Archiv für die Kategorie ‘Filmgeschäft’

Ökonomische und kulturelle Effekte des File Sharing

2.03.2009 | von Dörte Böhner | Comments Off |

Die niederländische Studie "Ups and downs - Economic and cultural effects of file sharing on music, film and games":engl: gibt die Ergebnisse des gemeinsamen Projects der wissenschaftlichen Forschungsinstitute TNO, SEO und des Institutes für Informationsrecht der Universität von Amsterdam wider. Auftraggeber war das Niederländische Ministerien für Wirtschaft, Justiz und Bildung, Kultur und Wissenschaft. Die empirische Untersuchung basiert auf einer repräsentativen Umfrage bei 1500 Internetnutzern in den Niederlanden. Diese Studie macht deutlich, dass ökonomische und kulturelle Effekte nicht nur kurzfristig zu betrachten sind. Das Ergebnis der Wissenschaftler, die das File Sharing primär unter Copyright-Aspekten betrachtet haben, wird nicht allen Verfechtern von Urheberrechten gefallen. The research shows that the economic implications of file sharing for welfare in the Netherlands are strongly positive in the short and long terms. File sharing provides consumers with access to a broad range of cultural products, which typically raises welfare. Conversely, the practice is believed to result in a decline in sales of CDs, DVDs and games. Seite 3 So stehen 200 Millionen Euro "Wohlfahrtsgewinne" einem geschätzten Gewinn von 100 Millionen Euro der Musikindustrie gegenüber. Die Vorwürfe der Musikindustrie sind wohl jetzt eindeutig entlarvt als "aus der Luft gegriffen". Eher versuchte man damit Zeit zu gewinnen, um eine verfehlte Firmenpolitik zu verschleiern. The industry’s defensive strategy has not succeeded in stemming the swelling tide of music sharing and has failed to come up with an early answer to today’s new digital reality. Seite 5 Auch in Zukunft werden die Musikfirmen nicht mehr allein mit dem Verkauf von Musik überleben können. Neue Geschäftsmodelle sind hier in Entwicklung. In der Filmindustrie ...

Jeder Dritte ist ein Raubkopierer

4.02.2009 | von Dörte Böhner | Comments Off |

Wiedereinmal ein wenig Statistik. Wie glaubwürdig sie ist, ist immer so eine Sache.... Nach einer neuen Studie wird jeder dritte Besitzer eines Breitbandanschlusses zum Räuber, denn er nutzt den Anschluss zum illegalen Herunterladen von urheberrechtlich geschützten Werken. Nun ja, eine Studie mehr. Doch die Studie von Forschern aus Ovum fällt auf. Befragt wurde eine mehr als repräsentattive Gruppe von Personen, die über einen Breitbandanschluss und ein TV-Gerät verfügen. Untersucht wurde ihr Umgang mit Downloaden von Videos aus dem Internet. Die Ergebnisse der Studie zeigten ein deutliches Bild, wonach ein Drittel der Breitbandkunden (die einen Fernseher besitzen), urheberrechtlich geschützte Filme aus dem Internet herunterladen. Dass dies rechtswidrig ist, sollten inzwischen alle wissen. Einschränkend auf den Aussagewert der Studie wirkt sich aus, dass ein Verhalten in Bezug auf Musik und Software nicht untersucht wurden. Da ist davon auszugehen, dass die Zahl der Raubkopierer insgesamt höher liegt. Diese hohe Prozentzahl relativiert sich. Nur vier Prozent gaben an, Videofilme regelmäßig herunterzuladen. Ein anderes Ergebnis wird die Filmwirtschaft und alle anderen Rechteinhaber weniger erfreuen: Besonders hervorstechend waren auch die ermittelten Werte bezüglich der moralischen Verwerflichkeit von Urheberrechtsverletzungen. Zwei Drittel der Befragten (darunter auch das eine Drittel, die nie illegal herunterladen), gaben an, dass sie es nicht als falsch im moralischen Sinne verstehen würden. Muss man bei diesen Ergebnissen die Kampagnen der Content-Industrie als gescheitert ansehen? Immer mehr Zweifel werden auch gerichtlich begründet. Quelle: 33 Prozent der Breitbandnutzer sind Raubkopierer via gulli.com

Wer hat Angst vor Youtube?

10.11.2008 | von Dörte Böhner | Comments Off |

MGM zumindest nicht, denn Metro-Goldwyn Mayer ist das erste große Filmstudio, welches Filme und Serienmaterial auf Youtube bereit stellt. Zu den Inhalten, die MGM Youtube zur Verfügung stellen will, gehören zunächst Folgen aus der 80er-Jahre-Gameshow "Amercian Gladiators" sowie der "Impact"-Channel, über den MGM Ausschnitte aus Actionfilmen wie Rocky oder Ronin anbietet. Der Western "McQuade, der Wolf" und der Actionfilm "Der kugelsichere Mönch" sollen sogar in voller Länge über Youtube zu sehen sein. Eine entsprechende Vereinbarung wurde zwischen dem Filmstudio und Google für die USA geschlossen. Für Youtube-Besucher aus anderen Ländern heißt es dabei: "Wir müssen draußen bleiben." MGM ist nicht der einzige Anbieter, der mit Youtube zusammen arbeitet. Der Fernsehsender CBS will innerhalb des Monats November Folgen der Fernsehserien "Star Trek" und "Beverly Hills 90210" über diesen Kanal verbreiten. Quelle: Filmstudio MGM bietet Filme über Youtube an :x: via golem.de

007 – Die Lizenz zum … TIME OUT

10.11.2008 | von Dörte Böhner | Comments Off |

DRM zeigt seinen Schrecken und schlägt zurück. So zumindest muss man wohl die Szenen beurteilen, die Christian Hauschke in seinem Beitrag "007 - Ohne Lizenz zum Aufführen" schildert. Grund für die peinliche Panne: «Unsere US-Partner hatten uns Passwörter für die Ausstrahlung des Films gegeben, da es ja die Vorpremiere war, aber die sind um 22 Uhr abgelaufen», zitiert das Online-Magazin Mediafax einen Kinovertreter. Es ist peinlich, was da passiert ist, nicht, weil DRM funktioniert hat, sondern weil das Zeitfenster, in dem so ein Film gestartet wird, nicht entsprechend beachtet wurde. Planung ist alles und DRM zwingt dazu, solche Dinge mitzuplanen! Nun das war wohl ein ernüchterndes Erlebnis für die Bukarester Besucher der Preview des neuen Bond-Films "Ein Quantum Trost". Dieses Erlebnis lässt - vermutlich nicht zu unrecht - den amerikanischen Verleihern nur "Ein Quantum Verstand" nahelegen. Tröstlich ist für die Veranstalter sicherlich nicht, dass DRM tatsächlich funktioniert. Das hätte man bestimmt auf eine andere Art früher oder später herausfinden können. Ein wenig Schadenfreude sei dem unbeteiligten Leser da schon gegönnt. Quellen: Peinliche Panne: Bond-Film abgewürgt via 20minuten.ch Hauschke, Christian 007 - Ohne Lizenz zum Aufführen via Infobib.de

Sony hat nicht genug vom alten DRM-GDebakel?

28.08.2008 | von Dörte Böhner | Comments Off |

Man möchte meinen, die Root-Kit-Problematik hätte Sony gereicht (wegen häufiger Zitierung verzichte ich mal auf einen verweisenden Link). Doch fehlgedacht: Unter Führung von Sony Pictures unternehmen eine Reihe großer Hollywood-Studios einen neuen Anlauf zur Etablierung von digitalem Rechtemanagement (DRM). Das "Open Market" getaufte Konzept soll für Interoperabilität und Nutzerakzeptanz sorgen. Bei diesem Versuch setzt man auf kompatible Geräte, Software und Datenformate, d.h. auf einen "offenen Markt" für digitale Filme mit DRM. Nach einem Bericht von TechCrunch:engl: befinden sich unter anderem Fox, Paramount, Time Warner, Amazon, WalMart und Comcast im Boot und unterstützen das Sony-Konzept; Apple und Disney sind nicht dabei. Eine Präsentation:engl: von Mitch Singer zeigt wie "Open Market" funktionieren soll. Ein großes Problem, dass sich dabei abzeichnet ist, dass die Anbieter große Mengen von Informationen zur Mediennutzung des Konsumenten erhält. Quelle: Gehring, Robert A.: Sony Pictures will DRM retten - "Open Market" soll für Interoperabilität sorgen via golem.de

Filmindustrie will interoperablen DRM-Standard

25.04.2007 | von Dörte Böhner | Comments Off |

Dan Glicksman, seines Zeichens Chef des US-Verbandes Motion Picture Association of America (MPAA :engl: ), äußerte:engl: sich so auf einer vom Branchenblatt Variety:engl: und dem Datenbankanbieter LexisNexis organisierten Konferenz, auf der sich Industrievertreter mit dem Thema Digital Rights Management (DRM) auseinandersetzten. Dies bedeutet bei weitem keine Abkehr von DRM, wie dies einige Musikkonzerne derzeit debattieren und umzusetzen versuchen, sondern ist weiterhin ein Bekenntnis zum Einsatz von DRM. Nur ist der Filmindustrie inzwischen klar geworden, dass dies nur mit und nicht gegen den Konsumenten geht. Der neue DRM-Standard soll dem Nutzer etwas mehr Spielraum lassen. "Wir setzen uns dafür ein, die Interoperabilität Wirklichkeit werden zu lassen". [so Glicksman] Interoperabilität und DRM seien miteinander vereinbar, wenn alle beteiligten Industrien es wirklich wollten. Quelle: US-Filmindustrie für neuen DRM-Standard mit Kopierrecht via heise online