Weit weg von einer barrierefreien Bibliothek

14.03.2010 | von Dörte Böhner | 2 Kommentare » |

Das Grimm-Zentrum der Humboldt-Universität zu Berlin sollte so schön werden, eine Vorzeigebibliothek auch für die Benutzung durch Behinderte. Ich erinnere mich da an die erste Vorstellung der Konzeption des Grimm-Zentrums innerhalb eines Seminars zur Auskunft in Bibliotheken, als wir über die baulichen Voraussetzungen sprachen. Jetzt nach Vollendung des wird deutlich, dass man hier bei der Planung versagt hat. Nur fünf Monate nach der Eröffnung des Gebäudes zeigen sich erhebliche Mängel. Gerade Menschen mit Behinderung stoßen immer wieder auf Barrieren, weil Konzepte und Normen an vielen Stellen nicht beachtet wurden, z.B. fehlt ein durchgehendes Blindenleitsystem, schlecht zugängliche Fahrstühle und zu wenig barrierefreie Arbeitsplätze. Immer wieder sind körperbehinderte Studierende auf die Hilfe Fremder angewiesen, an einem Ort, der ihnen eigentlich ein selbstbestimmtes Studium ermöglichen sollte. Unsere Autorin Doreen Thiede äußerte bereits im Oktober in ihrem Beitrag Kritik an dem Gebäude: Bei meinem ersten Besuch im Rahmen einer Führung hatte ich den Eindruck, dass es in puncto Barrierefreiheit (Zugang zu den Leseterassen), Akustik (Trichterform der Leseterassen) und Lichtversorgung (Stichwort: selbstreinigendes Dach) durchaus Grund zu Zurückhaltung mit frühen Lobgesängen gibt. Schon im November gab es eine Protestaktion von Studierenden, die sich mit Augenbinden und Rollstühlen durch das Zentrum bewegten und der Hochschulleitung eine sechsseitige :!: Mängelliste vorlegten. Daraufhin ordnete HU-Präsident Christoph Markschies Sofortmaßnahmen an, um innerhalb einer Woche die schlimmsten Mängel zu beseitigen. Zudem wurde durch den Akademischen Senatdie Gründung einer Kommission beschlossen, welche ein Konzept für Barrierefreiheit an der HU erstellen sollte. Außerdem wurden kurzfristig Mittel bereitgestellt, um das Gebäude nachzurüsten. Bisher ist nicht viel passiert. Aus den Sofortmaßnahmen wurden langfristige Pläne ...

Eine öffentliche digitale Bibliothek für Deutschland ein Muss

3.03.2010 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |

So unklar wie die Zukunft der Bibliothek ist, ist doch klar, dass sie dennoch auch in digitaler Form vorliegen muss - nicht sollte und nicht könnte, sondern MUSS. Dass Texte in Zukunft digital sind, kann man sich bei dem bereits heute digitalen Texteaufkommen und dem Hype ums E-Book denken. Die Bibliothek muss sich dieser digitalen Zukunft stellen. Die digitale Zukunft heißt nicht, dass das Gebäude Bibliothek, die gemütlichen und stolzen Lesesäle oder unsere Buchkultur, wie wir sie heute kennen verschwinden, aber die Aufgaben der Bibliothek werden sich ändern. Die Bibliothek muss heute Schritt halten mit der digitalen Revolution und ihre Funktionen anpassen. Sie werden Horte des Wissens bleiben, des alten Wissens, auch des neuen Wissens. Das gelingt jedoch nur, wenn sie den Zugang zu allen Formen der Text- und Wissensproduktion gewährleisten kann. Doch momentan muss man ängstlich zuschauen, wie Bibliotheken zunehmend vom aktuellen Wissen abgehängt werden. Dies geschieht an verschiedenen Fronten. Für Ulrich Johannes Schneider stehen die Zeichen für ein baldiges Gelingen derzeit nicht gut. Er bezeichnet das Versagen der Bibliotheken und der sie stützenden Institutionen als eklatant. Es gibt mit der "Deutschen Digitalen Bibliothek" (DDB) ein im Dezember 2009 auf höchster politischer Ebene beschlossenes Projekt, welches dieses Jahr starten soll. So richtig losgehen wird es für die DDB wohl erst 2011. Diese digitale Bibliothek soll wie "Google Books" alles Gedruckte, ob Zeitschrift oder Buch, von Gutenbergs Zeit an zugänglich machen. Ein Jahrhundertprojekt, das vor unlösbare Aufgaben oder die Quadratur des Kreises gestellt wird, wirft man einen Blick auf die Anforderungen, die zu bewältigen sind. Hier ...

“Libreka! ungeschminkt” bringt die Branchenplattform in die Diskussion

12.11.2009 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |

Das Schreiben "Libreka! ungeschminkt" wurde anonym veröffentlicht und erschien zu einem Zeitpunkt, bei dem sich die Buchbranche und vor allem die schöne heile E-Book-Welt sich von der glänzendsten Seite zeigen wollten. Genau zur Zeit der Frankfurter Buchmesse verbreitete es sich wie ein Lauffeuer. Dieses Schreiben wurde vom Verleger-Ausschuss in der heutigen Sitzung im Frankfurter Buchhändlerhaus zum Anlass genommen, intensiv über die Branchenplattform libreka! zu diskutieren. Wohl erwartungs gemäß ist, dass MVB-Geschäftsführer Ronald Schild die Meinung vertritt, libreka! weise Erfolge vor und man hätte inzwischen auch bei den Endkunden einen größeren Bekanntheitsgrad erreicht. Ich kann mir hierbei irgendwie nicht den Gedanken verkneifen, dass schlechte Publicity immer noch besser als keine Publicity ist und so die Etablierung eines Markennamen unterstütz. Lobbyfrontmann Matthias Ulmer (stellv. Vorsitzender des VA; Ulmer Verlag) kam natürlich beim Jonglieren der Zahlen bezüglich des Soll- und Ist-Standes des Projekts - wie kaum anders zu vermuten - zum Ergebnis, dass libreka! im Marktvergleich ziemlich gut dastehe. Die Frage dabei ist immer, mit wem man sich vergleicht. Eine kritischere Stimme scheint hier Karl-Peter Winters (Vorsitzender des VA; Verlag Dr. Otto Schmidt) erhoben zu haben, der die Skepsis der eigenen Branche gegenüber libreka! beunruhigend findet. Man sei dem ursprünglichen Ziel, die beste Volltextsuche zu schaffen, bisher nicht gerecht worden. Nun vermutlich liegt das auch daran, dass kommerzielle Verlustängste dem doch erheblich entgegen standen. Statt Neugier zu wecken, kann man wohl sagen, hat es die Plattform geschafft, viele ihrer potentiellen Wiederholungstäter bei deren ersten Besuch dauerhaft abzuschrecken. Hinter den Kulissen scheint es eine mangelhafte Kommunikation zu geben und das ...

Onleihe verschärft das Zugangsproblem

6.10.2009 | von Dörte Böhner | 6 Kommentare » |

Das E-Book setzt sich durch. Immer mehr wollen daran teilhaben. Es ist naheliegend, dass auch öffentliche Bibliotheken die Möglichkeit anbieten sollten, Zugang zu E-Books zu erhalten. Bis jetzt erschweren jedoch die Ängste der Rechteinhaber vor unerlaubten Kopien, die bestehenden Rechsprobleme und vor allem finanzielle Schwierigkeiten den einfachen Zugang zu elektronischen Verlagsprodukten. Es scheint momentan ein Angebot zu geben, das aber für öffentliche Bibliotheken interessant ist. Immer mehr von Österreichs Büchereien nutzen digitale Dienst unter Namen wie "Onleihe", "Digitale Stadt-Bibliothek" und "Bibliothek Digital". Der Kampf um die Aufmerksamkeit der Kunden im digitalen Zeitalter hat begonnen und die Bibliotheken wollen mit ihren Online-Diensten dabei sein, Zugang zu E-Books, Hörbüchern, Filmen, Musik sowie elektronische Magazinen und Zeitungen in Form einer Online-Ausleihen ermöglichen. Seit Frühjahr 2009 sammeln die Büchereien der Städte Salzburg und Graz Erfahrungen mit dem Onleihe-Angebot der deutschen ekz-Tochter DiViBib. 2010 wollen die Wiener Büchereien und die Stadt Linz die Onleihe ebenfalls anbieten. Innsbruck wartet nur noch auf eine Finanzierungszusage für dieses Angebots.

Drei gegen Google

21.08.2009 | von Dörte Böhner | 5 Kommentare » |

Sie machen Ernst, die drei größten Konkurrenten von Google. Ich musste einen Moment nachdenken, wer damit gemeint sein könnte, denn neben diesem gigantischen Internetkonzern verblassen alle anderen. So langsam dämmerte es mir dann allerdings. Erz-Rivale Microsoft, der ja gerade mit Bing.com seine große Suchmaschine gestartet hat, muss man genauso wie den Buch-und Suchmaschinen-Anbieter Amazon zu den „großen“ Konkurrenten zählen. Doch beim Dritten musste ich dann ein wenig im Text weiterlesen, nur um gleich zu nicken, als es um Yahoo.com ging. Diese drei sind der "Open Book Allicance" beigetreten, die gegen Google und sein Google Books Settlement vorgehen wollen. Sie möchten verhindern, dass durch eine gerichtliche Entscheidung Google demnächst ganz legal weitere Millionen von Büchern einscannt und seinen Nutzern den Zugriff darauf erlaubt. 2004 begann Google Buchbestände aus amerikanischen Bibliotheken einzuscannen und einer riesigen Datenbank einzuverleiben. Die urheberrechtlich geschützten Werke wurden nur in kurzen Auszügen angezeigt. Recht schnell wuchs die Gesamtzahl dieser Bücher auf insgesamt rund sieben Millionen Bücher an. Darunter befinden sich unter anderem auch deutschsprachige. Diskussionen ums Urheberrecht der Buchautoren waren vorprogrammiert. Google ließ es darauf ankommen und US-Autorenverbände klagten gegen Google wegen der Verletzung von Urheberrechten. Oktober 2008 einigten sich Google und US-Autorenverbände auf einen Vergleich, das sog. Google Books Settlement. Google erklärte sich bereit, 125 Millionen Dollar an die Rechteinhaber zu zahlen. Google soll laut der Vereinbarung bereits gescannte Werke sowohl in Ausschnitten im Netz veröffentlichen, als auch online verkaufen dürfen. Das habe ich eigentlich immer anders verstanden, nämlich dass der Gigant in Zusammenhang mit diesen Büchern Werbung verkaufen darf, d.h. nicht die Bücher. ...

[Meinung] Nachbesserung ist Pflicht

26.06.2009 | von Dörte Böhner | 4 Kommentare » |

Die UTB und ihre E-Books... Erste Kritik las ich ja bereits in den Diskussionen zur "Landesbibliothek als Copyshop" von Herrn Ulmer (02.04.-26.04.2009). Hier folgen einige Dinge, die mir während meines zweistündigen Tests nicht gefallen haben. Ich habe während des Tests mir einfach die Dinge notiert, über die ich gestolpert bin oder deren Lösung ich erst nach einigem Herumprobieren gefunden habe. Das Angebot ist unter einigen Aspekten sicherlich als gut zu bewerten, aber immer wieder gibt es Punkte, die das Positive in den Hintergrund treten lassen. 1. Persönliche Daten Wenn Sie das Testangebot der UTB Online-Bibliothek aufrufen, werden Sie als erstes gebeten, sich anzumelden. Wenn Sie dieser Bitte folgen, erhalten Sie folgendes Anmeldeformular. Screenshot des Anmeldeformulars der UTB Online-Bibliothek Wozu die hier erhobenen Daten benötigt werden oder wie mit diesen Daten umgegangen wird, wird in der Anmeldung nicht weiter geklärt (erst nach Abmeldung kann man diese Informationen einsehen). Die zum Teil ziemlich persönlichen Daten werden mit einigen Zusatzfunktionen wie "Lesezeichen, Notizen oder Kopieren" bezahlt und dem Dankeschön, eines 10.000 Zeichen zählenden Kopierkontingents. Wer ein wenig rechnen kann, wird rasch merken, dass diese Großzügigkeit ungefähr 5-6 Seiten ausmacht und zwar nicht pro Buch sondern gesamt. Für alles andere wird der Student, der seine privaten Daten preisgegeben hat, zur Kasse gebeten oder er muss alles abschreiben. Das "Geschenk" ist irreführend und kann unerfahrene Nutzer dazu verleiten, sich anzumelden, um etwas "kostenlos" zu erhalten. Sofern die mit der Anmeldung verbundenen datenschutzrechtlichen Bedenken nicht ausgeräumt werden können, sollte man dies ganz offen auch als ein Problem benennen. Datenschutzbestimmungen, die auf der Seite von UTB stehen, ...

Twitter als Eliteschmiede

26.04.2009 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |

Der Internet-Kritiker Keen, bekannt geworden durch sein Buch "Die Stunde der Stümper" zeigt sich im Spiegel-Online-Interview mit Michael Soukup geläutert. Keen verweigert sich dem Netz nicht. Er ist selbst bei Twitter unterwegs, geht aber auch auf sehr ironische Art mit dem Internet um. So warnte Keen in seinem Buch vor einer "Diktatur der Affen" und sprach immer wieder von der "Verdummung durch Web 2.0". Er steht dazu, ein Polemiker zu sein, der mit seiner Art von Humor Dinge und Probleme beschreibt. Dass dies missverständlich sein kann, zeigten die erbosten Reaktionen von Bloggern auf sein Buch. Dieses richtete sich gegen die enthusiastische Begeisterung bezüglich Web 2.0. Ein akademisch gehaltenes Buch wäre kaum aufgefallen und hätte keine Reichweite bekommen. Keen geht es nach eigener Aussage nicht darum, sich damit zu profilieren. Er wollte einfach nur das unendliche Geltungsbedürfnis und die neuen Fakten des Lebens aufzeigen. Es gibt eine neue Realität, die vielen nicht gefällt und die man dennoch akzeptieren muss. Viele Leute wollen nicht bei Web 2.0 mitmachen, weil es sie nervt. Aber sie haben keine andere Wahl. Idealismus wird durch Selbstmarketing ersetzt. Künstler, Journalisten, Musiker und Autoren der alten Schule haben keine Chance mehr. Wer überleben will, muss permanent an seinem Internet-Image feilen, seine eigene Ich-Tag aufbauen. Der Kritiker sieht im Microbloggingdienst Twitter ist ein gutes Beispiel für diese Behauptung, denn bei Twitter ist seiner Meinung nach eine neue Elite im Begriff zu entstehen. Dabei beginnt eine Hierarchie zwischen Talent und Publikum das Amateurhafte wieder zu verdrängen. Hilft Twitter das Web 2.0 zu professionalisieren? Keen selbst sieht in seinem Blogger- ...

Kindle zwischen den Fronten

9.04.2009 | von Dörte Böhner | 2 Kommentare » |

Die Kindle-Macher stehen derzeit im Kreuzfeuer. Man kann inzwischen schon fast titeln: "Immer Ärger mit dem Kindle." Kaum war der Kindle 2 auf dem Markt, da gingen Autoren und Verlage wegen der Vorlesefunktion des Gerätes auf die Barrikaden. Nach dem der US-Autorenverband Authors Guild heftig gegen die Text-to-Speech-Fähigkeit protestiert:engl: hatte, gab Amazon fast zu kampflos nach und überließ Autoren und Verlagen die Entscheidung darüber, ob der Kindle das Buch vorlesen darf. Nun kritisiert der US-Blindenverband National Federation of the Blind (NFB) Amazons Entscheidung, die Vorlesefunktion des Kindle 2 einzuschränken. Der Vorwurf lautet, dass so die Sehbehinderten und Menschen mit Leseschwäche und Lernschwierigkeiten durch Author Guild und die Verlage diskriminiert würden. Der technologische Fortschritt und die bessere Verfügbarkeit der E-Books helfen den Betroffenen, einen gleichberechtigten Zugang zu Informationen zu erhalten. Da wirkt es schon sehr willkürlich, wenn Autoren und Verlage nun über einen Informationszugang entscheiden können, indem sie über die Text-to-Speechfähigkeit entscheiden können. Diese Diskriminierung könne der Verband nicht akzeptieren. Das nächste Schlachtfeld, auf dem der Wind eisiger wird, ist Amzons Preisgestaltung bei den elektronischen Büchern.Vielen Kindle-Besitzern sind die Preise der E-Books zu hoch. Auch sie protestieren bei Amazon und zwar direkt auf der Verkaufsplattform. Unter dem Motto "9.99boycott" rufen die Protestierer Gleichgesinnte dazu auf, nicht mehr als 9,99 US-Dollar für ein E-Book zu bezahlen. Alle E-Books, die teurer sind, sollen bei Amazon mit dem Hinweis "9.99boycott" versehen werden. Bibliothekarin und Kindlebesitzerin Crystal O'Brien begründete im Blog on Wired den "9.99boycott". A Kindle book is more restricted in its use than a paper book and therefore should not ...

Die Wissenschaftsorganisationen reagieren auf den Heidelberger Appell

28.03.2009 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » |

Die Allianz-Initiative "Digitale Information", bestehend aus den im Heidelberger Appell als "Urheberenteigner" geschmähten Wissenschaftsorganisationen, hat endlich reagiert. Die Autoren der Gemeinsamen Erklärung der Wissenschaftsorganisationen bekräftigten nochmal, dass sie genau das Gegenteil der Vorwürfe verfolgen. Ihr Ziel ist es, Studierende und Forschende mit der "bestmöglichen Informationsstruktur" auszustatten, die für ihre Forschung notwendig ist. Autoren und Verleger lehnen alle Versuche und Praktiken ab, das für Literatur, Kunst und Wissenschaft fundamentale Urheberrecht, das Grundrecht der Freiheit von Forschung und Lehre sowie die Presse- und Publikationsfreiheit zu untergraben. In der Reaktion dern Wissenschaftsorganisationen wird klargestellt, dass Open Access nur für Schriften gefordert werden, die durch öffentliche Gelder finanziert werden, d.h. belletristische und künstlerische Literatur an dieser Stelle überhaupt nicht von dieser Forderung und dem Open Access-Gedanken betroffen ist. Dies wird eigentlich schon deutlich, wenn man die Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen gelesen hätte. Joachim Eberhardt stellt im 1. Kommentar zu Ben Kadens Beitrag im IBI-Weblog zurecht fest: Hier zeigt sich gerade das perfide an Reuß’ diversen Äußerungen: er wirft alles in einen Topf, auch Belletristik und Wissenschaft. In der Open Access-Bewegung ist auch kein Rechtsbruch zu sehen. Die OA-Politik belässt die Urheberrechte bei den Autoren, die den Anbietern ihrer Werke i.d.R. im Rahmen des Urhberrechts einfache Nutzungsrechte einräumen. An dieser Stelle werden allein Verlagsinteressen nicht in den von Verlagen gewohnten Umfang berücksichtigt. Hier sehen sich Verlage in ihrer Existenz bedroht. Allerdings kann man sagen: Die Förderung der Umstellung des wissenschaftlichen Publikationswesens geht mit der Umschichtung von Mitteln einher, die neue, Open-Access-kompatible Geschäftsmodelle ermöglichen. Hier bieten sich ...

Ruhige Antwort auf den Heidelberger Appell

24.03.2009 | von Dörte Böhner | 1 Kommentar » |

Ben Kadens Antwort auf den Heidelberger Appell ist so umfassend und meines Erachtens unbedingt lesenswert, dass er nicht in meinen Twitter-Links untergehen soll. Kaden, Ben: Hunde, sollen sie ewig stehlen? Der Heidelberger Appell und sein argumentatives Umfeld auf Kontext Wissenschaftlicher Diskurs sieht jedenfalls irgendwie anders aus. Aber darum geht es bei der Gruppenhysterie wohl auch nicht. Weiter lesenswert: Steinhauer, Eric: Heidelberger Leimrute auf Wissenschaftsurheberrecht Graf, Klaus: Heidelberger Leimruten auf Archivalia Mein Beitrag: Hilflosigkeit und Ohnmacht auf Verlegerseite hier im Blog Dietrich, Frank P.: Wissen will frei sein, Leserbrief in der TAZ Spielkamp, Matthias: Open Excess: Der Heidelberger Appell auf Perlentaucher.de Kaden, Ben: Auf dem Apellplatz: Die Urheber rufen zur Rettung der Zukunft. im IBI Weblog Helfrich, Silke: Öffentlich finanziert - privat kassiert im CommonsBlog Roland Reuß im Kreuzzug gegen Open Access auf Netzpolitik.org Pfennig, Thilo: GoogleBooks in der Kritik via Ritinardo