adjani verbrachte hier ihre Kindheit. Einer Bevölkerungsstatistik von 2007 zufolge, stammten 27 % der Bevölkerung von Gennevilliers aus den Maghrebstaaten, 17 % aus den restlichen afrikanischen Staaten südlich der Sahara, 15 % aus Asien, 4 % aus der Türkei und 25 % aus der Europäischen Union. Während der Sommerzeit kümmern sich jeden Dienstag, Mittwoch und Freitag von 16:30 Uhr bis 18:30 Uhr BibliothekarInnen um die Leseförderung der Kinder, indem sie diese frühzeitig an das Medium Buch heranführen. Doch auch Erwachsene können die zur Verfügung gestellten Bücher und Zeitschriften vor Ort nutzen. Hierzu sind die BibliothekarInnen, wie in dem Videobetrag zu sehen ist, mit speziellen Bibliotheksfahrrädern unterwegs, aber auch zu Fuß ("Dans les squares ou en pied de cité").
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28.08.2010 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |
Nur etwa 15 Prozent der Schulen verfügen über eine eigene Bibliothek, und selbst diese Bibliotheken erfüllen nur selten bibliothekarische Mindeststandards. In den Universitätsbibliotheken fehlen oft die notwendigen Mittel für ausreichende Neuanschaffungen. So müssen Zeitschriftenabonnements abbestellt werden oder Forschungsreihen können nicht weiter bezogen werden. Das entwertet oft den Bestand. Trotz des wichtigen Beitrags der Bibliotheken für die Bildung und das selbstständige Lernen, fehlt in Deutschland - im Gegensatz zu den erfolgreichen PISA-Ländern - die strategische Verankerung der Bibliotheken als Teil unserer Bildungsinfrastruktur. Durchgängige bildungspolitische Zielsetzungen gemeinsam mit dem Bibliothekswesen sind heute weder auf Länderebene noch in der Politik des Bundes in ausreichendem Maße anzutreffen. Meine Meinung ist: Bibliotheken gehören deshalb in Deutschland auf die politische Tagesordnung. [...] In den vergangenen Jahren mussten auch die Bibliotheken, Archive und Museen Sparbeiträge leisten. Die Finanzausstattung vieler Institute liegt heute unter dem Notwendigen, die Personaldecke ist dünn geworden. Viele können ihre Aufgaben der Bewahrung und Erschließung nicht mehr in erforderlichem Umfang erfüllen. Hier hoffe ich auf eine Kurskorrektur.
Auszug aus "Ein Freudentag für die Kulturnation" von Altbundespräsident Horst Köhler anläßlich der Wiedereröffnung der Anna Amalia Bibliothek in Weimar
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27.08.2010 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |
Seit Juli 2008 gibt es das sogenannte "Book Bike" in Chicago. In den letzten zwei Jahren wurden schon über 3.000 Bücher verteilt. Dabei handelt es sich eher um ein Fahrrad auf drei Rädern, das etwa 200 Bücher transportieren kann. Jeder, der Lust hat, sich ein Buch zu nehmen, hat die Möglichkeit dies kostenlos zu tun. Je nach Wetterlage, ist das "Book Bike" in den öffentlichen Stadtparks von Chicago an den Wochenenden unterwegs. Die Idee stammt von Gabriel Levinson, der in dem beigefügten Video der "American Library Association" (ALA) seine Beweggründe und seine weitere Motivation von "Book Bike" erläutert. Eigentlich wurde er durch das Buch "What Is the What" (auf Deutsch: "Weit gegangen") von Dave Eggers inspiriert. Eine im Buch beschriebenen benannte Stiftung, die Valentino Achak Deng Stiftung beeinflusste Levinson bei seinen Überlegungen etwas für die Communities in Chicago zu tun, die weniger Zugang zu Büchern haben. Diesen Sommer liegt der Fokus auf Independent-Literatur, die mithilfe von Spenden der Interessierten angeschafft wird, um kleinen und unabhängigen Verlagen zu helfen und deren Publikationen zu verbreiten. Nun werden die Bücher von "Book Bike" , welche verschenkt werden, von lokalen und unabhängigen Buchhändlern bestellt. Somit werden durch die Spenden auch die Buchhandlungen vor Ort unterstützt. Eigentlich klingt das nach einem Konzept, dass durchaus auch für Städte im deutschsprachigen Raum umsetzbar wäre.
Im Interview mit der Zeitschrift Jewcy und auch in dem untenstehenden Videoclip erklärt Levinson seine Idee, welche hinter "Book Bike" steht:
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26.08.2010 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |
Im Video wird auf drastische und unterhaltsame Weise dargestellt, wie sich einige Schulbibliotheken in den USA bei noch mehr Budgetkürzungen entwickeln könnten. Sollte der gegenwärtige Trend nicht gestoppt werden, schadet der Verlust und die Folgen der Entwicklung den Schülerinnen erheblich.
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23.08.2010 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |
“You don't have to burn books to destroy a culture. Just get people to stop reading them.” Ray Bradbury
An dieser Stelle gratuliere ich nachträglich Mr. Ray Bradbury zum Geburtstag, der gestern 90 wurde. Die Stadt Los Angeles widmet Bradbury eine "Ray Bradbury Week". Bradbury feierte er seinen Geburtstag - wie sollte es anders sein - in einer Bibliothek. Die "South Pasadena Library" lud ihn gestern zu sich sein. Mehrere Zeitungen würdigten gestern das Werk Ray Bradburys und seine Verdienste. Manche behaupten, dass er zu den ersten Medienökologen zählt, obwohl sich diese Wissenschaftsdisziplin erst viel später herausbildete. Durch die "Mars-Chroniken" (1950), wurde Bradbury endgültig zum Literaten. Weitere bekannte Titel aus seinem Werk sind "Der illustrierte Mann" (1951) , "Die goldenen Äpfel der Sonne", "Das Böse kommt auf leisen Sohlen" (1962) und der "Der Tod ist ein einsames Geschäft" (1985). Bradbury gilt als einer der bekanntesten Vertreter des literarischen Genres der Dystopie.
In letzter Zeit engagierte sich Bradbury verstärkt für Öffentliche Bibliotheken in Kalifornien, so zum Beispiel für die "Ventura County Public Libraries". Er tritt vor allem als Fundraiser in Erscheinung. Nach wie vor wehrt er sich gegen eine Digitalisierung seiner Werke. Auf die Frage, warum er Bibliotheken unterstützt, antwortet Bradbury meistens Folgendes:
“Libraries raised me. I don’t believe in colleges and universities. I believe in libraries, because most students don’t have any money. When I graduated from high school, it was during the Depression and we had no money. I couldn’t go to college, so I went to the library three days a ...
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21.08.2010 | von Wolfgang Kaiser | 1 Kommentar » |
Vor wenigen Tagen veröffentlichte das bekannte Weblog Huffington Post eine Lobeshymne an BibliothekarInnen in amerikanischen Filmen (in Form einer Slideshow), die auch hierzulande größtenteils bekannt sein dürften.
Warum wurden diesmal BibliothekarInnen ausgewählt? Im Eingangstext heißt es über "uns":
"While writers might seem more glamorous, librarians are the quiet heroes of the literary world. They stand up against censorship, they uncover ancient mysteries, they laugh in the face of computerization and stop the corporate world dead in its tracks."
Spätestens seit der Masterarbeit von Ute Engelkenmeier wissen wir, wie das Bild der BibliothekarInnen in Film und Fernsehen ist. Auch Monika Bargmann hatte zuletzt am 30.04.2010 zum 20. Gebrtstag der Genderbibliothek einen interessanten und heiteren Multimediavortrag in Berlin (“Die Liebe nur aus Büchern kennen : das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer BibliothekarInnen zur Paarungszeit”) gehalten, in dem auch zahlreiche Ausschnitte aus bekannten Filmen vorkamen. Huffington Post dagegen listet fast nur Filme auf, in denen BibliothekarInnen nicht den klassischen Klischees entsprechen und zählt meiner Meinung nach zu den wenigen Medien weltweit, die in regelmäßigen Abständen Lobbyarbeit für Bibliotheken und BibliothekarInnen leisten. Bisher ist mir kaum ein anderes Medium bekannt, das derart positive Botschaften verbreitet, um den Einfluß und den Wert von Bibliotheken und BibliothekarInnen hervorzuheben. Aus diesem Grunde will ich an dieser Stelle die 11 Filme auflisten:
"The Music Man" (1962): Barbara Cook als "Marian the Librarian"
"The Mummy" (1999): mit Rachel Weisz als Bibliothekarin
"Party Girl" (1995): mit Parker Posey als Bibliothekarin
"National Treasure" (2004): mit Diane Kruger als Bibliothekarin
"Desk Set" (1957): mit Katherine Hepburn als Bibliothekarin Bunny Watson ...
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19.08.2010 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |
Der Knabenchor von Tallahassee (Florida) wurde für den im Video dargestellten Begleitsong der "Vision Tour" der Präsidentin des Amerikanischen Schulbibliotheksverbands, Dr. Nancy Everhart, ausgewählt. Während der sogenannten "Vison Tour" ist sie verpflichtet herausragende Best Practice Beispiele von Schulbibliotheken im ganzen Land zu besuchen, wobei Everhart sechs Bundesstaaten selbst auswählen darf. Zwei ihrer wichtigsten Ziele bei der "Vision Tour" sind:
Beispielhafte und vorbildliche Dienstleistungen in den von ihr besuchten Schulbibliotheken aufzuspüren und auf lokaler, regionaler, Bundes- und nationaler Ebene zu implementieren.
Einen nationalen Pool mit bekannten Persönlichkeiten, renomierten Pädagogen/Bildungsforschern und Bildungsorganisationen aufzubauen und Personen des öffentlichen Lebens als Unterstützer für Schulbibliotheksmedien und Programme zu gewinnen.
Eigentlich soll die “Vison Tour”, welche Everhart per Flugzeug und Wohnmobil zurücklegen wird, eine imagebildende Maßnahme werden, um eine Verbesserung der gegenwärtigen Lobby von Schulbibliotheken in der Öffentlichkeit zu erreichen.
Besonders erwähnenswert ist das folgende Statement der Vizepräsidentin des Amerikanischen Schulbibliotheksverbands, Julie Walker:
“It’s important in this time of economic downturn and cuts that school library programs raise the visibility of what they’re doing.”
Auf http://outstandingschoollibraries.org/ ist es möglich die Reisen von Nancy Everhart zu verfolgen.
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