Archiv für die Kategorie ‘Bibliothek’
7.07.2010 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |
Es ist laut in der Bibliothek des Vatikans und bis zum 20. September wird sich daran nichts ändern. Die Bibliothek ist ganz in den Händern der Bauarbeiter seit dem 14.07.2007.
Eine der wertvollsten Sammlungen der Welt macht einfach Pause; ihre Schätze werden bewahrt, aber die Forschung ruht.
Neben dem Geheimarchiv des Papstes, das als geheim gilt, weil es auch heute nur denen offen steht, die ein begründetes Forschungsinteresse haben, wird die Bibliothek viel zu wenig beachtet, welche die päpstliche Sammelleidenschaft fasst. Für die Bibliothek gab es bereits im 8. Jahrhundert einen Bibliothekar. Die heutige Sammlung geht auf Papst Nikolaus V. zurück, der 1447 den Grundstock legte. Heute umfasst sie zwei Millionen Bücher und Manuskripte inclusive 150.000 Handschriften, über 8.000 Inkunabeln und 300.000 Münzen und Medaillien. Die drei Jahre Pause machen da doch nichts gegenüber der auf Ewigkeit angelegten Sammlung.
[caption id="" align="aligncenter" width="446" caption="Vatikanische Museen Bibliotheca, Allie_Caulfield, CC-BY"][/caption]
Der 76jährige Geschichtsprofessor Raffaele Kardinal Farina, Mitglied der Kurie, leitet die Bibliothek und er macht deutlich, dass bis Ende September die Umbauarbeiten fertig sein müssen, auch wenn es keine große Wiedereröffnungsfeier geben wird. Man wird die Bibliothek einfach aufmachen, da die Nutzer schon warten. Zu Heraushebung der Wiedereröffnung wird es im November ein Symposion geben und Papst Benedikt XVI. wird wohl auch vorbeischauen.
Bei den Umbauarbeiten wurden in das altehrwürdige Gebäude der Bibliothek zwei große Lifte eingebaut, um die Verkehrsströme der Besucher besser leiten zu können. Die Baukosten von ca. sechs Millionen Euro waren eigentlich viel zu wenig für das, was getan werden musste. Daher wurden viele Tätigkeiten und Materialien gespendet. Der ...
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6.07.2010 | von Dörte Böhner | 9 Kommentare » |
Wenn man dem Auftreten des Web-Dienstleisters DiViBib als Anbieter der Onleihe und der Verbreitung seines Angebotes bei Öffentlichen Bibliotheken glaubt, ist ein Überleben der Bibliotheken in einer digitalen Welt nur so möglich. Ben Schwan schreibt beim Blog der Heise Technology Review über die Onleihe, bei der die teilnehmenden Bibliotheken nun einen Teil ihrer Bestände gleich in digitaler Form online anbieten können.
Genauer betrachtet ist das Bild, welches Herr Schwan zurecht zeichnet ernüchternd. Ja, immer mehr Medien liegen digital vor und auch E-Books und E-Book-Lesegeräte erobern einen Markt. Natürlich ist es sinnvoll - nein, es ist notwendig -, dass Bibliotheken hier ein Angebot machen. Bei der Onleihe wird hier ein virtueller Gegenstand ausgeliehen, der dann für eine bestimmte Zeit (Stunden, Wochen) genutzt werden darf. Gegebenenfalls kann man diese Fristen auch verlängern. Das ist analog das gleiche Prinzip wie in der realen Welt und der einzige, mir erschließbare Vorteil liegt darin, dass ich dafür mein Sofa nicht mehr verlassen muss.
Bis jetzt nutzen das Onleihe-System über 130 Bibliotheken aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auch der Verband öffentlicher Bibliotheken Berlins (VÖBB) hält derzeit knapp 15.000 Medien in dieser Form (VoeBB24) für die Ausleihe und Nutzung bereit. Voraussetzung für die Ausleihe ist der ganz normale Bibliotheksausweis. E-Books, Hörspiele, Filme, Videos und auch E-Paper können dann bequem digital entliehen werden. Gerade die E-Paper wie "Spiegel", "FAZ", "Süddeutsche Zeitung" oder das "Manager Magazin" werden sehr gerne genutzt, aber insgesamt ist das Angebot noch nicht zufriedenstellend:
Das Angebot reicht von eher unbekannteren Sachbüchern bis hin zu einigen Bestsellern.
Das Formatproblem konnte seit der Einführung ...
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1.07.2010 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |
Das folgende Video mit dem Titel "The Stacks" und dem Zusatz "Entdecke die verborgenen Tiefen der Zentralbibliothek", stammt von David Woodcock. Auf dem ersten Blick erinnerten mich die ersten im Film gezeigten Regale an die der Bibliothek der Freien Universität Berlin mit ihrem offenen Magzin. Unterhalb der Great Hall, dem Herzen der Bibliothek, liegt das sich auf vier Stockwerke erstreckenden Magazin. Es besteht aus ca. 22 Meilen von Regalen und wurde für die Speicherung von etwa einer Million Bücher konzipiert. Die Magzine enthalten die ältesten und wertvollsten Schätze der Bibliothek. Pünktlich zur Wiedereröffnung der Bibliothek im Jahr 2013, werden die Ende des Jahres ausgelagerten Beständen wieder an ihren Platz zurückkommen. Seit dem 16. Juni ist die Zentralbibliothek wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Der Standort im Elliot House, 151 Deansgate übernimmt seit Montag, den 28.06. 2010, ersatzweise die Funktion der Zentralbibliothek. Außerdem arbeitet die Bibliothek am größten Retrokatalogisierungsprojekt in England und verfügt über ein Bibliothekstheater, das am 4. Juli seine letzte Aufführung vor den Renovierungsarbeiten haben wird.
http://vimeo.com/8715096
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30.06.2010 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |
Die nach ihrem finanziellen Unterstützer benannte Norbert-Fiebelkorn-Stiftung trägt einen Verein, der sich mit dem Aufbau einer Bibliothek beschäftigt. In dieser Bibliothek sollen Bücher stehen, die während der Zeit des Faschismus verboten waren. Ergänzt werden sollen diese durch Biographien von Antifaschisten. Seit Ende April kann man die "Brandenburger Bibliothek der im Faschismus verbotenen Bücher" in der Hessestr. 19 in einem ehemaligen Maler-Lager und Konsum-Laden finden.
Der "Fritz Teppich Verein", der den Namen des heute 92-jährigen Spanienkämpfers und Kommunisten trägt, hat von diesem ca. 600 Bücher in spanischer und portugiesischer Sprache als Schenkung erhalten. Dies ist noch zu wenig, um die Regale zu füllen, so dass der Vereinsvorsitzende Herbert Driebe für Spenden von Büchern zu diesem Thema offen und dankbar ist. Geld für Ankäuf in Antiquariaten fehlt und zur Zeit kommen leider nur wenige Spenden, so der Vereinsvorsitzende.
Er vermutet, dass nach der Wende und auch danach viel weggeschmissen wurde, »weil die Kinder damit nichts anfangen konnten«. Das sei sehr schade. Wer etwas besitzt, das in die Sammlung passen könnte, und es abgeben möchte, soll sich bei Driebe melden. Der 55-Jährige übernimmt auch komplette Bibliotheken und sucht sich das Passende heraus.
Die Bibliothek soll ab Herbst zu regulären Öffnungszeiten zugänglich sein. Ziel des Vereins ist es, möglichst viele der einst verbotenen Bücher zugänglich zu machen. Auch mit aktuelleren Werken zu dieser Zeit will man einen Beitrag im Kampf gegen Rechts leisten.
Durch Stiftung und Verein werden auch weitere Aktivitäten geplant, z.B. Projekte für Schulklassen, die Vorstellung unbekannter Autoren und Liedermacher sowie eine Lese-Filmreihe zu cineastischen Buchadaptionen. Zur Zeit finden bereits regelmäßig ...
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29.06.2010 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |
Letzte Woche berichtete ActuaLitté über die Entwicklungspläne einer neuen Zentralbibliothek in Helsinki (in der Nähe des Hauptbahnhofs), denen bis spätestens Ende des Jahres noch endgültig von politischer Seite zugestimmt werden muss. Pünktlich zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeit Finnlands, im Jahre 2017, soll ein neues Gebäude der Zentralbibliothek in Helsinki in der Bucht von Töölö eröffnet werden. Die Kosten werden auf 100 Millionen Euro geschätzt. Ähnlich wie die Stadtbibliotheken in Birmingham und Manchester (geplante Eröffnung: 2013), wird auch hier im Vorfeld auf der Webseite seit 9. Juni für den Neubau geworben, obwohl es bis zur Fertigstellung noch sieben Jahre dauern wird. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der Regierung, der Stadt Helsinki und anderen sich in der Metropolregion befindenden Städte um Helsinki. Ferner will man täglich 5.000 Besucher täglich und 1,5 Millionen jährlich erreichen. Dafür sollen 25.000 m² zur Verfügung stehen. Davon sollen 12.000 m² für die Bibliothek reserviert werden, 8.000 m² für eine Vielzahl von Veranstaltungen und anderen (kulturellen) Programmen und 5.000 m² für kommerzielle Aktivitäten.
Bereits 2008 schrieb die Leiterin der Zentralbibliothek, Frau Maija Berndtson, in der Zeitschrift Scandinavian Public Library Quaterly einen Artikel über die Hintergründe, welche zur Idee eines Neubaus beitrugen. Hintergrund ihres Artikels, war ein Bericht, der durch den Bürgermeister Helsinkis in Auftrag gegeben wurde und von Mikko Leisti umgesetzt wurde und folgende Fragen thematisierte:
Was bedeutet die Bibliothek für uns und in welche Richtung soll sie sich entwickeln? Wie können wir so gut wie möglich von der Zukunft profitieren und einen Nutzen ...
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28.06.2010 | von Dörte Böhner | 1 Kommentar » |
Heute nutzt kaum jemand eine Bibliothek, von der er gar nicht weiß, was er dort finden kann. Im Internetzeitalter heißt dies, dass den Bibliotheken viele Nutzer verloren gehen, die ihre Bestände nicht online sichtbar machen. Das hat die Siebenbürgische Bibliothek inzwischen wohl erkannt. Es war nicht so, dass Bestände nicht online suchbar waren, aber sie waren nie vollständig von außerhalb sichtbar. Bisher waren alle Titel und Medien, die seit 1995 in den Bestand der Siebenbürgischen Bibliothek aufgenommen wurden, über das Onlineportal des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB) abrufbar. Allerdings ist dies nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was die Bibliothek tatsächlich zu einem gewünschten Thema besitzt. Seit kurzem kann über die Webseite des Siebenbürgen-Instituts über "Bibliotheksrecherche" der eigene Online-Katalog der Siebenbürgischen Bibliothek aufgerufen werden.
Der Gundelsheimer OPAC wird zukünftig den Periodika-Bestand besser sichtbar machen. Ziel ist es, noch in diesem Jahr die Bestände der rund 2.700 Zeitschriften, Zeitungen, Jahrbücher genauer zu erfassen und in den OPAC einzuarbeiten. Bisher ist dieser Bestand nur summarisch im Gastportal des SBW abgebildet. Parallel zum Tagesgeschäft werden auch die Altbestände (Zugänge vor 1995) retrokatalogisiert. Bisher vollständig erfasst sind die Signaturgruppen A I (Bibliographien) bis K I (Kulturgeschichte und Kunst). Somit sind derzeit 75.000 Medieneinheiten in SWB und OPAC sichtbar.
Das Archiv ist größtenteils noch nicht im Internet sichtbar.
Christian Reinerth, dessen Tod uns schmerzlich getroffen hat, konnte indes in den letzten Jahren von insgesamt 144 Familien- und Personennachlässen (bzw. Vorlässen) den Großteil ordnen. Auf einer Liste, die er uns hinterlassen hat, sind zu 53 Nachlässen Findbücher vermerkt, zu weiteren 40 Karteikarten, das heißt 93 Nachlässe sind ...
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17.06.2010 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |
Heute habe ich in einem Vortrag von Wolfgang Tiedtke auf dem Bayerischen Bibliothekstag vom Konzept der Container-Bibliothek gehört. Die Hamburger Bücherhallen erwägen derzeit eine Anschaffung eines solchen Containers und arbeiten dabei eng mit der EKZ zusammen. Man möchte damit hin zu den Nutzern/Kunden und verändert dabei den "starren Raum" einer Bibliothek in einen "beweglichen Raum", der bedarfsgerecht dort zu finden sein wird, wo mögliche Nutzer sind.
Im Gegensatz zu den fahrbaren Bibliotheken in Bücherbussen sind die Container doch noch in gewisser Weise stationär und erlauben einen besseren Zugang zu den Medien.
Das Konzept ist nicht ganz neu, aber hochinteressant. In Madrid gibt es an verschiedenen U-Bahnstationen Bibliothekscontainer, die ganz nach dem Motto augestellt worden sind: "Wenn der Leser nicht zur Bibliothek kommt, dann kommt die Bibliothek eben zum Leser."
Video ist auf Spanisch.
Mit diesen Bibliotheken werden die Menschen dort erreicht, wo sie viel vorbeikommen. Wer sitzt nicht gern in der U-Bahn und liest? Acht BiblioMetro-Filialen wurden in U-Bahn-Stationen 2005 eingerichtet. Der futuristisch aussehende, wellenförmige, weißleuchtende Glascontainer soll die Aufmersamkeit der Menschen auf sich ziehen. Dort können sich alle registrieren, aber auch Inhabern von Bibliotheksausweisen der Öffentlichen Bibliotheken steht die Nutzung dieser Bibliotheken offen.
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17.06.2010 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |
Das Video "I Love the Library" gewann auf dem letzten von der Library Association of the Republic of China (Taiwan) ausgeschriebenen und gesponserten Bibliotheksvideowettbewerb. Für ihre Rolle als Produzentin des Gewinnervideos, erhielt die Studentin Erin Liu ein Stipendium von Elsevier. Erin zufolge ist die Bibliothek wie ein großer Schatz, der der Inspiration dient und dazu beiträgt ein glückliches Leben zu führen.
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14.06.2010 | von Dörte Böhner | 2 Kommentare » |
Gesamtschulleiter Johannes Kratz sprach dies ganz gelassen in einer Runde von 50 interessierten "Rettern" der Wulfener Schul- und Stadtbibliothek aus: „Wir sind hier versammelt, um mal eben eine Bibliothek zu retten.” In der Bibliothek hatten sich die "Kultur-Aktivisten" getroffen, um sich über das Gespräch mit der Verwaltung informieren zu lassen. Dieses fasste Thomas Giesen zusammen. Er bestätigte die Zusage der Verwaltung, dass die Bibliothek eine Einrichtung der Stadt bleibt, aber zum 1.1.2011 in die Zuständigkeit des Schulamtes übergebt. Leider müssen die drei Mitarbeiter ihre Arbeitszeit nun auf 1,5 Vollzeitstellen verteilen müssen. Die eingenommenen Gebühren bleiben in Wulfen und die Ausgaben dürfen die Höhe dieser Einnahmen nicht überschreiten.
Vorteilhaft ist, dass die technische Vernetzung mit anderen Bibliotheken und die damit verbundenen Vorteile den Nutzern erhalten bleiben. Auch wenn nun die Schule für die Einrichtung zuständig ist, bleibt diese eine vollwertige Bibliothek. Man hat es geschafft, die Basis zu sichern, ergänzte der Bibliothekar Christian Gruber, der seine Stelle zwischen Wulfen und Maria Lindenhof teilt. Auch der Unterhalt des künftigen Schulgebäudes "Bibliothek" sei durch die Zuständigkeit der Gesamtschule für die Bibliothek nun gut begründet.
Ohne Ehrenamtliche wird es jedoch nicht möglich sein, die Öffnungszeiten von 15 Wochenstunden beizubehalten. Eine Samstagsöffnung könnte außerdem die Einnahmen und damit das Geld für Ausgaben steigern. Die Bibliothekare Christian Gruber und Olaf Herzfeld bieten dazu an, den Einsatz und die Qualifizierung der Helfer zu organisieren. Dieses Modell wird bereits seit zehn Jahren erfolgreich an der Gesamtschule Havixbeck umgesetzt, wo drei oder vier Ehrenamtliche „Wochentags-Gruppen” bilden und ihre Vertretungen selbst regeln.
Die personelle Unterstützung ...
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