Gelesen in Biblioblogs (24.KW’13) – Vertretung Lesewolke

Letzte Woche gab es wieder unterschiedliche interessante Neuigkeiten aus der Bibliotheks-, Informations- und Buchwelt. Das Team hat folgende Beitragsempfehlungen zusammengestellt:

Im Artikel “You Won’t Finish This Article: Why people online don’t read to the end” von im Slate Magazine wird erklärt, weshalb wir Online-Artikel nicht zu Ende lesen. Warum und wie weit man im Schnitt kommt zeigt dieser englischsprachige Artikel auch anhand von Infografiken auf.

Services in Bibliotheken ändern sich zur Zeit stark, um Bibliotheken gegenüber Internet und neue Medien bieten konkurrenzfähig zu halten. Bibliothekarinnen und Bibliothekare müssen sich mehr auf ihre Kundengruppe und ihre Trägerorganisation einlassen. Dies geschieht zunehmend in Form des “Embedded Librarian”, d.h. des integrierten Bibliothekars. Das Blog Service für One-Person Libraries macht auf die neuste Checkliste für OPLs aufmerksam. Wie so eine Form aussehen kann, kann man anhan der 38. Checkliste für “Embedded Librarianship” von Anne Jacobs, Düsseldorf einmal nachvollziehen. Ist dies auch etwas für Ihre Einrichtung?

Die SLUB Dresden hat den 3. Platz des dbb Innovationspreises 2013 mit Goobi gewonnen. In ihrem Blogbeitrag feiern sie nicht nur diese Auszeichnung, sondern erklären auch, warum sie auf Open Source Software setzen und solche, z.B. mit Goobi, auch selbst (mit)entwickeln.

DRM… Igitt findet Buchhändlerin Luise Schitteck in ihrem Blog “eLuise – do bookdealers dream of electric books”. Sie schreibt ihre Sicht der Dinge und ich bin mir sicher, viele Bibliothekarinnen und Bibliothekare werden ihr beipflichten.

Einen Überblick über 250 großartige Bibliotheken der Welt hat George M. Eberhart zusammengestellt. Jeder Eintrag ist mit einem Link und einem kleinen Kommentar versehen.

Die Gewinner des MOOC Production Fellowship zum Thema “Lehren und Lernen im Web” stehen fest.  Eine der Gewinnerinnen ist Christina Maria Schollerer mit “The Future of Storytelling” von der FH Potsdam.

Jürgen Plieninger beantwortete in Teil 1 seines Blogeintrags auf Agora Wissen die Frage, ob Twitter in der Wissenschaftskommunikation sinnvoll ist.

Die Kurt-Tucholsky-Bibliothek in Berlin-Pankow wird dazu gezwungen, Bücher aus ihrem Bestand auszusondern! Laut Vorgaben vom Amt für Kultur soll die ehrenamtlich geführte Bibliothek wie “normale” öffentliche Bibliotheken jährlich 15% ihrer Bestände abbauen. Doch irgendwann wäre bei der Fortführung nach dieser “Logik” aufgrund des schon geringen Etats, kaum überhaupt ein Buchbestand am Ende mehr vorhanden. Für den 19.6. sollen vier BibliothekarInnen des Bezirks zur Unterstützung beim Bestandsabbau verpflichtet werden, jedoch: “Ausgeliehene Bücher können aber nicht ausgesondert werden! Wenn Ihr helft gerade diese Bücher zu retten und sie ausleiht, können sie am kommenden Mittwoch nicht aussortiert werden.”

In Großbritannien und den USA sind wieder einige öffentliche Bibliotheken von der endgültigen Schließung betroffen, so z.B. 9 Bibliotheken allein in Sunderland. Die mediale Aufmerksamkeit in Form von Petitionen, Aktionen und der Schaffung von mehr Öffentlichkeit scheint dort viel mehr vorhanden zu sein, als beispielsweise hierzulande, wo manchmal bei Schließungen von Stadtteilbibliotheken in überregionalen Medien und im Web 2.0 selten von Aktionen und Kampagnen berichtet wird, um diese zu verhindern. Der bedrohten Schließung der Queens Library kann durch das Verfassen von Petitionen an die gewählten Volksvertreter begegnet werden, wobei es auf der Webseite Save Queens Library ein vorgefertigtes Formular gibt. PublicLibraryNews geben auf ihrer Webseite wirkungsvolle Tipps für mögliche Kampagnen, um Öffentlichkeit zu schaffen.  Carolyn McIntyre fasst zusammen, was den geplanten Schließungen in New York und London gemeinsam ist: “Both are eliminating their public libraries against the will of the public and replacing them with luxury housing, using secretive, deceptive tactics. Budget cuts resulting in extremely profitable deals for . . . . whom exactly?” Berlin ist also vermutlich auch bald gefährdeter als es jetzt schon bereit ist sich einzugestehen, wenn durch den neuen ZLB-Bau dezentrale Stadtteilbibliotheken womöglich ebenso von Schließungen bzw. weiteren Umwandlungen (in ehrenamtlich geführte Einrichtungen) bedroht sein könnten. Die Verkürzung von Öffnungszeiten und die Schließung in den Sommerferien sind vor allem in Berlin Mitte an der Tagesordnung.

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Zukunftswerkstatt lädt ein: Eli Neiburger im Februar 2013 in Deutschland

Wenn es Bibliotheken nicht bereits gäbe, würde man ihre Einrichtung heutzutage nicht mehr erlauben.” Eli Neiburger

Das Zitat stammt aus Neiburgers Vortrag “Libraries are screwed”, der in der deutschsprachigen Biblioblogosphäre mehrmas zitiert wurde.

Christoph Deeg verkündete letzten Donnerstag über mehrere Kanäle das diesjährige Weihnachtsgeschenk der Zukunftswerkstatt an die Bibliothekswelt in Deutschland:

“Im Februar 2013 werden wir den US-amerikanischen Bibliotheksexperten Eli Neiburger in Deutschland zu Gast haben.”

Auch dieses Jahr wird es eine Tournee geben. Neiburger ist Associate Director für  IT  und Production an der  Ann Arbor District Library. Sein Forschungsinteresse gilt der Weiterentwicklung von öffentlichen Bibliotheken. Er ist Experte zum Thema Gaming und beschäftigt sich mit möglichen Antworten auf die Frage, wie Gaming die Arbeit von öffentlichen Bibliotheken bereichern kann. In den USA hat sich inzwischen ein sogenannter “National Gaming Day” etabliert. Neben der US-Botschaft (in Berlin) ist auch die Organisation des Gaming-Days Kooperationspartner der Zukunftswerkstatt. Letztere plant den Aufbau einer Deutsch-Amerikanischen Gaming-Liga für Bibliotheken.

Neiburgers Forschungs- und Themenschwerpunkte gilt neben Gaming, noch eBooks und neue Raum- und Veranstaltungskonzepte. Neiburger ist, wie ich bereits am 22. Februar diesen Jahres hier postete,  Preisträger des “Movers and Shakers Awards” 2011 in der Kategorie “Tech Leader”.

An folgenden Orten sind Vorträge mit Eli Neiburger geplant:

Berlin: 11.02.2013
Karlsruhe: 13.02.2013
München: 14.02.2013
Köln: 15.02.2013

Was sicherlich besonders reizvoll ist, wäre Eli Neiburger nach dem offziellen Vorträgen zu treffen und ihm Fragen zu stellen, was im Rahmen eines Restaurantbesuchs ebenso möglich sein wird.

Zusätzlich wird die Zukunftswerkstatt die Vorträge aufzeichnen und sicherlich auf deren Blog  www.zukunftswerkstatt.org posten.

Für all jene, die aus zeitlichen Gründen oder aus Neugier nicht mehr so lange warten wollen bzw. können, poste ich an dieser Stelle einen Vortrag von Neiburger, der vermutlich sogar mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit in Deutschland inhaltlich so ähnlich strukturiert sein wird: “Text, Tech, & Teens in This CenturyRead more: Zukunftswerkstatt lädt ein: Eli Neiburger im Februar 2013 in Deutschland



 
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Die Zukunft der Bibliothek der Harvard Universität



 
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Rolf Hapel: “Rethinking the Public Library in the Networked Society”

Den folgenden Vortrag hielt der Direktor der Stadtbibliothek Aarhus Rolf Hapel, auf dem “International Future of Learning Summit: Mobility Shifts” am 14.11.2011 in New York.

Aus Deutschland waren unter anderem Torsten Meyer  & Konstanze Schuetze von der Universität Köln auf der Konferenz und sprachen zum Thema “MedienBildungsRaum: Media – Art – Space = Open Experimental Living Space”.

Rolf Hapel, Aarhus Public Libraries, Denmark from The Politics of Digital Culture on Vimeo.

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LIBER Award for Library Innovation 2012 vergeben

The LIBER Award for Library Innovation was instituted by LIBER, with support from Elsevier. It honours the three abstracts which best describe innovative work in the overall theme of the LIBER 2012 Annual Conference “Mobilising the knowledge economy for Europe”

Die Award-Gewinner stehen fest:

  • Justine Haeberli, Daniel Beucke – Open Access Statistics – Services and Standards for Internationally Comparable Usage Statistics
  • Sven Vlaeminck – Data Management in Scholarly Journals and Possible Roles for Libraries – Some Insights from EDaWaX
  • Kathleen Shearer, Birgit Schmidt, Norbert Lossau – Licensing Revisited: Open Access clauses in practice

Herzlichen Glückwunsch den Ausgezeichneten. Die Beiträge sollen im Sommer auf der LIBER annual conference in Tartu gehalten werden. Noch kann man sich dafür anmelden und den Frühbucherrabatt nutzen.

LIBER (Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherche – Association of European Research Libraries) ist das größte Netzwerk wissenschaftlicher Bibliotheken in Europa. Zu LIBER zählen mehr als 400 National und Universitätsbibliotheken u.a. Bibliotheken aus mehr als 40 Ländern.

Quelle:
LIBER Award for Library Innovation 2012



 
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Eine Infografik zur Geschichte der Informationsorganisation

A History of Information Organization | Mindjet

A History of Information Organization | Mindjet

Quellen: Mindjet und Wiredacademic

[Update: Umgezogene Grafik ergänzt, 15.07.2013, Dörte]



 
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Gesucht: Movers & Shakers in Bibliotheken 2012

Die US-amerikanische Zeitschrift Library Journal vergibt seit 2003 jährlich den Preis Movers & Shakers an besonders innovative Bibliothekar_Innen. Ähnlich wie bei Filmpreisverleihungen gibt es hierzu verschiedene Kategorien. Gewinner waren 2011 unter anderem schon Ned Potter (Marketer), Buffy J. Hamilton (“The Unquiet Librarian“) (Change Agent), Bobbi Newman (Innovator), Ryan Deschamps (Community Builder), Eli Neiburger (Tech Leader) und Tracy Crawford (Advocate).Unter den Preisträger_Innen fällt auf, dass es recht viele im Alter von 30-40 Jahren gibt. Wie hoch ist das Durchschnittsalter innovativer Bibliothekar_Innen in Deutschland? Besonders bekannt dürfte der deutschsprachigen Bibliothekswelt die Preisträger 2009 in der Kategorie Marketers sein, da zwei von ihnen auch letztes Jahr auf dem deutschen Bibliothekartag über die Zukunftswerkstatt eingeladen wurden: Erik Boekesteijn, Jaap Van De Geer, Geert Van Den Boogaard (DOK Delft)

Nun stiftet der Verlag De Gruyter in Kooperation mit der Zeitschrift BIBLIOTHEK Forschung und Praxis (BFP) und der Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissensvermittlung e.V. erstmals den Preis “Movers & Shakers”. Im Auschreibungstext heißt es:

“Wir suchen Personen mit dem Blick nach vorn, die Ideen konkret umsetzen und so Bewegung in die Bibliothekslandschaft bringen. Wir suchen die Movers & Shakers der Bibliotheken. […] Mit dem Preis werden Personen oder Gruppen ausgezeichnet, die sich besonders erfolgreich für die Umsetzung von innovativen und zukunftsweisenden Ideen in öffentlichen oder wissenschaftlichen Bibliotheken oder deren Umfeld engagiert haben.”

Die Preisvergabe kann an Einzelpersonen gehen oder an ein Team. Vergeben wird der Preis in zwei Kategorien:

1.  Innovatives Benutzererlebnis / innovativer Benutzerservice und 2. neue Technikanwendung.

Prämiert werden bereits umgesetzte Aktivitäten, die in Bibliotheken oder um Bibliotheken herum oder allgemein bei der Informationssuche bzw. Wissensvermittlung zum Einsatz kamen nd kommen.Besonderes Hauptaugenmerk liegt auf Projekte und Services, welche zum Mitmachen anregen oder als Best Practice Beispiele auch auf andere Einrichtungen übertragbar wären.

Diese Projekte oder Angeboten sollten in den letzten zwei Jahren erfolgreich in die Praxis umgesetzt worden sein. Was besonders hervorsticht ist die Tatsache, dass auch Projekte eingereicht werden können, welche noch nicht realisiert wurden. Die Hauptbedingung hierfür ist, dass das Endresultat dennoch bereits erkennbar ist.

Bedauerlich ist meines Erachtens nur, dass es keinen kreativeren und innovativeren Namen als “Movers & Shakers” hierfür gibt, da dieser je bereits in den USA genauso verwendet wird und wie ein Abklatsch oder eine Kopie wirkt.

Der Preis ist je Kategorie mit € 500 dotiert. Die Preisträger (Personen oder Teams) erhalten darüber hinaus ein Anerkennungszertifikat und werden eingeladen, ihre Leistung während des Bibliothekartags 2012 im Rahmen der Veranstaltungen der Zukunftswerkstatt zu präsentieren.

Zudem wird ihnen ermöglicht, in der Zeitschrift BFP über Ihre Arbeit zu berichten.

Bewerbungsverfahren:

Für den Preis kann man sich selbst bewerben oder vorgeschlagen werden. Bei Vorgeschlagenen ist die Annahmebereitschaft vorab zu klären.Teilnahmeberechtigt sind Bibliothekarinnen, Bibliothekare und andere Informationsprofis im deutschsprachigen Raum.

Dadurch, dass die Infos über den Preis auch über den schweizerischen Bibliotheksnewsletter Swiss-Lib gingen (leider nicht auf Italienisch und Französisch. Wenn schon die Schweizer_Innen angesprochen werden, sollten auch aus Fairneßgründen die anderen nicht rein deutschsprachigen Kantone und Bibliothekar_Innen berücksichtigt werden), können sich neben Schweizer_Innen mit Sicherheit auch Österreicher_Innen, Südtiroler_Innen, Liechtensteiner_Innen und Belgier_Innen (Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens mit Sitz in Eupen) bewerben.

Inwieweit sich andere deutsche Bibliothekar_Innen, welche im Ausland tätig sind (z.B. bei den Goethe-Instituts-Bibliotheken weltweit, in Skandinavien und Frankreich oder einer deutschsprachigen Minderheit in Russland, Brasilien oder Ungarn angehören) auch bewerben können ist nicht ganz deutlich, aber ich denke die Möglichkeit einer Bewerbung dieser Gruppen ist sicherlich gegeben.

Es wird im Ausschreibungstext keine Angabe über den Ort der Bibliothek und Arbeits- und Wohnort und die Staatsangehörigkeit möglicher Kandidaten gemacht. (Erik Boekesteijn, Jaap Van De Geer und Geert Van Den Boogaard waren 2009 auch keine US-Amerikaner_Innen und erhielten den Preis aufgrund ihrer innovativen Bibliotheksdienstleistungen, welche weltweit (v.a. nur Nordamerika und Europa) für Furore und Bekanntheit sorgten.)

Für die Bewerbung einzureichen ist eine max. 3-seitige deutschsprachige Beschreibung des Produktes oder Projektes (einschließlich Abbildungen und weiterführenden Links). Beizufügen ist eine Kurzbiographie der Kandidatin bzw. des Kandidaten oder der Teammitglieder. Die Unterlagen müssen bis zum 25.04.2012 beim Verlag als E-Mail-Attachment vorliegen (senden an: alice.keller@degruyter.com).

Eine fünfköpfige Jury, welche aus Herausgebern der Zeitschrift BFP (Bibliothek-Forschung-Praxis) und Mitgliedern der Zukunftswerkstatt Kultur-und Wissensvermittlung e.V.  besteht, wird die eingereichten Vorschläge einer kritischen Beurteilung unter Heranziehung eines Kriterienkatalogs unterziehen. Zur Erhöhung der Chance diesen Preis zu erhalten, wird besonders berücksichtigt, ob die Idee oder das Projekt innovativ und/oder kreativ ist und ob sich in der Institution oder für ihre Services und Kunden etwas bewegt hat und diese Innovation/dieser Service von anderen übernommen oder für ihre Zwecke adaptiert werden kann. Dieses Verfahren wird nicht öffentlich sein und die Entscheidung bei der Auswahl wird endgültig sein. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Benachrichtigung der Gewinner_in(nen) der Institution oder für ihre Services und Kunden etwas bewegt hat erfolgt schriftlich und die Preisvergabe wird während des Bibliothekar*tages 2012 stattfinden

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Vorstellung der Espresso Book Machine in der “Darien Library” im Bundesstaat Connecticut (USA)

Mithilfe dieser Maschine dauert das Buchdrucken nur noch sechs Minuten. Trotzdem glaube ich, dass es natürlich buchabhängig ist, wie lange dieser Vorgang am Ende schließlich dauert. Die “Darien Public Library” bietet AutorInnen eine kostengünstige Alternative deren Bücher in der Bibliothek zu drucken und war auch sicherlich auch in der Vorweihnachtszeit sehr gefragt. NutzerInnen können sich ihre Bücher maßgeschneidert anfertigen lassen (Layout, Umschlag und Farbe). Darunter sind auch Werke von Literaturnobelpreisträgern, wie etwa Mario Vargas Llosa oder Elias Canetti. Mit dem gestrigen internationalen Public Domain Tag kamen zur  “Espresso Book Machine” (EBM) zu den bisherigen 7 Millionen Buchtiteln weitere hinzu.

via Tame The Web

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Der Kampf des Bürgervereins in Magdeburg-Salbke um den Erhalt der Freiluftbibliothek und des Ladenlesezeichens

“Die beiden Architekten Stefan Rettich und Bernd Hafermalz konnten namhafte Mitbewerber wie Herzog & de Meuron und Thomas Heatherwick’s aus dem Feld schlagen.Das preiswerte und flexible Museumskonzept beziehe die Magdeburger als intelligente und verantwortungsvolle Mitbürger ein, so die Jury in London. Denn die Freilichtbibliothek ist mehr als nur ein besonders geformtes Gebäude: Anwohner können ihr Bücher dort ins Regal stellen, andere sie vor Ort lesen. Mittlerweile beherbergt die Bibliothek 30.000 gespendete Bücher.”

Deutsche Welle

Gibt es eigentlich ein Haltbarkeitsdatum für Bibliotheken? Ähnlich wie bei den Bücherzellen und offenen Bücherschränken verhalten sich nicht immer alle MitbürgerInnen verantwortungsvoll und respektvoll gegenüber öffentlichen Gütern und an öffentlichen Orten. Bereits Anfang Juli berichtete die Magdeburger Volksstimme über den Salbker Bürgerverein und die Architekten, die einen offenen Brief an den Oberbürgermeister (OB) und die Stadtratsfraktionen schrieben und darin die ungenügende Hilfe und das fehlende Engagement der Stadt beklagen. Vandalismus und Zerstörungswut waren der Anlass:

“… Sie schauen seit Monaten tatenlos zu, wie eine kleine Gruppe von Chaoten den Verdienst der engagierten Bürger von Salbke in Trümmer legt. Wir haben Sie schon vor Monaten darüber in Kenntnis gesetzt, dass an den Wochenenden bis zu vierzig schwer alkoholisierte Jugendliche und Heranwachsende aus verschiedenen Stadtteilen den kleinen Leseplatz in eine No-Go-Area verwandeln, in die sich nicht einmal mehr die direkten Anwohner trauen, um die Störenfriede zur Ordnung zu rufen. Es wird randaliert, das Objekt wird demoliert, beschmiert, Bücher werden zerrissen und säckeweise Müll hinterlassen, die dann von den Bürgern entsorgt werden und nicht von Ihren Ämtern, die den Unterhalt des Objektes vertraglich zugesichert haben! – Es gleicht einer Farce, wenn Sie (der Oberbürgermeister d. Red.) in Ihrem Brief, datiert vom 10. Mai 2011 schreiben, ,ich (…) versichere Ihnen ein funktionierendes und gutes Zusammenspiel unserer Ämter und der Polizei.’ Auch heute, mehr als sechs Wochen nach dem Schreiben ist das Objekt unverändert in einem erbärmlichen Zustand. Dies liegt unter anderem auch an der mangelhaften Unterhaltung. Die Rasenpflege und die Leerung der Mülleimer erfolgt in einem Turnus, der bei weitem nicht der Nutzungsintensität des Objekts entspricht. All diese latenten und hausgemachten Faktoren der Verwahrlosung laden gewaltbereite Personen geradezu dazu ein, Vandalismus zu begehen.”

Seit dieser Zeit hatte der OB seinen zuständigen Beigeordneten “mit einer umfassenden Prüfung der Sachverhalte beauftragt”. Trotz meiner Recherchen habe ich keine adäquate Antwort von Seiten der Lokalpolitik auf diesen offenen Protestbrief finden können.  Weder die Magdeburger Volksstimme noch Engagierte auf der Webseite http://www.salbke-magdeburg.de berichteten über Ergebnisse eine Antwort des OB und dessen Beigeordneten, obwohl dies ja ursprünglich nur einige Tage dauern sollte. Doch warum lässt sich die Lokalpolitik solange Zeit? Spielt sie auf Zeit oder soll der Bürgerverein nun auch soziale Probleme lösen? Die Freiluftbibliothek in Magdeburg, die 325.000 € kostete, gewann mehrere Architekturpreise und wurde auf niederländischen, französisch-,  englischprachigen und weltweiten Webseiten lobend erwähnt. 2009 schrieb Dörte zur Eröffnung:

“Eine Mischung, die es in sich hat: ein Bürgerverein, eine ausgemusterte Kaufhausfassade und 20.000 Bücher. Das alles wird mit einem Modellvorhaben des Bundes gut gemischt und als Platz dient eine freie Fläche im Magdeburger Stadteil Salbke. Auf der Brache der früheren Ortsbibliotek wird eine Freiluftbibliothek mit Bühne von den Karo Architekten (Magdeburg) am 20.06.09 eröffnett. Sie soll als Begegnungszentrum für Jung und Alt dienen.”

Der am 1. Juli in der Magdeburger Volksstimme veröffentlichte Artikel “Lesezeichen: Salbker sehen sich im Kampf gegen Chaoten alleingelassen” erwähnte sogar, dass im Deutschen Architekturmuseum das “Salbker Lesezeichen” – sprich die Freiluftbibliothek –  sogar als bester öffentlicher Raum Europas gefeiert wird. Doch wie auf dem Foto zu sehen ist, fehlt nur noch, dass die Bibliothek von rebellierenden Jugendlichen wie 2007 im Pariser Vorort Villiers-le-Bel angezündet wird. Bislang gibt es an der Magdeburger Freiluftbibliothek immer wieder Graffiti-Schmierereien, zerkratzte Wände und Scheiben und auf dem Boden zerstreute Bücher zu besichtigen. Lobend wird im Artikel erwähnt, dass es auch Jugendliche gab, die im Mai bei der Beseitigung der Schäden mithalfen. Doch kann kulturelle Bildung in Form des Lesens von Büchern Jugendliche von Gewalt und Hass gegenüber Büchern und innovativen architektonischen Konzepten abhalten? Das Beispiel Magdeburg zeigt, dass Jugendliche, die wenig (berufliche) Perspektiven haben, sich an ihrer Umwelt in irgendeiner Weise rächen müssen oder es einfach wollen. An Wochenenden scheint dieses Gelände eher ein “No-Go-area” zu sein und der Mob ist da anscheinend ganz unter sich und kann tun und lassen, was ihm gefällt.  Der Verein reagierte nach diesen blindwütigen Zerstörungen: Er engagierte einen Sicherheitsdienst, der Jugendliche, welche dort an Wochenenden “abhängen” Platzverweise ausprach. Hinzu kamen Kontaktgespräche mit der zuständigen Polizei. Dies brachte aber nicht den erhofften Erfolg. Rainer Mann, ein Mitglied des Bürgervereins Salbke hob hervor, dass die Stadt Magdeburg Eigentümer des Grundstücks und der Bibliothek ist. Es sei Aufgabe der Stadt sich regelmäßig um die Entleerung der Mülltonnen, die Wiederherstellung der Bauteile und um die Reinigung der Außenflächen kümmern müsse.

Bisher ist die Freiluftbibliothek noch nicht als gesamtstädtische Bildungs- und Kultureinrichtung annerkannt. Dabei wisse doch jeder, dass die Hemmschwelle Dinge zu zerstören, an Orten sinkt, die stets unterhalten und gepflegt werden. Hinzu kommt, dass vor kurzem das Gebäude in der Straße Alt-Salbke 75, in dem die Bücherausleihe stattfindet und der Bürgerverein untergebracht ist, bald vom neuen Eigentümer übernommen werden. Dieser will den Verein mit seiner Buchausleihe nicht mehr dort unterbringen. Dennoch mache ich mir aufgrund des großen Leerstands an Läden kaum Sorgen, dass dieses Problem bald gelöst sein wird. Mehr Grund zur Sorge könnten den Vereinsangehörigen und NutzerInnen der Freiluft- und Bürgerbibliothek die Tatsache bereiten, dass die lokalen PolitikerInnen, die sich einst bei der Eröffnung noch das ehrenamtliche Bürgerengagement des Vereins und dessen Mitglieder lobten, nun aus dieser Verantwortung mehr und mehr heraushalten werden, wenn nicht ein größerer Protest in der Lage ist, das Freiluft- und das Ladenlesezeichen langfristig zu halten. Eine Konsequenz dieser Ungewissheit ist die Absage des im September geplanten Salbker Stadtteilfests, das der Bürgerverein jährlich ausrichtet. Sollten nicht bald neue Räumlichkeiten gefunden werden, müssen die Vereinsmitglieder die Bücher “einlagern”. Doch worum handelt es sich bei Fleisch, das (ein-)gelagert wird? Ja, um tote Tiere:Read more: Der Kampf des Bürgervereins in Magdeburg-Salbke um den Erhalt der Freiluftbibliothek und des Ladenlesezeichens

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Vorstellung einer neuen zeitsparenden Augmented Reality App für BibliothekarInnen

Shelf reading” von Medien, welche sich beispielsweise in Regalen befinden und in einem  bestimmten Ordnungsystem angeordnet sind meint,  dass es mithilfe einer neuen Applikation möglich ist Medien nach einer Klassifikation in die richtige Reihenfolge zu bringen. Wer je Praktikant, studentische Hilfskraft in einer Bibliothek war oder auch Bibliothekar ist, weiß wie mühevoll diese Arbeit ist. Häufig kommt es vor, dass NutzerInnen oder “unsichtbare Kräfte” Medien durcheinander bringen oder gar verschwinden lassen. Dabei ist nichts schlimmer, als dass beispielsweise Bücher plötzlich nicht mehr am richtigen Ort sind. Oftmals gelten diese dann für lange Zeit als verschollen und es müssen Vermerke im Ausleihsystem vorgenommen werden. Diese vermeintliche Ordnung durcheinander zu bringen ist recht einfach. Eine Forschungsgruppe der Universität Miami (MU ARRG), die von Professor Bo Brinkman geleitet wird, hat vor kurzem eine “Android Application” entwickelt, die Hilfskräften und der Bibliothek als Institution Zeit und  Ärger sparen. Bei der Verwendung dieser Applikation, “liest” das Buchregal mit einer bestimmten Funktion und zeigt an, welche Bücher nicht klassifikationsgemäß angeordnet sind. Diese Kamera, wie sie im folgenden Video gezeigt wird, zeigt an, an welcher Stelle falsch eingestellte Bücher eigentlich hingehören. Des Weiteren ermöglicht die Applikation eine Berichtserstellung dessen, was sich in den Regalen der Bibliothek befindet. Bei dünnen Kinderbüchern ist die Applikation noch nicht soweit diese zu einzulesen. Bisher nutzt dieser Protyp nur 16 Bit pro “Tag”. Im Moment arbeitet die Forschungsgruppe an einem neuen Prototypen, der 72 Bit pro Medium Auflösung hat und den Vorteil hat, dass jede Art von Bestand in der Lage wäre, mitaufgenommen zu werden. Die Applikation wurde von  Matt Hodges entwickelt. Er wird sie ab dem 2. April  auf der Konferenz der “Association of College and Research Libraries 2011″ vorstellen.



 
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