Ein Veranstaltungshinweis: “Gottes Werk und Googles Beitrag – Zeitungsverlage und die Herausforderungen der Link-Ökonomie” am 20.01.2010 in Berlin
Kategorie: Pauschalabgabe, Veranstaltungen/ Berichte
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Der folgende Hinweis auf eine von der Heinrich-Böll-Stiftung organisierten Veranstaltung am 20.01.10 von 19-22 Uhr in Berlin dürfte auch für BibliothekarInnen, InformationswissenschaftlerInnen und LeserInnen von Blogs und Nachrichten im Internet interessant sein. Der provokante Titel, gewählt in Anspielung auf John Irvings’ “Gottes Werk und Teufels Beitrag”, macht auf eine hoffentlich interessante Podiumsdiskussion neuigierig:
“Gottes Werk und Googles Beitrag – Zeitungsverlage und die Herausforderungen der Link-Ökonomie” in der Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
Die Medienwelt befindet sich durch die Folgewirkungen der Digitalisierung in einem epochalen Umbruch. Die Zeitungen, einstmals stolze Träger der “vierten Gewalt”, fürchten um ihr klassisches Geschäftsmodell einer anzeigen- und abofinanzierten Bündelung journalistischer Inhalte. Denn der Wegfall der Distributionskosten und die Verweisstrukturen im Internet haben machtvolle Konkurrenz erwachsen lassen. Aggregationstechnologien, soziale Netzwerke und Blogs bieten LeserInnen vielfältige Möglichkeiten, viel gezielter nach Themen zu suchen und Beiträge im Netz mit eigenen Kommentaren und Faktenchecks anzureichern. Die Zeitungsverlage müssen auf dieses veränderte Konsumverhalten reagieren, doch bislang hat sich kein funktionierendes Modell für bezahlten Online-Journalismus herausgebildet.
Im Gegenteil: Aktuelle Nachrichten sind heute in der Regel kostenlos über das Internet oder mobile Applikationen zu beziehen. Von den damit verbundenen Werbeerlösen profitiert vor allem ein Unternehmen wie Google, das mit 85 Prozent den Markt der Suchmaschinen dominiert. Nun möchten auch deutsche Zeitungsverlage an dessen Erlösquellen beteiligt werden. Die geistige Wertschöpfung von Urhebern und Werkmittlern müsse auch im digitalen Raum ihren Preis haben, fordert die Zeitungsbranche. Ein eigenes “Leistungsschutzrecht”, fest im schwarz-gelben Koalitionsvertrag verankert, soll ihnen dafür eine gesetzliche Grundlage geben. Wie begründen sich die Ansprüche der Verlage? Welchen Wert messen wir professionellem Journalismus heute zu?
Mit:
Dr. Till Jaeger, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, Berlin
Christoph Keese (Head of Public Affairs, Axel Springer AG, Berlin)
Dr. Eva-Maria Schnurr (Freie Journalistin, Hamburg)
Malte Spitz (Bundesvorstand Bündnis 90/Die Grünen, Berlin)
Hierfür ist eine Anmeldung bei Frau Monika Steins (=> Telefonnr. 030-28534-244, E-mail => steins@boell.de) erwünscht. Der Veranstaltungsort ist der Sitz der Heinrich-Böll-Stiftung unweit des Deutschen Theaters und der Mensa-Nord in der Schumannstraße 8. Genauers unter dem folgenden Lageplan und der Adresse:
Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
Raum: Kleiner Saal 1/2
10117 Berlin, Schumannstr. 8
Mit der S-Bahn oder mit der U-Bahn bis Bahnhof Friedrichstraße. Ausgang über die Spree, dann Albrechtstraße, Reinhardtstraße überqueren und nach links in die Schumannstraße.
Quelle:
Gottes Werk und Googles Beitrag
Zeitungsverlage und die Herausforderungen der Link-Ökonomie Boell.de
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[Zitat] Unkommentiert – 2005
Kategorie: Zitate rund um den Buchstaben
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Google doesn’t try to force things to happen their way. They try to figure out what’s going to happen, and arrange to be standing there when it does. That’s the way to approach technology — and as business includes an ever larger technological component, the right way to do business.
Paul Graham: “Web 2.0.” November, 2005.
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Das Dilemma des Autor-Google-Verhältnisses
Kategorie: Copyright, Digitale Projekte, Verlage, Volltext-Buchsuche
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Die FAZ schießt gegen Google. Malerisch beschreibt man das Aufbegehren gegen Google als “Rückzugsgefecht versprengter Truppen gegen eine Übermacht”. Es fehlt bei der Einleitung nur das Wort “Größenwahn” in Bezug auf Googles Politik des Auslotens normativer Grenzen, wenn es darum geht, das Weltwissen verfügbar zu machen.
Dabei geht es nicht nur ums große Geld, sondern auch selten mit ganz legalen Mitteln zu – wie bei großen Eroberungszügen nicht anders zu erwarten.
Alles begann damit, dass Google sich vor erst fünf Jahren an das Riesenprojekt wagte, die Bestände amerikanischer Bibliotheken zu scannen. Neben Public-Domain-Werken, nicht mehr lieferbaren Büchern sind dort aber auch noch urheberrechtlich geschützte und lieferbare Bücher zu finden. Einen Großteil der Masse der Google-Scans betreffen die Books-out-of-Print. Europäische Bibliothekspartner lassen nur gemeinfreie Bücher digitalisieren.
Das dreijährige Mammutverfahren kostete 45 Mio Dollar und häufte eine Million Akten- und Gutachtenseiten an. Oktober letzten Jahres dann wurde der Vergleich “Google Book Settlement” eingereicht und wird seit dem auch durch eine große Anzeigenkampagne und im Internet in 36 Sprachen bekannt gemacht. Damit sollen die Autoren über die Modalitäten des Settlements aufgeklärt werden.
Der Ton wurde leider nicht sachlicher, nachdem der erste Frust niedergeschrieben war. Sicherlich muss man bemängeln, dass die Übersetzung wohl mit Hilfe von Googles hauseigener Übersetzungsmaschine durchgeführt worden war und keine deutschen Urheberrechtler herangezogen worden.
So wird schon auf der ersten Seite aus einem „Verleger“ ein „Herausgeber“ und aus einem „Autor“ ein „Unterklasse-Autor“.
Damit wird dieser Vertrag rechtlich praktisch unlesbar.
Ein zweites Leider mag vielleicht auch gelten. Um herauszufinden, ob die eigenen Werke digitalisiert wurden, hat auch Schwierigkeiten. Metadatenquelle war der Worldcat, der mit 270 Millionen Büchern aus allen Ländern doch recht unübersichtlich ist.
Der FAZ-Autor macht sich auch hier unreflektiert zum Sprachrohr eines (zumindest vom Sprachstil so wirkenden) aufgebrachten Christian Sprang,seines Zeichens Justitiar des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
Hinzu kommt: Wer das Settlement-Formular ausfülle, gebe schon wieder jede Menge Metadaten von sich preis.
Die Opt-out-Klausel, die es Autoren und Verlagen ermöglicht, Google mitzuteilen, dass sie aus dem Vergleich aussteigen wollen. Dies ist für den Riesen nicht verpflichtend, dass er die Bücher tatsächlich aus dem Netz nehmen muss. Erst mit einer Privatklage in den Vereinigten Staaten kann der Autor/Verlag nachweisen, dass Google amerikanisches Copyright gebrochen hat. Kleine Verlagee und einzelne Autoren können sich dies finanziell nicht leisten. Bis zum Ende der „notification period“ am 5. Mai 2009 müssen sich Autoren bzw. Verlage gemeldet haben.
Die Frage, die sich stellt, ist natürlich, welche Vorteile Autoren davon hätten, dass sie sich dieser größeren Sichtbarkeit entziehen. Muss man auf seinem Recht bestehen, nur um Recht zu behalten? Fast trotzig wirkt hier die Reaktion des deutschen Jusitziars. Welche Nachteile befürchtet man, dass man allen Autoren und Verlagen pauschal dazu rät, Google zu verlassen? Wo gibt es offizielle, sachliche Entscheidungshilfen, die ein Pro & Contra einer solchen Entscheidung klar darstellen oder abwägen?
Am 11. Juni wird das Gerichtin New York dem Vergleich mit hoher Wahrscheinlichkeit zustimmen, da sich hier in den Augen der Richter die Prozessparteien selbständig geeinigt haben.
Sollte trotz von mehreren Seiten angekündigter Einsprüche der Vergleich am 11. Juni bestätigt werden, wird der Tag als Wende in die Geschichte des Urheberrechts eingehen.
Formal gilt dieser Vergeleich nur in den USA, dennoch befürchtet der Börsenverein, dass jetzt das Urheberrecht leichter umgehbar wird. Der Autor sieht dadurch die bisherige Rechtsstaatlichkeit für Verleger und Autoren bedroht.
Google erhält durch diesen Vergleich eine andere Rolle. Die Regelungen des Settlement mit der Authors Guild sehen eine Garantiesumme von 60 Dollar pro unauthorisiert digitalisierten Buch vor. Diese Autoren können mit entscheiden, ob und in welchem Umfang Google das Werk im Zusammenhang mit Werbung nutzen darf. An die Autoren wird außerdem pauschalisiert dreiundsechzig Prozent der Werbeeinnahmen Googles ausgeschüttet.
So wird Google zum Händler und nach 2011 zum Verleger. Denn das gar nicht unrealistische Kalkül der Firma sieht vor, dass höchstens einer von zehn Copyright-Inhabern seine Ansprüche geltend machen wird. Damit fallen die Rechte im Lauf der nächsten Jahre an Google.
Mir ist Unklar, in welcher Form Google hier zum Verleger wird. Wikipedia definiert Verleger:
Früher bezeichnete man mit Verleger den Auftraggeber im Verlagssystem. Heute bezeichnet der Begriff einen Unternehmer, der einen Verlag für Bücher, Noten, Zeitschriften oder Zeitungen betreibt oder leitet. Die Branchenbezeichnung leitet sich von Vorlage ab. Der Verleger geht mit Druck- und Werbungskosten in Vorlage.
In diesem Fall wird Google nicht erst 2011 zum verleger, sondern ist es bereits seit der Verlag Scans erster Bücher der Public Domain angeboten hat.
Die Regelung des Vergleichs sichert Google, dass sollten alle sieben Millionen Rechteinhaber die 60 Dollar pro Buch verlangen, maximal 420 Millionen zahlen muss. Auch diese Rechnung kann ich nicht ganz nachvollziehen. Es sind etwa 7 Millionen Bücher, die digitalisiert worden, aber etwa 500.000 fallen davon unter die Public Domain. Die muss man wohl abziehen. Google scheint nicht mit einer großen Anzahl von Anträgen zu rechnen, denn man stellt 45 Millionen Dollar, d.h. knapp 11 % der Summe für die Auszahlung bereit.
Schon jetzt darf, die Zustimmung des Gerichts voraussetzend, Google alle Bücher einscannen, die bis zum 5. Januar 2009 erschienen sind. „Das ist das eigentlich Teuflische an diesem Plan“, erklärt Sprang.
Kolidieren hier die Wünsche des größten Menschheitsprojekts mit den Vorstellungen des geistigen Eigentums? Sehr schön, jetzt kommen wir zu den tapferen Männlein, die sich gegen die Übermacht stämmen. Auf dieses Bild habe ich direkt seit Beginn des Feuilletons gewartet.
Der Börsenverein hat sich mit der Verwertungsgesellschaft Wort und mit dem Schriftstellerverband verbündet, die sich normalerweise um das Eintreiben von Kopier- und anderen Vervielfältigungserlösen für Autoren kümmert. Die VG Wort soll nun ihren Wahrnehmungsvertrag gegenüber 380.000 Vertragsnehmern um die elektronischen Rechte erweitern. Per Rechtsgutachten ist diese Vorgehensweise abgesichert, es wäre ein Pfund, mit dem sich wenigstens ein wenig wuchern ließe.
Und jetzt passiert was, wo ich stutzte. Bis eben war Google der Buh-Mann und auf einmal träumen nicht alle Autoren davon, Google zu enteignen? Das ist eine sehr unerwartete Wendung am Ende des Beitrages.
Sicherlich muss man Googles Tätigkeiten besser kanalisieren und den Kopf gottergeben in den Sand zu stecken oder einfach das, was Google macht, unreflektiert zu verteufeln.
So gelähmt wirkt die Branche angesichts der Chuzpe, dass viele klagen, der Kampf sei schon verloren – bevor sie ihn aufgenommen haben. Mit den Urheberrechten gäbe man, so der Schriftsteller Thomas Hettche, auf, wofür man Jahrhunderte gekämpft habe.
Etwas ungläubig las ich dann, dass der Digitalisierungskritikier und Schriftsteller Thomas Hettche sich mit einer für seine Arbeit doch so wichtigen Vereinbarung, die seit Monaten durch die Presse geistert, noch nicht auseinander gesetzt hat. Damit reiht er sich wohl in die Mehrheit der Autoren ein.
Das zeigt einmal mehr das man “dagegen” ist, ohne das Problem oder die Möglichkeiten zu beleuchten. Autoren, die sich nämlich auch mit den Chancen auseinander setzen, erkennen, dass sie als passive Nutzer nämlich sogar selbst von Google Books profitieren. Das zeigt aber auch das Dilemma in denen Autoren stecken. Einerseits haben sie nicht wirklich Einfluss auf Google, andererseits gewinnen Sie auch durch die bessere Sichtbarkeit ihrer Bücher. Ich persönlich habe schon mehrfach Fachbücher erworben, die ich in der Bibliothek nicht schnell beschaffen konnte und deren Relevanz ich über Google evaluieren konnte. Also, das ist dann wohl Google Books als die perfekte Werbeplattform.
Glücklich ist die Lösung für beide Seiten nicht, da man mit mehr Einigungsbereitschaft von beiden Seiten im vorfeld eine einvernehmlichere Lösung hätte erzielen können.
Unter den Büchern, die Google digitalisieren will, befinden sich nach Angaben es Börsenvereins allein 50.000 deutschsprachige Titel von Random House Deutschland, dem größten deutschen Publikumsverlag. Random House Vorstandsvorsitzender Joerg Pfuhl ist nicht ganz so ablehnend:
„Grundsätzlich ist der Google-Vergleich eine gute Sache. Er könnte Basis für neue Geschäftsideen sein. Und immerhin hat Google die Urheberrechte nun anerkannt.“ Aber auch er räumt ein, Google habe „viel Misstrauen gesät. Die Vorgehensweise ist bekannt: Fakten schaffen, um dann unter Druck Lösungen zu erzwingen.“
Google muss zeigen, dass es auf der finanziellen Seite wenigstens ein verlässlicher Partner ist und das Vertrauen rechtfertigt, dass Autoren in das Unternehmen einbringen.
Eine letzte Schwarzmalerei kann sich der Autor am Ende des Beitrages nicht verkneifen. Er sieht ein Grundsatzproblem, dass dieser Prozess akut werden lässt.
Werden künftig Werke der Wissenschaft, der Literatur geschrieben, wenn sie sogleich Gemeingut im Internet sind? Was, wenn die neuen Geschäftsmodelle es Urhebern nicht mehr ermöglichen, von dieser Arbeit zu leben: Verschwinden dann ganze Berufszweige und machen den Selbstausstellern Platz?
Da will ich mal ein paar genauso grundsätzliche Gegenfragen stellen. Schaffen wir den Zugang zu Wissen für eine Elite, wenn der Zugang zu Informationen immer kostenpflichtig ist? Geht nicht zu viel Wissen verloren, weil es nicht zur rechten Zeit auffindbar ist? Ist der Schaden für die Allgemeinheit nicht höher, wenn wegen fehlendem Wissenszugang die Forschung erlahmt oder es zu Doppel- und Dreifachentwicklungen kommt (mal abgesehen, dass wir damit zur Zeit sowieso schon zu kämpfen haben)?
Natürlich muss man Google im Auge behalten und verhindern, dass aus Google ein neues Elsevir wird. Google darf kein Monopolist bleiben. Und man mag meinen, die Industrie und damit auch die Content-Industrie, wüßte, dass Konkurrenz das Geschäft belebt Ich weiß, das ist ein abgedroschener Allgemeinplatz, doch die Bestrebungen mit Libreka wirken einfach nur ungeschickt. Da klingt es richtiggehend getroffen, was der Autor zum Schluss schreibt:
Früher hätte man nach der Politik gerufen und ihr erklärt, dass Wissen systemwichtig sei. Doch die Politik scheint sich für all das nicht zu interessieren.
Quelle:
Hintermeier, Hannes: Das Teuflische an diesem Plan via FAZ.Net
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Twitternde Suchmaschinen
Erster Twitter-Eintrag von Google
vom 26.02.2009
I’m 01100110 01100101 01100101 01101100 01101001 01101110 01100111 00100000 01101100 01110101 01100011 01101011 01111001 00001010
Erster Twitter-Eintrag von Yahoo
vom 9.2.2009
Hello, world. We’re going to give this Twitter thing a whirl. (Hey, better late than never)
Erster Twitter-Eintrag von Microsoft Lives-Search
vom 05.09.2008
Hello… Just wanted to say Hi and thanks for following. Microsoft Live Search is now in possession of this twitter acct.
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Google Konkurrenz zu Microsoft?
Zwei Giganten kämpfen um den Markt im Internet. Wo treffen Google und Microsoft aufeinander?
Betriebssysteme
Handy-Betriebssystem (Netbook-Betriebssystem)
Googles Android Basis ist ein Vorstoß in den Markt von Microsoft. Der bedeutendste Vorteil von Android ist, dass es schlank ist und ressourcensparend arbeitet. Als Netbook-Betriebssystem wird es noch dieses Jahr erwartet und könnte sich als Alternative zu Windows etablieren (Effektivität vorausgesetzt).
Microsofts Reaktion auf Android ist die Ankündigung einer neuen, völlig überarbeiteten Version von Windows Mobile 6.5. Ein weiterer Anbieter im Handy-Betriebssystembereich ist Apple, das man nicht unterschätzen sollte.
Office Anwendungen
Marktbestimmend ist hier Microsoft. Die Nutzer setzen außerdem noch stark auf lokale Office-Pakete und sind Online-Office-Anwendungen gegenüber noch sehr skeptisch. Mit den Erfahrungen dürfte Microsoft auch bei neuen Online-Versionen die Nase vorn haben. Google muss da gegen einen (vielleicht über)mächtigen Gegner antreten.
Browser
Sehr greifbar ist das Konkurrenzgehabe im Browsergeschäft, wo Google weder mit dem Marktführer Microsoft (ca. 65% Marktanteil) noch mit dessen größten Herausforderer Mozilla(ca. 30% Marktanteil) mithalten kann. Google Chrome kann gerade 1% für sich verzeichnen.
Der Browser hat einen schlechten Ruf, woran wohl die Datenkrake Google selbst Schuld ist, in dem sie mit dem Browser Daten sammelt – ein erhebliches Image-Problem. Dahinter verschwindet das schlanke Design des Browsers und seine extreme Schnelligkeit. Das ist ein großer Vorteil bei mobilen Geräten.
Das Blog Blue Summit News kommt zum Fazit:
Die beiden [Microsoft und Google, Anm. d. Verf.] schenken sich nichts, was im Endeffekt nur sinnvoll für den User sein kann, der von dem Kampf der Mitbewerber profitieren kann. Oder ist das letztendlich doch eine persönliche Sache, in der Sergey und Larry Microsoft zeigen wollen, dass es auch ohne sie geht und man mit der Suche doch Geld verdienen kann? Sogar soviel, dass man als Nebenprodukt ein eigenes Betriebssystem entwickeln kann, um mehr Reichweite für das eigentliche Kerngeschäft, der Suche, zu erlangen?
Man erkennt, dass die Konkurrenz der beiden Giganten in Zukunft noch größer werden wird. Sie treffen jetzt nicht mehr nur im hart umkämpften Suchmaschinenmarkt aufeinander.
Quelle:
Google vs. Microsoft via Blue Summit News
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Was Google über uns weiß …
Kategorie: Gedanken zur Informationswelt, Suchmaschine, Suchverhalten
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Dass Google die Suche personalisiert ist nichts Neues. Doch was weiß Google eigentlich wirklich über uns? Schauen wir uns mal einige Angebote von Google an und betrachten mal dabei das Verhalten eine aktiven Google-Nutzers wie Hänschen Dummy.
Hänschen sitzt in Berlin und sucht nach Tipp und Tricks der Websiteprogrammierung natürlich mit der normalen Suche von Google. Die Suchmaschine erfährt folgende Informationen (die Angaben der Aufzählungen sind größtenteils aus den unten angegebenen Quellen übernommen worden):
- Länder Code
- die Suchanfrage
- Nutzung alternativer Suchvorschläge
- IP Adresse
- Sprache
- Anzahl der Ergebnisse
- Safe search an/aus
- Klicks auf die Links der Suchanfrage
- Nutzung Werbelinks
Um bequem weitere Dienste von Google nutzen zu können, hat sich Hänschen ein Konto bei Google angelegt. Fleißig protokolliert der Gigant mit:
- das Registrierungsdatum
- seinen Benutzernamen
- sein Passwort
- eine alternative E-Mail-Adresse
- sein Land
- Anzahl der Logins
- welche der Google Dienste er nutzt.
Hänschen will um eine Suche zu starten nicht immer erst Google aufrufen. Als Website-Anbieter ist er auch neugierig, welchen Pagerank die Websites haben, die er besucht, weil sie ähnliche Inhalte wie er anbieten. Deshalb hat er die Google Toolbar installiert und erlaubt, dass Google den Pagerank anzeigt. Diese Bequemlichkeit bezahlt er damit, dass Google neben den Informationen, die aus der Suche gewonnen werden nachvollziehen kann:
- welche Webseiten er besucht (ALLE – unabhängig davon, ob Hänschen von Google kommt oder nicht)
- auf welche 404-Seiten Hänschen gestoßen ist und welche der alternativen Suchangebote er angenommen hat (Klickbestätigung)
- die Nutzung der Synchronisationsfunktion mit dem Googleaccount
- welche Lesezeichen Hänschen abgespeichert hat
- und ob er mehrere Rechner nutzt
Selbst wenn Hänschen deshalb auf die Toolbar verzichtet, gewinnt Google über den Browserverlauf folgende Daten:
- Webseite von der Google Suche
- Datum
- Zeit
- Suchergebnis
- welche Werbung geklickt worden ist
Hänschen hat festgestellt, dass er aktuelle Informationen und Trends nicht unbedingt in deutscher Srache findet. Da er aber nicht sehr sicher ist beim Übersetzen, nutzt er Googles Sprachtools, um englische, französische und holländische Texte zu übersetzen. Google erfährt so:
- alle übersetzten Texte
- und den Sprachradius genutzter Texte
Nach getaner Arbeit stellt Hänschen seinen PC nicht aus, sondern vernügt sich erstmal bei Youtube. Der Dienst ist kostenlos, aber Hänschen verrät dabei:
- E-Mail Adresse
- Passwort
- Benutzername
- Land
- alle hochgeladenen Videos
- alle Kommentare
- gemeldete Videos
- Gruppen
- Favoriten
- Kontakte
- angesehene Videos
- Datentransfer
- Klickverhalten
Bequem über das Google-Konto angemeldet verschickt Hänschen per GMail (Google-Mail) E-Mails an seine Freunde und liest noch rasch einen erhaltenen Newsletter. Die Entscheidung für Google Mail hat ihm Google mit dem riesigen Speicherplatz einfach gemacht. Dafür erhält Google
- alle E-Mails
- Kontoaktivitäten
- Speicherplatzverbrauch
- Anzahl der Logins
- Links, die angeklickt wurden
- Kontaktlisten
- Spamtrends
- Datenverkehr
- Datengröße
- Kontaktdaten
Hänschen ist außerdem ein aktiver Blogger. Er schreibt mindestens einmal die Woche einen Blogbeitrag zu Themen, die ihn bewegen und kommentiert munter in den Blogs seiner Bloggerfreunde. Dazu nutzt er dankbar die Plattform Blogger und verrät Google weitere Informationen:
- Benutzerfoto
- Geburtstag
- Land
- Datentransfer
- Datengröße
- Klicks
- Posts
- Kontakte
Für seine Arbeit nutzt er seinen Rechner Zuhause, auf Arbeit, einen Laptop eines Freundes und Bibliotheksrechner. Um einen zentralen Ort für seine Dokumente zu haben, nutzt er Google Docs, zumal er hier auch mit anderen kooperativ an den Dokumenten arbeiten kann. Google erhält dadurch:
- E-Mail Adresse
- Anzahl der Logins
- Anzahl der Aktionen
- Datengröße
- Klicks
- den/die gesamte(n) Text/Daten/Präsentation
- alle Bilder
- alle Änderungen
- Informationen zu den Kooperationspartnern
Da Hänschen zudem viel unterwegs ist, informiert er sich im Vorfeld bei Google Maps über Routen von seiner Heimatstadt zu seinen Zielorten. Dafür nutzt er auch den Service auch mit seinem Handy. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Google hier personalisierte Dienste anbietet und so auch ein Bewegungsprofil von Hänschen erstellen kann.
Google weiß noch viel mehr über Hänschen Dummy. Datenwachschutz|Blog von Carsten Hoppe zeigt immer wieder, was mit den Informationen passiert, die wir wie Hänschen freiwillig weitergeben.
Gratis ist gut. Gratis ist klasse. Gerne nutzen wir Gratis-Angebote und fragen nicht, warum jemand etwas umsonst anbietet. – - – Umsonst? Nein, umsonst bietet niemand etwas an. Google erhält Daten, viele persönliche Daten über uns.
Daten sind das Zahlungsmittel im heutigen Informationszeitalter. Der Suchmaschinengigant Google versteht dieses Geschäft wie kein anderer Konzern und pflegt sein Image als welt- und menschenverbundenes Unternehmen, das sich für die Gesellschaft engagiert, indem es Programme und Services kostenlos zur Verfügung stellt. Völlig kostenlos sind die Programme freilich nicht, denn der Nutzer bezahlt mit seinem persönlichen Daten- und Webnutzungsprofil.
Aber auch wenn man sehr bewußt mit seinen Daten umgeht, Angebote hinterfragt, sie kritisch nutzt und auch Nutzungsalternativen sucht –
Selbst wenn man dezidiert Googles Datenradar entkommen will, fällt das dem Normalnutzer nicht leicht. So ist das Unternehmen mit Analytics mittlerweile auf vielen Webseiten präsent und leistet dort Nutzer-Analysedienste für den Webseitenbetreiber, ohne dass der Besucher dies im Normalfall mitbekommt.
Hänschen nutzt diesen Service in seinem Webangebot und zieht somit auch andere weiter in die Arme der Datenkrake Google.
Viele der Informationen sind für das gute Angebot von Google notwendig und für die Verbesserung der Dienste auch nützlich.
Das muss teilweise natürlich auch sein, weil sonst einige Dienste ja nicht funktionieren können. Wer aber sehr viele Dienste nutzt, der kann einsortiert und kategorisiert werden. Google kann und wird in Zukunft diese Daten auch nutzen.
Als Folgen heute zu sehen sind die Verwendung der Daten für die lokalisierte und personalisierte Werbung, mit der Google viel Geld verdient, denn die Personalisierung erhöht die Relevanz der Werbung für entsprechende Zielperson. Die Personalisierung ermöglicht es Google im Gegenzug bei Nutzung des Google-Accounts auch eine Anzeige besserer und relevanterer Suchergebnisse durch Profilbildung.
Hoppe kommt zum Fazit:
Die Frage wird hier sein ob ein User das überhaupt will, das er in eine Schublade gesteckt wird ??? Es hat mit Sicherheit viele Vorteile da Suchergebnisse besser angepasst/personalisiert werden.
Die Entscheidung kann jemand wie Hänschen nur treffen, wenn er auf die Gefahren hingewiesen wird und sich kritisch damit auseinandersetzt. Aber selbst wenn er die Gefahren kennt, kann er ihnen nur aus dem Weg gehen, wenn er Alternativen und ihre Vorteile gegenüber Google entdeckt. Er benötigt hier Informationskompetenz.
Man kann auf Googles Motto “Don’t be evil’ vertrauen oder sich bewußt machen, dass die Möglichkeiten dieser Informationsmassen auch die nettesten Firmen korrumpieren können.
Quellen:
Was Google alles über Sie weiss im Tagesanzeiger.ch Digital
Hoppe, Carsten: Welche Daten sammelt Google, ein interessanter Überblick im Datenwachschutz|Blog
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Canonical – Kooperation von Google, Yahoo und Microsoft
Die Suchmaschinen wie Google, Yahoo und Microsoft haben mit gleichen oder sehr ähnlichen Inhalten unter mehreren URLS zu tun und müssen dann im Rahmen ihres Rankings entscheiden, welche der URLs die wichtigere ist, wenn nicht der gleiche oder sehr ähnliche Inhalt mehrfach im Index erschlossen werden soll.
Die drei Anbietergiganten von Suchmaschinen wollen einen neuen Linkparameter einführen, damit die Nutzer ihnen helfen können, welche der URLs die originärste/maßgeblichste Quelle ist.
Im Head-Bereich der Seite wird die maßgebliche URL für den Inhalt festgelegt: < link rel="canonical" href="http://diepresse.com/home/techscience/internet/452272/index.do" >
So wird der gleiche Inhalt für die Suchmaschine eindeutig einer URL zugeordnet, selbst wenn weitere Parameter mit der URL übergeben werden, wie dies häufig bei Blogs geschieht. Die Archiv-URL unterscheidet sich vom einfachen Artikel-Permanentlink.
http://diepresse.com/home/techscience/internet/452272/index.do?_vl_backlink=/home/techscience/internet/index.do Damit ist es den Websitebetreibern möglich, den Suchmaschinen zu signalisieren, unter welcher URL die entsprechenden Inhalte im Index geführt werden sollen.
Duplikate sind von diesem Canonical-Parameter nicht erfasst. Sie müssen weiterhin mit einer permanenten Umleitung (301) umgebogen werden. Bei Subdomains reicht der Canonical-Link aus, um von den Suchmaschinen beachtet zu werden.
Diese Linkangabe hilft, den Inhalt eines Blogs unter einer eindeutigen URL anzubieten und erleichtert so sicherlich ein gutes Ranking und verringert so sicherlich auch dublette Trefferanzeigen.
Quellen:
Google, Yahoo und Microsoft wollen “sauberes” Internet bei DiePresse.com
Mit Canonical gegen “duplicate content” via golem.de
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Die Zukunft der wissenschaftlichen Bibliothek
Kategorie: Berufsbild, Veranstaltungen/ Berichte
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Was für Funktionen muss die Bibliothek in Zukunft erfüllen? Wie sind ihre Chancen neben einer Google Buchsuche? Wie können sie gegenüber der agressiven Verkaufspolitik der Verlage bestehen? In welcher Form wird die Finanzierung von Bibliotheken sichergestellt – staatlich oder durch Kooperation mit kommerziellen Informationsanbietern?
Anlässlich des 90. Jubiläums der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften, dem Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, gab es am 1. Februar 2009 eine Podiumsdiskussion. Dort diskutierten Forscher, Vertreter von Google und Wikipedia zentrale Fragen rund um die Informationsbeschaffung im 21. Jahrhundert. Thema war: “Googeln Sie noch oder lesen Sie schon? – Wissensmanagement der Zukunft – Die Rolle von Bibliotheken, sozialen Netzwerken und Suchmaschinen”.
Anwesend waren:
Sebastian Moleski, Geschäftsführer des Wikimedia Deutschland e.V.
Stefan Keuchel, Pressesprecher der Google Germany GmbH
Prof. Dr. Rainer Kuhlen, Lehrstuhlinhaber für Informatik und Informationswissenschaft an der Universität Konstanz
Prof. Dr. Joachim Wolf, Lehrstuhlinhaber für Organisation an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Prof. Kuhlen sieht insbesondere den Staat in der Pflicht, der mit der Novellierung es Urheberrechts die Monopolstellung der Rechteinhaber festschrieb und damit wissenschaftliche Bibliotheken zurück in die “Steinzeit” dränge. Gerade auch der zunehmende Einsatz von DRMS ist seiner Meinung nach besonders bedrohend, da durch das Digital Rights Enforcement Bibliotheken daran gehindert werden, ihr elektronischen Daten frei zugänglich zu machen. Als dritte Gefahr bezeichnet Kuhlen die starke Konzentration kommerzieller Informationsanbieter.
Von den derzeit rund 290 wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland, so Kuhlens Befürchtung, würden unter diesen Bedingungen nur die wenigsten die kommenden zehn Jahre überleben.
Stefan Keuchel sieht die Verantwortung – wie soll es auch anders sein – selbst bei den Bibliotheken. Sie hätten veräumt, rechtzeitig auf den Zug der digitalen Zukunft aufzusprungen. Das Buch als Medium der Informationsvermittlung ist seiner Meinung nach ein Auslaufmodell.
Sebastian Molesiki weist Bibliotheken die Aufgabe zu, Akademikern die Relevanz- und Qualitätsbewertung von Publikationen zu erleichtern. Ihr Ziel müsste es sein, sich stärker als Kompetenzpartner für die Wissenschaft zu positionieren.
In einem höheren Maß an zeitüberdauernder Zuverlässigkeit sah auch Professor Wolf die zentrale Funktion der Bibliothek der Zukunft. Bibliotheken sollten Qualitätsfilter im Informationsdschungel sein und die Fülle an wissenschaftlichen Publikationen intellektuell kanalisieren.
Er betonte, dass es für wissenschaftliche Bibliotheken sinnvol sei, auch weltweit miteinander zu kooperieren und Verbünde zu schaffen. Ein dritter Aufgabenpunkt wäre, Forschungsdatensätze für die Nachnutzung durch andere Wissenschaftler zur Verfügung zu stellen.
Quelle:
Siegfried, Doreen: Informationsprofessionelle aus Forschung und Unternehmen erörtern Zukunft der Bibliotheken auf Informationsdienst Wissenschaft
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Googles Studie mit der Eye Tracking-Methode
Wie sind die Sehgewohnheiten auf Websites? Wo schaut man zuerst hin und wovon wird man abgelenkt? Kurz gesagt: Wie kriegt man die gewünschte Information am besten an Frau oder Mann? Und verändern Sucherfahrungen die Art und Weise, wie man schaut?
Untersucht wurde das Suchverhalten von Probanden bei der Verwendung von Googles neuen Suchinteface “Universal Search”
.
We (Google, Anmerkung d. V.) ran a series of eye-tracking studies where we compared how users scan the search results pages with and without thumbnail images.
In der Studie wurde mit Hilfe der Eye-Tracking-Methode das Suchverhalten untersucht. Es wurden mit Hilfe der Blickachsenmessung sogenannte heatmaps erstellt. Anhand der Heatmaps lässt sich die Verteilung der Aufmerksamkeit bezüglich des Klickverhaltens bzw. der Klickstärke an bestimmten Stellen der Trefferseite farblich genau darstellen.
Our studies showed that the thumbnails did not strongly affect the order of scanning the results and seemed to make it easier for the participants to find the result they wanted.
Nicht neu ist die Feststellung, dass Suchende ihre Suchergebnisse zu einem bestimmten Suchbegriff in weniger als einer Sekunde visuell abscannt. Innerhalb dieser kurzen Zeit trifft er unterbewusst Entscheiidungen über die Relevanz des Ergebnisses. Ziel von Google ist es, mit Hilfe dieser Methode diese kurze Zeitspanne der Entscheidung besser zu verstehen, d.h. die genauer zu analysieren und auszuwerten. Die so gewonnenen Rückschlüsse sollen helfen, das Ranking der Suchmaschinen zu verbessern und auch das Interface für die Google-Trefferlisten zu optimieren.
Das folgende Video zeigt den Blickweg eines Suchenden.
Je länger der Nutzer auf eine bestimmte Stelle schaut, umso größer wird der rote Punk. Sehr schön ist dabei zu sehen, dass der Nutzer erst auf das erste Ergebnis reagiert. Dabei wird nicht die Überschrift oder die Beschreibung als erstes betrachtet, sondern die Ziel URL der Webseite (grün). Danach wandert formlich das Auge zu den aufgelisteten Sitelinks und später zum zweiten und dritten Ergebnis. Ohne die zweite und dritte Position genauer zu betrachten, wird scheinbar der Nutzer von den unteren vier Bildern abgelenkt (nicht direkt) und fixiert eher bestimmte Schlagwörter im Titel.
Qellen:
Aula, Anne u. Rodden, Kerry: Eye-tracking studies: more than meets the eye
im Official Google Blog
Neumann, Paul: Neue Google Eye Tracking Studie via blogtopf.de
Neumann, Paul: Google Suchverhalten – Eye-Tracking via blogtopf.de
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Wie zitierfähig ist Google Books?
Kategorie: Informationskompetenz, Suchmaschine
Weiteres:
Hm, die Frage dachte ich, stellt sich nicht. Allerdings tauchte sie bei Suchanfragen ans Blog immer wieder auf. Daher soll es hier eine Antwort geben.
Google Books hat zum jetzigen Zeitpunkt etwa sieben Millionen Bücher im Index, die per Volltextsuche durchforscht werden können. Volltextsuche heißt, dass alle Seiten als Volltext indiziert worden sind. Es heißt jedoch nicht, dass man alle Bücher auch im Volltext angezeigt bekommt.
| Bibliothek (Google Library) | Bibliothek (Google Library) | Verlag (Google Print) |
| Urheberrechtsschutz abgelaufen | urheberrechtlich geschützt | urheberrechtlich geschützt |
| Anzeige im Volltext | keine Anzeige/ Anzeige in Auszügen | Anzeige in Auszügen |
Google Books ist rein theoretisch schon daher keine Zitiergrundlage, da von vielen Büchern nur Auszüge vorliegen oder überhaupt keine Vorschau möglich ist. Sie erhalten allenfalls eine Bestätigung, dass sich das Zitat auf einer bestimmten Seite, in einer bestimmen Randnote befindet. Das Zitat selbst ist damit noch nicht überprüft!
Google Books bildet zwar die Orignale ab und man könnte dann daher davon ausgehen, dass der gefundene Ausschnitt in dem angegebenen Buch auch wirklich auf Seite xy steht. Das mag sein, aber zum wissenschaftlichen Arbeiten gehört auch, das Umfeld des Zitates zu evaluieren. Denn wenn der Autor dieses Zitates hier gerade etwas Gegenteiliges zu seiner eigentlichen Meinung darlegen wollte, zitiert man zwar vermutlich formal korrekt, inhaltlich jedoch verfälschend. Zitate dürfen in diesem Sinne nicht aus dem inhaltlichen Kontext herausgelöst werden.
Sollte das Buch im Volltext vorliegen – das tut es meist, wenn die Schutzfrist der Urheberrechte abgelaufen ist und das Werk gemeinfrei ist. Hier kann man das Buch in einer vollständigen, zitierfähigen Form einsehen. In diesem Fall zitieren Sie das Buch und können dann als nächstes optional angeben, dass Sie das Buch elektronisch bei Google Books eingesehen haben. Bedenken Sie jedoch, dass die Bücher meistens sehr alt sind und sich eher für eine historische Arbeit oder einen historischen Überblick eignen.
Die feinere Form ist es, sich das Buch, auf das man über Google Books aufmerksam geworden ist und bei dem man Dank der Ausschnitte und Angaben feststellen konnte, dass es für einen wichtig ist, über die Bibliothek zu besorgen, z.B. als Leihe vor Ort oder aus den Verbundbibliotheken, bzw. per Fernleihe.
Google Books ist wie eine Datenbank ein Nachweisinstrument, das auch z.T. die Volltexte in einer einheitlichen Umgebung zur Verfügung stellt. Sie würden an Stelle einer anderen Datenbank auch nicht diese Zitieren sondern die entsprechende Quelle.
Daher zitiert man nicht Google Books sondern die Originalquelle. Wenn Sie einen Link zu Google Books angeben, legen Sie offen, welche Version des Buches genau angeschaut wurde und Sie erleichtern damit anderen Nutzern den Zugang zum Buch.
Eine Zitierfähigkeit von Google Books ist zu verneinen. Auch einen Einstieg ins Thema erhält man mit einer Recherche in Google Books nur bedingt. In Google Books ist derzeit eher eine zusätzliche Recherchemöglichkeit zu sehen, die zu weiterer Literatur führt.
Google feierte vor wenigen Tagen eine Vergleich zwischen dem Unternehmen und den Verlagen. Stolz berichtet Google, dass sie nun zukünftig Volltexte von vergriffenen Büchern anbieten dürfen.
Im Rahmen dieser Vereinbarung können wir nun diese vergriffenen Bücher zur Vorschau, zum Lesen und zum Kauf in den USA zur Verfügung stellen. Die permanente Verfügbarkeit vergriffener Bücher sicherzustellen war einer der Hauptgründe, weshalb wir dieses Projekt ins Leben gerufen haben.[1]
Wichtiger Punkt des Vergleiches ist:
Der vorgeschlagene Vergleich autorisiert Google ebenfalls dazu, öffentlichen Bibliotheken sowie Bibliotheken in Einrichtungen für höhere Bildung einen kostenlosen Zugang zu der Bücherdatenbank zu gewähren.[2]
Das gilt allerdings nur für die USA. Eine Entscheidung für Deutschland / Europa muss noch abgewartet werden.

