4.11.2008 | von Dörte Böhner | 1 Kommentar » |
"Library 2.0 - Secrets from science librarians that can save you hours of work." titelt The Scientist. Erzählt wird die Geschichte einer Doktorandin der Medizin, die durch die Hilfe des Wissenschaftlichen Bibliothekars David Osterbur, der an der Countway Medical Library der Harvard Medical School tätig ist, bei ihrer Recherche sehr viel Zeit gespart hat.
Bibliothekare der heutigen Zeit sind nicht mehr die Dewey-Spezialisten von vor 25 Jahren, sondern
a well-versed treasure trove of knowledge, even in life sciences. "People think they know how to search for things, when they really don't know how to use some search tools efficiently," says Osterbur.
Die Erfahrung mache ich zur Zeit auch ständig, dass es Studenten gibt, die nach einer halbstündigen Einführung in die Recherche (ohne Übungen!!!) glauben, sie würden jeden Kniff beherrschen und wären Experten. Osterbur spricht hier vermutlichen vielen Recherchespezialisten aus der der Seele.
Wo muss man die Nutzer abholen, damit sie bereit sind zu lernen? Welche Unterstützung braucht man seitens der Universität und wie muss das Angebot gestaltet sein, damit es zur Problemerkennung bei den Nutzern führt? Wie kann man die folgende Erkenntnis vermitteln, wenn bei den Betroffenen kein Problembewusstsein vorhanden ist? Vielen unserer Bibliotheksbenutzer ist unbekannt, dass:
Science librarians of today can scope out particular resources for you, give your lab a tutorial session on special database searching, or hunt down ancient and obscure citations.
The Scientist geht an dieser Stelle über, Tipps rund um das Web 2.0 oder was man für wichtig dabei erachtet. So werden Hinweise für Recherchen im Bereich von PubMed gegeben, auf die Funktionen von ISI's Web ...
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17.09.2008 | von Doreen Thiede | Comments Off |
Zugegeben, es handelt sich um einen Beitrag innerhalb einer Kolumne, wo normalerweise Krimis rezensiert werden. Diesmal interessiert sich die Autorin des Artikels, Beate Mainka, jedoch für den realen Ort, an dem diese Krimis gelesen werden - und wählt als 'Feldstudienobjekt' "eine 4000-Seelen-Gemeinde im Münsterland, die einzige öffentliche Bücherei ist fest in katholischer Hand, wie sich das in dieser Gegend so gehört, darf allerdings in Zeiten der Ökumene auch von Nichtkatholiken benutzt werden. Der Bestand dieser so genannten KÖB beläuft sich auf 3500 Medieneinheiten, neben Büchern für jede Altersstufe gibt es auch Hörbücher zu leihen."Als Ort scheint die Bibliothek durchaus den Anspruch zu erfüllen, den das gegenwärtige Bibliothekswesen an sich stellt, denn die Autorin stellt fest: "Dieser architektonisch höchst ansprechende Ort – er befindet sich im ehemaligen Klostergebäude – ist Tummelplatz einer Reihe von Einheimischen".Im folgenden kurzen Text werden dann aber eigentlich alle Klischees über Öffentliche Bibliotheken bestätigt, die man so kennt, angefangen von der LeserInnenschaft, "die sich vorwiegend aus dem weiblichen Teil der Bevölkerung nebst ihrer noch in der Aufzucht befindlichen Kinder rekrutier[t]", über den "ehrenamtliche[n] Mitarbeiterstamm" bis hin zu dem ewigen Stadt-Land-Gefälle: "Tja, und wie halten es die Dorffrauen mit den Intellektuellen unter den Krimiautoren? Fehlanzeige, ... Die passen in die große Stadt, aber nicht in die dörfliche Gemeinschaft."Von einem Internetzugang oder Computern ist gar nicht erst die Rede, braucht man ja auch zum Krimilesen nicht...Bezüglich des Digital Divide fällt einem da nur ein: Mind the Gap vor der eigenen Haustür.Quelle: Mainka, Beate: Nachrichten von der Front in TITEL – Magazin für Literatur und ...
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16.09.2008 | von Doreen Thiede | Comments Off |
Der Medientheoretiker Friedrich Kittler macht sich in seinem Artikel in der Welt Online Gedanken zu Amazons Kindle:Seitdem Unkenntnis des Gesetzes nicht vor Strafe schützt, sind wir notgedrungen alle Leser. Es heißt in meinem guten alten Goldschnitt-Lexikon: "Von Deutschland ausgehend, hat die allgemeine Schulpflicht im 19. Jahrhundert fast die ganze zivilisierte Welt erobert." Nun jedoch schlägt das Imperium zurück. Wir können bei Amazon.com nicht nur Bücher oder andere Waren ordern, die uns am nächsten Tag die Post zustellt, sondern auch ein Buch der Bücher, das diesen Umweg stolz verschmäht.via perlentaucher.deQuelle: Kittler, Friedrich: Die neueste Bibliothek von Babel bei Welt Online
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5.12.2007 | von Dörte Böhner | Comments Off |
Wikipedia Deutschland punktet beim einem Text des 'Stern' im Bereich Aktualität und Richtigkeit gegenüber Brockhaus Online. Bei dem Test erreichte Wikipedia einen Durchschnitt von 1,7 gegenüber dem Durchschnitt von 2,7 beim Brockhaus.
Bei 43 Artikeln bekam Wikipedia bessere Noten als die Konkurrenz. Nur bei sechs Stichworten lag der Brockhaus vorn, in einem Fall erhielten beide Nachschlagewerke die gleiche Note.
Zweiflern sollte dies zu denken geben, wenn es um die Zitierfähigkeit von Wikipedia geht. Die Zitierfähigkeit steht immer wieder zur Diskussion.
Und fast will es scheinen, als ob Wikipedia schon fast zu komplex wird.
Einzig bei der Verständlichkeit liegt der Brockhaus vorn. Einige Wikipedia-Artikel sind für Laien schlicht zu kompliziert, viele zu weitschweifig, urteilten die Tester.
Quelle: Wikipedia siegt im Test gegen Online-Ausgabe des Brockhaus via de.internet.com
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29.10.2007 | von Dörte Böhner | Comments Off |
Das Land Brandenburg will sich nicht in die Kulturpolitik der Kommunen einmischen, berichtet die "Märkische Allgemeine".
Deutschland überlässt es allein dem Horizont von Lokalpolitikern, ob eine öffentliche Bibliothek Bestand hat und wie sie ausgestattet ist. Mehr als die Hälfte der hauptamtlich geführten Büchereien in Brandenburg befinden sich in Kommunen unter 10 000 Einwohnern und müssen sich als Verschiebemasse im ewigen Verteilungskampf behaupten.
Wird das den Bibliotheken und ihrer kulturpolitischen Bedeutung gerecht? Erschreckend, womit Politiker sich eigentlich nicht beschäftigen wollen. Da hat man den Weckruf von Bundespräsident Köhler wohl überhört und versteckt sich nun hinter einem "Ich-bin-nicht-zuständig", das auf Dauer dem Land schaden wird, wenn nicht beherzte Lokalpolitiker hier die Notwendigkeit einer Bibliothek in ihrer Kommune erkennen. Bibliotheken sind Zukunft und nicht Vergangenheit, Notwendigkeit und nicht Luxus. Das sollte man bei jeder Entscheidung bedenken.
Bibliotheken sind eine Investition in die Zukunft des Landes Brandenburg, in dem noch fast die Hälfte der Bevölkerung keinen Zugang zum Internet hat.
Es ist nicht einfach nachzuweisen, dass Bibliotheken – auch vom wirtschaftlichen Standpunkt her – eine lohnende Investition sind. Die Fachhochschule Potsdam hat das kürzlich versucht. In einer Studie rechnet sie vor, dass sich jeder in eine Bibliothek investierte Euro am Ende 5,6-fach auszahlt.
Quelle: Saab, Karim: Für die öffentlichen Bibliotheken sind in Brandenburg allein die Kommunen zuständig in Märkische Allgemeine
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25.07.2007 | von Dörte Böhner | Comments Off |
Larry Sanger:engl: , der ehemalige Chefredakteur der Wikipedia, streit über die "Weisheit der Massen". In einem Bericht in der Süddeutschen Zeitung übt er Kritik am "Dilettantismus" der freien Online-Enzyklopädie.
Obwohl er die Beteiligung einer breiten Öffentlichkeit an Enzyklopädien begrüßt, kritisiert er das Wikipedia-Modell heftig: "Sie haben sich ganz dem Dilettantismus verschrieben; damit meine ich ihre Ansicht, niemandem sollte allein aufgrund seines Fachwissens eine Sonderrolle oder besondere Zuständigkeit in einem Content-Creation-System zugestanden werden."
Notwendig sei eine solche Sonderrolle der Experten, da die Fragen innerhalb der Wikipedia komplex sei und die Zusammenarbeit der freiwilligen Autoren alles andere als ideal gestaltet: "Um überhaupt zusammenarbeiten zu können, sind hier Konsens und Kompromisse unabdingbar."
Statt auf Gleichmacherei wie Wikipedia setzt Sanger auf ein meritokratisches Modell, wo Experten gemäß ihrer Verdienste und Erfahrungen mehr Einfluss auf die Inhalte der Enzyklopädie haben sollen. Eine Umsetzung dieses Modelles versucht Sanger in seiner eigenen Wiki-Enzyklopädie Citizendium:engl: , die Anfang des Jahres offiziell gestartet ist.
Man wird sehen, welches System sich durchsetzt, ob es Citizendium schafft, sich gegen die zum Synonym einer Internetenzyklopädie gewordene Wikipedia durchzusetzen. Auffällig ist auch hier der sehr idealistische Grundgedanke. Statt aus beiden Erfahrungen zu lernen, ist es schade, dass beide Pole sich bekämpfen.
Quelle:
Kleinz, Torsten :Wikipedia: Streit über die Weisheit der Massen via heise online
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22.06.2007 | von Dörte Böhner | Comments Off |
Privatkopie oder Technische Schutzmaßnahme? - DRM natürlich! So lautet die Antwort der großen Koalition.
Der Stellungskrieg von Industrie und den Vertretern von Verbrauchern und Nutzern im Urheberrechtskampf hat sich zugunsten der Industrie verschoben. Die Koalition folgt dabei dem Berliner Aufruf der Industrie.
Abgelehnt wird eine prinzipiell eingeräumte Möglichkeit zum privaten Kopieren gegen Systeme zum digitalen Rechtekontrollmanagement (DRM). Hingegen werden entscheidende Kriterien des Regierungspapiers zur Gerätepauschale fürs eingeschränkte private Kopieren gestrichen.
Das Kabinett hat bei der Festsetzung der Urheberrechtsabgabe vorgeschlagen, dass nur noch Geräte erfasst werden, die in "nennenswertem Umfang" für private Vervielfältigungen genutzt werden. Zudem war eine Kappung der Vergütungshöhe bei fünf Prozent des Gerätepreises vorgesehen.
Die Ergebnisse des Kompromissvorschlags von Schwarz-Rot:
Bagatellfälle werdenvon der Vergütungspflicht ausgenommen.
Ausgleichszahlung stehen in einem angemessenen Verhältnis zum Gerätepreis
Kleine Korrekturen soll es auch bei den kaum weniger umkämpften Kopierregeln für die Wissenschaft und Bibliotheken (nicht zu verhehlen: hier haben sich wieder mal die Rechteinhaber durchgesetzt)
So ist bei der Erlaubnis zur Einrichtung elektronischer Leseplätze geplant, dass im Regelfall zur gleichen Zeit nur die Anzahl der im Bestand einer Einrichtung vorgehaltenen Werksexemplare zugänglich gemacht werden dürfen. Bei nicht näher definierten "Belastungsspitzen" sollen Bibliotheken von dieser Einschränkung, die der Bundesrat ins Spiel brachte, aber abweichen können.
Nicht aufgenommen wurden in den Kompromiss Anregungen der Länder, im neuen Urheberrecht" den Besonderheiten von 'Open Access'- und 'Open Source'-Verwertungsmodellen Rechnung" zu tragen.
Autoren sollten daher nach dem Ansinnen des Bundesrates etwa das Recht erhalten, den Inhalt eines Fachwerks im nicht-kommerziellen Umfeld und in einer gesonderten Formatierung nach Ablauf einer Mindestfrist von sechs Monaten seit Erstveröffentlichung "anderweitig öffentlich zugänglich zu ...
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4.05.2007 | von Dörte Böhner | Comments Off |
Das klingt gut, oder?
Academic librarians are the nice guys of higher education.
Da ist der Gutmensch Bibliothekar, der in seiner heilen Welt extrem hilfreich, immer mit einem Lächeln auf den Lippen auf alles eine Antwort findet oder besser gleich weiß.
Als wissenschaftlich Interessierter navigieren wir durch die Bibliotheksblogosphere und fühlen uns dort willkommen und Zuhause und alle sind lieb und nett zueinander.
Diskussionen laufen häufig versteckt, werden nicht öffentlich. Selbst bei Mailinglisten ist nur ein winziger Teil bereit, aktiv mitzuwirken. Aus Inetbib ist das ja hinlänglich bekannt.
It’s not that librarianship lacks controversies worth getting worked up. Remember the virtual firestorm created by Michael Gorman? Gorman’s critical essay:engl: about bloggers in a 2005 Library Journal column set off an explosion of anger in the library blogosphere.
Alle waren gegen Herrn Gorman aufgebracht. Herr Bell fragt: Did any library bloggers come to Gorman’s defense? None that I could detect. And I know why. Fear of underserved and irrational reprisal.
Herr Bell kommt letztendlich zum Schluss:
It is ironic that a profession dedicated to community building and embracing Web 2.0 has so miserably failed to create a conversation among it own members.
Kritisch sein ist wichtig, nachfragen, nachhaken, die eigene Meinung vertreten.
Der gesamte Artikel ist auf jeden Fall lesenswert und ich hoffe, es gibt einige, die den Inhalt zu widerlegen wagen.
Bell, Steven J.: Good at Reviewing Books But Not Each Other:engl: , in Inside Hihger Ed (27.04.2007)
Aufmerksam geworden über:
Karl: Bell to Academic Librarians: Argue!:engl: auf LISNews.org
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17.03.2007 | von Dörte Böhner | 1 Kommentar » |
Millionenfach werden im Netz Urheberrechtsverletzungen begangen. Fragt danach noch überhaupt jemand oder ist es noch unter Kontrolle zu bekommen?
Wer hinein will, muss zahlen - Honorare und Lizenzen. Das ist die Grundidee, und sie hat zweihundert Jahre lang leidlich gut funktioniert. Aber dann kam das Internet; es funktioniert wie eine globale Enteignungsmaschinerie. Es enteignet den geistigen Arbeiter oder den, der ihm diese Arbeit zur wirtschaftlichen Nutzung abgekauft hat.
Berichten tut Heribert Prantl über die Klage der Firma Viacom gegen Googles YouTube.
Die Klage folgt amerikanischem Recht. Betrachtet man die Angelegenheit nach deutschem Recht, fällt einem der Artikel 14 Grundgesetz ein. Der Schutz des Eigentums gilt auch für das geistige Eigentum. Allerdings steht im Artikel 14 auch der Satz: Eigentum verpflichtet. Dieser Satz verpflichtet aber nicht dazu, sich das Eigentum wegnehmen zu lassen.
Der ausführliche Artikel:
Prantl, Heribert: Zwei Klicks vom Abgrund entfernt in der Süddeutschen Zeitung
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18.02.2007 | von Dörte Böhner | Comments Off |
Web 2.0 hat eine Menge an Möglichkeiten und Gefahren zu bieten. Figge, Friedrich and Kropf, Katrin setzten sich in ihrem Artikel: Chancen und Risiken der Bibliothek 2.0:
Vom Bestandsnutzer zum Bestandsmitgestalter. Bibliotheksdienst 41/2007/(2):pp. 139-149. damit auseinander.
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