Archiv für die Kategorie ‘Bibliothekspolitik’
3.01.2010 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |
Nach Gesprächen mit BibliothekarInnen, aber auch aus meiner eigenen Berufserfahrung heraus und durch die Bekanntschaft mit StudentInnen nicht-deutscher Herkunft vertrete ich nun mehr denn je die Ansicht, dass es mit der zunehmenden Internationalisierung von Hochschulen, aber auch mit der zunehmenden Teilhabe von Migranten am Aufstiegprozeß eine größere Anzahl von StudentInnen geben wird, die künftig wissenschaftliche Bibliotheken aufsuchen werden. Hierbei wird verstärkt auch von MitarbeiterInnen wissenschaftlicher Bibliotheken Interkulturelle Kommunikation als Kernkompetenz verlangt: "Wenn ab 2015 die geburtenschwachen Jahrgänge Abitur machen, könnten sich die Hörsäle leeren. Hochschulen entdecken daher neue Zielgruppen wie Migranten oder Studenten mit Kindern", so Marion Schmidt in einem Artikel in der Financial Times Deutschland. Laut dem Statistischen Jahrbuch aus dem Jahre 2008 haben schon jetzt rund 21 % der BürgerInnen nicht-deutscher Herkunft Abitur im Gegensatz zu 18 % der übrigen Bevölkerung. Dieser Trend wird sich künftig weiter fortsetzen. Die Universität Duisburg-Essen, sowie die RWTH Aachen, setzen seit kurzem vermehrt auf Diversity Management, um sich mehr für Berufstätige, für Kinder aus Migrantenfamilien und für internationale Studierende zu öffnen. Es wäre wünschenswert, wenn hiervon auch mehr Einrichtungen betroffen wären, die zukünftige BibliothekarInnen und InformationswissenschaftlerInnen ausbilden. Frau Klemm, die Prorektorin für Diversity Management an der Universität Duisburg-Essen erwähnt die in der Gesamthochschulstrategie verankerten Perspektiven ihrer Öffentlichkeitsarbeit in ihrer Präsentation, um frühzeitig eine Vielfalt an StudentInnen zu gewinnen. Denn in den klassischen Großstädten oder auch in der Stadt Heilbronn (45% der Bevölkerung mit Migrationshintergrund), bei der in der Altersgruppe zwischen 10 und 14 63% nicht-deutscher Herkunft sind, spiegelt sich diese Vielfalt einer pluralistischen Bevölkerung bei den MitarbeiterInnen ...
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5.12.2009 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |
Anlass diese Überschrift als Frage zu formulieren, ist eine Sendung, die am 30.11.09 auf Deutschlandradio Kultur im Radiofeuilleton lief. In der Reihe Elektronische Welten von Claudia Hennen ging es um die sogenannten Silver Gamers und speziellen Computerspielen für diese Gruppe. Mit Silver Gamers sind Senioren bzw. die Generation 55+ gemeint, die Computerspiele nutzt. Ich bin der Auffassung, dass in gar nicht allzu langer Zeit, dieses Thema stärker auf der Agenda sein wird - gerade durch Bibliotheken, die imstande wären Synergieeffekte zu erzielen und dieses Feld nicht den Seniorenheimen und anderen "Konkurrenten" allein zu überlassen. Mit diesem Artikel bestreite ich keinesfalls, dass bisher keine Computerspiele als Angebote für alte Menschen in der Bibliotheksarbeit eingesetzt werden. Die Büchereizentrale Schleswig-Holstein bringt bereits "Medienboxen für die Gruppenarbeit mit Senioren" in Altenheime, die dort dort auf großes Interesse der alten Menschen stoßen. Aufgrund der demographischen Entwicklung ist das ein Wachstumsmarkt. Demnach nutzt jeder vierte Bundesbürger den PC zum Spielen. Unlängst foderten ja Mark Terkessidis und Herr Hobohm, dass BibliothekarInnen Medien, welche sie anschaffen auch selbst testen sollten (gemeint waren Computerspiele). Auf eine Entfremdung wurde am 7. Oktober hingewiesen, da oftmals die BibliothekarInnen den Bestandsaufbau outsourcen und so der direkte Bezug zu den Medien zu kurz kommt. In diesem Zusammenhang sprach Herr Prof. Dr. Hobohm von der monokulturellen Einrichtung Bibliothek, die sich - ähnlich wie früher der Lesezeit von BibliothekarInnen - anderen Werten und Kulturen öffnen sollte. Obwohl allen klar war, dass in Zeiten knapper Kassen und knappen Personals, die Zeit hierfür meist leider fehlt, ist dennoch mehr Offenheit gefragt anstatt ...
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26.11.2009 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |
Bevor ich vom zweiten Tag des Study Visit berichte, will ich kurz auf das von Herrn Benito vorgestellte Programm ESME - (European Strategy for multicultural Education) eingehen. Hierbei handelt es sich um eine Kooperation der Stadtbibliothek Frankfurt am Main, dem Multicultural Center in Prag, der Projektstelle für Zuwanderung und Integration in Dornbirn (Österreich) und dem Immigrant Institut in Borås (Schweden). Das Hauptziel der genannten Einrichtungen ist es, den Aufbau eines multikulturellen Lerncenters voranzutreiben, das als Treffpunkt für formelles und informelles Lernen dienen soll. Informationen über den Fortgang der Projektarbeit und klassische Best Practice Beispiele finden sich auf der folgender Webseite: http://www.librariesforall.eu. Hinzu kommen Literaturhinweise, Texte und Anregungen für die eigene Einrichtung, die es gilt mutikultureller bzw. interkultureller zu gestalten.
Der zweite Tag des Study Visit begann mit einem Vortrag zur Publikation "Diversity Management - Eine neue Managementkultur der Vielfalt - für eine neues Image der Bibliotheken" von W. Kaiser. Sie setzt sich mit dem Konzept Diversity Management näher auseinander. Kaiser plädiert für mehr Heterogenität innerhalb der Mitarbeiterschaft und innerhalb der Zielgruppen. Im Vordergrund steht der Umbau der Organisationskultur hin zu einer multikulturellen Organisation und dem Eingeständnis, dass der Beruf für Menschen mit Migrationshintergrund (aber auch für den "Ottonormalazubi" bzw. den Großteil der StudentInnen) sowohl in den USA, als auch in Deutschland nicht attraktiv genug ist. Es wurden Vorschläge gemacht wie eine mögliche Umgestaltung aussehen kann, mit dem Verweis darauf, dass die Bibliothek sich mehr als lernende Organisation verstehen sollte. Best Practice Beispiele, welche die Attraktivität der Bibliothek für die LGBT-Community, für MigrantInnen, Ältere und behinderte Menschen zum Ausdruck ...
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4.11.2009 | von Katharina Lachmann | Keine Kommentare » |
Die Bezirke und die Landesregierung der Hauptstadt sperren sich gegen eine gesetzliche Regelung und damit auch indirekt gegen ein funktionierendes Bibliotheksnetz in Berlin. Zwanzig Jahre nach der Wende sind die beiden Stadthälften zusammengewachsen, aber von einem einheitlichen Bibliotheksnetz kann nicht die Rede sein.
Die bezirklichen Einrichtungen sind abhängig von der Finanzkraft der Bezirke, so das allgemein ein massiver Unterschied sowohl in der personellen als auch in der finanziellen Ausstattung festzustellen ist. Bibliotheksschließungen sind im Berlin des Jahres 2009 Alltag und besonders in Ostberlin ist von einem engmaschigen Netz nur noch ein Flickenteppich übrig geblieben. Die ZLB betreibt immer noch eine Landesbibliothek in zwei Häusern und kämpft doch schon seit der Wiedervereinigung im Dienste der Nutzer um ein gemeinsames Haus. Es kam Anfang des Jahres Bewegung in diese Entwicklung, doch dass die Pläne umgesetzt werden, daran mag vor allem der Nutzer nicht wirklich glauben, bevor er nicht die Räumlichkeiten betreten hat. Schon zu oft scheiterte in Berlin der gute Wille an der Finanzierung.
Wenn man die Öffentlichen Bibliotheken in Berlin betrachtet und ihre Stellung in der Stadt, hat man als Nutzer oft das Gefühl, sie fristen ein Dasein am Rande des Senatsinteresses. Es ist richtig, dass die Stadt am finanziellen Abgrund steht, aber während man um den Erhalt der Opern eine Medienwirksame Diskussion ausgetragen hat, verschwinden die Meldungen über die Schließungen und die Notlage vieler kleiner Bezirksbibliotheken im Zeitungsnirvana. Zu viele dieser kleinen Einrichtungen sind in den letzten zwanzig Jahren geschlossen worden und denen, die noch existieren, laufen die Nutzer aufgrund des veralteten Medienbestandes davon.
Kann ...
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12.10.2009 | von Wolfgang Kaiser | 7 Kommentare » |
Am Mittwoch, den 7. Oktober um 18 Uhr fand die Veranstaltung „Das Fremde in uns und wir im Fremden - Wohnen im gemeinsamen Haus Integration und Partizipation“ statt. Den Anfang machte die Vorstellung der folgenden Bücher durch die anwesenden Autoren. Zu den Inhalten kann in diesem einen Beitrag nicht zu ausführlich Bezug genommen werden kann (Mehr dazu unter dem folgenden Link).
Wolfgang Kaiser: Diversity Management– Eine neue Managementkultur der Vielfalt- für ein neues Image der Bibliotheken.
=> Diversity Management (DiM) will die Heterogenität von Mitarbeitern mit ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen, Erfahrungen und wahrnehmbaren Unterschieden als Bereicherung einer (Non-)Profitorganisation nutzen. Die Bibliothek als öffentlicher Ort der Kommunikation, sollte die kulturelle Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln. Zielgerichtetes DiM könnte in Deutschlands Bibliotheken eine strukturelle Veränderung in die Wege leiten, so dass in Zukunft nicht allein ihre Dienstleistungen, sondern auch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter persönlich die Vielfalt einer individualisierten und pluralistischen Gesellschaft mit unterschiedlichen Lebensstilen ethnischen und religiösen Herkünften, unterschiedlichen Altersstrukturen und Wertorientierungen widerspiegeln.
Maria Kabo: Die Bibliothek als Integrationsfaktor
=> Der zunehmenden Forderung nach dem Zugang zu den Informationen und Informationsquellen steht immer noch die mangelnde Informationskompetenz großer Teile der Bevölkerung entgegen. Wenn die Öffnung und die Nutzung der Informationen in Zukunft auch über den wirtschaftlichen Standort der Länder und Staaten entscheiden werden, ist dies ein bedrohliches Bild, auch gesamtstaatlich. Das Buch untersucht an Beispielen die Integrationsarbeit einzelner Bibliotheken und zeigt damit Wege der Praxis, wie die Vermittlung von Informationskompetenz für Migranten neben oft hohlen Absichtserklärungen praktisch umgesetzt werden kann.
Franziska Ahlfänger: Jugend – Bildung – Bibliotheken: Modelle der Finanzierung und Projektförderung. Mit praktischen ...
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30.09.2009 | von Dörte Böhner | 3 Kommentare » |
Wie sich Public Libraries entwickeln, ob sie noch benötigt werden, sind Fragen, die sich derzeit bei den über 4000 Public Libraries in England, Wales und Nordirland stellt. Seit einer neuen Regelung durch die Society of Chief Librarians können die Bewohner, ganz unabhängig davon wo sie leben, alle dieser Bibliotheken nutzen, auch wenn die Medien zurück in die entsprechende Gegend geschickt werden müssen. Die Biblliotheksbenutzer benötigen nur einen vorhandenen, gültigen Bibliotheksausweis oder eine gesicherte, gültige Adresse. Hauptziel ist es, mehr Menschen in die Bibliotheken zu bringen, die zunehmend in einem Wettbewerb zu Online-Buchhändlern und Buchläden stehen, die Cafés integriert haben, um attraktiver zu werden. Profitieren würden z.B. Reisende, die während ihrer Ferien Lesematerial benötigen. Nutzer mit Bibliotheksausweis dürfen Bücher in allen dieser über 4000 Bibliotheken ausleihen, nach diesem Plan, der nächsten Monat durch die Kulturministerin Margaret Hodge veeröffentlicht werden soll.
Grund für diese Pläne ist ein kontinuierlicher Rückgang der Ausleihzahlen. Entliehen 2002/2003 noch 15.843.000 Nutzer Medien, waren es 2007/2008 nur noch 2012.608.000, d.h. ganze 20 Prozent weniger. Auch die Zahl der Vollzeitangestellten sank in diesem Zeitraum um 6,5 Prozent und bedeutet einen großen Rückgang bei den ausgebildeten Fachleuten. Auch die Unterstützung ist mit der Anzahl der Besucher gesunken um 2,6 Prozent im Vergleich von 2007/2008 zum Vorjahreszeitraum. Im gleichen Zeitraum sank auch der Medienbestand um ganze 11 Prozent. In der letzten Jahrzent sanken die Ausleihzahlen um 34 Prozent. Und allein 2006/2007 schlossen 40 Bibliotheken in ganz Großbritannien.
Woran liegt es? Es gibt eine große Spanne an Serviceangeboten, die anscheinend nicht ausreichend beworben werden, so Tony ...
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21.09.2009 | von Wolfgang Kaiser | 1 Kommentar » |
Am 14.09. fand die Fachkonferenz der Bibliotheksfachstellen unter dem Motto “Alle(s) in einem Haus” - Integration und interkulturelle Bibliotheksarbeit als Aufgabe Öffentlicher Bibliotheken statt. Im Rahmen ihrer Jahrestagung 2009 in Lüneburg veranstaltete die Fachkonferenz der Bibliotheksfachstellen in Deutschland in enger Zusammenarbeit mit der Büchereizentrale Niedersachsen - einen Thementag zur Rolle der Öffentlichen Bibliotheken beim politischen Ziel der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund.
Endlich war dieses Thema auf der Agenda der Fachstellen angekommen und erhielt die nötige Aufmerksamkeit von Seiten der politischen Vertreter und den Berufsverbänden. Bibliotheken scheinen bisher zu selten in einem Atemzug genannt worden zu sein, wenn es in den Medien um das Thema der Integration ging. Dabei leisten gerade die öffentlichen Bibliotheken mit ihren Hauptarbeitsgebieten Kultur und Bildung eine entscheidende Rolle für den Integrationsprozess von Menschen mit Migrationshintergrund.
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20.05.2009 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |
Luxemburg hat sein Problem erkannt: Bibliotheken braucht das Land!
Das luxemburgische Kulturministerium will in Zukunft seine öffentlichen lokalen Bibliotheken gezielter fördern und neue Bibliotheken in den Gemeinden schaffen. Dazu stellt man am Mittwoch ein entsprechendes Gesetzesvorhaben vor.
Damit will man einen Beitrag zur Entwicklung der Wissensgesellschaft leisten. In Vordergrund tritt auch die soziale Komponente öffentlicher Wissensvermittlung.
In einer Gesellschaft, in der Informationen und Bildung eine zunehmende wirtschaftliche Rolle spiele, sei es wichtig, dass alle Bevölkerungsgruppen Zugang zu diesem Wissen habe - gerade auch auf lokaler Ebene.
Laut Staatssekretärin Modert besteht ein großer Nachholbedarf im Bereich Öffentlicher Bibliotheken. Neben der Nationalbibliothek, Spezialbibliotheken in Forschung und Wirtschaft sowie Bibliotheken im Erziehungswesen seien gerade 14 kommunale Bibliotheken vorhanden. Soweit ich den Artikel an dieser Stelle verstanden habe, werden weitere 116 Gemeinden durch Vereinsbibliotheken (???) versorgt.
Durch das Gesetz soll die Schaffung neuer Bibliotheken angeregt werden und der Ausbau bestehender Institutionen sowie die Kooperation untereinander gefördert werden. Der Staat soll zukünftig etwa 50% der Betriebskosten (bis max. 45.000 Euro/Jahr) übernehmen. Außerdem soll es zusätzlich Subventionen von 20.000 Euro für die Anschaffung von Büchern und "Informatikmatikmaterial" (ich nehme an Hard- und Software) geben.
Natürlich soll nun nicht jede Gemeinde ihre kleine Bibliothek bekommen, sondern das Projekt soll in diesem Fall die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen unterstützen.
Die Nutzung regionaler Synergien wird ebenfalls einmalig mit 75.000 Euro unterstützt. Heißt dies, die anderen Zuwendungen sollen jährlich aufgebracht werden? Vermutlich nicht.
Die Rolle eines "Service Providers" soll die Nationalbibliothek übernehmen, ohne die Autnonomie der lokalen Partner zu beschneiden. Dies soll besonders im Rahmen einer technischen Unterstützung passieren, z.B. was ...
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5.03.2009 | von Dörte Böhner | 1 Kommentar » |
Dass der Börsenverein des Deutschen Buchhandels eine Musterklage gegen die Universitätsbibliothek Würzburg einreichen möchte, wurde hier ja schon berichtet. Ziel der Klage des Börsenvereins ist eine Überprüfung der Tatsache, ob gesetzlich begünstigte öffentliche Einrichtungen Werke aus ihrem Bestand erst nach Lizenzverhandlungen mit Verlagen digital zugänglich machen dürfen. Man will hierbei die Interessen im Auftrag besonders betroffener Verlage wie dem C.H. Beck vertreten, der ja ein teures, aber bekanntes elektronisches Angebot hat und darin auch einen Zugriff auf den Palandt anbietet.
Die Frage hinter dem Prozess lautet: Müssen Bibliotheken vor der Bereitstellung von Büchern über elektronische Leseplätze die Angebote von Verlagen überprüfen, ob der Verlag selbst eine digitale Version eines gewünschten Titels anbietet?
In einer Stellungnahme vom 04.03.2009 äußerte sich der Deutsche Bibliotheksverband erstmals zu der Ankündigung des Börsenvereins. Ein wichtiger Punkt, der angesprochen wird, ist u.a. der im Buchreport erhobene Vorwurf, dass die Bücher ungeschützt angeboten worden wären.
Richtig ist [...], dass die Nutzer an wenigen Tagen eingestellte Werke von den Leseplätzen herunterladen konnten. Allerdings war dies von der UB Würzburg nicht beabsichtigt, sondern nur kurzzeitig, aufgrund eines unvorhersehbaren technischen Fehlers möglich. Dieser Mangel wurde, unmittelbar nachdem er entdeckt worden war, abgestellt und zwar noch vor der Abmahnung durch den Verlag C. H. Beck.
Ansonsten trägt trägt der DBV die Würzburger Auffassung mit, die auf Grundlage des § 52b UrhG davon ausgehen,dass eine Digitalisierung und Bereitstellung eigener Bestände auf bibliotheksinternen Leseplätzen für registrierte Nutzer und einem entsprechenden Kopierschutze auch ohne eine vorherige Genehmigung durch einen Verlag möglich sein müsse. Frau Gabriele Beger, Vorsitzende des Bibliotheksverbandes betont in ...
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26.02.2009 | von Doreen Thiede | 1 Kommentar » |
Ich hatte letzte Woche die Möglichkeit, am 3. IFLA Presidential Meeting in Berlin teilzunehmen, das unter dem Motto "Access to Knowledge: Networking Libraries" stand und das letzte unter der Präsidentschaft von Frau Prof. Lux war, bevor Ellen Tise (Südafrika) die Präsidentschaft bis 2011 übernimmt. Diesmal lag der Schwerpunkt auf den islamisch geprägten Ländern und der kulturelle Austausch stand klar im Vordergrund. Zwar war es auch sehr spannend zu erfahren, welche Fortschritte das Bibliothekswesen beispielsweise in Ägypten, Marokko oder Syrien macht, aber genauso interessant waren die Berichte und Vorträge zum Beispiel aus Malaysia oder den Palästinensischen Autonomiegebieten, wo selbst die bibliothekarischen Basisarbeiten oft schwer zu bewerkstelligen sind.
Während der zwei Tage und besonders im Verlauf der abschließenden Podiumsdiskussion hatte man das Gefühl, dass der kulturelle Austausch wirklich nicht nur auf dem Papier stattfand, sondern vor allem zwischen den ausländischen Konferenzteilnehmern selbst.
Insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung!
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