Archivalia berichtete bereits am 13. Dezember 2012 über den Säurefraß  vieler wertvoller Bücher der Würzburger Universitätsbibliothek. Drei Millionen Bücher, Handschriften und Zeitungen besitzt die Universitätsbibliothek in Würzburg. Ein Viertel davon braucht dringend Hilfe. Die braune Färbung der Buchseiten verrät, dass hier der Säurefraß am Werk ist. Momentan fehlt der Etat zur Rettung des Kulturguts.
Nicht nur zur Weihnachtszeit ist es möglich die Restaurierungsarbeiten durch den Kauf von Karten im Online-Shop der Bibliothek zu unterstützen. Doch eigentlich wird wohl durch den Verkauf solcher Karten nur ein kleiner Bruchteil Bücher retten. Welche Lösungen wären nachhaltiger? Eigentlich gibt es viele Anna-Amalia-Bibliotheken in Deutschland - selbst wenn es dort “nur” im übertragenen Sinne brennt. Denn nicht nur der Säurefraß bedroht die Bücher und Handschriften, sondern auch der Faktor Zeit ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, der den Erhalt der Kulturgüter gefährdet.

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Die Schwarmfinanzierung für alle, die ein risikoloses Abenteuer nicht scheuen. Warum nicht einmal die ausgetretenen Pfade verlassen? Spaß haben und Nervenkitzel statt Verbissenheit und überstrapazierte Geduld bei Projektanträgen. Was ist dieses Crowdfunding? Im übergeordneten Sinne: Fundraising. Der Nutzen: Projekte ins Laufen bringen, sie bestenfalls zu finanzieren, mindestens jedoch neu zu bewerten. Und die Crowd, die (virtuelle) Gemeinschaft, aktivieren, binden, nutzen. Was ist das Prinzip hinter Crowdfunding, wie funktioniert es, was ist das Wesentliche daran? Was passiert mit dem Geld, wo kommt es her und wie erfolgreich ist Crowdfunding? Beispiele zeigen: ja, es funktioniert. Anwendungsbereiche gibt es unter bestimmten Kriterien auch in Bibliotheken. Warum also nutzen unsere Bibliotheken Crowdfunding nicht?Ilona Munique

Ilona Munique hatte vor wenigen Tagen das Thema Crowdfunding für Bibliotheken auf die Agenda gebracht und hierzu einen Artikel in der Februarausgabe 2013 in der Zeitschrift Bibliotheksforum Bayern angekündigt. Hierzu bietet sie sogar Seminare und Kurzvorträge an. Wenn Crowdfunding mittlerweile so erfolgreich in den USA mit Kickstarter und vielen anderen mit Bibliotheksprojekt funktioniert, die eher einen ungewöhnlichen und nicht öffentlich finanzierten Charakter haben, dann wäre es doch einen Versuch wert ein Wagnis einzugehen, dass am Ende durchaus erfolgsversprechend ein kann. Warum sollte es nicht auch hierzulande mit Bibliotheksprojekten wie Bücherschränken, Büchereien für Asylbewerber oder einem lokalen eigenen Projekt Ingeborg in der eigenen Stadt klappen?

Brooklyn ist ein Stadtbezirk von New York City, in dem viele Büchernarren und -liebhaber leben. Wer die Straßen an bestimmten Wohnviertel entlanggeht, wird ein informelles und anonymes Buchverleih- und Teilsystem bemerken.Es gibt haufenweise Stapel von Taschenbüchern und Bücher im Hardcoverformat, die auf Bürgersteigen or Treppenstiegen herumliegen und für jeden Passanten verfügbar sind, der nach einem guten Roman oder einem Kochbuch aus dem Jahr 1972 sucht. Diese Tradition ist der Tatsache zu verdanken, dass viele Wohnungen, Zimmer und Appartments nur begrenzten Platz bieten. Zudem spricht es dafür, dass die Menschen dort das geschriebene Wort äußerst wertschätzen, wie an zahlreichen Buchläden, Öffentlichen Bibliotheken und Cafés zu erkennen ist, da diese verhältnismäßig viele Möglichkeiten bieten mit Büchern in Berrührung zu kommen. Nun haben sich im Digitalzeitalter die Formate verändert und elektronische Lesegeräte sind auf dem Vormarsch, was das Kommunikationsverhalten und die Erfahrungen verändern, wie wir das geschriebene Wort erfahren.

“The Hundred Story House” soll ein interaktive Kunst im öffentlichen Raum sein. Es bietet darin Platz für hunderte von Büchern, die von den Anwohnern ausgeliehen werden können. Mittlerweile wurde das Projekt mit ca. 13.500 $ via Kickstarter co-finanziert. Das Prinzip lautet “take-a-book – leave-a-book”. Ziel ist es das Buch als physisches Objekt zu feiern und die Freude daran zu vermitteln, was die Vorzüge des Haptischen ausmachen.

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Veröffentlicht am 29.08.2012 - 07:05 · AutorIn: ·
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Support local libraries by bringing awareness to the vital role libraries plays in the community and education ecosystem.

Quelle: Support Your Local Library, StateStats

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“Mit der Spaßgesellschaft wuchs der Serviceanteil öffentlicher Einrichtungen in Konkurrenz mit dem «privaten» Markt. Auch Bibliotheken und Büchereien dürfen nicht mehr sein, was sie waren. Sie waren nämlich nicht effizient genug, nicht kostendeckend. Als ob derartige öffentliche Einrichtungen je Kosten decken könnten.” Haimo L. Handl, 24.6.2012

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Der folgende Vortrag wurde am 17 Mai 2012 auf der Ignite in Fort Collins gehalten.

Quelle: Facebookfanseite “Libraries Are Essential” vom 23. Mai 2012

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Ray Bradbury (1921-2012)

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“Als der Höhepunkt erreicht war, gaben sich die Bibliothekare schließlich zu erkennen und nannten den wahren Hintergrund der Aktion: “A vote against the library, is like a vote to burn books”.” Stefanie Hotze am 15.01.2012

Nachdem Steffi Hotze am 15.01. diesen Jahres über die werbewirksame “Book Burning – Aktion” der Troy Library (im Bundesstaat Michigan) berichtete, will ich an dieser Stelle das Video anfügen. Es ist nun seit kurzem auf Vimeo in zwei verschiedenen Versionen frei verfügbar.

“Troy, Michigan couldn’t afford to keep its library open, so it scheduled a vote for a tax increase. A strong anti-tax group waged a dominating campaign against it. Posing as a political group, we posted signs around town that said, “Vote to close Troy library Aug 2, book burning party Aug 5.” We invited everyone to our Facebook page, adding Twitter, Foursquare, want ads, flyers and more to drive engagement. The campaign became international news as outcry over the idea of burning the library’s books drowned out the opposition and galvanized support for the library – which won by a landslide.”

Leo Burnett Detroit

 

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Überall sind Bibliotheken von der Schließung bedroht. Wenn es gut läuft, dann können Proteste oder ähnliches eine Schließung verhindern. Wenn die Stadt allerdings ankündigt, dass man die Bibliothek nur retten kann wenn man die Steuern erhöht, dann ist der Kreis derjenigen die für einen sind plötzlich erschreckend klein.

So geschehen in Troy, Michigan. Die Stadtbibliothek konnte nur durch eine Steuererhöhung von 0,7% gerettet werden, aber zahlen wollten das die Wenigsten.

Was also tun? Nun ja, sagen wir so: Harte Zeiten, erfordern harte Maßnahmen.

Es wurde Stimmung gemacht, die Bevölkerung lehnte eine Steuererhöhung ab. Es sollte dazu eine Abstimmung geben.

Was also tun die Bibliothekare? Sie machen das Gegenteil von dem was man erwartet, unter dem Deckmantel der Anonymität. Sie verteilten Plakate auf denen zu einer “book burning party” aufgerufen wurde. Sie verbreiteten die Aktion auf großen sozialen Plattformen (Facebook) und drehten Videos von brennenden Büchern. Sie suchten in der Zeitung nach Unterhaltungskünstlern für die Veranstaltung. Niemand wusste wer dahinter steckte, aber es löste eine Welle der Entrüstung aus.

Buchverbrennung ist nicht lustig und so war der Ansturm auf die Seiten groß. In der Tat schlug es so große Wellen dass es Politik und internationale Presse beschäftigte.

Als der Höhepunkt erreicht war, gaben sich die Bibliothekare schließlich zu erkennen und nannten den wahren Hintergrund der Aktion: “A vote against the library, is like a vote to burn books”.

Viele Leute bekundeten daraufhin ihre Sympathie mit der Bibliothek und der Aktion und am Tag der Abstimmung gab es ein Happy End. Die Stadtbibliothek von Troy konnte erhalten werden.

Dieses Video fast die Geschehnisse nochmal schön zusammen:

Book Burning Party


  

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“Als Mitglied der Generation der digital immigrants – die gibt es auch – werde ich mein ganzes Leben lang ein leidenschaftlicher Liebhaber öffentlicher Bibliotheken sein, sie sind der Ort, in dem zumindest meine Generation seine primäre kulturelle Bildungssozialisation empfangen hat. Umso zorniger macht es mich bis heute, dass öffentliche Bibliotheken im Vergleich zu Theatern, zu Museen oder Konzerthäusern eigentlich über keine Lobby verfügen, in der Medienöffentlichkeit gerade hier in Berlin. Es ist gerade wieder eine große Bürgerbewegung für ein von der Schließung bedrohtes Boulevardtheater gebildet worden. Wenn Stadtbibliotheken oder Bezirksbibliotheken oder ihre Dependancen geschlossen werden, finden sie keine entsprechenden Proteste in den Medien. Ich glaube, besonders an dieser traditionellen Institution können wir bestens die Chancen des neuen digitalen Zeitalters ablesen. Ich denke, von nun an kann fast jede Bibliothek ein – im besten Sinne – Doppelleben führen, eine Doppelexistenz im virtuellen Raum des Netzes und als physische Institution. Gerade am Beispiel der Bibliotheken können wir auf sehr produktive Art und Weise die wechselseitige Durchdringung von alten und neuen Medien veranschaulichen und auch gemeinsam erleben.

Prof. Dr. Klaus Siebenhaar (Laudatio zur Verleihung des Biene-Award 2008, am 30. Januar 2009)

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