Google lässt seine Bibliothek erforschen

20.07.2010 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |

Google hatte mit Google Books 2004 ein Projekt angestoßen, dass gar nicht durchdacht war. Ziel war es einfach, alles Wissen der Welt online sichtbar zu machen und dazu zählen auch Bücher. Doch was anfangen mit diesem Projekt? Wie dieses optimal gestalten und allen zugänglich machen? Urheberrechte? Anfangen und machen hieß erstmal. Das Google Books settlement diente dazu, unter anderem die Copyright-Fragen zu klären. Auch sonst verlässt man sich da bei Google in aller Ruhe auf Gerichtsentscheidungen. Doch wie kann man die Bücher den Nutzern besser zugänglich machen? Um den Nutzen seiner rasch wachsenden Online-Bibliothek besser erfassen zu können, gibt Google dieses und nächstes Jahr je eine halbe Million Dollar aus. Finanziert werden damit zwölf Projekte unter verschiedenen Fragestellungen und außerdem weden Tausender der online zugänglichen Bücher geprüft. Google is hoping the research will validate its long-held belief that making electronic copies of old books will bring greater enlightenment to the world. Damit will man auch den Vorwurf entkräften, Google, welches das Copyright mit Füßen tritt, würde Bücher nur digitalisieren, um den eigenen Profit zu steigern. Zu den Gewinnern von Googles "Digital Humanities Awards" gehört auch ein Projekt der George Mason University, welches durch tiefere Analysen des Vokabulars zeitgenössischer Bücher ein genaueres Porträt des Viktorianischen Zeitalters zeichnen möchte. Das Projekt am Magdalen College Oxford erstellt einen Index übersetzter europäischer Literatur des Zeitraums von 1701-1917 (Bibliotheca Academica Traslationum), um die Änderungen der Übermittlung von Wissen innerhalb dieser Periode zu untersuchen. Andere Forscher der University of California, Los Angeles und der University of Washington erforschen Werkzeuge und Techniken zur automatisierten ...

Google Editions coming soon

20.07.2010 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |

Das iPad hat eingeschlagen wie eine Bombe und Apple-Jünger gieren nach Inhalten. Der Kindle ist eine weitere Erfolgsgeschichte. Apple, Amazon, aber wo ist der Internetgigant Google? Verschläft er hier einen Markt? - Nein, ist wohl die richtige Antwort, aber unklar ist, wie Google seine Konkurrenten bei ihrer Markteroberung stören möchte. So will Google mit seinem "Cloud Bookstore" - besser bekannt als Google Editions irgendwann in diesem Sommer über vier Millionen Bücher verfügbar machen. Was jedoch ist über Google Editions bekannt. Das ist nicht viel. Google Editions sollte Ende Juni bis Juli starten, wie das Wallstreet Journal berichtet. Bisher hat man von Editions noch nicht viel gehört. Vermutlich wird Google Editions erstmal mit den Büchern starten, die freiwillig von den Verlegern bereitgestellt wurden. Das betrifft eine Größenordnung zwischen 400.000 und 600.000 Bücher für den Start. Das ist mehr als Apple derzeit in seinem gesamten iBookstore hat. Es könnten mehr sein, doch das Googlebooks-Settlement (GBS) ist bis jetzt nicht zustande gekommen. Daher können die durch Google eingescannten Bücher (Google Books), die noch immer durch das Urhberrecht geschützt sind, nicht mit angeboten werden. Google hat zudem nicht geplant, die gemeinfreien Bücher zu verkaufen, aber selbst wenn das Unternehmen dieses noch nicht angekündigt hat, so darf erwartet werden, dass diese dennoch für Leser über Editions bezogen werden können. Google unterstützt eher das Lesen der Bücher im Browser als mit einem bestimmten Programm oder Lesegerät. Eventuell werden Programme erstellt, die das Lesen auf bestimmten Geräten, z.B. dem iPad, verbessern, aber spezifische Pläne wurden bisher dazu nicht veröffentlicht. Notwendig wird vor allem ...

Wird Google die Bibliotheken killen?

23.06.2010 | von Dörte Böhner | 9 Kommentare » |

"Google Kills The Library" hieß die zentrale These des Vortrags von Jens Renner auf dem Bayerischen Bibliothekstag am 17.06.2010 in Augsburg. Er berichtete von den jungen Leuten, die glauben, im Internet alles zu finden. Dazu lieferte er erschreckenden Zahlen. Von 3,8 Milliarden Suchen die bei irgendeinem Anbieter in Deutschland, die gestartet werden, deckt Google 3 Milliarden pro Monat ab. (Aktuelle Zahlen vom Monat Mai 2010 für Suchanfragen USA). Im Grunde genommen gibt es neben Google somit niemanden mehr. Suchmaschine ist nur ein Angebot eines Mega-Konzerns, welcher Geld verdienen will mit dem, was er anbietet. Da sind Stichworte zu nennen wie PageRank, AdWord, AdSense. Der Unterschied zwischen Organic Listing und Paid Listing ist den Studierenden dabei auch nicht bewußt. Google ist eine der größten Firmen der Welt und ihre Portokasse wächst rasant. Sie beträgt wohl derzeit laut Renner ca. 24,5 Milliarden Dollar, welche wieder in gewinnbringende Produkte investiert werden möchten. Google selbst zunehmend für eine Rundumversorgung. Die privaten Daten werden mit der Google Desktop Search gefunden, meine Bilder mit Picasa verwaltet und bearbeitet, Nachrichten und Interessen über Google Alerts versorgt, mein Kalender mit Google Calendar verwaltet, kooperative Dokumente (Texte, Excel-Tabellen, etc.) mit Google Docs erstellte, mein Haus mit Google Street View sichtbar gemacht, mein Mail-Inhalte bei GMail ausgewertet, um sie mit pesonalisierter Werbung gleichzuschalten. Mit Google Goggles arbeitet Google gerade daran, die Gesichtserkennung im Handy zu implementieren. Damit wird es einfacher, auch unbeteiligte Dritte von Google verfolgbar gemacht. Mit Google Health werden noch privatere Daten durch Google erfaßt. Google ist auch nicht für sich alleinstehen. Der Konzern hat ...

Die Datenkrake Google

25.05.2010 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |

Bereits Ende Januar flimmerte der Bericht über den Äther. Nano berichtete auf 3sat über Google: Sammeln, nicht suchen: die Datenkrake Google :video: Neben den ungeheuren Datenmassen macht auch der Datenschutz bei Google vielen Sorgen. Im verschriftlichten Bericht heißt es dazu: Probleme mit dem Datenschutz stellte "Privacy International" auch bei anderen Firmen fest, sie seien aber nirgends so schwerwiegend, heißt es in der Untersuchung. Auch wir haben hier schon vor über einem Jahr berichtet, auf welche Daten Google zugreifen kann: Was Google über uns weiß … Mit dem letzten Vorkommnis setzte Google dem Ganzen die Krone auf. So hat Google mit dem durch die Straßen fahrenden Google-Street-View-Wägen auch offene WLAN-Netze ausspioniert, die Daten nicht nur erfasst sondern auch gespeichert. Hier zeigt sich, was für Google technisch möglich ist. Was aber das Schlimmste ist, ist die Tatsache, dass dann nicht gefordert wird, diese unrechtmäßig bezogenen Daten zu löschen, sondern dass die Politik darüber nachdenkt, diese selbst zu verwenden.

Ein Veranstaltungshinweis: “Gottes Werk und Googles Beitrag – Zeitungsverlage und die Herausforderungen der Link-Ökonomie” am 20.01.2010 in Berlin

4.01.2010 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |

Der folgende Hinweis auf eine von der Heinrich-Böll-Stiftung organisierten Veranstaltung am 20.01.10 von 19-22 Uhr in Berlin dürfte auch für BibliothekarInnen, InformationswissenschaftlerInnen und LeserInnen von Blogs und Nachrichten im Internet interessant sein. Der provokante Titel, gewählt  in Anspielung auf John Irvings' "Gottes Werk und Teufels Beitrag", macht auf eine hoffentlich interessante Podiumsdiskussion neuigierig: "Gottes Werk und Googles Beitrag - Zeitungsverlage und die Herausforderungen der Link-Ökonomie" in der Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin Die Medienwelt befindet sich durch die Folgewirkungen der Digitalisierung in einem epochalen Umbruch. Die Zeitungen, einstmals stolze Träger der "vierten Gewalt", fürchten um ihr klassisches Geschäftsmodell einer anzeigen- und abofinanzierten Bündelung journalistischer Inhalte. Denn der Wegfall der Distributionskosten und die Verweisstrukturen im Internet haben machtvolle Konkurrenz erwachsen lassen. Aggregationstechnologien, soziale Netzwerke und Blogs bieten LeserInnen vielfältige Möglichkeiten, viel gezielter nach Themen zu suchen und Beiträge im Netz mit eigenen Kommentaren und Faktenchecks anzureichern. Die Zeitungsverlage müssen auf dieses veränderte Konsumverhalten reagieren, doch bislang hat sich kein funktionierendes Modell für bezahlten Online-Journalismus herausgebildet. Im Gegenteil: Aktuelle Nachrichten sind heute in der Regel kostenlos über das Internet oder mobile Applikationen zu beziehen. Von den damit verbundenen Werbeerlösen profitiert vor allem ein Unternehmen wie Google, das mit 85 Prozent den Markt der Suchmaschinen dominiert. Nun möchten auch deutsche Zeitungsverlage an dessen Erlösquellen beteiligt werden. Die geistige Wertschöpfung von Urhebern und Werkmittlern müsse auch im digitalen Raum ihren Preis haben, fordert die Zeitungsbranche. Ein eigenes "Leistungsschutzrecht", fest im schwarz-gelben Koalitionsvertrag verankert, soll ihnen dafür eine gesetzliche Grundlage geben. Wie begründen sich die Ansprüche der Verlage? Welchen Wert messen wir professionellem Journalismus heute zu? Mit: Dr. ...

[Zitat] Unkommentiert – 2005

19.08.2009 | von Dörte Böhner | Comments Off |

Google doesn't try to force things to happen their way. They try to figure out what's going to happen, and arrange to be standing there when it does. That's the way to approach technology -- and as business includes an ever larger technological component, the right way to do business. Paul Graham: "Web 2.0." November, 2005.

Das Dilemma des Autor-Google-Verhältnisses

20.03.2009 | von Dörte Böhner | 5 Kommentare » |

Die FAZ schießt gegen Google. Malerisch beschreibt man das Aufbegehren gegen Google als "Rückzugsgefecht versprengter Truppen gegen eine Übermacht". Es fehlt bei der Einleitung nur das Wort "Größenwahn" in Bezug auf Googles Politik des Auslotens normativer Grenzen, wenn es darum geht, das Weltwissen verfügbar zu machen. Dabei geht es nicht nur ums große Geld, sondern auch selten mit ganz legalen Mitteln zu - wie bei großen Eroberungszügen nicht anders zu erwarten. Alles begann damit, dass Google sich vor erst fünf Jahren an das Riesenprojekt wagte, die Bestände amerikanischer Bibliotheken zu scannen. Neben Public-Domain-Werken, nicht mehr lieferbaren Büchern sind dort aber auch noch urheberrechtlich geschützte und lieferbare Bücher zu finden. Einen Großteil der Masse der Google-Scans betreffen die Books-out-of-Print. Europäische Bibliothekspartner lassen nur gemeinfreie Bücher digitalisieren. Das dreijährige Mammutverfahren kostete 45 Mio Dollar und häufte eine Million Akten- und Gutachtenseiten an. Oktober letzten Jahres dann wurde der Vergleich "Google Book Settlement" eingereicht und wird seit dem auch durch eine große Anzeigenkampagne und im Internet in 36 Sprachen bekannt gemacht. Damit sollen die Autoren über die Modalitäten des Settlements aufgeklärt werden. Der Ton wurde leider nicht sachlicher, nachdem der erste Frust niedergeschrieben war. Sicherlich muss man bemängeln, dass die Übersetzung wohl mit Hilfe von Googles hauseigener Übersetzungsmaschine durchgeführt worden war und keine deutschen Urheberrechtler herangezogen worden. So wird schon auf der ersten Seite aus einem „Verleger“ ein „Herausgeber“ und aus einem „Autor“ ein „Unterklasse-Autor“. Damit wird dieser Vertrag rechtlich praktisch unlesbar. Ein zweites Leider mag vielleicht auch gelten. Um herauszufinden, ob die eigenen Werke digitalisiert wurden, hat auch Schwierigkeiten. Metadatenquelle war ...

Twitternde Suchmaschinen

27.02.2009 | von Dörte Böhner | Comments Off |

Erster Twitter-Eintrag von Google:engl: vom 26.02.2009 I'm 01100110 01100101 01100101 01101100 01101001 01101110 01100111 00100000 01101100 01110101 01100011 01101011 01111001 00001010 Erster Twitter-Eintrag von Yahoo:engl: vom 9.2.2009 Hello, world. We're going to give this Twitter thing a whirl. (Hey, better late than never) Erster Twitter-Eintrag von Microsoft Lives-Search:engl: vom 05.09.2008 Hello... Just wanted to say Hi and thanks for following. Microsoft Live Search is now in possession of this twitter acct.

Google Konkurrenz zu Microsoft?

25.02.2009 | von Dörte Böhner | 2 Kommentare » |

Zwei Giganten kämpfen um den Markt im Internet. Wo treffen Google und Microsoft aufeinander? Betriebssysteme Handy-Betriebssystem (Netbook-Betriebssystem) Googles Android Basis ist ein Vorstoß in den Markt von Microsoft. Der bedeutendste Vorteil von Android ist, dass es schlank ist und ressourcensparend arbeitet. Als Netbook-Betriebssystem wird es noch dieses Jahr erwartet und könnte sich als Alternative zu Windows etablieren (Effektivität vorausgesetzt). Microsofts Reaktion auf Android ist die Ankündigung einer neuen, völlig überarbeiteten Version von Windows Mobile 6.5. Ein weiterer Anbieter im Handy-Betriebssystembereich ist Apple, das man nicht unterschätzen sollte. Office Anwendungen Marktbestimmend ist hier Microsoft. Die Nutzer setzen außerdem noch stark auf lokale Office-Pakete und sind Online-Office-Anwendungen gegenüber noch sehr skeptisch. Mit den Erfahrungen dürfte Microsoft auch bei neuen Online-Versionen die Nase vorn haben. Google muss da gegen einen (vielleicht über)mächtigen Gegner antreten. Browser Sehr greifbar ist das Konkurrenzgehabe im Browsergeschäft, wo Google weder mit dem Marktführer Microsoft (ca. 65% Marktanteil) noch mit dessen größten Herausforderer Mozilla(ca. 30% Marktanteil) mithalten kann. Google Chrome kann gerade 1% für sich verzeichnen. Der Browser hat einen schlechten Ruf, woran wohl die Datenkrake Google selbst Schuld ist, in dem sie mit dem Browser Daten sammelt - ein erhebliches Image-Problem. Dahinter verschwindet das schlanke Design des Browsers und seine extreme Schnelligkeit. Das ist ein großer Vorteil bei mobilen Geräten. Das Blog Blue Summit News kommt zum Fazit: Die beiden [Microsoft und Google, Anm. d. Verf.] schenken sich nichts, was im Endeffekt nur sinnvoll für den User sein kann, der von dem Kampf der Mitbewerber profitieren kann. Oder ist das letztendlich doch eine persönliche Sache, in der Sergey und Larry Microsoft ...

Was Google über uns weiß …

17.02.2009 | von Dörte Böhner | 1 Kommentar » |

Dass Google die Suche personalisiert ist nichts Neues. Doch was weiß Google eigentlich wirklich über uns? Schauen wir uns mal einige Angebote von Google an und betrachten mal dabei das Verhalten eine aktiven Google-Nutzers wie Hänschen Dummy. Hänschen sitzt in Berlin und sucht nach Tipp und Tricks der Websiteprogrammierung natürlich mit der normalen Suche von Google. Die Suchmaschine erfährt folgende Informationen (die Angaben der Aufzählungen sind größtenteils aus den unten angegebenen Quellen übernommen worden): Länder Code die Suchanfrage Nutzung alternativer Suchvorschläge IP Adresse Sprache Anzahl der Ergebnisse Safe search an/aus Klicks auf die Links der Suchanfrage Nutzung Werbelinks Um bequem weitere Dienste von Google nutzen zu können, hat sich Hänschen ein Konto bei Google angelegt. Fleißig protokolliert der Gigant mit: das Registrierungsdatum seinen Benutzernamen sein Passwort eine alternative E-Mail-Adresse sein Land Anzahl der Logins welche der Google Dienste er nutzt. Hänschen will um eine Suche zu starten nicht immer erst Google aufrufen. Als Website-Anbieter ist er auch neugierig, welchen Pagerank die Websites haben, die er besucht, weil sie ähnliche Inhalte wie er anbieten. Deshalb hat er die Google Toolbar installiert und erlaubt, dass Google den Pagerank anzeigt. Diese Bequemlichkeit bezahlt er damit, dass Google neben den Informationen, die aus der Suche gewonnen werden nachvollziehen kann: welche Webseiten er besucht (ALLE - unabhängig davon, ob Hänschen von Google kommt oder nicht) auf welche 404-Seiten Hänschen gestoßen ist und welche der alternativen Suchangebote er angenommen hat (Klickbestätigung) die Nutzung der Synchronisationsfunktion mit dem Googleaccount welche Lesezeichen Hänschen abgespeichert hat und ob er mehrere Rechner nutzt Selbst wenn Hänschen deshalb auf die Toolbar verzichtet, gewinnt Google über den Browserverlauf folgende Daten: Webseite von der ...