Archiv für die Kategorie ‘Meinung’

Neue Bücher braucht der Mensch

3.09.2010 | von Katharina Lachmann | Keine Kommentare » |

Fast jeder hat einen Autor, den er besonders mag und von dem man kaum das nächste Buch abwarten kann. Heute gibt es vielfältige Möglichkeiten, um sich über Neuerscheinungen des Lieblingsautors zu informieren. Viele Autoren betreiben selbst ein Blog oder zwitschern regelmäßig, haben eine eigene Facebook-Seite oder betreiben zumindest eine eigene Homepage. Doch bei all diesen diversen Möglichkeiten, die das Web2.0. bietet, bedeutet das aber auch für Autoren oder ihr Team einen größeren Zeitaufwand für ihre "Fanbetreuung", denn all diese Dinge müssen gepflegt werden. Geschieht dies nicht, kann es dem Leser auch heute noch passieren, dass er das neuste Buch seines Lieblingsautors verpasst. Über eine E-Mail hat das "Bibliothekarisch.de-Team" von einer Möglichkeit erfahren, die helfen soll, dies zu verhindern. Wir haben uns Zeit genommen, das Angebot von "Druckfrisches.de" in Ruhe zu beurteilen. Ich habe die Seite Druckfrisches.de einmal getestet und will hier ein erstes Fazit zur Seite ziehen. Das erste, was mir auffiel, war die spartanische Startseite, was nicht negativ sein muss, wenn man bedenkt,s das so kein unnötiger Schnickschnack vom Wesentlichen ablenkt. Dieser Service bietet einen E-Mail Service an, der schnell und unkompliziert über Neuerscheinungen informiert. Alles was nötig ist: Man gibt den gewünschten Autoren, die bevorzugte Sprache und die eigene E-Mail-Adresse ein. Was mich dabei ein bisschen gestört hat, war dass man für jeden Autor ein eigenes Formular ausfüllen muss. Ansonsten ist das Ausfüllen schnell erledigt. Danach heißt es auf Post warten. Für meinen Test habe ich die Autoren Wolfgang Hohlbein und Rebeca Gablè gewählt. Beide Suchanfragen mussten noch mal bestätigt werden, danach wird man ...

[Zitat] Unkommentiert – 24.10.2007

28.08.2010 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |

Nur etwa 15 Prozent der Schulen verfügen über eine eigene Bibliothek, und selbst diese Bibliotheken erfüllen nur selten bibliothekarische Mindeststandards. In den Universitätsbibliotheken fehlen oft die notwendigen Mittel für ausreichende Neuanschaffungen. So müssen Zeitschriftenabonnements abbestellt werden oder Forschungsreihen können nicht weiter bezogen werden. Das entwertet oft den Bestand. Trotz des wichtigen Beitrags der Bibliotheken für die Bildung und das selbstständige Lernen, fehlt in Deutschland - im Gegensatz zu den erfolgreichen PISA-Ländern - die strategische Verankerung der Bibliotheken als Teil unserer Bildungsinfrastruktur. Durchgängige bildungspolitische Zielsetzungen gemeinsam mit dem Bibliothekswesen sind heute weder auf Länderebene noch in der Politik des Bundes in ausreichendem Maße anzutreffen. Meine Meinung ist: Bibliotheken gehören deshalb in Deutschland auf die politische Tagesordnung. [...] In den vergangenen Jahren mussten auch die Bibliotheken, Archive und Museen Sparbeiträge leisten. Die Finanzausstattung vieler Institute liegt heute unter dem Notwendigen, die Personaldecke ist dünn geworden. Viele können ihre Aufgaben der Bewahrung und Erschließung nicht mehr in erforderlichem Umfang erfüllen. Hier hoffe ich auf eine Kurskorrektur. Auszug aus "Ein Freudentag für die Kulturnation" von Altbundespräsident Horst Köhler anläßlich der Wiedereröffnung der Anna Amalia Bibliothek in Weimar

Warum scheitert man im Web 2.0?

4.05.2010 | von Dörte Böhner | 2 Kommentare » |

Warum scheitert man im Web 2.0? 1: Dabei sein, weil alle dabei sind! Social Media kostet Zeit, bedarf einer klaren Vorstellung was geht und was nicht. Daher sollten Ziele definiert sein. Warum nehmen wir am Social Web teil? Wie viele Leser wollen wir erreichen? Wieviel Zeit nehmen wir uns dafür? Wann stimmt für uns das Ergebnis und wann nicht? In Bibliotheken scheinen einige sich für das Mitmachen beim Web2.0 nur aus dem Grund zu entscheiden, weil Bibliothek sowieso auch dort ist. Sicherlich sollte man seinen Nutzern zeigen, dass man auch an dieser Stelle uptodate ist, aber das funktioniert auch nur mit entsprechenden Inhalten. 2: Jeder darf alles! Je mehr mitmachen, desto geringer ist der Zeitaufwand für jeden anderen. Doch je mehr mitmachen, desto deutlicher sollten Zuständigkeiten (thematisch, organisatorisch) und Themen gelärt sein. Wer schreibt worüber? (Themen) Gibt es eine redaktionelle Kontrolle? (Endfreischaltung, Kommentare) Wer betreut welche Plattform? (Blog, Facebook, Twitter) Welcher Stil sollte gewählt werden? (Du, Sie aber persönlich, Sie) Was ist das Hauptziel dieser Aktivität? (Was wollen wir als Bibliothek im Web 2.0 erreichen?) Sicherlich sollte man die Nutzung von Web2.0-Angeboten in Bibliotheken nicht zu sehr formalisieren, aber Empfehlungen sind hilfreich und können vor Fehlern bewahren. Dazu müssen sich alle Beteiligten über die thematischen, organisatorischen und formalen Regeln einig sein. 3: Zögern Social Media ziehen Massen an, d.h. ein Großteil unserer Nutzer befindet sich bereits im Web 2.0. Erfahrungen mit Web 2.0 kann man nur durch Aktivitäten sammeln. Viele Bibliotheken wagen bereits erste Schritte im Social Web. (Bspw.: Bibliotheken mit Weblogs, bei Facebook oder Twitter). Engagierte Nutzer von Web2.0-Angeboten neigen dazu, Gott und die Welt bereits dort zu vermuten. Es ist nur ...

Aus aktuellem Anlass: Der internationale Tag gegen Lärm und was Bibliotheken stattdessen tun könn(t)en

28.04.2010 | von Wolfgang Kaiser | 2 Kommentare » |

Am 23.04.2010 schrieb der Blogger TomTheCat: "Dass eine Bibliothek ein Ort der Konzentration und der Stille ist, und dass dort in der Hauptsache gelesen wird, das ist zwar sicher jedermann verständlich, aber gleichzeitig in der Realität wohl ein aussterbendes Konzept." Bibliotheken zählen mit Sicherheit immer noch zu den Einrichtungen, die sich bereits seit deren Gründung bis heute eher gegen Lärm aussprechen als ihn zu befürworten und eher nicht bereit sind diesen stillschweigend zu erdulden. Der Blogger, der in Schweden lebt, hat erkannt, dass dieses "Konzept" einer  "Oase der Stille" heute so nicht mehr zeitgemäß ist. Motzko wies 2008 darauf hin, dass die Belegschaft von Bibliotheken meist aus bürgerlich-traditionalistisch-intellektuellen MitarbeiterInnen zusammengesetzt ist. Was ergibt sich daraus für die Bibliotheksarbeit und welche Milieus werden überhaupt noch durch das zu Beginn genannte Konzept erreicht? Diese Fragen in einem Blogeintrag zu klären, ist leider nicht möglich. Dennoch gibt es mit Sicherheit einen Zusammenhang zwischen den 7-13 % der Bevölkerung (eingeschriebenes Stammklientel) und den restlichen 17 %, die den Lesesaal und die Infobereiche ohne Ausweis nutzen, mit der "Bibliothek als Ort", die auf der cognitive map vieler Menschen wohl zu wenig auftaucht. Sind öffentliche Bibliotheken "zu leise"? Über Twitter erreichte mich heute eine Pressemitteilung von der Leiterin des Berliner Theatertreffens, die beklagte, dass das Theater seine Lobby verliert:

“Silver Gamers” als neue Zielgruppe für Bibliotheken?

5.12.2009 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |

Anlass diese Überschrift als Frage zu formulieren, ist eine Sendung, die am 30.11.09 auf Deutschlandradio Kultur im Radiofeuilleton lief. In der Reihe Elektronische Welten von Claudia Hennen ging es um die sogenannten Silver Gamers und speziellen Computerspielen für diese Gruppe. Mit Silver Gamers sind Senioren bzw. die Generation 55+ gemeint, die Computerspiele nutzt. Ich bin der Auffassung, dass in gar nicht allzu langer Zeit, dieses Thema stärker auf der Agenda sein wird - gerade durch Bibliotheken, die imstande wären Synergieeffekte zu erzielen und dieses Feld nicht den Seniorenheimen und anderen "Konkurrenten" allein zu überlassen. Mit diesem Artikel bestreite ich keinesfalls, dass bisher keine Computerspiele als Angebote für alte Menschen in der Bibliotheksarbeit eingesetzt werden.  Die Büchereizentrale Schleswig-Holstein bringt bereits "Medienboxen für die Gruppenarbeit mit Senioren" in Altenheime, die dort dort auf großes Interesse der alten Menschen stoßen.  Aufgrund der demographischen Entwicklung ist das ein Wachstumsmarkt. Demnach nutzt jeder vierte Bundesbürger den PC zum Spielen. Unlängst foderten ja Mark Terkessidis und Herr Hobohm, dass BibliothekarInnen Medien, welche sie anschaffen auch selbst testen sollten (gemeint waren Computerspiele). Auf eine Entfremdung wurde am 7. Oktober hingewiesen, da oftmals die BibliothekarInnen den Bestandsaufbau outsourcen und so der direkte Bezug zu den Medien zu kurz kommt.  In diesem Zusammenhang sprach Herr Prof. Dr. Hobohm von der monokulturellen Einrichtung Bibliothek, die sich - ähnlich wie früher der Lesezeit von BibliothekarInnen - anderen Werten und Kulturen öffnen sollte. Obwohl allen klar war, dass in Zeiten knapper Kassen und knappen Personals, die Zeit hierfür meist leider fehlt, ist dennoch mehr Offenheit gefragt anstatt ...

Rückschau auf die Fachkonferenz der Bibliotheksfachstellen am 14.09.2009 in Lüneburg

21.09.2009 | von Wolfgang Kaiser | 1 Kommentar » |

Am 14.09. fand die Fachkonferenz der Bibliotheksfachstellen unter dem Motto “Alle(s) in einem Haus” - Integration und interkulturelle Bibliotheksarbeit als Aufgabe Öffentlicher Bibliotheken statt. Im Rahmen ihrer Jahrestagung 2009 in Lüneburg veranstaltete die Fachkonferenz der Bibliotheksfachstellen in Deutschland  in enger Zusammenarbeit mit der Büchereizentrale Niedersachsen - einen Thementag zur Rolle der Öffentlichen Bibliotheken beim politischen Ziel der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Endlich war dieses Thema auf der Agenda der Fachstellen angekommen und erhielt die nötige Aufmerksamkeit von Seiten der politischen Vertreter und den Berufsverbänden. Bibliotheken scheinen bisher zu selten in einem Atemzug genannt worden zu sein, wenn es in den Medien um das Thema der Integration ging. Dabei leisten gerade die öffentlichen Bibliotheken mit ihren Hauptarbeitsgebieten Kultur und Bildung eine entscheidende Rolle für den Integrationsprozess von Menschen mit Migrationshintergrund.

Libreka ist ärgerlich

22.08.2009 | von Doreen Thiede | 6 Kommentare » |

Ich habe dieser Tage mal bei Libreka vorbeigeschaut, weil ein Hinweis auf Probekapitel der Longlist des deutschen Buchpreises mich dorthin lockte. Aber die erste Ernüchterung kam rasch: die Probekapitel waren ausschließlich im epub-Format verfügbar. Ich besitze (noch) keinen E-Book-Reader, also habe ich mir einen epub-Converter heruntergeladen, um die Probekapitel im PDF-Format lesen zu können. Ergebnis: von 20 epubs wurden genau 3 (!) fehlerfrei umgewandelt. Einige ließen sich gar nicht öffnen, bei anderen waren offensichtlich 2 verschiedene Zeichenkodierungen verwendet worden, was zu unleserlichen Texten führte. Auch die Installation eines E-Book-Readers für den PC, der das direkte Lesen der epubs ermöglicht, löste das Problem nicht völlig, einige waren nach wie vor nicht zu öffnen. Ich bin nur froh, dass die Probekapitel auch noch einmal als Booklet in den Buchhandel kommen, so bin ich auf Libreka nicht angewiesen. Aber ein Armutszeugnis für diese Volltextsuche des Buchhandels ist es trotzdem.

Panzerung oder Mückennetz – Die DRM-Gretchenfrage von Matthias Ulmer

7.07.2009 | von Dörte Böhner | 23 Kommentare » |

Die Ankündigung von libreka! in Zukunft auch hartes DRM anbieten zu können, hat wieder einmal die üblichen Milchtöpfe zum Überschäumen gebracht. Warum nur? Warum sollten sich die Nutzer, die Leser, diejenigen, die damit arbeiten, nicht darüber aufregen? Warum sollen Menschen, die über ihren Tellerrand hinausschauen und gesehen haben, wie DRM gescheitert ist, nicht mit dem Kopf schütteln? Warum soll man nicht nach dem Geld fragen, dass da zum Fenster hinausgepulvert wird? Ganz nüchtern betrachtet ist es doch ein Vorteil, wenn es bei DRM ein "mit" und ein "ohne" gibt. Dass also der, der "mit" DRM sein möchte "mit" sein kann, und der, der "ohne" sein möchte, "ohne". Das ist sicherlich von Vorteil für die Mutigen, die es wagen, sich ohne harte Panzerung den Mücken stellen. Die Panzerung wirkt ja oft abschreckend und ein Fliegengitter, z.B. in Form von forensischem DRM (personalisierte Wasserzeichen), hat auch einen schützenden Effekt. Es ist nur manchmal komfortabler. Eine Rüstung ist schwer, teuer und unflexibel. So ein Netzt stört wesentlich weniger, wenn das Ganze mal aus der Mode gekommen ist.

Eine weise Wahrheit

28.04.2009 | von Dörte Böhner | Comments Off |

Da ist sehr viel Wahrheit dabei: CC-By allaboutgeorge Aufmerksam geworden über: Hobohm, Hans-Christian: Wert von Informationsarbeit: nützlicher Hinweis zur Messung des ROI von Bibliotheken via LIS in Potsdam

[Kurz] Informationskompetenzstandards werden zu ernst genommen?

27.02.2009 | von Dörte Böhner | Comments Off |

Dieser Meinung ist zumindest Herr Hapke und fasst in seinem Blog seine Sicht auf die Dinge zusammen.