Cats in the Blue

3.05.2010 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |

Short animated movie from Australia by Ari Gibson and Eddie White. The poem is written by Eddie White and read by Nick Cave.

Von Katzen

15.03.2010 | von Dörte Böhner | 2 Kommentare » |

Von Katzen Theodor Storm (1817-1888) Vergangnen Maitag brachte meine Katze Zur Welt sechs allerliebste kleine Kätzchen, Maikätzchen, alle weiß mit schwarzen Schwänzchen. Fürwahr, es war ein zierlich Wochenbettchen! Die Köchin aber - Köchinnen sind grausam, Und Menschlichkeit wächst nicht in einer Küche - Die wollte von den sechsen fünf ertränken, Fünf weiße, schwarzgeschwänzte Maienkätzchen Ermorden wollte dies verruchte Weib. Ich half ihr heim! - der Himmel segne Mir meine Menschlichkeit! Die lieben Kätzchen, Sie wuchsen auf und schritten binnen kurzem Erhobnen Schwanzes über Hof und Herd; Ja, wie die Köchin auch ingrimmig drein sah, Sie wuchsen auf, und nachts vor ihrem Fenster Probierten sie die allerliebsten Stimmchen. Ich aber, wie ich sie so wachsen sahe, ich preis mich selbst und meine Menschlichkeit. - Ein Jahr ist um, und Katzen sind die Kätzchen, Und Maitag ist's! - Wie soll ich es beschreiben, Das Schauspiel, das sich jetzt vor mir entfaltet! Mein ganzes Haus, vom Keller bis zum Giebel, Ein jeder Winkel ist ein Wochenbettchen! Hier liegt das eine, dort das andre Kätzchen, In Schränken, Körben, unter Tisch und Treppen, Die Alte gar - nein, es ist unaussprechlich, Liegt in der Köchin jungfräulichem Bette! Und jede, von den sieben Katzen Hat sieben, denkt euch! sieben junge Kätzchen, Maikätzchen, alle weiß mit schwarzem Schwänzchen! Die Köchin rast, ich kann der blinden Wut Nicht Schranken setzen dieses Frauenzimmers; Ersäufen will sie alle neunundvierzig! Mir selber, ach, mir läuft der Kopf davon - O Menschlichkeit, wie soll ich dich bewahren! Was fang ich an mit sechsundfünfzig Katzen! (Quelle)

Gedanken zum Neuen Jahr

1.01.2010 | von Doreen Thiede | Keine Kommentare » |

Ein neues Buch, ein neues Jahr Theodor Fontane Ein neues Buch, ein neues Jahr was werden die Tage bringen? Wirds werden, wie es immer war, halb scheitern, halb gelingen? Ich möchte leben, bis all dies Glühn rücklässt einen leuchtenden Funken. Und nicht vergeht, wie die Flamm im Kamin, die eben zu Asche gesunken.

[Adventskalender] 24. Dezember

24.12.2009 | von Katharina Lachmann | 2 Kommentare » |

Des Forschers Heiligabend oder: Deadline 24th December Gerhard Frank [caption id="" align="alignright" width="240" caption="Frohes Fest"][/caption] Es ist schon still im Institut, sogar das Telefax jetzt ruht. In sanftem Licht bei schwachem Scheine stehen die Terminals alleine. Schneeflocken fallen leis' und sacht', weil das der Bildschirmschoner macht, ganz lautlos über'n Monitor. Kein Druckerschnarren dringt an's Ohr, nur die Standby-Diode brennt und flackert leicht. Es ist Advent. Da schließt der Forscher ohne Eil' g'rad' noch sein letztes Backupfile. Und als er legt die Akten hin, geht ihm so manches durch den Sinn. Er denkt an die Vergangenheit: "Von wegen gute alte Zeit! Manch' Stund' hat man mit Zeug verbracht, das heut' der Rechner ruck-zuck macht." Er denkt mit mitleidsvoller Mine an Blaupapier und Schreibmaschine und an das Warten auf die Post - wochenlang von West nach Ost. Heut' mit dem Fax, da geht das fix, und E-Mail erst: null-komma-nix, schon sind die Daten über'n Bus. So kommt er zu dem festen Schluß: "Heut' hat man's besser, keine Frage!" Und jetzt geht's in die Feiertage. Er hatte sich fest vorgenommen, nicht allzu spät nach Haus zu kommen. Heiligabend muß vor allen Dingen ihm Ruhe und Erholung bringen. Doch als er sich zum Heimgeh'n wandt', fällt ihm sein Schlüssel aus der Hand.

[Adventskalender] 23. Dezember

23.12.2009 | von Doreen Thiede | Keine Kommentare » |

Die Weihnachtsmaus James Krüss Die Weihnachtsmaus ist sonderbar (sogar für die Gelehrten), denn einmal nur im ganzen Jahr entdeckt man ihre Fährten. Mit Fallen oder Rattengift kann man die Maus nicht fangen. Sie ist, was diesen Punkt betrifft, noch nie ins Garn gegangen. Das ganze Jahr macht diese Maus den Menschen keine Plage. Doch plötzlich aus dem Loch heraus kriecht sie am Weihnachtstage. Zum Beispiel war vom Festgebäck, das Mutter gut verborgen, mit einem Mal das Beste weg am ersten Weihnachtsmorgen. Da sagte jeder rundheraus: "Ich hab es nicht genommen! Es war bestimmt die Weihnachtsmaus, die über Nacht gekommen." Ein andres Mal verschwand sogar das Marzipan von Peter, was seltsam und erstaunlich war, denn niemand fand es später. Der Christian rief rundheraus: "Ich hab es nicht genommen! Es war bestimmt die Weihnachtsmaus, die über Nacht gekommen." Ein drittes Mal verschwand vom Baum, an dem die Kugeln hingen, ein Weihnachtsmann aus Eierschaum nebst andern leckren Dingen. Die Nelly sagte rundheraus: "Ich habe nichts genommen! Es war bestimmt die Weihnachtsmaus, die über Nacht gekommen." Und Ernst und Hans und der Papa, die riefen: "Welche Plage! Die böse Maus ist wieder da, und just am Feiertage!" Nur Mutter sprach kein Klagewort. Sie sagte unumwunden: "Sind erst die Süssigkeiten fort, ist auch die Maus verschwunden!" Und wirklich wahr: die Maus blieb weg, sobald der Baum geleert war, sobald das letzte Festgebäck gegessen und verzehrt war. Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus - bei Fränzchen oder Lieschen - da gäb es keine Weihnachtsmaus, dann zweifle ich ein bisschen! Doch sag ich nichts, was jemand kränkt! Das könnte euch so passen! Was man von Weihnachtsmäusen denkt, bleibt jedem überlassen!

[Adventskalender] 22. Dezember

22.12.2009 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |

Vom Schenken Joachim Ringelnatz [caption id="" align="alignright" width="240" caption="Schneemann"][/caption] Schenke groß oder klein, aber immer gediegen. Wenn die Bedachten die Gabe wiegen sei dein Gewissen rein. Schenie herzlich und frei. Schenke dabei, was in dir wohnt an Meinung, Geschmack und Humor, so daß die eigene Freude zuvor dich reichlich belohnt. Schenke mit Geist ohne List. Sei eingedenk, daß dein Geschenk du selber bist.

[Adventskalender] 21. Dezember

21.12.2009 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |

Weihnachten 1944 (Als ich keinen Urlaub bekam) Heinz Erhardt [caption id="" align="alignright" width="160" caption="Winternacht"][/caption] Wenn es in der Weltdezembert und der Mond wie ein Kamembert gelblich rund, mit etwas Schimmel angetan, am Winterhimmel heimwärts zu den Seinen irrt und der Tag stets kürzer wird - sozusagen wird zum Kurztag - hat das Christkindlein Geburtstag! Ach, wie ist man dann vergnügt, wenn man einen Urlaub kriegt. Andrerseits, wie ist man traurig, wenn es heißt: "Nein, da bedaur ich!" Also greift man dann entweder zu dem Blei oder der Feder und schreibt schleunigst auf Papier ein Gedicht, wie dieses hier: Die Berge, die Meere, den Geist und das Leben hat Gott zum Geschenk uns gemacht; doch uns auch den Frieden, den Frieden zu geben, das hat er nicht fertiggebracht! Wir tasten und irren, vergehen und werden, wir kämpfen mal so und mal so ... Vielleicht gibt's doch richtigen Frieden auf Erden? Vielleicht grade jetzt? -- Aber wo? ... Quelle: Das große Heinz Erhardt Buch, Bertelsmann Club, 1984, S. 307-308

[Adventskalender] 20. Dezember

20.12.2009 | von Doreen Thiede | Keine Kommentare » |

Ein Winterabend Georg Trakl [caption id="" align="alignright" width="240" caption="Winterabend"][/caption] Wenn der Schnee ans Fenster fällt, Lang die Abendglocke läutet, Vielen ist der Tisch bereitet Und das Haus ist wohlbestellt. Mancher auf der Wanderschaft Kommt ans Tor auf dunklen Pfaden. Golden blüht der Baum der Gnaden Aus der Erde kühlem Saft. Wanderer tritt still herein; Schmerz versteinert die Schwelle. Da erglänzt in reiner Helle Auf dem Tische Brot und Wein.

[Adventskalender] 18. Dezember

18.12.2009 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |

Die hohen Tannen atmen heiser Rainer Maria Rilke [caption id="" align="alignright" width="240" caption="Gefrorene Äste und Beeren"][/caption] Die hohen Tannen atmen heiser im Winterschnee, und bauschiger schmiegt sich sein Glanz um alle Reiser. Die weißen Wege werden leiser, die trauten Stuben lauschiger. Da singt die Uhr, die Kinder zittern: Im grünen Ofen kracht ein Scheit und stürzt in lichten Lohgewittern, - und draußen wächst im Flockenflittern der weiße Tag zur Ewigkeit.

[Adventskalender] 17. Dezember

17.12.2009 | von Katharina Lachmann | Keine Kommentare » |

Advent Rainer Maria Rilke [caption id="" align="alignright" width="160" caption="Kerze"][/caption] Es treibt der Wind im Winterwalde Die Flockenherde wie ein Hirt, Und manche Tanne ahnt, wie balde Sie fromm und lichterheilig wird, Und lauscht hinaus. Den weißen Wegen Streckt sie die Zweige hin - bereit, Und wehrt dem Wind und wächst entgegen Der einen Nacht der Herrlichkeit.