Veröffentlicht am 14.05.2012 - 19:15 · AutorIn: ·
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Kategorie(n): Suchmaschine · Tags: , , , , , ,

Don’t be evil” ist Googles Motto, der des lieben Suchmaschinengiganten von nebenan. Wir sind bunt, lebensfroh und du kannst dein ganzes Internetleben mit Google verbringen, seien es deine Recherchen, deine E-Mails, deine Dokumente, deine Termine, deine Fahrten oder dein Freundeskreis. Google ist bequem und leicht zu merken.

Die Entwicklung, was Google alles über uns wissen kann, zeigt diese Infografik:

Mother, Can I Trust Google?
Hosted by: Online Background Check Guide

Tipps zum Verhindern von Googles Datensammelwut geben die Datenschützer des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein.

Aufmerksam geworden via:
Meier, Steffen: “Mother, can I trust Google?” – Nein, aber wem kann man das schon…, Meier meint

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Anonymes Lesen scheint noch nicht stigmatisiert zu sein, doch das wird sich ändern, sobald wir dazu übergehen, Bücher bei Amazon oder Barnes & Noble auszuleihen und nicht mehr in öffentlichen Bibliotheken. Diesen würde es nicht im Traum einfallen, unsere Daten weiterzuverkaufen, die anderen würden sich die Chance nicht entgehen lassen. Sie würden uns sogar Einkaufsgutscheine geben, wenn wir erzählen, was wir gerade lesen.” Evgeny Morozov

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Veröffentlicht am 27.11.2011 - 07:06 · AutorIn: ·
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Kategorie(n): Netzwelt, Social Web · Tags: , , , , , , , ,

 

 

 

 

Quelle: Google vs. Facebook on Privacy and Security

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Trendforscher aufgepasst! Allen Unkenrufen und kulturpessimistischen Prophezeihungen zum Trotze, hat die kürzlich vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) und dem Südwestfunk herausgegebene repräsentative JIM-Studie (Jugend, Information, (Multi-)Media) deutlich gemacht, dass die Nutzung moderner Medien nicht “alte” Medien abwertet oder eine Abnahme bei deren Nutzung eintritt. Im Gegenteil. Zeitungen und Bücher lesen sind wieder trendy. Insgesamt wurden 1.200 Jugendliche im Alter von 12 und 19 Jahren in der Zeit vom 16. Mai bis 26. Juni zu ihrem Mediennutzungsverhalten telefonisch interviewt. Beim Bücher lesen und Radio hören ist ein Anstieg zu verzeichnen. Die in Mannheim vorgestellte Studie widerlegt bestehende Zweifel und damit einhergehende Mainstreammeinungen vieler Menschen im Lande, dass Jugendliche weniger lesen und sich nur marginal für Nachrichten wie “die Tagesschau” interessieren. 44 % sind gemäß der aktuellen Studie regelmäßige Leser (1998: 38 %). (Doch was ist mit den restlichen 66 %? Handelt es sich um die Gruppe der Nichtleser? Ist es wie bei einer Wahlbeteilung deren Zustimmung bei 44 % liegt, aber der Rest der Befragten nicht zu den WählerInnen – in diesem Falle LeserInnen zählt?) E-books hingegen werden nur von einem Prozent der Befragten genutzt. Dabei sind Mädchen häufiger Leserinnen von Büchern. 42 % der befragten Jugendlichen nutzen regelmäßig Tageszeitungen, wobei 18 % Online-Zeitungen lesen.

Bei der Frage, welchem Medium Jugendliche bei einer widersprüchlichen Medienberichterstattung am ehesten Glauben schenken, waren 40 % davon überzeugt, dass dies die klassische Tageszeitung sei. 29 % vertraten die Meinung, dass dies das Fernsehen sei und 16 % vertrauten dem Radio.

Diese Tatsachen sind an sich ja nicht weiter verwunderlich, wenn  die Thesen McLuhans in Betracht gezogen werden, dass historisch aufeinanderfolgende Medien und Kulturtechniken einander nicht ersetzen, sondern jedes neue Mediem die älteren Medien in sich vereinige. Mit dem Internet oder dem Computerhandy, wie es der Spiegel nannte, können Jugendliche gleichzeitig Radio hören, Zeitung lesen und chatten. Dennoch stimmt das Leseverhalten durchaus positiv, aber was der Fernsehverhalten betrifft, stellte Thomas Langheinrich, der Präsident der Landesanstalt für Kommunikation ernüchternd fest:

“Die Ergebnisse der JIM-Studie belegen, dass auch im Internetzeitalter dem Fernsehen eine große Bedeutung zukommt. Auch für junge Menschen spielt das Fernsehen als Informationsquelle eine wichtige Rolle.“

Daraus ergeben sich ein Fernsehnutzungsverhalten von 113 Minuten täglich und  äußerst große Beliebtheitswerte bei Castingsshows:

Zwei Drittel der Mädchen und jeder vierte Junge zählen eine Castingshow zu ihren Lieblingssendungen. Am häufigsten fällt hier die Wahl auf „Deutschland sucht den Superstar“ und „Germany’s Next Topmodel“. Die Casting- und Unterhaltungsshows werden überwiegend live im Fernsehen angeschaut, nur ein kleiner Teil nutzt die Möglichkeit, diese Inhalte auf Videoplattformen, in Mediatheken oder als Livestream anzuschauen.

Mit dem vom Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen geprägten Begriff des Castinggesellschaft wird belegt, dass nicht nur Jugendliche, sondern auch bei der von der Aufmerksamkeitsökonomie geprägten “modernen Gesellschaft” Voyeurismus und Exhibitionismus in der Öffentlichkeit und in sozialen Netzwerken eine größere Rolle einnehmen. Positive Ergebnisse sind laut der Studie, dass Jugendliche das Thema Datenschutz, und Privatsphäre z.B. auf Facebook ernster nehmen und tendenziell ein kritscheres Bewußtsein hierzu entwickelten.

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Veröffentlicht am 16.11.2011 - 23:32 · AutorIn: ·
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Heute fand an der ZBW eine Veranstaltung zum Thema “Social Media in Bibliotheken – Quo Vadis?” statt. Nach drei interessanten Vorträgen gab es eine Podiumsdiskussion zu “Fanpages und Likes – Ade?”. Diese kann jetzt von all jenen, die sie nicht verfolgen konnte, nachgesehen werden…

Paneldiskussion: Privacy im Social Web – Fanpages und Likes ade? from Die ZBW on Vimeo.

[Update ] Livestream-Video wurde deaktiviert. Erstetzt durch das offizielle, bearbeitete Video zur Panel-Diskussion [/Update]

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“When governments fear the people there is liberty.
When the people fear the government there is tyranny.“

Thomas Jefferson

Als eine der Folgeerscheinungen der Anschläge des 11. Septembers 2001 wurde der „USA PATRIOT Act“ (Uniting and Strengthening America by Providing Appropriate Tools Required to Intercept and Obstruct Terrorism Act of 2001) von der US-Regierung verabschiedet. Dieses Gesetz erlaubt unangemeldete Nachforschungen des FBI in Bibliotheken. Damit ist ein ungehinderter Zugang zu Daten über die Nutzung von Medien verbunden, wenn gegen NutzerInnen ein bestimmter Verdacht vorliegt. Als vertiefende Lektüre zu den weiteren Hintergründen kann der Vortrag “Spuren des „USA PATRIOT Act“ in amerikanischen Bibliotheken” von Helga Lüdtke empfohlen werden, den sie 2007 auf dem BID-Kongress in Leipzig hielt.

In dem folgenden Video erzählt David Goodman,  Journalist der Zeitschrift “Mother Jones” von den vier BibliothekarInnen aus dem Bundesstaat Connecticut , die sich dem FBI (Federal Bureau of Investigation) und deren Forderungen entgegenstellten. Die Geschichte ist Teil eines Buchprojektes von Amy Goodman (“Democracy Now“) und ihrem Bruder David. Der Titel lautet “Standing Up to the Madness: Ordinary Heroes in Extraordinary Times”. David Goodman erklärt im Video, wieso die BibliothekarInnen zu Helden wurden. Sie widersetzten sich einem sogenannten “gag order” (Redeverbot) durch das FBI und beriefen sich dabei auf die First Amendment der amerikanischen Verfassung. 2007 wurden die BibliothekarInnen George Christian, Peter Chase, Barbara Bailey and Jan Nocek mit dem von der American Library Association (ALA) herausgegebenen “Paul Howard Award for Courage” ausgezeichnet. Die mit 1.000 $ dotierte Auszeichnung wird alle zwei Jahre verliehen und honoriert eine Bibliothek, eine Gruppe oder Individuen aus, die ungewöhnlichen Mut an den Tag legten. Zu Beginn wurden die Namen der BibliothekarInnen nicht veröffentlicht und deshalb wurde hierfür der  Sammelname John Doe verwendet. Li Chen formulierte deren Zivilcourage folgendermaßen:

“Throughout their ordeal the John Does fought for basic library principles, in particular a library user’s right to confidentiality.[..] The John Does protected a fundamental constitutional issue at great personal and emotional expense with the real threat of criminal proceedings hanging over them. It was this act of courage that led the John Does to become champions not only for library service in the post–9/11 era, but also for democracy in the United States.”

Am 1. März diesen Jahres verlängerte Barack Obama die Gültigkeit des „USA PATRIOT Act“ um ein weiteres Jahr.

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Veröffentlicht am 05.09.2010 - 17:39 · AutorIn: ·
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Kategorie(n): Netzwelt · Tags: , , , , , ,

Dass wir ein digitales Müllproblem haben, machte Bruce Schneier bereits auf der RSA-Konferenz 2008 deutlich. Im Juli diesen Jahres stellten Informatiker der Universität des Saarlandes eine mögliche Lösung vor.

Noch sind die Entwicklungen in einem Anfangsstadium, aber dennoch kommen nun Forderungen seitens der Politik, dass Daten in sozialen Netzwerken mit einem Verfallsdatum versehen werden. Justizstaatsekretär Max Stadler bekräftigte, dass man aber seitens der Politik keine gesetzliche Regelung anstrebe. Er sähe in einer solchen Lösung einen ersten Schritt zu mehr Netzsicherheit, die vor allem Jugendlichen zu Gute käme. Am besten wäre, dass die Netzwerkbetreiber dies freiwillig anbieten würden. Der Justizstaatssekretär sieht die Gefahr, dass Daten miteinander verknüpft und so Bewegungsprofile von Bürgern erstellt werden könnten. Davor müssten besonders Jugendliche geschützt werden.

Vor Ablauf des Verfalldatums bekäme der Nutzer eine Erinnerungsmail und müsste dann ausdrücklich bestätigen, dass seine Daten weiter im Netz sichtbar sein sollen. Dass dies technisch machbar sei sähe Stadler beispielsweise bei Verfallsoptionen, die seitens der Betreiber von Online-Spielen angeboten werden.

Ein sicherlich auch wirksamer Schutz ist, wenn die Internetznutzer gut über die Regeln und Gefahren des Netzes aufgeklärt werden. Medienkompetenz ist ein wichtiger Faktor. Die geplante Stiftung Datenschutz soll aufklären und durch Sigel ähnlich wie die Stiftung Warentest gute Seiten von schlechten unterscheidbar machen. Für mehr Datenschutz und etwas Vermittlung von Medienkompetenz kann sie sicherlich eine wichtige Aufgabe übernehmen aber sie kann jedoch nicht alle Probleme lösen.

Quellen:
Verfallsdatum für Facebook-Inhalte, Futurezone.orf.at
Verfallsdatum für Inhalte auf Facebook gefordert, Winfuture.de
Justizstaatssekretär regt Verfallsfrist für Daten in sozialen Netzwerken an, heise online

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Nicht alles, was man ins Netz hochlädt, soll auf Dauer dort stehen bleiben. Der Sicherheitsexperte Bruce Schneier warnte auf der RSA-Konferenz 2008 in London bereits deutlich davor, dass es viele private Informationen gibt, die digital vorliegen und eine Nachvollziehbarkeit unseres Lebens ermöglichen. Anbieter wie Facebook und andere sozialen Netzwerke zeigen, dass persönliche Daten miniaturisiert werden und besser miteinander verknüpft werden können. Besonders problematisch ist, dass die heute noch wahrnehmbare Überwachung somit mehr und mehr in den Hintergrund verschwindet und auch Bilder lassen sich auch immer besser zuordnen. Die zunehmend besseren Speicherkapazitäten und bessere Rechenleistungen ermöglichen es, immer mehr Daten zu erfassen und zu bearbeiten. Dadurch entstehen ungeheure Mengen verknüpfbarer Daten.

Informatiker der Universität des Saarlandes haben eine mögliche Lösung entwickelt, bei der Daten und Bilder (Inhalte) bereits beim Hochladen mit einem Verfallsdatum bedacht werden können. Dazu müssen die Inhalte vorher verschlüsselt werden und die Schlüssel dann auf mehreren Servern abgelegt werden. Zum Lesen der Daten benötigt man diesen Schlüssel, welcher ganz automatisch vom Rechner vom Server angefordert wird. Die Ver- und Entschlüsselung läuft dabei im Hintergrund und wird von einem Browser-Add-on übernommen. Wie es funktioniert, zeigt auch ein downloadbares Video :video: (*.wmv) der Wissenschaftler.

Für den Nutzer, der nicht möchte, dass seine Partyfotos auch noch Jahre später auf Facebook sichtbar sind, kann beim Einstellen der Fotos bei Facebook auch gleich ein Verfallsdatum eintragen. Die Schlüssel, die dann zum Ansehen der Bilder notwendig sind, werden von den Servern automatisch nach Ablauf des Datums gelöscht und es werden keine neue mehr ausgestellt. Die Bilder (Daten) können danach nicht mehr aufgerufen werden. Einen zusätzlichen Schutz bietet ein Captchas-System.

Auf diese Art und Weise soll der Einzelne Kontrolle übe seine Daten erhalten. So können Suchmaschinen nicht automatisch Zugriff auf alle Daten erhalten. Außerdem könne man so einmal veröffentlichte Bilder auch wieder komplett löschen. Dieses Verschlüsselungssystem soll auch eine wirksame Hürde für die Cache-Funktion der Suchmaschinen sein, die Daten auch dann noch zur Verfügung stellen, wenn die ursprüngliche Quelle bereits längst gelöscht sind. Diese vollautomatische Speicherung sorgt mit dafür, dass das Internet ein Elefantengedächtnis hat und das Verfahren könnte vielleicht das wahre Müllproblem unserer Informationsgesellschaft lösen, nur kaum eine Verschlüsselung ist ungeknackt geblieben und die ursprünglichen Originaldaten bleiben trotz verfallenem Schlüssel erhalten, auch wenn sie ohne Schlüssel nicht sichtbar gemacht werden können.

Quelle:
Klingler, Anita: Saarbrücker Forscher erfinden Ablaufdatum für Netzinhalte, ZDNet.de

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Veröffentlicht am 26.05.2010 - 18:20 · AutorIn: ·
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Kategorie(n): Datenschutz, E-Books · Tags: , , , , , ,

Wer auf dem Kindle von Amazon liest, sollte drauf achten, dass der Inhalt des Kindle jugendfrei ist, denn Amazon schnüffelt auf seinen Lesegeräten.

Amazon und will Nutzer seines E-Book-Readers künftig vernetzen. Damit das klappt, schaut Amazon ihnen beim Lesen über die Schulter und merkt sich, welche Textpassagen Leser spannend finden.

Kindle, "1984"

Big Brother is watching you

Graus, das spricht dagegen, dass ich mir einen Kindle anschaffe. Ich möchte meine Bücher allein lesen. Das ist ewas sehr Privates. Sicherlich unterhalte ich mich über Bücher und empfehle sie weiter: Für alle, die es genau wissen wollen, zur Zeit lese ich:

Morton, Kate: Der verborgene Garten. – Diana Verlag, München, 2010 – Taschenbuch mit der ISBN: 978-3-453-35476

Ich empfehle dieses spannende Buch, weil ich es toll finde, aber eines möchte ich nicht, dass Amazon mir dabei über die Schulter schaut und herausfindet, dass ich mich dabei mit einer Lesegeschwindigkeit von zweimal acht Minuten vorwärts bewege. Soviel dazu…

Also, was hat Amazon vor. Amazon will das Lesen in eine neue Stufe heben und den Leser aus seinem stillen Kämmerlein holen, um ihn mit anderen Lesern zu vernetzen: LESEN 2.0. Zukünftig soll man aus dem Kindle heraus andere mit Textstellen in Twitter oder bei Facebook bombardieren können. Außerdem soll sich jeder Kindle-Nutzer anzeigen lassen können, welche Textstellen durch andere hervorgehoben worden sind. Dazu wird der Kindle “nach Hause telefonieren“.

Technisch ist das kein Problem, da alle Kindle-Reader ja sowieso über Internet mit Amazon-Rechnern in den USA verbunden sind und die Gerätesoftware sowieso dafür sorgt, dass der Reader mit ihnen Kontakt aufnimmt. “Big Brother is watching you” trifft wohl zunehmend zu. Auf diese Weise kann Amazon bereits jetzt auslesen, welche Bücher man liest. Zukünftig filtert man einfach noch heraus, welche Textpassagen beim Lesen unterstrichen worden sind.

Natürlich sind die Daten nicht personalisiert, aber die Textmarkierungen sollen auf der Website des Online-Buchhändlers für Hitlisten ausgewertet werden. Dies zeit eine Betaversion der neuen Funktion:
Most Highlighted Passages of All Time

Auf der Seite kann man entdecken, dass mehr Kindle-Leser Dan Browns “Lost Symbol” intensiv lesen als die Bibel.

Die Kindle-Leser haben dies Möglichkeit des Spielens mit positiver Resonanz aufgefasst, weil viele sie für interessant und hilfreich halten? Ist sie das aber auch? Welchen Mehrwert bringt es mir, dass ich weiß, dass ca. 1800 Leser Passage XY unterstrichen haben? Den Mehrwert außer der Befriedigung einer Spanner-Neugier muss ich wohl noch entdecken.

Lesen ist für mich in vielen Fällen ein Rückzug in die Privatheit, ein Abgeschlossensein von äußeren Einflüssen, wenn ich da an das Lesen von Romanen denke. Bei wissenschaftlichen Büchern ist es vielleicht anders, aber da lese ich ein Buch unter einem bestimmten Aspekt. Kann es mir dabei weiterhelfen zu sehen, wie 20 andere ganz andere Passagen für wichtig erachteten? Kontakt zu diesen Lesern kann ich nicht aufnehmen, da aus datenschutzrechtlichen Gründen (vermutlich eine reine Frage der Zeit und des Geldes, bis wann dies unüblich ist) sämtliche Daten anonymisiert sind. Ganz im Opt-out-Verfahren von Datenkraken wie Facebook, Google & Co kann man die Funktion deaktivieren. Damit bestraft man sich aber selbst. Um andere nützliche Funktionen des E-Book-Readers nutzen zu können, muss man diese Funktion aktiviert haben.

Auch us-amerikanische Datenschützer, wie Larry Ponemon haben Bedenken, denn schließlich kann man mehr noch als an den gelesenen Büchern anhand der unterstrichenen Passagen Aussagen über einen Menschen treffen. Zwar sind die weitergegebenen Daten anonym, aber wie sieht das in der Datenbank des Online-Buchhändlers aus? Dort sind die Daten sicherlich und dem Namen des Kindle-Nutzers gespeichert und werden sicherlich auch ausgewertet.

Amazon erfährt so noch wesentlich mehr über seine Kunden, von denen er ja bereits jetzt weiß, welche Bücher und CDs er so kauft, um dann über sein Empfehlungssystem passende Informationen zu empfehlen. Der Onlinehändler merkt sich genauso, welche Suchanfragen sein Kunde gestellt hat, wo er kommentiert und rezensiert hat und natürlich wieviel Geld er bei Amazon gelassen hat. Dann wartet der Medienriese mit passenden Kaufempfehlungen für exakt diesen Käufer auf, um noch mehr Geld zu erhalten.

Nun möchte man eigentlich meinen, Amazon wäre lernfähig. Sein E-Book-Reader geriet erst Juli letzten Jahres ins Visier der Datenschützer, als Amazon ohne große vorherige Ankündigung E-Books (George Orwells Klassiker “Farm der Tiere” und “1984″) auf den Lesegeräten seiner Kunden aus “urheberrechtlichen” Gründen löschte :video: . Die Electronic Frontier Foundation (EFF) steht daher dem Kindle wie jedem anderen funkgesteuerten E-Book-Reader krititsch gegenüber. Solche Geräte räumen E-Book-Anbietern wie Amazon die Macht ein, sich via Internet in die elektronischen Lesegeräte einzuklinken und dort dem Besitzer bei etwas sehr Privatem über die Schulter zu schauen und Daten über ihn zu sammeln, ohne dass dieser sich ernsthaft dagegen verwehren kann. Die Geräte sind teuer genug erworben worden, ohne dass man dafür noch dauerhaft mit privaten Daten bezahlt. Und ganz ehrlich, wer würde sich gerne bei einem Techtelmechtel mit mit dem Bergdoktor oder den gehauchten Liebesbeteuerungen von Hedwigs Courths-Mahler erwischen lassen? :wink:
Aufgepasst: Big Brother Is Watching You!

Quelle:
Krüger, Alfred: Amazon liest mit, ZDF heute.de

Bild: derecholaeer bei Flickr.com unter CC-BY

Mehr:
Ingram, Mathews: Amazon Starts Sharing What You’ve Highlighted on Your Kindle, Gigaom (03.05.2010)
[Hugendick, David]: Contra Amazon: Du liest nicht allein!, Zeit online
[Klopp, Tina]: Du bist nicht allein! Du bist einer von ihnen, Zeit online

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Veröffentlicht am 25.05.2010 - 18:48 · AutorIn: ·
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Kategorie(n): Datenschutz · Tags: , , , , ,

Bereits Ende Januar flimmerte der Bericht über den Äther. Nano berichtete auf 3sat über Google:

Sammeln, nicht suchen: die Datenkrake Google :video:

Neben den ungeheuren Datenmassen macht auch der Datenschutz bei Google vielen Sorgen. Im verschriftlichten Bericht heißt es dazu:

Probleme mit dem Datenschutz stellte “Privacy International” auch bei anderen Firmen fest, sie seien aber nirgends so schwerwiegend, heißt es in der Untersuchung.

Auch wir haben hier schon vor über einem Jahr berichtet, auf welche Daten Google zugreifen kann:
Was Google über uns weiß …

Mit dem letzten Vorkommnis setzte Google dem Ganzen die Krone auf. So hat Google mit dem durch die Straßen fahrenden Google-Street-View-Wägen auch offene WLAN-Netze ausspioniert, die Daten nicht nur erfasst sondern auch gespeichert. Hier zeigt sich, was für Google technisch möglich ist. Was aber das Schlimmste ist, ist die Tatsache, dass dann nicht gefordert wird, diese unrechtmäßig bezogenen Daten zu löschen, sondern dass die Politik darüber nachdenkt, diese selbst zu verwenden.

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