Der folgende Kurzfilm spielt in einer dystopischen Zukunft, in der es so gut wie keine Bücher mehr gibt. Passend zur gestrigen Karikatur, nun der folgende Film, der in Buchläden in London und Kent gedreht wurde. Die Regiesseure des Films sind Richard Dadd & Dan Fryer. Der Film ist eine Hymne bzw. ein Plädoyer für unabhängige und alternative Buchhandlungen, wie sie in einigen Städten zunehmen verschwinden:
http://www.thelastbookshop.co.uk
Ähnliche BeiträgeStereotype learns about copyright and other scholarly communication issues. If you’d like more information on these topics, check out our UT Arlington Library Subject Guide on the topic or contact your subject librarian today!
Jonas von der Blogkiste hat gestern in seinem Kommentar auf das folgende Video hingewiesen, welches sich mit den Vorteilen des “freien” Kopierens in einer digitalen Welt beschäftigt. Auf dieses Video soll hier nochmal prominent hingewiesen werden:
Was bleibt an Fragen? Kopierrecht statt Urheberrecht? Oder Urheberrecht mit einem moderaten “Fair Use“-Recht? Alles beim alten lassen oder Anarchie im Netz? Oder brauchen wir so genau bestimmte Kopierregeln, wie diese aus Sachsen, wo genau geklärt wird, was man darf und was nicht? Na, ich bin mal gespannt, welche Meinungen Sie haben.
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Der Mitbegründer von Hathi Trust, Paul Courant, spricht über den Streitfall Authors Guild gegen Hathi Trust. Die Authors Guild beschuldigte Hathi Trust mit ihrem Scan-and-index-Programm gegen das Copyright verstoßen zu haben. Das Gericht hat den Fall abgelehnt.
Die Ablehnung des Prozesses stärkt das Fair Use-Prinzip des amerikanischen Copyrights.
Quelle:
Weinberger, David: Hathi Trust’s copyright victory, Harvard Library Innovation Lab
Siehe auch:
Graf, Klaus: Linkliste auf Archivalia_EN
»HathiTrust«-Programm der US-Universitäten unterfällt dem »Fair use«-Prinzip,
Institut für Urheber- und Medienrecht
Bild: Antje Schröter, Pixelio.de
Schmundt, Hilmar: Streit über das Urheberrecht : Viel Meinung, wenig Wissen, Spiegel Online, 19.09.2012 (wird zahlungspflichtig).
Schmundt bringt in diesem Artikel die Diskussion ums Urheberrecht auf einen Punkt, der da mit meinen Worten lautet: …, denn eigentlich wissen Sie nicht, worüber sie reden.
Je länger man mit Urheberrechtsforschern spricht, desto stärker drängt sich ein eigenartiges Paradox auf: Die Wissensgesellschaft weiß wenig über sich selbst. Sie sucht nach einem Konsens mit Augenmaß, ist aber blind für die Frage, wie eigentlich Wissen, Innovation, Kultur entsteht und wie sie sich fördern lassen.
Deutlich wird, dass die an dieser deutschen Urheberrechtsdebatte beteiligten eigentlich nicht miteinander reden wollen. Lobbyismus wird betrieben, indem man anderen Lobbyismus vorwirft. Das eigentliche Problem, wie fehlende Fakten und Zahlen, wird gar nicht ernsthaft angegangen. Hier spielt man mit einer Zukunft, die geregelt sein muss, bevor Deutschland in einer digitalen Welt abgehängt wird. Zahlreiche Spiegelartikel und einige externe Links belegen die Argumente von Schmundt.
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Hier gesondert nochmal der Hinweis auf die im obigen Artikel erwähnte Studie von Kretschmer, welche bereits vor fünf Jahren erschienen ist.
Kretschmer, Martin; Hardwick, Philip: Authors’ earnings from copyright and non-copyright sources: A survey of 25,000 British and German writers. – CIPPM / ALCS, 2007. – ISBN: 978-1-85899-244-0.
Für die Datenerhebung wurden 2006 ganze 25.000 Fragebögen and die Mitglieder der “Authors’ Licensing & Collecting Society” (ALCS) und an die Mitglieder des Verbands deutscher Schriftsteller und des Verbands der Drehbuchautoren versendet. Ca. 6,8 % der englischen Befragten und 4,5 Prozent der deutschen antworteten. Dies ist eine der ersten Studien zu diesem Thema mit belastbarem Zahlenmaterial.
Die Autoren schreiben:
After this study, copyright policy cannot remain the same. (1. Preface, S. 4)
Ganz offensichtlich fand die Studie keinen Einzug in die Bedenken der Copyright- und Urheberrechtspolitik.
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Ein weiterer Hinweis auf wichtige Literatur zum Thema Urheberrecht aus Schmundts SPON-Artikel:
Auf der Intellectual Property and Innovation Summit des Lisabon Councils wurde eine 67-seitige Aufsatzsammlung von zehn international renommierten Forschern vorgestellt.
Hargreaves, Ian (Ed.); Hofheinz, Paul: Intellectual property and innovation : A framework for 21st century growth and jobs, The Lisbon Council for Economic Competitiveness and Social Renewal asbl, 2012.
Das Dokument steht unter einer CC BY-NC-ND 3.0-Lizenz.
- Hargreaves, Ian: Foreword : the European dimension, S.4 – 10.
- Lynn, Jeff: Copyright for growth, S.11- 16.
- Klimpel, Paul: Preserving Europe’s cultural heritage, S. 17 – 21.
- Perez, Nico: New creative- and content-delivery services, S. 22 – 26.
- Kreutzer, Till: A new model for tomorrow’s challenges, S. 27 – 31.
- Manara, Cédric: The French exception, S. 32 – 36.
- Edwards, Lilian: Next steps in the UK, S. 37 – 41.
- Vivant, Michel: The way forward for France and the world, S. 42 – 47.
- Hilty, Reto: Licensing for competition, innovation and creation, S. 48 – 51.
- Hugenholtz, Bernt: The Dutch case for flexibility, S. 53 – 55.
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Hamilton, Michelle C. et al.: Can librarians trust resources found on Google Scholar? Yes… and no., Impact of Social Sciences, 17.09.2012.
Michelle C. Hamilton, Margaret M. Janz and Alexandra Hauser stellten sich der Frage “Can librarians trust resources found on Google Scholar? Yes… and no.” Der Blogbeitrag bezieht sich dabei auf den Artikel “Scholarish: Google Scholar and its Value to the Sciences” von von Jerry E. Gray, Michelle C. Hamilton, Alexandra Hauser, Margaret M. Janz, Justin P. Peters, and Fiona Taggart in der Sommerausgabe der Issues in Science and Technology Librarianship.
Es ist erstaunlich, dass man wissenschaftlichen Bibliothekaren 8 Jahre nach dem Start von Google Scholar noch folgenden Rat geben muss:
For that reason, Google Scholar should be included in library instruction to familiarize users with its functionality as well as its limitations. Knowing how to get the most out of all resources is important for librarians; Google Scholar shouldn’t be excluded simply because it’s unconventional.
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Genial finde ich ja die Idee zum Jahr 2020, aber an manchen Stellen bin ich gefühlsmäßig zurückgezuckt. Will ich diese Zukunft? – Ich will sie nichtl
Prometeus – The Media Revolution
Ähnliche BeiträgeJeder Buchambition und jeder schriftellerischen Neigung geht eine Idee voraus, die schließlich zu einem Buch und dann möglichst zu einer Veröffentlichung eines solchen führt. Die folgende Infografik zeigt sehr anschaulich auf, wie aus einer Idee ein Buch wird.
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Wie im GoogleWatchBlog (und diversen anderen Quellen) nachzulesen, unterstützt die Videoplattform YouTube seit neustem Creative Commons Lizenz.
Jeder der Videos hochlädt, kann entweder die normale YouTube Lizenz oder eine Creative Commons Lizenz vergeben. Des weiteren kann jeder die Videos die unter Creative Commons stehen, für eigene Projekte/Videos etc. nutzen.
Natürlich müssen die Inhalte den aktuellen Copyright Regelungen von YouTube entsprechen.
Im YouTube Helpcenter gibt es die wichtigsten Informationen nochmal zusammengefasst.
Weiterer Lesestoff zum Thema u.a. bei
Creative Commons
Giga.com
boingboing
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Das kann teuer für Google werden. Wie Bob van Voris bei Bloomberg berichtet, hat der Richter Judge Denny Chin den 125-Millionen-Vergleich zwischen Google und der American Authors Guild, der Vertretung für amerikanische Autoren und Verleger, abgelehnt.
Chin begründet dies wie folgt:
While the digitization of books and the creation of a universal digital library would benefit many, the ASA would simply go too far. It would permit this class action–which was brought against defendant Google Inc. to challenge its scanning of books and display of “snippets” for on-line searching – – to implement a forward-looking business arrangement that would grant Google significant rights to exploit entire books, without permission of the copyright owners. Indeed, the ASA would give Google a significant advantage over competitors, rewarding it for engaging in wholesale copying of copyrighted works without permission, while releasing claims well beyond those presented in the case.
Problematisch für die Einigung war, dass auch Autoren und Urheber durch den Vergleich betroffen wären, die gar nicht bis jetzt in diesen Gerichtsstreit involviert sind. Durch den Vergleich würde eine Situation geschaffen, in der Google jedes Buch digitalisieren und zur Verfügungen stellen dürfte, bis jemand dies verbietet. Dies ist aus verschiedenen Gründen sehr problematisch. Bisher dürfen Digitalisierungen nur nach Erlaubnis durch den Urheber oder seinen Verteter vorgenommen werden (Opt-In). Durch das Settlement (Vergleich) würde die Erlaubnis vorausgesetzt bis der Urheber dieser widerspricht (Opt-Out). Jemand, der aber nicht dem Vergleich Zugestimmt hat, darf aber nicht davon betroffen sein.
Die Entscheidung zu diesem Settlement lässt seit Jahren auf sich warten. 2005 war Google von Autoren und Verlegern wegen massiven Urheberrechtsverletzungen (Digitalisierung großer Mengen urheberrechtsgeschützter Bücher und der Anzeige von sogenannten “Snippets” online verklagt wurden. Im Ergebnis des Vergleiches würde eine Book Rights Registry gegründet, um die Rechteinhaber für den öffentlichen Zugang zu gewissen Büchern durch Google zu vergüten. Im Gegenzug würde das Settlement Google Immunität im Bezug auf das Copyright geben, so dass die Firma Millionen Bücher im Internet anbieten kann. Die daraus generierten Einnahmen sollten dann mit den Rechteinhabern geteilt werden.
Hilary Ware, Managing Cousnsel bei Google1,äußerte sich in einer ersten Reaktion sehr enttäuscht:
“Like many others, we believe this agreement has the potential to open up access to millions of books that are currently hard to find in the U.S. today,” Ware said in a statement. “Regardless of the outcome, we’ll continue to work to make more of the world’s books discoverable online through Google Books and Google eBooks.”
Wäre das Settlement zustande gekommen, hätte so eine der größten Sammlungen der Welt von Online-Büchern entstehen können, die Zugang zu selten vorhanden Büchern hätte ermöglichen können.
Richter Chin wird dazu am 25. April eine entsprechende Pressekonferenz geben.
[Update]
“Ich rufe die Parteien dringend auf, ihren Vergleich dementsprechend zu ändern”, schloss der Richter seine 48-seitige Urteilsbegründung. Müsste der Konzern jedoch bei jedem Autoren oder Verlag einzeln die Zustimmung einholen, würde dies das Projekt “Google Books” erheblich zurückwerfen. Richter Chin setzte einen neuen Termin für den 25. April an.
[Update]
Quellen:
NYC Judge Rejects Google Book Settlement, ABC-News
Voris, Bob van: Google’s $125 Million Digital-Library Settlement Is Rejected by U.S. Judge, Bloomberg.com
Hoffelder, Nate: Google Books Settlement Rejected by Judge, eBooknewser
Stirland, Sara Lai: New York Judge Rejects Google Books Settlement, Broadbandbreakfast.com
[Update]Digitalisierung von Büchern : US-Gericht stoppt Google-Pläne, n-tv.de[/Update]
Mehr dazu:
Richter Chins Begründung auf Scribd.com
google.books.settlement
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Sie sind sich sicher, der Hochschullehrer und der Anwalt in den USA. Ihre Schuldigen sind Google und andere News-Aggregatoren. In ihnen sehen sie den Grund für das Zeitungssterben. Ihre Lösung ist es, einmal mehr das Urheberrecht zu ändern und festzulegen, dass Dritten ein 24-stündiges Verbot auferlegt wird, über Inhalte aus Zeitungsberichten zu berichten.
Google ist schuld. Der Satz könnte langsam zu einer Generalaussage werden, wenn Dinge nicht so laufen wie sie sollen. Diesmal geht es nicht um den Datenschutz wie im Falle vom Deutschlands gehaßt-geliebten Thema bei Google Street-View. Diesmal bedroht Google mit seinem Dienst die Geschäftsmodelle der gedruckten Presse. Darin sich Professor Eric Clemons (Professur für Informationsmanagement an der Wharton School der University of Pennsylvania) und Anwalt Nehal Madhani der Kanlei Kirkland & Ellis in ihrem Beitrag für den Business Insider.
Was passiert? Durch Google News kann jeder alle wichtigen Passagen von jedem Artikel der New York Times, der Washington Post und praktisch jedes anderen Nachrichtendienstes praktisch sofort lesen.
Not surprisingly, traditional print media publications are dying, and not surprisingly their owners’ online dotcom alternatives are generating far too little revenue to pick up the slack; why pay for any content when the essence of everything is available immediately, and free, elsewhere.
Sie haben dann auch ein Lösung parat, wie man das Massensterben der traditionellen Printmedien mit einem gewissen Nachrichtenneuigkeitswert retten kann. Verschärft das US-Copyright!
Sie schlagen vor, Zeitungs- und andere journalistischen Inhalten einen besonderen Schutz einzuräumen. Danach sollen keine Teile der Geschichte einer Tageszeitung von einem Online-Aggregator wie Google wiedergegeben werden dürfen. Ausnahmen bestehen für die Kommentierung eines solchen Artikels. Für Wochenzeitungen und wöchentlich erscheinende Publikationen soll ein ähnliches Embargo für eine Woche bestehen.
Dieser Schutz seit notwendig, um den mit diesen Zeitungen verbundenen investigativen Journalismus zu schützen.
Doch was bedeutet dies? Clemons/Madhanis Vorschlag würde Zahlen und Fakten für ganze 24 Stunden urheberrechtlich schützen, denn selbst die Wiedergabe der puren Fakten wäre ein Copyright-Verstoß.
A stronger form of restriction, the “hot news doctrine”, would prevent rebroadcast not merely of the wording of the article itself, but of its essence; it’s not clear if the hot news doctrine is truly applicable or if the courts will allow the necessary extensions to make the doctrine applicable.
Neben der Durchsetzbarkeit dieser Doktrine gibt es auch noch ein anderes Problem. Diese Einschränkungen würde das grundlegende Prinzip einer ausreichenden Schöpfungshöhe betreffen und mit einer grundlegenden Copyright-Tradition der USA brechen. Auch in den USA sollen die geistigen Schöpfungen geschützt werden. Fakten sind nicht schutzwürdig. Beeinträchtigt würde auch das Recht der freien Meinungsäußerung, welches verfassungsrechtlich geschützt ist.
Nur an den News-Aggregatoren den Untergang der Pressemedien festzumachen ist zu kurz gedacht. Die Ursachen für die prekäre Wirtschaftslage der Printmedien in diesem Bereich müssen auch in der prekären Wirtschaftslage, in den fundamentalen Verschiebungen auf dem Werbemarkt und in dem Unwillen/der Unkenntnis der Zeitungsverlage gesucht werden, den Robots der Aggregatoren per robots.txt das Auslesen und den Zugan zu ihren Texten zu verbieten.
Ein wenig untergeht die Forderung der beiden nach einer generellen Revision.
We believe that copyright law needs to be revised, and made both shorter and more draconian if journalism is to survive and (2) we believe that the hot news doctrine may offer some relief to traditional media, but not in its current, 90 year old form.
Ein reiner Schwerpunkt auf Seiten des Journalismus jedoch würde dem Interessenausgleich durch ein solches Copyright zu Ungunsten der Leser/Nutzer/Kreativen verschieben. Und was mir während des Lesens auch als Frage durch den Kopf schoß:
Wird so nicht auch das Gleichgewicht zwischen den Zeitungen gestört? Sprich geschützt ist durch diese Doktrin dann nur die Zeitung, die als erstes eine Meldung veröffentlicht hat. Allen anderen ist ja durch diese Verschärfung des Copyrights eine Veröffentlichung innerhalb der nächsten 24 Stunden verboten, wenn sie keine Copyrights-Verletzung begehen möchten. Doch wie möchte man das nachweisen?
Quellen:
Clemons, Eric; Madhani, Nehal: We Need To Change Copyright Laws To Save Newspapers, Business Insider
Gehring, Robert A.: Kopierverbot für Fakten?, golem.de




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