[Kurz] Es werden nicht nur Bibliotheken geschlossen

20.07.2010 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |

"Dannenwalde bald mit Bibliothek" heißt es in der Märkischen Allgemeinen. Die Bücherstube wird ehrenamtlich durch Gabriele Eggert geführt und gehört dem Dannenwalder Heimat- und Kulturverein. Die Bibliothek wird im ehemaligen, jüngst renovierten Arztzimmer des Gemeindehauses eingerichtet und vermutlich zum Ende des Monats eröffnet. In den zehn Regalen werden dann rund 1000 Bücher aus Spenden zu finden sein. Noch ist man dabei alles zu sortieren. Der Dannenwalder Heimatverein wird die Öffnungszeiten demnächst bekannt geben.

“Le Labo BnF” in der Bibliothèque François Mitterrand: Ein zeitgemäßer Ort für neue Technologien und Nutzer

3.07.2010 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |

Vor fast genau einem Monat, am 2. Juni hat die Nationalbibliothek Frankreichs (BnF), die Bibliothèque François Mitterrand das sogenannte "Labo BnF" eröffnet.  Die Zeitung "Le Figaro" betonte, dass die zur Eröffnung 1996 vergebene Einschätzung über die Bibliothèque François Mitterrand nun Wirklichkeit wird, dass es sich bei der BnF mit dem "Labo" um eine neue Art von Bibliothek handelt:  "N'avait-on pas dit, à l'époque de sa construction, qu'elle serait une bibliothèque «d'un genre nouveau»?"  Zu diesem Zeitpunkt war man sich vielleicht noch nicht der Außmaße und der zukünftigen (möglichen) Rolle der Bibliothek  bewußt. Spätestens jetzt wird klar, dass es sich bei der Funktion des damals (1996)  neuen Baus der Bibliothek, um eine neue und zusätzliche Aufgabe handelt, den Menschen die Befürchtungen und Ängste vor den neuen Technologien zu nehmen. Letzteres betont der Direktor Bruno Racine in vielen Stellungnahmen.  "Labo BnF" erstreckt sich auf einer Fläche von 120 m² und ist jeden Montag von 14-19 Uhr, Dienstag bis Samstag von 10-19 Uhr und an den Sonntagen von 13-19 Uhr geöffnet. Im Gegensatz zur kostenpflichtigen und aktiven Nutzung der Nationalbibliothek, ist dieser Bereich für alle Besucher frei zugänglich, unabhängig davon, ob jemand über einen Ausweis verfügt oder nicht. Dieser neugeschaffene Raum ist das erste öffentliche "Experimentierlabor", dass den NutzerInnen ermöglicht die neuen Technologien des Lesens (E-Books), des Schreibens (z.B. elektronische Tinte) und des Web 2.0 näher zu bringen. Den Besuchern wird auf die "userorientierte" Weise ein anderer Zugang zum Bestand der Bibliothek gewährt. Gibt es denn vergleichbare deutschsprachige Bibliotheken, die ähnliche Dienstleistungen zum Ausprobieren anbieten und Räume ...

Anmerkungen zur neuen Zentralbibliothek von Helsinki (geplante Eröffnung: 2017)

29.06.2010 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |

Letzte Woche berichtete ActuaLitté über die Entwicklungspläne einer neuen Zentralbibliothek  in Helsinki (in der Nähe des Hauptbahnhofs), denen bis spätestens Ende des Jahres noch endgültig von politischer Seite zugestimmt werden muss. Pünktlich zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeit Finnlands, im Jahre 2017, soll ein neues Gebäude der Zentralbibliothek in Helsinki in der Bucht von Töölö eröffnet werden. Die Kosten werden auf 100 Millionen Euro geschätzt. Ähnlich wie die Stadtbibliotheken in Birmingham und Manchester (geplante Eröffnung: 2013), wird auch hier im Vorfeld auf der Webseite seit 9. Juni für den Neubau geworben, obwohl es bis zur Fertigstellung noch sieben Jahre dauern wird. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der Regierung, der Stadt Helsinki und anderen sich in der Metropolregion befindenden Städte um Helsinki. Ferner will man täglich 5.000 Besucher täglich und 1,5 Millionen jährlich erreichen. Dafür sollen 25.000 m² zur Verfügung stehen. Davon sollen 12.000 m² für die Bibliothek reserviert werden, 8.000 m² für eine Vielzahl von Veranstaltungen und anderen (kulturellen) Programmen und 5.000 m² für kommerzielle Aktivitäten. Bereits 2008 schrieb die Leiterin der Zentralbibliothek, Frau Maija Berndtson, in der Zeitschrift Scandinavian Public Library Quaterly einen Artikel über die Hintergründe, welche zur Idee eines Neubaus beitrugen. Hintergrund ihres Artikels, war ein Bericht, der durch den Bürgermeister Helsinkis in Auftrag gegeben wurde und von Mikko Leisti umgesetzt wurde und folgende Fragen thematisierte: Was bedeutet die Bibliothek für uns und in welche Richtung soll sie sich entwickeln? Wie können wir so gut wie möglich von der Zukunft profitieren und einen Nutzen ...

Wird Google die Bibliotheken killen?

23.06.2010 | von Dörte Böhner | 9 Kommentare » |

"Google Kills The Library" hieß die zentrale These des Vortrags von Jens Renner auf dem Bayerischen Bibliothekstag am 17.06.2010 in Augsburg. Er berichtete von den jungen Leuten, die glauben, im Internet alles zu finden. Dazu lieferte er erschreckenden Zahlen. Von 3,8 Milliarden Suchen die bei irgendeinem Anbieter in Deutschland, die gestartet werden, deckt Google 3 Milliarden pro Monat ab. (Aktuelle Zahlen vom Monat Mai 2010 für Suchanfragen USA). Im Grunde genommen gibt es neben Google somit niemanden mehr. Suchmaschine ist nur ein Angebot eines Mega-Konzerns, welcher Geld verdienen will mit dem, was er anbietet. Da sind Stichworte zu nennen wie PageRank, AdWord, AdSense. Der Unterschied zwischen Organic Listing und Paid Listing ist den Studierenden dabei auch nicht bewußt. Google ist eine der größten Firmen der Welt und ihre Portokasse wächst rasant. Sie beträgt wohl derzeit laut Renner ca. 24,5 Milliarden Dollar, welche wieder in gewinnbringende Produkte investiert werden möchten. Google selbst zunehmend für eine Rundumversorgung. Die privaten Daten werden mit der Google Desktop Search gefunden, meine Bilder mit Picasa verwaltet und bearbeitet, Nachrichten und Interessen über Google Alerts versorgt, mein Kalender mit Google Calendar verwaltet, kooperative Dokumente (Texte, Excel-Tabellen, etc.) mit Google Docs erstellte, mein Haus mit Google Street View sichtbar gemacht, mein Mail-Inhalte bei GMail ausgewertet, um sie mit pesonalisierter Werbung gleichzuschalten. Mit Google Goggles arbeitet Google gerade daran, die Gesichtserkennung im Handy zu implementieren. Damit wird es einfacher, auch unbeteiligte Dritte von Google verfolgbar gemacht. Mit Google Health werden noch privatere Daten durch Google erfaßt. Google ist auch nicht für sich alleinstehen. Der Konzern hat ...

Die Auflösung der Bibliothek als fester Ort

17.06.2010 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |

Heute habe ich in einem Vortrag von Wolfgang Tiedtke auf dem Bayerischen Bibliothekstag vom Konzept der Container-Bibliothek gehört. Die Hamburger Bücherhallen erwägen derzeit eine Anschaffung eines solchen Containers und arbeiten dabei eng mit der EKZ zusammen. Man möchte damit hin zu den Nutzern/Kunden und verändert dabei den "starren Raum" einer Bibliothek in einen "beweglichen Raum", der bedarfsgerecht dort zu finden sein wird, wo mögliche Nutzer sind. Im Gegensatz zu den fahrbaren Bibliotheken in Bücherbussen sind die Container doch noch in gewisser Weise stationär und erlauben einen besseren Zugang zu den Medien. Das Konzept ist nicht ganz neu, aber hochinteressant. In Madrid gibt es an verschiedenen U-Bahnstationen Bibliothekscontainer, die ganz nach dem Motto augestellt worden sind: "Wenn der Leser nicht zur Bibliothek kommt, dann kommt die Bibliothek eben zum Leser." Video ist auf Spanisch. Mit diesen Bibliotheken werden die Menschen dort erreicht, wo sie viel vorbeikommen. Wer sitzt nicht gern in der U-Bahn und liest? Acht BiblioMetro-Filialen wurden in U-Bahn-Stationen 2005 eingerichtet. Der futuristisch aussehende, wellenförmige, weißleuchtende Glascontainer soll die Aufmersamkeit der Menschen auf sich ziehen. Dort können sich alle registrieren, aber auch Inhabern von Bibliotheksausweisen der Öffentlichen Bibliotheken steht die Nutzung dieser Bibliotheken offen.

Der nützliche Einsatz von RSS-Feeds in Bibliotheken

25.05.2010 | von Dörte Böhner | 1 Kommentar » |

Viellesern ist der Service, den RSS-Feeds bieten, gut bekannt. Für jene, die sich mit dieser Materie noch nicht so auskennen: RSS steht für „really simple syndication“ und ermöglicht tatsächlich eine „wirklich einfache Verbreitung“ von Inhalten. Mit Hilfe von RSS können Sie aktualisierte Inhalte einer Website (z.B. News, Blogeinträge) abonnieren. Die Bereitstellung der Daten erfolgt über sogenannte RSS-Feeds, die Sie als dynamische Lesezeichen oder mit einem Feed-Reader (offline, online) abonnieren können. RSS-Feeds unterstützen das Teilen und Liefern von Informationen, so dass man eigentlich nützliche Einsatzgebiete innerhalb der Bibliothek dafür entdecken kann. RSS-Feeds für Neuerwerbungen im Online-Katalog, z.B. mit Hilfe von MyBibRSS erstellbar. Ein anderes Beispiel zeigt die Liste der RSS-Feeds der Fachhochschulbibliothek Hannover.   RSS-Feeds für ausgewählte Zeitschriften: Table-of-Content-Dienste, z.B. "Individualisierter Zeitschrifteninhaltsdienst über RSS-Feeds in der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung"   Einsatz im Konto des Bibliothekskataloges, um über Ablauf von Leihfristen, eingegangene Bestellungen usw. zu informieren (Ersatz der technisch unzuverlässigeren Benachrichtigungsmails)   RSS-Feeds für aktuelle Schulungen, Veranstaltungen, Ausstellungen (z.B. Feed der UB der LMU München   RSS-Feed für neue elektronische Medien (z.B. RSS-Feed der UB Regensburg für E-Books)   RSS-Feeds für digitale Services der Bibliothek, z.B. OPUS (z.B. RSS-Feed für OPUS des ZIB Berlin), elektronische Semesterapparate, Sammlungen (z.B. Liste von RSS-Feeds des Münchner Digitalisierungszentrums), etc.   RSS-Feed für den digitalen Newsletter der Bibliothek, z.B. ZIK-newsletter - Bibliothek aktuell der Bibliothek der FH Münster   RSS-Feed für Pressemitteilungen und Pressespiegel der Einrichtung   RSS-Feed für Öffnungszeiten und Ausleihzeiten, incl. für "Notfallschließungen"   RSS-Feed für Jobangebote der eigenen Einrichtung, z.B. der TIB Hannover, global gibt es in Deutschland einen RSS-Feed für Bibliojobs (leider nicht sehr nutzerfreundlich)   RSS-Feed einer Sammlung anderer Feeds, z.B. lokale Websites von Newsanbietern, aller Feeds der ...

Imagevideo der “Library of Birmingham” (UK)

20.05.2010 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |

Als Einstimmung auf den nächste Woche stattfindenden Deutsch-Internationalen Bibliotheksdialog in Birmingham, ein Vorgeschmack auf das neue Flaggschiff der Stadt, das 2013 eröffnet werden soll. Für die Bibliothek werden umgerechnet 214 Millionen Euro investiert. Das niederländische Büro Mecanoo Architecten (Delft) hatte 2009 die Planungen für eine neue Bibliothek am Centenary Square vorgestellt. Das Projekt ist Teil der Kampagne „Global City with local Heart“ und ist das neue Vorzeigeprojekt der Stadt. Es wird auf einem prominent gelegenen Grundstück am Centenary Square zwischen dem Birmingham Reportery Theatre (REP) und dem Baskerville House errichtet. Im Erd- und Mezzaningeschoss mit dem REP verbunden, entsteht mit der Bibliothek ein Bildungs-, Informations- und Kulturzentrum für täglich 10.000 Besucher. Der stellvertretende Direktor und Abteilungsleiter für Servicedienstleitungen der Stadtbibliothek  in Birmingham, Brian Gambles, formulierte die gegenwärtigen Herausforderungen, vor denen auch viele andere Bibliotheken im 21. Jahrhundert stehen, wie folgt: "We are trying to redefine the library and archive in a major city centre. For 150 years the role of the library was to democratise access to books and information which many could not afford. That model of service is being challenged.The number of books we loan out and reference inquires we receive is sliding. We can all use Google and with discounts on Amazon, three-for-two offers in Waterstones and Tesco discounting every Harry Potter book, many of us have the means to buy books. We need to make the library more of an experience. Our role will ...

[Zitat] Unkommentiert – 1818

7.05.2010 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |

Der bis zur Vorrede, die ihn abweist, gelangte Leser hat das Buch für bares Geld gekauft und fragt, was ihn schadlos hält? – Meine letzte Zuflucht ist jetzt, ihn zu erinnern, daß er ein Buch, auch ohne es gerade zu lesen, doch auf mancherlei Art zu benutzen weiß. Es kann, so gut wie viele andere, eine Lücke seiner Bibliothek ausfüllen, wo es sich, sauber gebunden, gewiß gut ausnehmen wird. Oder auch er kann es seiner gelehrten Freundin auf die Toilette, oder den Teetisch legen. Arthur Schopenhauer, (1788 - 1860) Vorrede zur ersten Auflage von "Die Welt als Wille und Vorstellung"

Wenn die Zeit für den Sport fehlt…

6.05.2010 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |

... ist man in der Bibliothek gut aufgehoben. Dort kann man auch während der Prüfungszeit das ein oder andere gegen den Prüfungsspeck tun: 1. Bicep Book Curls Gehen Sie zur freundlichen Bibliothekarin an der Auskunft und bitten sie diese um zwei durchsichtige Plastikbeutel. Begeben Sie sich dann in die Abteilung mit den Büchern, die auf Glanzpapier gedruckt sind oder zu den juristischen Kommentaren und schichten sie diese gleichmäßig verteilt in die Beutel. Suchen Sie sich eine ruhige Ecke, setzen Sie sich mit aufgerichtetem Oberkörper gerade auf den Rand eines Stuhls. Heben Sie mit beiden Armen die gefüllten Tragetaschen langsam auf Schulterhöhe, halten Sie das Gewicht und lassen Sie dann die Taschen wieder gegen Boden gleiten. Achten Sie auf einen geraden Rücken. Wiederholung: 20 Mal. 2. Second Cup Sprint Die Zahl der Runden hängt von verschiedenen Faktoren ab: A) Wie hübsch ist das Personal der Cafe(teria)? B) Wieviel Koffein benötigen Sie? Egal wie oft Sie bei Ihrem Kaffee-Dealer vorbeischauen, irgendwann müssen Sie auf Toilette. Nutzen Sie das entfernteste WC in der Bibliothek. Rennen Sie dabei die Treppen hinauf so schnell Sie können. Auf dem Klositz haben Sie genug Zeit, wieder zu Atem zu kommen. Den Rückweg absolvieren Sie dann in der Hälfte der Zeit, die sie benötigt haben, um die Toilette zu erreichen. Wenn Sie alleine mit einem ungesicherten Laptop in der Bibliothek arbeiten, erhöht dies die Chance, dass Ihr Laptop noch da ist. 3. Researcher’s Risers Bei dieser Übung sollten Sie sich nicht vom Bibliothekspersonal erwischen lassen. Stapeln Sie die vielen Büchern auf Ihrem Tisch zu einer ...

Limbo-Library

6.05.2010 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |

Study-time cycles in Uris Library with 1920's style animation. A student project made at Cornell University in Lynn Tomlinson's Film 325 summer course.