Andere Welten, andere Wege zum Buch. Über den Bücherspanzer, den Bücheresel und die Bücherkamele haben wir hier schon berichtet. Eine andere Variante, um Leser zu erreichen wählt die Bibliothek von Pargas seit 35 Jahren mit dem Bibliotheksboot. Etwa fün Mal von Mai bis September/Oktober fährt das Schiff die schwedischen Inseln der Umgebung an, immer beladen mit 600-800 Büchern, um den Lesedurst der Inselbewohner zu stillen. Die Menschen, die das ermöglichen, arbeiten ehrenamtlich. Das Boot selbst wird extra zu diesem Zweck angemietet. Nach 35 Jahren kennt man sich inzwischen persönlich.
Ähnliche BeiträgeEs ist bereits das 15. Mal, dass sich eine ganze Karavane von Autos in Südafrika in Bewegung setzt. Es geht nicht darum, mit High Speed durch die Wüste zu heizen, sondern Ziel ist es, die gelben Kisten, gefüllt mit Brennstoff für den Geist, sicher ans weitentfernte Ziel zu bringen. Die Rally to Read bringt Bücher in ländliche Schulen in der Region Nkandla, die vom staatlichen Schulwesen vergessen werden, weil sie viel zu weit entfernt sind. Dieses Jahr werden 135 Schulen angefahren.
In den letzten 12 Jahren haben die Sponsoren, Organisatorne und Teilnehmer der Rally Schulen auf dem Land aufgesucht, um Bücher, Lehrmaterialen, Wissensbaukästen, Sportequipment und andere Dinge vorbeizubringen. Dieses Jahr sind über 100 Firmen als Sponsoren beteiligt.
But most of all, the Rally delivers hope to rural learners, their teachers and their parents for a better future.
Auch dieses Jahr engagieren sich wieder viele, um die Materialien sicher an ihren Bestimmungsort zu bringen. Die Aktion läuft zwar das ganze Jahr über, aber Höhepunkt der Arbeit für alle Teilnehmenden ist die Lieferung der Bücher, die einmal im Jahr zu den teilnehmenden Bibliotheken gebracht werden. Die Bücher selbst sind ein wichtiges Zeichen.
“Rally to Read is an extraordinary story – of caring, collaboration and hope.” – Cyril Ramaphosa.
Mehr dazu:
- Beitrag der Tagesthemen von 28.05.2012
(Film lässt sich nicht einbinden) - Homepage zu “Rally to Read”
- Blog zu “rally2read”
Zur “Eröffnung” des neuen Bücherbus der Stadtbibliothek Erlangen haben die Kinder der Grundschule Dechsendorf ein Ständchen gebracht.
Ähnliche Beiträge“Aide et Action” ist in Kambodscha aktiv und trägt dazu bei Bildung zu fördern. Bis heute hat sich das Land nach mehreren Kriegen und den damit verbunden Zerstörungen nicht wieder richtig erholt. Mobile BibliothekarInnen kommen in die Dörfer des Landes, um Leseförderung zu betreiben. Es sind vor allem die benachteiligsten Regionen, in welchen sich die NGO “Aide et Action” engagiert. Das folgende Video ist leider nur mit französischen Untertiteln verfügbar. Dennoch hoffe ich, dass es möglich ist sich den Inhalt und die Bedeutung des Gesagten zu erschließen.
Ähnliche BeiträgeKhalif liebt Bücher, egal welche, Hauptsache ist, er kann lesen. Doch anders als deutsche 13-Jährige kann er nicht mal einfach an ein volles Bücherregal Zuhause oder in der nächsten Bibliothek gehen, denn er lebt in einer Nomadenfamilie in Kenia. Diese wandert als Viehhüter herum, um dort zu bleiben, wo das Vieh Futter findet. Für den Jungen heißt dies, dass er manchmal mehrere Monate häufig jedoch nur einige Wochen an einem Ort bleibt. Er besitzt kein Buch selbst und ist daher auf die Kamele angewiesen, das ihm alle zwei Wochen Nachschub bringen. Derzeit findet man die Familie von Khalif in der Nähe von Maramtu, einem kleinen Dorf im Osten von Kenia.
Auch andere Nomadenfamilien ziehen in dieser Region herum. Sie leben in runden Lehmhütten, die sie innerhalb eines Tages errichten können. Sie alle besitzen so wenig Geld, dass sie sich Bücher meistens nicht leisten können. Um den Nomadenkindern den Zugang zu Büchern zu ermöglichen, wurde in der Stadt Garissa vor inzwischen 15 Jahren eine ganz besondere “Fahrbibliothek” gegründet. Viermal die Woche ziehen Bibliothekare mit ihren Kamelen durch die Wüste und bringen ihre Buchstabenfracht den Nomaden.
Bestückt werden die Kamelbibliotheken durch Abdullahi Osman und Abdirahman Bashir, zwei Mitarbeiter der normalen Bibliothek von Garissa. Sie packen morgens eine Auswahl an Kinderbüchern in zwei große Holzkisten und beladen damit die Rücken eines der beiden Kamele. Die beiden Tiere wechseln sich während des marsches ab. Zur Zeit laufen auch drei Jungkamele mit, die an die Wüstentouren gewöhnt werden sollen. Auf den Kisten steht “Garissa Mobile Kamelbücherei” und “Lesen ist Wissen”. Osman und Bashir ziehen dann in einer richtigen kleinen Kamelkarawane mit den Kamelen und zwei Kamelführern los.
Nun könnte man sich fragen, warum die Bibliothekare auf die Kamele setzen und nicht einfach einen gut klimatisierten Geländewagen nutzen? Kamele sind ein vertrautes Transportmittel
für die Nomaden. Die Männer mit den Büchern sind daher keine Außenseiter, sondern kommen mit etwas Vertrautem.
So eine Wanderung durch Hitze und Staub zu den Nomadensiedlungen dauert mehrere Stunden. Ziel ist z.B. auch die Grundschule in Maramtu, welche Khalif in der vierten Klasse besucht. Fast 300 Kinder werden dort unterrichtet. Sie besuchen diese Schule, solange ihre Eltern dort in der Nähe wohnen. Die Kamele mit den Büchern werden von den Schülern heiß und ungeduldig erwartet.
Die Bücher werden von den Bibliothekaren auf drei Bastmatten unter einem Akazienbaum vor der Schule ausgebreitet. Ihnen sieht man die häufige Benutzung an. Viele der Exemplare sind zerlesen, einige vergilbt, einem fehlt der Einband, beim anderen ist ein Buchrücken wieder festgeklebt worden. Das beeindruckt die Kinder nicht, denn für sie sind alle dieser Bücher kostbar. Einige Geschichten sind auf Kisuaheli, ander auf Englisch, der zweiten Landessprache Kenias.
Ähnliche BeiträgeDie 2003 vom Erdbeben gebeutelte Stadt erhielt von der UNICEF zahlreiche “mobile libraries”, die an 80 Schulen regelmäßig vorbeikommen. Jede Bücherbus beinhaltet etwa 3,000 Bücher, deren Themenspektrum von der persischen Folklore bis zu den Wissenschaften und zur Kultur reicht. Das Hauptziel ist die Kinder weiterzubilden und zu unterhalten, die durch das Erdbeben traumatisiert wurden.
Ähnliche Beiträge“Wer liest, reist durch die ganze Welt, taucht in fremde Kulturen und neue Horizonte ein. Lesen durchbricht Grenzen, weitet die Enge des Alltags, eröffnet grenzenlose Möglichkeiten, erweckt Träume. Lesen fördert Entwicklung. Wer liest, verändert sich, wird kritisch, autonom und aktiv.”
Bereits seit 1987 gibt es den “Bibliobús Bertolt Brecht” in Nicaragua. Dabei handelt es sich um einen umgebauten Kleintransporter der Marke Toyota. Gegründet wurde das Projekt von der mittlerweile 87-jährigen Deutschen Elisabeth Zilz. Schüler lesen dort dank des Bibliotheksbuses Bücher von Erich Kästner, Michael Ende und anderer Kinder- und Jugendbuchautoren. Außerdem sind auch Bilderbücher und Comics im Angebot. Jeder Schüler kann ein Buch ausleihen, das er bis zum nächsten Wiedereintreffen des Buses im kommenden Monat zu Hause lesen.
Der Bibliotheksbus steuert auch Gefängnisse an, wie etwa in Chinandega, Granada und Matagalpa. Darüber hinaus kommt der Bus regelmäßig an einem Frauengefängnis (“La Esperanza”) in der Nähe von Managua vorbei. Das “Neue Deutschland” titelte am 9. April diesen Jahres “Knackis auf der Suche nach guten Büchern” und schrieb folgendes hierzu:
“Die Knackis betreten in Kleingruppen den Bibliobus. Es ist eng. Viel Zeit zum Stöbern bleibt den Insassen nicht, denn die Mithäftlinge warten schon in ihren Zellen, dass auch sie sich Bücher aussuchen können. [...] Zum Teil wird im Gefängnis gelesen, um der Langeweile für einige Stunden zu entkommen, sagt Eddie im Gespräch mit ND. Er sitzt seit fünf Jahren in Matagalpa ein und hilft Cuaresma und seinen Kollegen einmal im Monat bei der Ausleihe. »Die Bücher werden aber auch als Ergänzung zum Unterricht genutzt«, so der Nicaraguaner. Im Gefängnis ist es für die Gefangenen möglich, einen Schulabschluss nachzuholen. Etwa 100 Gefangene leihen an diesem Tag rund 200 Bücher aus.”
Die Finanzierung des Bibliobus und der Deutsch–Nicaraguanischen Bibliothek erfolgt unter anderem durch den Verein “Pan y Arte“, dessen Vorsitzender der ehemalige Bremer Bürgermeister Henning Scherf ist. Gründer des Vereins war der bekannte deutsche Schauspieler und Moderator Dietmar Schönherr. Die Bibliothek ist seit 2001 mit rund 12. 000 Büchern in spanischer Sprache im Stadtviertel “Linda Vista” (schöner Ausblick) der Stadt Managua untergebracht. Seit August 2009 ist die Österreicherin Tina Reiter für die öffentliche Bibliothek und zwölf MitarbeiterInnen verantwortlich. Im letzten Jahr wurden ca. 9.000 Bücher im Bibliobus und rund 45 000 Bücher in der Bibliothek ausgeliehen. Besonders im Fokus steht die Projektarbeit mit Kindern der Primar- und Sekundarstufe in der Bibliothek sowie mit Schulen und anliegenden Armenvierteln, aber auch mit Kindern auf dem Lande. Mehr dazu »
Ähnliche BeiträgeNach Luis Soriano in Kolumbien mit seinem Bücheresel (“Biblioburro“) und den Kamelbibliotheken in Kenia folgen nun die “Eselskutschen” der Organisation “Ethiopia Reads“. In einem Artikel auf “Yourhub” heißt es lakonisch, dass der Äthiopienheimkehrer Yohannes Gebregeorgis feststellte, dass es in den ländlichen Gebieten dort mehr Esel als Bücher gab. Insgesamt sind bisher fünf Esel im Einsatz, um Kindern in entlegenen Gegenden Literatur und den Umgang mit Büchern näherzubringen. Die mobile “Eselsbücherei” ist eine Idee von Ato Yohannes Gebregeorgis, der viele Jahre in den USA unter anderem in der “San Francisco Public Library” als Bibliothekar tätig war. 2002 kehrte er mit dem Ziel zurück Bibliotheken nachhaltig aufzubauen. Er ist auch der Mitbegründer von “Ethiopia Reads”, mit der der Grundstein für die Lese- und Lernförderung junger äthiopischer Kinder gelegt wurde. Gebregeorgis kam als politischer Flüchtling in die USA und wurde 2008 in einem Video als “CNN-Hero” nominiert. Dies verschaffte ihm die Aufmerksamkeit für sein Anliegen zu werben, um Geld- und Buchspenden und zu erhalten. In Äthiopien verfügen nur 1 % aller Schulen über eine Bibliothek. Seit der Gründung von “Ethiopia Reads” wurden 52 neue Bibliotheken im Land geschaffen.
Ähnliche Beiträge



Buchstäblich kommentiert