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#bibtag21 – Mitschrift zu Beyond Discovery

Disclaimer: Dies ist eine Mitschrift. Sie ist weder vollständig noch sind die Informationen von mir zusammengestellt, sondern nur während der folgend genannten Veranstaltung von mir mitgeschrieben und zeitnah ohne Überarbeitung hier veröffentlicht worden.

Abstract Text: Discovery Systeme sind in der Bibliothekswelt seit einigen Jahren stark etabliert. In ihrem Funktionsumfang unterscheiden sich viele dieser Bibliothekskataloge jedoch wenig von der Kernkompetenz “alter” OPAC-Katalogsysteme: der Recherche und dem Zugang zum eigenen Bestand. Unbestritten bleibt dies deren Hauptaufgabe. Leider haben Nutzende selten die Möglichkeit, weiterführende Zusammenhänge im Bestand bzw. darüber hinaus herzustellen. Auch der “one to rule them all”-Suchschlitz macht es den Nutzenden schwer, sich die Bestände in einer intuitiven Weise zugänglich zu machen. Im Zeitalter von Normdaten, (Linked) Open Data, Knowledge Graphen bzw. Open Source liegen viele der notwendigen Werkzeuge auf dem Tisch. Woran liegt es also, dass Bibliothekskataloge selten alternative und explorative Suchansätze anbieten?
Die Vortragenden möchten den im EFRE-Projekt “Linked Open Data” von der SLUB Dresden entwickelten explorativen Suchansatz vorstellen und praxisnahe Einblicke in dessen Konzeptions- und Entwicklungsphasen geben. Welche Rolle spielen maschinelle Verfahren, Konkordanzen bzw. gut gepflegte Vokabularien/Thesauri zur Aufbereitung der Daten? Warum ist eine strukturierte und intellektuelle Erschließung von Beständen auch heute dabei unerlässlich? Welche Herausforderung gibt es bei der Datenvisualisierung und der Umsetzung des Suchinterfaces? Warum ist die enge Zusammenarbeit zwischen Bibliothekaren*innen, Spezialisten*innen, Informatikern*innen bzw. Designer*innen wichtig?
Mirko Clemente ist ein freiberuflicher Designer. Er hat sich auf webbasierte Datenvisualisierungen netzwerkartiger Daten wie Wissensstrukturen und Klassifizierung spezialisiert und bereits einige Projekte im bibliothekarischen Umfeld realisiert.
Jens Nauber und Tom Schilling (SLUB Dresden) befassen sich mit der Strukturierung, Bereitstellung und maschinellen Aufbereitung bibliografischer Metadaten für unterschiedliche Informationssysteme, wie der Linked Open Data API und dem Katalog der SLUB.

https://dbt2021.abstractserver.com/program/#/details/presentations/97

IST-Zustand

auch mit Blick auf die Suche der SLUB

  • Es geht um die Entwicklung neuer Suchoberflächen, explorative Sucheinstiege
  • Analyse: Suchschlitz immer noch zentraler Sucheinstieg + Fascetten – sehr klassisches Paradigma, zumal auch durch Google derzeit bekannt
  • Smarte Bedienelemente derzeit : Vorschlagssuche, Index-Browsing, domainspezifisches Suchen -> richtige Exploration nicht möglich

Datenvisualisierung

  • Datenvisualisierung ausgewählter Datensammlungen, aber ansonsten exploratives wenig zu sehen
  • Es geht darum Daten zu verstehen – zugrundeliegend Titel- und Normdaten
  • Eigenheiten und Schwächen mussten verstanden werden (Mikro- und Makroperspektive)
  • Auswertung automatisiert und manuelle Betrachtung der Datenfelder
  • wie gut sind die abgedeckt
  • wie sind die Werte verteilt
  • sind Muster/Zusammenhänge erkennbar
  • gibt es Annomalien
  • gibt es Schnittstellen
  • Auch die gesamte Struktur der Linked Data muss verstanden werde
  • was ist prinzipiell verknüpfbar und wie fest sind die miteinander verknüpft
  • Daraus wurde der Projektfokus gestärkt
  • Titeldaten Mittelpunkt und engverbundene Normdaten (Themen und Personen)
  • Themen sind nicht nur Bezeichnung, sondern bestehen aus zusätzlichen Inhalten (Beschreibungen) -> vorgelagerte Suche ergibt eine Themenliste
  • Das eindeutigste Thema wird im Fokus der Darstellung dargestellt, dazu werden Titeldaten und weitere Themen angezeigt
  • Verwandte Themen werden auch angezeigt, nach Häufigkeit gemeinsam gefundener Inhalte
  • Kontext zeigt alternative Ergebnisse (vorgelagerte Suche) -> Navigation im horizontalen Sinne
  • Kontext nicht nur nach Datenlage nicht nur Verlagerung sondern auch Spezifizierung (vertikale Suchbewegung)
  • Zusätzliche Themen können als Einschränkung ausgewählt werden
  • Ähnliche Suchbegriffe kommen in den Daten vor und werden mit angezeigt
  • Durch Anzeige können auch Missverständnisse vermieden werden
  • Zeitraum wird radial und um Uhrzeigersinn herum angezeigt, um so zu zeigen, ob das Thema historisch oder aktuell ist.

Tolle Vorstellung des Prototypen der Explorativen Suchen

Ein kleiner Einblick 😉

Was haben sie gelernt

  • Es ist möglich, solche Konzepte zu erstellen, aber es ist aufwendig
  • enge Zusammenarbeit zwischen Bibliothekare, Techniker und Visualisierer (Nutzerinteraktion)
  • Projekt muss danach weitergepfegt werdne können
  • Datenqualität ist entscheidend (möglichst vollständig) -> ERSCHLIESSUNG muss sichergestellt werden (autmatisch, aber auch intellektuell)
  • Prototypen lohnen sich, aber auf Livedaten, da sonst Änderungen im speziellen Datensatz und damit Integration in Live-System

Fragen

  • Wann kann man es nutzen?
    • Noch Work in Progress – Alles OpenSource, aber Adaption schwierig – für SLUB-Katalog soll es adaptiert werden als Ergänzung zu Suchparadigma
    • Für das Produkt wird es noch dauern, aber der Prototyp wird abgekapselt vermutl. in den nächsten Monaten in den data.slub-dresden.de veröffentlicht
  • Verwandtschaft entsteht dadurch, wie oft ein Thema mit einem anderen auftritt (hier wird noch expermimentiert)
  • Usability-Test mit Bibliotekarinnen, Nutzerinnen geplant
  • Heterogene Daten sind großes Problem insbesondere für Erschließung
  • thematisch 69% erschlossen, aber oft nicht gut erschlossen, für Prototyp Goldstandard – Daten aus dem Verbundkatalog

Mein Fazit: Das ist eine Entwicklung, auf die ich mich sehr freue und die hoffentlich in den nächsten Jahren zu einer Marktreife gebracht werden wird.

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Ein König – viele Wege zum Bücherwissen von Wilfried Enderle

Wilfried Enderle hielt am 14. Januar 2014 den Vortrag “Ein König – viele Wege zum Bücherwissen. Die Göttinger Universitätsbibliothek im Kontext der europäisch-britischen Bibliothekslandschaften”. Dieser fand im Rahmen der Öffentlichen Ringvorlesung der Universität Göttingen im Wintersemester 2013/14 mit dem Titel “Kommunikation & Kulturtransfer in der Personalunion” statt.

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Die Bibliothek des Instituts für Auslandsbeziehungen in Stuttgart

Die Bibliothek des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) im Zentrum der baden-württembergischen Hauptstadt Stuttgart ist die weltweit einzige Spezialbibliothek zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik und internationalen Kulturbeziehungen. Seit mehr als 90 Jahren bietet sie eine qualifizierte Auswahl von Veröffentlichungen in Deutsch und in mehreren Fremdsprachen an.

Weiterführende Informationen unter: http://www.ifa.de/library und http://www.ifa.de/wika/


[Korrektur zur Verbesserung des Datenschutzes. Umstellung Youtube-Video auf “privacy-enhanced mode”: 18.07.2018]

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[Zitat] Unkommentiert – 2005

“It is said that those who fail to remember history are doomed to repeat it. That’s not quite correct. We all forget history. The key is whether we have a way to go back to rediscover what we forget. More directly, the key is whether an objective past can keep us honest. Libraries help do that, by collecting content and keeping it, for schoolchildren, for researchers, for grandma. A free society presumes this knowledge.”

Lawrence Lessig (aus “Free Culture: the Nature and Future of Creativity”)

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Die Rolle der Metadaten bei Gale

Kurz gesagt, Metadaten sind Daten über Daten, die strukturiert (d.h. in Feldern) abgelegt wurden, um große Datenmengen zu verwalten. Diese Metadaten sind i.d.R. standardisiert und maschinenlesbar. (Mehr Informationen) Im Backoffice der Bibliotheken gehören Metadaten zum Kerngeschäft, mit dem sie ihre Sammlungen erschließen (formal, inhaltlich). Aber auch Datenbanken nutzen Metadaten als den Stoff, mit denen man in Datenbanken sehr gezielt das Wiederfinden kann, was in diesem Datensilo abgelegt worden ist.

Mit dem folgenden Video kann man “behind the screens” gehen und sehen, wie Gale Digital Collections ihre Sammlung findbar und nutzbar macht.

Gale®, part of Cengage Learning, is a leading global provider of digital and print product solutions that support education and research in public, academic and K-12 libraries.

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Andere für sich arbeiten lassen

Menschen sind verspielt. Es ist Teil ihrer Neugier und teil des Lernens. Diesen Spieltrieb nutzen verschiedenste Netzprojekte, um mit kleinen Spielchen Freiwillige sonst unlösbare Aufgaben erledigen zu lassen.

Schon Tom Sawyer machte Zaunstreichen seinen Freunden schmackhaft, weil er tat, als sei dieses ein großer Spass. Danach schufteten die Freunde freiwillig für ihn und beschenkten ihn auch noch. Diesen psychologischen Trick nutzen Internetportale wie Flickr, YouTube oder del.icio.us lassen sich mit Inhalten von ihren Nutzern füttern, seien es Fotos, Filme oder Links, die dann auch gleich noch durch die Vergabe von Tags seitens der Nutzer inhaltlich erschlossen werden.

Richtige Bibliothekare und Archivare würden systematisch vorgehen, wären aber teuer. Doch können diese Aufgabe mit guten Resultaten auch ganz normale Menschen bewältigen, wenn es nur genug von ihnen sind – “Social Tagging” nennt sich das.

Wie man Freiwillige durch das Angebot kleiner Spiele und die Herausforderung des Wettbewerbsgeistes motiviert, einen Dienst der Gemeinschaft zu erbringen, wurde von Markus Krause und Hidir Aras von der Universität Bremen untersucht. Auch Luis van Ahn von der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh hat für seine Doktorarbeit ein kleines Online-Game entwickelt, welches als Zugabe zuverlässige Beschreibungen von Bildinhalten ausgab. Ziel des von ihm entwickelten Spiels war, dass zwei zufällig zusammengestellte Teams möglichst die gleichen Begriffe für Bilder, Töne oder Texte vergeben, um als Belohnung Punkte zu erhalten. Van Ahn berechnete, dass so alle Google Bilder innerhalb weniger Monate beschriftet sein könnten, wenn dieses Spiel eine ähnliche Popularität erreichten würde wie übliche Online-Spiele.

Krause und Aras haben dieses Spielmodell leicht modifiziert, um den Prozess noch weiter zu beschleunigen:

Hier denken sich die Spieler die Begriffe nicht selbst aus, sondern müssen ein einmal gewähltes Stichwort in Bezug setzen zu bestimmten Teilen einer Webseite.

Auch hier geht es letzendlich um die Übereinstimmung der Tags, die dabei abfallen und die später den Suchenden ihre Recherche erleichtern.

Der Spieltrieb, der den Menschen innewohnt, kann auch genutzt werden, um bestimmte Verhaltensweisen zu erreichen, z.B. für ein ökologisch korrektes, d.h. benzinsparendes Fahren, welches durch das Cockpit eines Autos belohnt wird.
So arbeitet der Autohersteller Ford an einer Idee:

Auf einem Display blüht oder verdorrt eine Weinranke, je nachdem, wie gut der Mensch mit seinem Tankinhalt haushält.

Einen ähnlichen Ansatz hat der Klimaforscher Byron Reeve von der Stanford University. Dabei sollen die Menschen im Netz um den niedrigsten Stromverbrauch konkurrieren.

Die Mitspieler sollen die Daten ihres eigenen Stromverbrauchs in virtuelle Welten einfließen lassen, die wie World of Warcraft oder Second Life funktionieren, nur dass sie niedrigen Stromverbrauch mit höheren Punktzahlen belohnen. Wobei Datenschützer die aktuell geplanten intelligenten Stromleser, die dafür nötig wären, nicht besonders mögen.

Das Ganze geht weiter. Konkrete Ideen können auf Ideenportalen Geld einbringen. Auf der Plattform Atizo beispielsweise schreiben Unternehmen ihre Probleme aus und lassen dann die Community um die besten Lösung in Wettbewerb treten. So sind 2000 Schweizer Franken für Produktideen aus Schweizer Poulettfleisch ausgeschrieben. 357 Ideen wurden dafür bereits eingereicht, obwohl es nur einen Gewiner gibt und noch kann man bis 25.11. weitere Ideen einreichen.

[D]ie erst 2008 ins Leben gerufene Seite lockt immer mehr “Innovatoren” an. 5.300 haben sich inzwischen registriert. Seit der Gründung hat die Seite über 50 Projekte durchgeführt, unter anderem für namhafte Kunden wie Migros, Google, Swisscom und BMW.

Können sich Bibliotheken dieses Verhalten zunutze machen? Sicherlich gäbe es hier die Möglichkeiten dess Social Taggings. Spiele müssen dabei die Nachteile des Social Taggings jedoch in Griff bekommen:

Ben Heuwing kommt in seiner Magisterarbeit “Tagging für das persönliche und kollaborative Informationsmanagement: Implementierung eines Social-Software Systems zur Annotation und Informationssuche in Bibliotheken” von 2008 zu folgendem Ergebnis:

Es konnte eine relativ geringe Wiederverwendung des Vokabulars und eine geringe Überschneidung bei den getaggten Ressourcen festgestellt werden. Damit sich daraus keine Nachteile für die Benutzbarkeit ergeben, sollten geeignete Methoden für die Unterstützung bei der Tagvergabe und der Suche angewendet werden. (S. 128)

Quelle:
Wie man andere einspannt, ohne dass sie es merken auf Zeit.de

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