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“A biblioclasm or libricide is always totemic of the loss of the better parts of our nature, and the 1992 devastation of Sarajevo’s library was an iconic moment in the devastating war, a symbol of the assault on culture, dialogue, subtlety, multiplicity, and language. The constitutional text that has frozen Bosnia into its compulsory ethnic identity-lines is seen by many as a continuing of this loss – but the plurality of Balkan voices, from the writers who have emerged since the war to the stories of those who struggled to salvage the manuscripts, still speaks to the strength of dialogue, even in book-burning times.” Heather McRobie

Im Januar diesen Jahres wurde im Blog über eine vorübergehende Schließung der National- und Universitätsbibliothek (NUBBiH) in Sarajevo berichtet, die meines Erachtens aufgrund ihres maurischen Stils große architektonische Ähnlichkeit mit der großen Synagoge in der Dohánystraße (Tabakgasse) in Budapest aufweist.Ich denke, es handelte es sich um einen internationalen Weckruf/, um auf die angespannte finanzielle Situation der Bibliothek aufmerksam zu machen und aufgrund der Tatsache, dass es zurzeit eine Renovierung der Innenarchitektur gibt. Weitere Infos auf Englisch oder Deutsch zur Wiederöffnung der Einrichtung fand ich nicht. Die Problematik des multiethnischen Regierens nach einem Bürgerkrieg und einer vierjährigen Belagerung dieser Stadt wurde versucht näher zu erläutern, da nach dem Friedensabkommen von Dayton 1995 neben der Förderation Bosnien und Herzegowina noch die Republika Srpska und der Distrikt Brčko hinzukamen.

Vor exakt 20 Jahren und einem Monat, in der Nacht vom 25.08. auf den 26.08. brannte die Bibliothek. Laut Dubravko Lovrenović, dem heutigen Kulturminister, hat sich das Land von dieser Zerstörung bis heute nicht erholt. Die National- und Universitätsbibliothek brannte zwei Tage lang und Heckenschützen verhinderten den Einsatz der städtischen Feuerwehr oder andere zivile Löschversuche. Nach Auskünften der Stadtverwaltung sollen die Renovierungsarbeiten 2014 abgeschlossen sein. Das alles ist noch Zukunftsmusik und noch ist das kein sicheres Datum, aber es wäre durchaus begrüßenswert einer der nächsten IFLA-Kongreße (nach 2014) in Sarajevo stattfinden zu lassen, um symbolisch die Bedeutung dieser Einrichtung zu würdigen. Weitere interessante Links zur Geschichte, Videos und Facebookseite sind am Ende dieses Beitrags angefügt.

Im Dokumentarfilm “For the Love of Books: Sarajevo Story“, geht es um eine Gruppe von Buchliebhabern bzw. mutige Bürger Sarajevos, die ihr Leben riskierten, um ca. 10.000 Bände der Gazi Husrev-Beg Bibliothek aus dem Jahr 1537 zu retten, die Teil der National- und Universitätsbibliothek sind. Der Film basiert auf eine wahre Begebenheit im Jahr 1992. Die Wertschätzung von Büchern und Bibliotheken wird hierbei deutlich, da sie kultur-, erinnerungs- und identitätsstiftend für eine Kultur sind.

Gefunden: via FU Berlin Biblioblog und BiB-Facebookseite

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“Libraries and librarians are not a community ‘bolt on’ service. They are an integral part of a community, they help represent a community and they contribute to the health of a community. That’s why cuts to libraries are so dangerous – not just because they deprive people of access to resources, or jobs, or information or pleasure, but because they say ‘You don’t matter. You are not important.’ That’s not a good thing.”

Phil Bradley am 13.10.2011

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There’s nothing more valuable in the war against stupidity than the public library. These are hard times, but you are each guarding a beacon.[...] The book is second only to the wheel as the best piece of technology human beings have ever invented. A book symbolises the whole intellectual history of mankind; it’s the greatest weapon ever devised in the war against stupidity. Beware of anyone who tries to make books harder to get at. And that is exactly what these closures are going to do – oh, not intentionally, except in a few cases; very few people are stupid intentionally; but that will be the effect. Books will be harder to get at. Stupidity will gain a little ground. [...]”

Philip Pullman

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I received the fundamentals of my education in school, but that was not enough.
My real education, the superstructure, the details, the true architecture, I got out
of the public library. For an impoverished child whose family could not afford to
buy books, the library was the open door to wonder and achievement, and I can
never be sufficiently grateful that I had the wit to charge through that door and
make the most of it. Now, when I read constantly about the way in which library
funds are being cut and cut, I can only think that the door is closing and that
American society has found one more way to destroy itself.”
Isaac Asimov

Creative Commons Attribution 3.0 Unported This work is licensed under a Creative Commons Attribution 3.0 Unported.

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“Als der Höhepunkt erreicht war, gaben sich die Bibliothekare schließlich zu erkennen und nannten den wahren Hintergrund der Aktion: “A vote against the library, is like a vote to burn books”.” Stefanie Hotze am 15.01.2012

Nachdem Steffi Hotze am 15.01. diesen Jahres über die werbewirksame “Book Burning – Aktion” der Troy Library (im Bundesstaat Michigan) berichtete, will ich an dieser Stelle das Video anfügen. Es ist nun seit kurzem auf Vimeo in zwei verschiedenen Versionen frei verfügbar.

“Troy, Michigan couldn’t afford to keep its library open, so it scheduled a vote for a tax increase. A strong anti-tax group waged a dominating campaign against it. Posing as a political group, we posted signs around town that said, “Vote to close Troy library Aug 2, book burning party Aug 5.” We invited everyone to our Facebook page, adding Twitter, Foursquare, want ads, flyers and more to drive engagement. The campaign became international news as outcry over the idea of burning the library’s books drowned out the opposition and galvanized support for the library – which won by a landslide.”

Leo Burnett Detroit

 

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Überall sind Bibliotheken von der Schließung bedroht. Wenn es gut läuft, dann können Proteste oder ähnliches eine Schließung verhindern. Wenn die Stadt allerdings ankündigt, dass man die Bibliothek nur retten kann wenn man die Steuern erhöht, dann ist der Kreis derjenigen die für einen sind plötzlich erschreckend klein.

So geschehen in Troy, Michigan. Die Stadtbibliothek konnte nur durch eine Steuererhöhung von 0,7% gerettet werden, aber zahlen wollten das die Wenigsten.

Was also tun? Nun ja, sagen wir so: Harte Zeiten, erfordern harte Maßnahmen.

Es wurde Stimmung gemacht, die Bevölkerung lehnte eine Steuererhöhung ab. Es sollte dazu eine Abstimmung geben.

Was also tun die Bibliothekare? Sie machen das Gegenteil von dem was man erwartet, unter dem Deckmantel der Anonymität. Sie verteilten Plakate auf denen zu einer “book burning party” aufgerufen wurde. Sie verbreiteten die Aktion auf großen sozialen Plattformen (Facebook) und drehten Videos von brennenden Büchern. Sie suchten in der Zeitung nach Unterhaltungskünstlern für die Veranstaltung. Niemand wusste wer dahinter steckte, aber es löste eine Welle der Entrüstung aus.

Buchverbrennung ist nicht lustig und so war der Ansturm auf die Seiten groß. In der Tat schlug es so große Wellen dass es Politik und internationale Presse beschäftigte.

Als der Höhepunkt erreicht war, gaben sich die Bibliothekare schließlich zu erkennen und nannten den wahren Hintergrund der Aktion: “A vote against the library, is like a vote to burn books”.

Viele Leute bekundeten daraufhin ihre Sympathie mit der Bibliothek und der Aktion und am Tag der Abstimmung gab es ein Happy End. Die Stadtbibliothek von Troy konnte erhalten werden.

Dieses Video fast die Geschehnisse nochmal schön zusammen:

Book Burning Party


  

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Als 1992 die Nationalbibliothek in Sarajevo brannte, dachte damals keiner noch an Frieden im ehemaligen Vielvölkerstaat Jugoslawien. Laut einem Bericht des Chonicle of Higher Education konnten damals nur 10 % des Bestandes der heute noch 1,5 Millionen Bände umfasst von Mitarbeitern der Nationalbibliothek gerettet werden. Heute gibt es Frieden ohne Waffengewalt, aber es scheint ein fauler Friede zu sein. Gestern musste die Nationalbibliothek aufgrund von Finanznöten schließen, wie Deutschlandradio Kultur berichtete. Bereits sieben weitere Institutionen hatten im vergangenen Jahr keine öffentlichen Gelder erhalten. Neben der Nationalbibliothek waren dies das Historische Museum und das 125 Jahre alte Nationalmuseum. Die Zentralregierung Bosnien-Herzegowinas hat kein Kulturministerium. Es gibt keine finanziellen Zuwendungen die Kulturinstitutionen dauerhaft zu finanzieren. Bereits in den letzten sechs Monaten konnten die Mitarbeiter nicht mehr bezahlt werden. Nichtsdestotrotz erschienen sie an ihrem Arbeitsplatz, um sich um die 400.000 verbliebenen Medieneinheiten zu kümmern. Die Querelen zwischen den ethnischen Gruppen im Lande halten weiterhin an und sind hauptsächlich mit verantwortlich dafür, dass es dem Land und seinen Bürgern nun weiterhin schadet. 20 Jahre nach dem Bürgerkrieg ist das Land nach wie vor gespalten. 15 Monate nach den Parlamentswahlen, kam es am 28. Dezember 2011 zu einer Regierung. Anes Alic beschrieb die Lage im Lande letzte Woche im Economist:

“Republika Srpska [serbische Republik] officials will stay the course of attempting to diminish the power of state institutions, and hints of secession will continue to circulate. Bosnian Croats will continue to work towards the creation of a third entity in the country with a Bosnian Croat majority under the perception that their ethnic identity is under threat. Bosniaks will continue to fight both without any compromise.”

Nationalismus, Kleinstaaterei und Fanatismus vergiften nach wie vor das Land und stehen einer wirklichen Einheit im Wege. Auch der VÖBBLOG zitierte gestern den stellvertretenden Direktor Bedita Islamovic:

“We are in an extre­mely dif­fi­cult situa­tion. There is no way out, we have no hope. The world’s only country which does not care for its national treasures.”

Der folgende Filmausschnitt soll ein Wehrmutstropfen gegen die Zerstörung und das leise Töten jeglicher Kultur sein. Es stammt aus dem Film “Notre Musique” von Godard (2004). Der Film setzt sich mit Gewalt, Moral und Kolonialismus auseinander. In der folgenden Szene tritt der bekannte spanische Schriftsteller Juan Goytisolo auf, der sich während des Krieges in diesem Lande aufhielt und darüber schrieb. Er rezitiert in der halbzerstörten Nationalbibliothek Gedichte.

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Am 15.11. beschloß der Rat der Stadt Bottrop die Stadtteilbücherei sterben zu lassen.Bottblog berichtete über die Abstimmungsergebnisse:

Gegen die Schließung haben gestimmt: die Grünen, die DKP, die ÖDP, die Linke sowie die SPD-Ratsmitglieder Franz Ochmann, Josef Weiner und Michael Schajor. Für die Schließung haben alle übrigen Ratmitglieder der SPD, CDU und FDP votiert.”

Gelebte Integration in Bottrop bedroht” hieß es noch am 15.02.2011 durch Dörtes Blogeintrag. Im Juli war die Situation dann schon akut und es wurden Flaschmobs abgehalten und es gab Fernsehberichte. Zur Erinnerung zwei weitere Videos, welche vom Kunstkreis Bottrop e. V. und Herrn Sahin Aydin stammen, die auf Bottrop TV gesendet wurden. Vielleicht können diese Videos eine Anregung sein, wie Kommunalpolitik gemacht wird. Letztendlich wurde demokratisch abgestimmt und es war seit Monaten wohl deutlich, wie die Entscheidung ausfallen wird.

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