Es ist ruhiger geworden im Blog …

… und nun wird es ganz ruhig. Der Blog wird zwar weiterhin erreichbar und lesbar sein, aber dieses Jahr wird es keine weiteren Beiträge geben. Vermutlich ist gerade das Sterben alter “Neuer Medien” zu beobachten, ich weiß es nicht. Nach dem Abschied von Inetbib zeigen sich generell Auflösungserscheinungen, die sich uns wohl noch in den nächsten Wochen und Monaten zeigen werden.

Ich finde im Moment weder die Zeit noch die Motivation, besonders aktiv zu sein. Dies liegt nicht unbedingt am verstärkten Engagement an anderer Stelle, sondern daran, dass es nicht mehr so wirkt, als ob sich ein Engagement überhaupt lohnt. Rückmeldungen über Social Media oder hier im Blog sind gleich Null [Ergänzung: wobei gerade festgestellt, dass es einen Fehler beim Kommentieren gibt, dessen Ursache ich nicht finden kann, aber die Besucherzahlen sprechen eine deutliche Sprache], Anforderungen an anderen Stellen sind wesentlich höher.

Ob das Blog nochmal belebt wird, keine Ahnung.

Die Leipziger Buchmesse kommt in eine Zeitkapsel

Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig, Leipziger Buchmesse und Studierende der Bibliotheks- und Informationswissenschaft der HTWK Leipzig – eine interessante Mischung und alle drei vereint nun ein interessantes Projekt.

Professor Gerhard Hacker macht auf Mastodon wie folgt darauf aufmerksam:

“Wir wollen in Zeiten der digitalen Transformation gemeinsam mit dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum der #DNB und unterstützt von der @buchmesse eine möglichst vollständige Sammlung von Materialien der #LBM23 durchführen, die Spuren der #LBM23 im Netz harvesten, alle Materialien erschließen und archivieren und so eine Zeitkapsel entstehen lassen, die exemplarisch einen Jahrgang der Buchmesse sammelt, erschließt und in die Zukunft bringt…” (Tröt)

“… Dabei soll es explizit nicht um die Sammlung von Publikationen gehen, die auf der Buchmesse präsentiert (und von der DNB zumeist ohnehin gesammelt) werden, sondern um alles andere: Marketingartikel, Postkarten, Faltblätter, Buchtüten, Give-aways, aber auch Buchmessewebsites und digitale Werbung – also so ziemlich alles, was keine ISBN hat.

Wer das ebenso spannend für künftige Forschungen findet wie ich, der möge das sehr gerne BOOSTEN .” (Tröt)

Webseiten

(Ergänzung am 12.04.2023)

Ein Meisterkurs – Wenn Klischees, dann bitte richtig!

Einfach zu schön, um nicht nochmal darauf hinzuweisen. So kann man auch mit Klischees spielen, die um das eigene Berufsbild bestehen. Ich liebe diesen Clip.

So schön der Film auch ist, ihm fehlt letztlich eine Aussage, wofür dieser Film steht außer witzig zu sein. Ist es nicht eine vertane Chance z,B. für die Personalgewinnung könnte man ihn beispielsweise mit einem Satz verknüpfen, wie: “Stimmt das wirklich? Find es heraus und komm zum Kennenlerntag am XX.XX.XXXX in Deiner Bibliothek um die Ecke. Gerne kannst Du auch schon mal Deine Bewerbungsunterlagen mitbringen.”

Mobile Bibliothek in Afghanistan

Bildung für Mädchen und Frauen in Afghanistan? Seit der Machtergreifung der Taliban ist das unerwünscht. Das Patriachat unter dem Deckmantel einer Religion kann es nicht zulassen, dass kluge Frauen ihre Ansprüche hinterfragen und vielleicht sogar ganz in Frage stellen.

Meine Oma, geboren kurz nach 1900, erzählte mir, dass sie nach der Grundschule, die damals bis zur 6. Klasse ging, die Schule verlassen musste, weil sie ein Mädchen war. Sie hat gute Bildung bis ins hohe Alter vermisst, regelrecht an vielen Stellen darunter gelitten, gerade als sie durch den Krieg und die Nachkriegszeit gezwungen war, für Kinder und Mann (Kriegsgefangener) den eigenen Betrieb am Laufen zu halten. Es war eine Herausforderung. Was sie aber immer hatte, war ein Zugang zu Büchern und die Möglichkeit zu lesen und selbstbestimmt zu lernen. In Afghanistan hingegen sind auch Bücher für Frauen nicht ganz so einfach zugänglich.

Für die Initiative “Paik-e-Danayi” setzt sich der Student Matin Sediq aufs Motorrad und liefert in Balkh Bücher an Mädchen aus, die keinen Zugang zu Bildung haben. Alle 14 Tage erhalten diese ein Buch direkt an die Haustür geliefert und das alte Buch wird wieder abgeholt. Dieser Service ist kostenlos. Matin Sediq möchte so ein Zeichen der Hoffnung setzen und im Stillen gegen die Taliban protestieren. Die Mädchen haben die Wahl aus 2000 Büchern, die ihm und seinen Freunden gehören. Facebook ist der Ort, an dem Angebot und Nachfrage zusammenkommen.

Dieser Service ist nicht ganz ungefährlich, da dies die von den Taliban aufgestellten Einschränkungen Frauen und Mädchen gegenüber unterwandert. Der Universitätsprofessor Ismail Mashal wurde festgenommen, als er aus Protest gegen das Bildungsverbot für Mädchen Bücher in den Straßen von Kabul vor allem an Frauen und Mädchen verschenkte. Sediq ist es wichtig: ” Books are capable of creating the biggest changes in the world – as long as they don’t get dusty on the shelves!” Er bittet um weitere Unterstützung.

Den Mädchen und jungen Frauen gibt dieser Service Hoffnung, etwas zu lernen und anderen weiterhelfen zu können oder auch nur mal eine Flucht aus dieser tristen Welt zu erlangen.

Dass Bücher wichtig sind für Frauen, die plötzlich von aller Bildung abgeschnitten sind, zeigt auch eine Meldung der dpa vom 28.02.2022, die darüber berichtet, dass Frauen eine Bibliothek in Kabul eröffnet haben.

Quelle:
Balkhi, Ziba: ‘Knowledge Envoy’: A university student’s mobile library for girls in Balkh, Rukhshana Media vom 23.02.2023 (Archivversion)

Comic: Die Bibliothekarin - Kopf mit Weihnachtsmütze

[Adventskalender] 23.12.2022 – Wunsch

August Ernst Freiherr von Steigentesch: Die Abreise : Lustspiel in einem Aufzug, In:
Wolff, Poetischer Hausschatz des deutschen Volkes: Vollständigste Sammlung deutscher Gedichte nach den Gattungen geordnet, begleitet von einer Einleitung, die Gesetze der Dichtkunst im Allgemeinen, sowie der einzelnen Abtheilungen insbesondere enthaltend, nebst einer kurzen Uebersicht ihrer Bildungsgeschichte seit den frühesten Zeiten ihres Erscheinens in Deutschland bis auf unsere Tage, und biographischen Angaben über die Dichter, aus deren Werken Poesieen gewählt worden, Otto Wigand, 1851, S. 1020 (Quelle)

Bild: Naughty Or Nice List von Matthew Henry, Photo License: Burst

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