30.06.2010 | von Dörte Böhner | 6 Kommentare » |
Was für ein Aufreißer, mit dem TLZ.de, das gemeinsame Portal der Thüringer Allgmeinen und der Ostthüringer Zeitung, die Nachricht aufmacht. Ob da die Begeisterung nicht ein wenig mit der Journalistin durchgegangen ist?
Einmal mehr eilt Weimar anderen deutschen Städten in die mediale Zukunft voraus: Am Montag wurde der elektronische Gesamtkatalog aller neun Weimarer Bibliotheken freigeschaltet. Mit wenigen Mausklicks erfährt der Nutzer am heimischen PC, wo das von ihm gesuchte Buch, die CD oder DVD vorhanden ist.
Leicht zu merken ist die Internet-Adresse http://kavia.gbv.de/DB=2.916/ nicht, aber einen Bookmark ist diese Online-Suche schon wert. Unter diesem Katalog können die Nutzer in allen Bibliotheken der Stadt gleichzeitig recherchieren. Weinmar bietet als erste Stadt ihren Bürgern diesen Service.
Der Direktor der Universitätsbiblitohek Dr. Frank Simon-Ritz beeindruckte mit Statistik. Die Nutzer können jetzt allein bei der Stadtbücherei, der Universitätsbibliothek, der Herzogin Anna Amalia Bibliothek und der Bibliothek der Hochschule für Musik Franz Liszt in 1,7 Millionen Medien (Print, Audio, Audiovisuell, Elektronisch) die Verfügbarkeit recherchieren. Eine weitere schöne Durchschnittszahl lieferte er auch noch. Pro Weimarer Bürger stehen 27,5 Medieneinheiten zur Verfügung. Damit sei man deutschlandweit an der Spite, so Simon-Ritz.
Auch die Bestände der Behördenbibliotheken, wie etwa des Thüringer Landesverwaltungsamtes, Oberverwaltungsgerichts, des Verwaltungsgreichts Weimar, des Landesamtes für Denkmalpflege und Archälogie sowie des Thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar können mit dem Weimarer Gesamtkatalog jetzt durchsucht werden, wenn deren Medien aber i.d.R. auch nur vor Ort eingesehen werden können.
Zwar hatte bisjetzt jede Bibliothek ihren eigenen Katalog und ihr eigenes lokales Bibliothekssystem, welche jetzt in der Zentrale des GBV zu einem Katalog zusammengefasst wurden. Problematisch waren vor allem die ...
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28.06.2010 | von Dörte Böhner | 1 Kommentar » |
Heute nutzt kaum jemand eine Bibliothek, von der er gar nicht weiß, was er dort finden kann. Im Internetzeitalter heißt dies, dass den Bibliotheken viele Nutzer verloren gehen, die ihre Bestände nicht online sichtbar machen. Das hat die Siebenbürgische Bibliothek inzwischen wohl erkannt. Es war nicht so, dass Bestände nicht online suchbar waren, aber sie waren nie vollständig von außerhalb sichtbar. Bisher waren alle Titel und Medien, die seit 1995 in den Bestand der Siebenbürgischen Bibliothek aufgenommen wurden, über das Onlineportal des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB) abrufbar. Allerdings ist dies nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was die Bibliothek tatsächlich zu einem gewünschten Thema besitzt. Seit kurzem kann über die Webseite des Siebenbürgen-Instituts über "Bibliotheksrecherche" der eigene Online-Katalog der Siebenbürgischen Bibliothek aufgerufen werden.
Der Gundelsheimer OPAC wird zukünftig den Periodika-Bestand besser sichtbar machen. Ziel ist es, noch in diesem Jahr die Bestände der rund 2.700 Zeitschriften, Zeitungen, Jahrbücher genauer zu erfassen und in den OPAC einzuarbeiten. Bisher ist dieser Bestand nur summarisch im Gastportal des SBW abgebildet. Parallel zum Tagesgeschäft werden auch die Altbestände (Zugänge vor 1995) retrokatalogisiert. Bisher vollständig erfasst sind die Signaturgruppen A I (Bibliographien) bis K I (Kulturgeschichte und Kunst). Somit sind derzeit 75.000 Medieneinheiten in SWB und OPAC sichtbar.
Das Archiv ist größtenteils noch nicht im Internet sichtbar.
Christian Reinerth, dessen Tod uns schmerzlich getroffen hat, konnte indes in den letzten Jahren von insgesamt 144 Familien- und Personennachlässen (bzw. Vorlässen) den Großteil ordnen. Auf einer Liste, die er uns hinterlassen hat, sind zu 53 Nachlässen Findbücher vermerkt, zu weiteren 40 Karteikarten, das heißt 93 Nachlässe sind ...
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14.05.2010 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |
Ellen Güntner, Leiterin der Gemeindebücherei Wehrheim, zeigte in einem Gespräch mit dem Sozialsausschuss von Wehrheim, dass ihre Bibliothek gefragt ist. Zu ihren Lesern gehören Kinder bis zu zehn Jahren, aber auch Erwachsene kämen dankbar, weil sie für ein Buch nicht erst wegfahren müssten. Der Etat reiche für das tägliche Geschäft, aber Sachbücher werden nicht wirklich angeschafft, zumal die Nachfrage sich danach im Rahmen hält. Das Internet würde den Bedarf an vielen Stellen bereits decken. Sachbücher außen vor gelassen, reicht der Etat für die Bibliothek. Frau Güntner versucht auch Bücherwünsche zu erwerben. Auf Wunsch bestellte Bücher stammten meist aus den "Bestsellerlisten" und seien zwei bis drei Jahre nachgefragt, dann aber uninteressant.
Ein Gesamtverzeichnis aller Bücher gibt es nicht, aber „ich kenne meinen Laden ziemlich gut, ich weiß meistens, ob wir ein Buch haben oder nicht“.
Die kleine Bücherei besitzt 1571 angemeldete LeserInnen, die dienstags von 16 bis 18 Uhr sowie freitags von 10.30 bis 11.30 Uhr in einem Gesamtbestand von 5607 Büchern wählen können. Im letzten Jahr konnten aus dem Etat von knapp 2000 Euro 211 Bücher neu angeschafft werden werden.
Quelle: Eine Stiftung gegen künftige Rotstifte, Usinger Anzeiger
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5.02.2010 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |
Fast hätte ich es übersehen, obwohl ich täglich viel mit dem Gateway Bayern zu tun habe, aber seit neustem gibt es ein Browser-Plugin, mit dem man den Katalog wie Google bequem aus dem Browser heraus durchsuchen kann.
Mit dem Suchmaschinen-PlugIn des BibliotheksVerbunds Bayern (BVB) wird Ihre Literaturrecherche im Portal Gateway Bayern jetzt noch einfacher und noch viel schneller. Denn, egal, ob sie sich gerade mit Ihrem Browser auf unserem Portal befinden oder nicht, die BVB-Suchleiste steht Ihnen immer suchbereit zur Seite (nur im Firefox ab Version 2 und höher und Internet Explorer ab Version 7 und höher).
Sie brauchen nur noch Ihren Suchbegriff dort einzutragen und Ihre Enter-Taste zu drücken. Und schon erscheint, wie gewohnt, in Ihrem Browserfenster Ihre Gateway-Bayern-Trefferliste.
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4.07.2009 | von Dörte Böhner | 2 Kommentare » |
Momentan werden Bibliothekskataloge - auf neudeutsch - gepimpt. Meine Fage ist dabei immer: Wozu benötigt man eigentlich diese Buchcoveranzeigen in wissenschaftlich ausgerichteten Bibliotheken?
Im belletristischen, populärwissenschaftlichen Bereich sind die Buchcover ja wirklich oft ein Hingucker. Sollen sie dies sein, um den Verkauf anzukurbeln? Sollen sie einem erzählen, was einem im Buch erwartet, Phantasien wecken und dem Leser vorgauckeln, dass ganz viel Tolles in dem Buch steht? Dienen die Cover im Katalog der gleichen Aufgabe? Aufmerksamkeit wecken, verlocken, das Buch anzusehen, es zuentleihen, es zu lesen?
Seth Godin gesteht dem Cover genau diese eine wichtige Aufgabe zu. Das Cover soll anzeigen, dass das Buch wichtig ist und viel Inhalt hat.
It's [...] because if the book has maximum impact, then word of mouth is created, and word of mouth is what sells your product, not the cover.
Taktisch gesehen verkauft das Cover macht neugierig auf den Verlagstext auf dem Buchrücken. Die Infos auf dem Buchrücken sorgen dann dafür, dass das Buch in den Warenkorb wandert und verkauft wird.
If those steps end up selling a book that the purchaser doesn't like, game over. So you have to be consistent all the way through and end up creating a conversation after the purchase.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie ein Cover diese Aufgaben bewältigen kann:
Ironie - signalisiert Wichtigkeit
Sichtbarkeit quer durch den Raum - wird bei vielen gesehen und macht neugierig, zu wissen, was es damit auf sich hat.
Ausgeklügelt - vermittelt die Vorstellung, dass der Inhalt des Buches Ihre Zeit wert ist.
Originell - denn warum sollten Sie ein Buch lesen, dass Sie ...
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9.04.2009 | von Katharina Lachmann | Comments Off |
Vor einiger Zeit berichtete ich an dieser Stelle von einer Bibliothek ohne Katalog. Die Mitarbeiter dort waren ganz froh, dass sie sich mit dieser Technik nicht auseinander setzen mussten und sahen den OPAC eher als Gefahr und nicht als Service am Nutzer. Auch sonst erinnerte die Bibliothek in Niederkassel-Ranzel eher an die alten Thekenbibliotheken, als an eine moderne Einrichtung, die gern von jung und alt besucht wird.
Dass dies auch anders geht, zeigt das Beispiel der Bibliothekarin Christiane Golz. Sie betreibt eine One Person Library in Stahnsdorf (Brandenburg) und sie will mehr. Mehr Personal und finanzielle Mittel, um den Service am Nutzer auszubauen. Dabei denkt man erstmal: Welche Bibliothek will das nicht? Doch wenn man dann die bescheidenen Wünsche der Bibliothekarin in der Märkischen Allgemeinen liest, spürt man, wie unterschiedliche die Probleme doch in einer Stadtbibliothek und einer Dorfbibliothek sind. Frau Golz möchte einen Internetauftritt für ihre Bibliothek und eventuell einen elektronischen Katalog. Fast bescheidene Wünsche, die vor allem an der mangelnden Finanzierung und der fehlenden Zeit scheitern, nicht aber am Engagement der Bibliothekarin.
Da bleibt zu hoffen, dass sich zumindest im Interesse der Nutzer der Wunsch nach mehr Personal umsetzen lassen. Denn so wie Frau Golz in dem Artikel wirkt, klappt das mit dem Internetauftritt dann schon ganz von alleine.
Aufmerksam geworden durch:
Plieninger, Jürgen : Modernisierung der Bibliothek erfordert Aufwand via Netbib.de
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21.03.2009 | von Katharina Lachmann | Comments Off |
Die Bibliothek in Niederkassel-Ranzel erinnert an längst vergangener Zeiten. Eine Zeit als der Leser noch, ob er wollte oder nicht, an die Theke treten musste und die für ihn geeignete Literatur ausgehändigt bekam. Eine Zeit als das oberste Ziel der Bibliothek noch Erziehung hieß und man dem Leser nicht zutraute sich selber die für ihn geeignete Literatur zu suchen. Die Zeit der Thekenbibliothek, die so weit weg scheint. Doch es gibt sie noch!
Wer in Niederkassel-Ranzel auf der Suche nach einem bestimmten Buch ist oder dieses bestellen will, muss ob er will oder nicht in die Bibliothek. Einen OPAC, wie er inzwischen fast überall üblich ist, gibt es nicht und selbst eine Homepage der Bibliothek sucht man im Netz vergeblich. Diese Tatsache mutet vielleicht noch nicht all zu schlimm an, doch der nächste Schock erwartet den Nutzer in der Bibliothek selbst. Einen Zettelkatalog gibt es ebenfalls nicht. Es bleibt nur der Weg an die Theke, wo die Bibliothekarin anhand einer Liste nachschaut, ob das Buch da ist.
Der Vorteil, den diese Form der Auskunft bietet, ist sicher der direkte Kontakt zum Nutzer. Doch langfristig wird man mit dieser Art der Information nicht konkurrenzfähig bleiben können und den Leser eher abschrecken als binden. Das Argument der Bibliothekarin, dass EDV teuer ist, mag zutreffen, aber ist für den Nutzer nicht ganz nachvollziehbar, zumal dieser auch noch doppelt zur Kasse gebeten wird, in Form einer Jahresgebühr und Gebühren für jedes entliehene Buch.
Auch das Argument, dass die Nutzer gar nicht erst kommen würden, wenn sie feststellen, dass das Buch nicht ...
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16.12.2008 | von Dörte Böhner | Comments Off |
Creative Commons scheinen mittlerweile zum Publikationsbild im Internet zu gehören. Fast mag man meinen, es ist chic, die kleinen Bilder von CC unter seinem eigenen Text stehen zu haben. Für bibliographische Daten wird es etwas komplizierter. Jakob fordert in seinem Blog Bibliographische Daten müssen frei sein. Die bibliographischen Daten sind an sich frei. Sie sind Daten ohne jegliche Schöpfungshöhe. Damit fallen sie nicht unter §2 Abs. 2 UrhG. Damit gelten aber auch CC-Lizenzen nicht für sie (selbst wenn sie dabei stehen).
Jonathan Rochkind:engl: schreibt dazu:
A Creative Commons license is inappropriate for cataloging records, precisely because they are unlikely to be copyrightable. The whole legal premise of Creative Commons (and open source) licenses is that someone owns the copyright, and thus they have the right to license you to use it, and if you want a license, these are the terms. If you don’t own a copyright in the first place, there’s no way to license it under Creative Commons.
Unbedingt lesenswert ist daher die Stellungnahme von Creative Commons:engl: zu Daten in der Forschung an sich.
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