Berliner Buchhandel fühlt sich von den Bibliotheken der Stadt im Stich gelassen

Die Besorgnis bei Berlins Buchhändlern wächst, da immer mehr öffentliche Bibliotheken ihre Romane, Lyrikbände, Sachbücher oder Folianten bei der “Einkaufszentrale Bibliotheksservice GmbH” (ekz) in Reutlingen und nicht beim kleinen Buchhändler um die Ecke. Dies bedeutet bei einigen Händlern Umsatzeinbuß von jährlich zwischen 15.000 und 100.000 Euro. Die Stadt verliert dadurch auch entsprechende Steuereinnahmen. Wie immer kann/will man die Summe nicht konkretisieren, aber die Geschäftsführerin des Landesverbands vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Johanna Hahn bestätigt, dass es um große Summen gehen.

Ein Grund für diese mit Besorgnis betrachtete Bestellpraxis ist laut Berliner Morgenpost eine Befürwortung durch die Senatskanzlei für kulturelle Angelegenheiten. Unbekannt sind dort die Probleme der Buchhändler nicht, denn die Senatsverwaltung für Wirtschaft hat ihre Unterstützung für diese Einkaufspraxis inzwischen zurückgezogen. Die Kulturverwaltung bleibt jedoch dabei aus folgenden Gründen: Neben den preiswerten Medien werden diese auch bereits ausleihfertig geliefert. Aus Sicht der Verwaltung heißt dies: Die Bücher werden geliefert, können ausgepackt und sofort in die Regale sortiert werden, wo sie dann gleich ausleihbar sind. Diese Service der Buchbearbeitung wird durch den stationären Buchhandel nicht geboten. Der Bibliothek bleiben so einige Arbeitsschritte erspart, weniger Arbeitsschritte, weniger Personal muss bezahlt werden und damit sind ettliche Einsparungen möglich.

Leider scheint der Kulturverwaltung entgangen zu sein, dass auch lokale Buchhändler den Service, die neuen Bücher gleich zu systematisieren, katalogisieren und mit Folie zu umhüllen abieten. Der wirtschaftliche Schaden für die Region, d.h. für den örtlichen und zumeist inhabergeführten Buchhandel scheint kein schlagkräftiges Gegenargument zu sein. Es ist auch kein Wunder, dass Buchhändler auf so ein Verhalten verärgert und besorgt reagieren.

Das Argument “billiger” ist auch nicht unbedingt gültig, wenn es darum geht, dass Bücher durch die EKZ fertig in die Bibliotheken geliefert wird. So kostet ein Schutzumschlag 2.20 Euro pro Buch und kann von Berliner Händlern z.T. für zwei Euro geliefert werden. Die Bücher kosten auf Grund der Buchpreisbindung überall gleich viel und auch das Katalogisieren und Systematisieren wird von der EKZ schließlich in Rechnung gestellt.

Die Bestellerleichterung, bei der Bibliotheken über “Standing-Orders” immer gleich bestückte Buchpakete z.B. zu Bestsellern erwerben, machen Bibliotheken austauschbar und fördert Mainstream statt individuell zusammengestellte Angebote. Natürlich werden Spiegel-Bestseller gerne gelesen und sollten daher auch rasch vorhanden sein, aber auch ein nicht “beliebiges” Angebot kann sich als ein Standortvorteil für eine kleine Bibliothek in Berlin erweisen, gerade in Zeiten knapper Kasse. Allein das Argument, dass die regalfertige EKZ-Lieferung die Bibliotheken entlaste und somit bei knappen Personal mehr Leserservice ermögliche, kann an dieser Stelle nicht gelten, wenn auch Berliner Buchhändler in der Lage sind, einen vergleichbaren Service zu vergleichbaren Konditionen zu bieten.

Die Zusammenarbeit mit dem lokalen Buchhandel hat noch weitere Vorteile. Neben der individuelleren Gestaltung des Bestandes, kann dieser wiederum die Bibliotheken im Rahmen der Leseförderung oder bei der Organisation von Veranstaltungen unterstützen. Hier hat sich eine Zusammenarbeit vielerorts ja bereits bewährt.

Momentant entsteht eine Schieflage zwischen Buchhandel und Bibliotheken in Berlin. Daher sollten sich die Senatsverwaltungen und Bezirke mit den Buchhändlern und Bibliotheksvertretern zusammensetzen und nach Lösungen suchen. Hier ist viel Potential, dass beide Seiten gewinnen.

Quelle:
Grundlach, Sabine, Bibliotheken lassen Buchhandel im Stich, Berliner Morgenpost

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[Kurz] Die kostenfreie Zugänglichmachung aller öffentlichen Bibliotheken wird in China bis Ende des Jahres abgeschlossen sein

Wie die Zeitung “People’s Daily Online” nach einer Meldung des Kulturministeriums gestern vermeldete, wird China all seine Kulturzentren und öffentlichen Bibliotheken bis Ende des Jahres kostenfrei zugänglich machen. Es wird dann keine Gebühren mehr geben. Die staatlichen Kunstgalerien sollen noch vor dem Ende Jahres 2012 kostenfrei werden. Li Mu, der Autor des Artikels schrieb weiter hierzu Folgendes:

It is another significant move to promote the construction of a public cultural services system after 2008, when all museums and memorial halls were opened to the public for free, a senior official from the Ministry of Cultural said. This move is of great importance to improve the moral standard as well as the scientific and cultural quality of the people and to protect their basic rights. It is also vital for the people to share the fruits of cultural development, which will give a leg up to promote the social harmony and stability.”

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Die Bibliothek als Sparschwein

Manchmal kann man nur noch den Kopf schütteln, wenn die Sparpolitik eines Städtchens Blüten schlagen. So soll die Lindower Stadtbücherei, anders als ursprünglich geplant nicht in das künftige Bürgerzentrum in die alte Schule ziehen. Nein, sie soll Platz im Tourismuspavillion auf dem Lindower Marktplatz bekommen, wenn es nach dem Lindower Amtsdirektor Danilo Lieske geht. Dieser will am 24. Februar einen entsprechenden Beschluss den Lindower Stadtverordneten vorlegen.

Das klingt vielleicht ganz gut – rein in den Mittelpunkt der Stadt, aber damit würde die Stadtbücherei ihren Status als eigenständige Einrichtung der Stadt Lindow verlieren. Dies hat der Hauptausschuss so empfohlen. Für die Stadt hätte das riesige Vorteile. Zöge die Stadtbibliothek in den Tourismuspavillion, könnte deren Leiterin eben nicht nur Gäste der Stadt beraten, sondern auch einfach die Bücher ausleihen. Die bisherige Leiterin der Tourist-Info ist in Rente und momentan sitzen nur ungeschulte Mitarbeiter in der Info. Deren Stellen sind befristet und werden vom Arbeitsamt gefördert.

Zwei Nachteile gibt es allerdings. Da die Bücher im Ausstellungsraum des Pavillions untergebracht werden müssten, würden die wechselnden Ausstellungen entfallen. Und zweitens würde nur ein kleiner Teil der Medien der Bibliothek dort Platz finden, da der Raum wesentlich kleiner ist. Der Rest der Medien müsste eingelagert werden und wäre nur auf Vorbestellung entleihbar.

Natürlich sieht Herr Lieske kein Problem, ein notwendiges Magazin zu finden und einzurichten.

Der Verwaltungschef sucht nach Einsparungsmöglichkeiten, „ohne gleich alles platt zu machen“. Die Bücherei solle für Lindow erhalten bleiben, zumal sie auch für den Titel „staatlich anerkannter Erholungsort“ von Vorteil ist.

Die Bibliothek im Moment und ihrem derzeitigen Zustand kostet die überschuldete Stadt 30.000 Euro Zuschuss jährlich. Dies sei aber nach Lieskes Meinung für 30 angemeldete und zahlende Leser nicht gerechtfertig. Für Angelika Schörder, Angestellte dieser Stadt, bleibt nur die Wahl, ja oder nein zu sagen. Auf die Bedürfnisse, einer zielgruppengerechten Bibliothek wird nicht geachtet. Die 59jährige möchte sich momentan nicht öffentlich dazu äußern, denn sie arbeitet in Teilzeit für die städtische Bibliothek. Eine zweite Teilzeitstelle hat sie in der Salusklinik, wo sie die Patientenbibliothek betreut. Außerdem ist sie Ansprechpartnerin für die seit Oktober eingerichtete Schulbibliothek der Lindower Grundschule, welche sie mit Birgit Rose und Cindy Voigt aufgebaut hat. Dort fördert sie dienstags die Lesekompetenz der Kinder und betreut donnerstags die Ausleihe.

Dass eine Bibliothek nicht nur Ausleihe ist, dass dort Ruhe herrschen sollte, dass Bücher nicht nur verwahrt, sondern auch vermittelt werden ist wohl Herrn Lieske entgangen. Sich über fehlende Nutzer zu beschweren, heißt häufig, es wurde zu sehr beim Angebot der Medien gesparrt. Auch die Beratungsangebote im Bereich einer Touristinfo brauchen Zeit und Wissen. Zudem sollten die Gäste der Stadt nicht das Gefühl haben, sie stören oder werden nur dazwischen geschoben. Sicherlich ist die Stadt mit ihrer Überschuldung nicht in einer glücklichen Situation, aber eine falsche Plazierung der Bibliothek, zu kleine Räumlichkeiten, die Rückkehr zur Magazinbibliothek können auch das Angebot einer Bibliothek an sich gefährden. Ich vermute stark, Herr Lieske nutzt die Bibliothek selbst überhaupt nicht und ist daher auch nicht über die Notwendigkeiten (in) einer Bibliothek aus erster Hand informiert.

Muss man da sagen, besser so, als geschlossen?

Quelle:
Kranz, Christian: Sparschwein Stadtbücherei : Lindower Amtsdirektor will Bibliothek und Touristinfo zusammenlegen, Märkische Allgemeine

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Retter für die Staats- und Stadtbibliothek?

Vier Monate ist es her, dass wir über die Gefährdung der renommierten Staats- und Stadtbibliothek hier im Blog geschrieben haben. Aus Geldmangel sollte die Bibliothek geschlossen, die Sammlung zerteilt und wertvollste Teile davon an den Freistaat Bayern zurückgegeben werden. Diese Idee hat man nach den zahlreichen Protesten und Beiträgen in Zeitungen, in Blogs und auf Webseiten nun verworfen, aber gerettet ist die Bibliothek noch lange nicht. Zumindest gehen nun Politiker und Experten von Stadt und Freistaat den Problemfall gemeinsam angehen und wollen ihn bis Ende 2011 lösen.

Aufgabe der Arbeitsgruppe ist es, konkrete Vorschläge für die Zukunft und Finanzierung der Stabi zu machen. Sie tagte letzte Woche erstmals im Wissenschaftsministerium in München und es gab bereits zwei Aufgaben. Einerseits soll sie für die Staatsbibliothek mit der Universitätsbibliothek der Stadt einen Kooperationsvertrag vorbereiten. Durch gemeinsame Projekten, z.B. im Bereich Digitalisierung oder einer abgestimmten Anschaffungpolitik sollen Synergien erzielt und Kosten gespart werden.

Kosten sind auch der Kernbereich der zweiten Aufgabe. Es sollen die Kosten ermittelt werden, welche der Stabi in ihrer Funktion als staatliche Bibliothek entstehen. Das Wissenschaftsministerium erwartet erste Ergebnisse bis Mai, um dann bis Jahresende gemeinsame Empfehlungen vorlegen zu können.

Auch ein erster Schritt, um den laufenden Betrieb der Not leidenden Augsburger Bibliothek finanziell zu unterstützen, ist bereits getan worden. Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) beantragte im Doppelhaushalt den Zuschuss des Freistaates für die Stabi von jährlich 18 900 Euro auf 55 800 Euro ab 2012 zu erhöhen. Entschieden wird darüber durch den Landtag voraussichtlich im März. Der sehr minimale Beitrag des Freistaates war ein zentraler Streitpunkt aus Sicht der Stadt, der mit zum Schließungsgedanken geführt hat. Die Kostenaufteilung bei der Sanierung ist jedoch die nächste Hürde, welche bisher noch nicht durch die Arbeitsgruppe thematisiert wurde.

Für die Unterstützer der Stabi sind jedoch die ersten Ergebnisse der Arbeitsgruppe zufriedenstellend.

„Die Verlagerung der Stabi aus dem Gebäude an der Schaezlerstraße ist nicht mehr Thema der Diskussion“, freut sich Helmut Zäh von der Initiative Staats- und Stadtbibliothek. Kulturreferent Peter Grab und Finanzreferent Hermann Weber hätten diese Pläne nicht mehr angesprochen. Stattdessen könne die Stadt nun von der Kompetenz deutscher Bibliotheken-Fachleute profitieren, die in der Arbeitsgruppe versammelt sei.

Quelle:
Knab, Eva-Maria: Bibliotheken-Retter treten auf den Plan, Augsburger Allgemeine3.2.2011

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Aus aktuellem Anlass: Zwei Videos zum gestrigen “Save Our Libraries Day”

Gestern fand in Großbritannien der “Save your libraries day” statt. Vor manchen Bibliotheken sah es tatsächlich wie auf dem folgenden Retrobild von Phil Bradley aus. In der Bibliothek in Bampton (siehe Foto) und in vielen anderen wurden sogenannte “Read-Ins” verstanstaltet. Dabei handelt es sich um öffentlichkeitswirksame Proteste, bei denen beispielsweise junge NutzerInnen die Regale leer räumten, um Solidarität zu zeigen. Das “Chartered Institute of Library and Information Professionals” rief die UnterstützerInnen zu folgenden Aktionen auf:

  • Got less than 2 minutes? Tweet why you love libraries using the hashtag #savelibrariesPost this page to your Facebook profile and spread the word
  • Got 2 minutes? Visit your library website to download an ebook or use online reference resources.
  • 5– 10 minutes? Contact all your friends and family, ask them to join their library and use library services on the 5th. Search and reserve books through this guide to library services in England.
  • 10 – 15 minutes? Email or write to your local MP, local press or Secretary of State for Culture, Media and Sport about the unique contribution public libraries make to society.
  • 15 – 30 minutes? Pop down your local library on the 5th. Borrow as many books as you can. While you are there read a newspaper, go online and find out what’s happening in your local community.”

Die britische Zeitung “The Guardian” hatte vor einigen Tagen eine geographische Karte veröffentlicht. Sie bildet die von Schließungen bedrohten Bibliotheken landesweit ab und zeigt an, wo überall Aktionen stattfanden.  Folgende Aktionen wurden gestern durchgeführt:

  • Love your Library
  • “normale” Proteste
  • Autorenlesungen
  • Öffentliche Kundgebungen
  • Poetry Day

Am häufigsten wurden Proteste abgehalten. Insgesamt geht es um die Schließung von  etwa 450 Bibliotheken. Betroffen sind nach wie vor öffentliche Bibliotheken in den Grafschaften Suffolk, South Yorkshire, Sommerset, Oxfordshire, Gloucestershire, Cornwall, Essex, Dorset, Gloucestershire und Buckinghamshire und Cambridgeshire. Genauere und ausführlichere Informationen befinden sich auf der Webseite des Guardian, auf der Internetseiten “Voices for the Library” und das Weblog von Alan Gibbons ist auch sehr informativ. Des Weiteren kommen folgende Städte, die zum Metropolregionen zählen bzw.  Stadtteilbibliotheken sind, hinzu: Bolton, London (mehrere Stadtteilbibliotheken betroffen), Edinburgh


In dem folgenden Video sind die EinwohnerInnen von Milborne zu sehen, wie sie gegen die Sparpläne und die mögliche Schließung mobil machen:

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Aus aktuellem Anlass: Das Gedicht “Who uses libraries?” von Keren David zum gestrigen “Save Our Libraries Day”

Who uses libraries?

von Keren David

People who are poor.

People who are rich
and lots in the middle, squeezed or not

People without computers, who don’t know what the internet is,
People with laptops and wiis and Playstations and ipods.
People without homes.
People with second homes.
People without many books.
People with shelves overspilling.
People with lots of time and
too little time
with not much quiet
or too much quiet.
People whose homes are chilly
and lonely
and dull.
People.

Parents and carers and babies and toddlers.
Children who don’t know what books are.
Children, magically turning letters into words and words into stories.
Children who want to read every book a particular author ever wrote. Because she wrote it just for them.
Or there’s just one book they read again and again and again.
(I still remember my special book, the one that I read week after week after week, till it became part of who I am now and then and forever)

Children and adults who don’t find it easy to learn by jumping
from website to website.
Children who want to find out what and why and how and when and who.
And read the ideas of others for real…
not bite-sized and  bullet-pointed on websites and worksheets.
Teenagers with homework to do
Teenagers with nothing to do
Teenagers whose home is empty
Teenagers with no home at all

People who like to browse among books
People who like to discover new writers. Even if those writers were new years ago.
People who want the latest must-read best-selling hit.
Dan Brown, Jacqueline Wilson, the Girl with the Dragon Tattoo.
People who want something else
Something obscure and unpopular and – gasp – uncommercial.
People who don’t like Horrid Henry
or horror
or Horowitz, and who don’t find much else
in WH Smith.

People who hate vampires, werewolves and angels
People who dream
of a dark, dangerous stranger
with a loving, tortured soul
a strange, sweet scent
and gleaming, pointed, uncontrollable
fangs.

People who don’t trust the internet
Who don’t have a kindle, an iphone, an ipad.
Who like the feel and smell of a book, the print on the page, the pages turning
the pictures glowing.
People who want help
and advice
and recommendations from experts
(not volunteers, however well-meaning)
and company,
information
and education
and someone to notice that they’re alive that day. Everyday.
Writing groups and
reading groups and
story-telling sessions and
slimming clubs and
visiting authors and
community noticeboards offering music and cleaning and clubs and anything you need.

Writers who can’t work in a cafe, even though J K Rowling did.
Writers without a Room of their Own.
People who like to think.

Labour voters and
Conservative voters
Liberal Democrats
and people who don’t know who the hell to vote for
because they’re all as bad as each other.

People with a sense
of history
and the future,
of community
of a shared culture
of equality and opportunity hand in hand
of a Big-hearted Society –
where a homeless kid has the same access
to books and warmth, internet  and silence as they do at
Eton
(just a random comparison there).
People who complain and mutter and might write a letter or two,
but don’t riot.
Not about libraries.
Not about books.

But then there are
Government ministers who won’t protect libraries
and local councillors trying to cut budgets
Because budgets are easier to cut than bankers’ bonuses. And it’s getting a bit fuzzy, isn’t it? About who was to blame. For the mess we’re all in together.
That’s all of us.
But especially some of us.

And those who think that libraries are a soft target
and out-dated
and unpopular
and could easily be run by volunteers
– because, after all, there will be lots of people with time on their hands –
– not to mention the workshy –
–  and the fake disabled, don’t forget them.

And  after all, libraries don’t need to buy more books
because everything’s available on the internet
and books are so cheap nowadays
and  how much do you have to pay to rent books from a library anyway?
and where is the local library?
and why isn’t it open when I need it to be open?
and why are there so few books?
and isn’t it disgraceful how children leave school unable to read?
What they need are Phonics and Literacy and Extracts and
testing testing testing
testing testing testing
because the economy demands literate workers
who’ve studied relevant subjects
so they can earn money and pay
graduate taxes
because that’s what  Britain needs
Isn’t it?

This is happening now.
Libraries are being closed and cut
Librarians are being sacked
In shires and cities and towns
Now.

If we allow it.

Quelle:  Almost True: A blog by Keren David, author of When I Was Joe and Almost True

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We love Libraries

Über die in der Grafschaft Somerset geplanten Bibliotheksschließungen hat Wolfgang mit seinem Beitrag “Opening hours”: Ein trauriger Kurzfilm gegen die geplanten Bibliotheksschließungen in der Grafschaft Sommerset (Großbritannien) hier im Blog bereits auf die Situation aufmerksam gemacht.

Ein weiteres Plädoyer für ihre Bibliotheken geben nun die “Friends of Somerset’s Libraries”:

This film is an independent project in support of the Friends of Somerset’s Libraries – a coalition of library campaigners in the West of England with media support from the Friends of Glastonbury Library & the Friends of Shepton Mallet Library.

Die hier genannten Argumente sind sicherlich auch für hiesige Bibliotheken eine Unterstützung im Kampf gegen Kürzungen und Schließungen.

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Aus aktuellem Anlass: Der Neubau der galizischen Bibliothek in Santiago de Compostela ist fertiggestellt

Bisher war Santiago de Compostela vor allem als Ziel vieler Pilger am Ende des Jakobsweges bekannt.  Die Altstadt ist zusammen mit der Kathedrale und dem Jakobsweg UNESCO-Weltkulturerbe. Am 12.01. wurde eine neue Bibliothek und ein Archiv für galizische Literatur-Manuskripte eröffnet, die Teil des Kulturzentrums (www.cidadedacultura.org) sind, das sich auf dem Berg Gaiás befindet. Enworfen wurde das Kulturzentrum mit dem Namen  „Ciudad de la Cultura“ (Stadt der Kultur) von Peter Eisenman. Bei einem 1999 nach der Eröffnung Guggenheim-Museums in Bilbao ausgeschriebenen Architekturwettbewerb, konnte sich Eisenman gegen ebenso bekannte Kollegen wie Rem Koolhaas, Jean Nouvel oder Dominique Perrault durchsetzen. Weitere Gebäude, die sich sich noch im Entstehungsprozeß befinden, sind das Galizische Museum, ein Zentrum für Musik und darstellende Künste, ein internationales Kunstzentrum sowie einem Verwaltungsgebäude.

Die Gesamtfläche wird dann 175.000 Quadratmeter betragen. Eisenman ließ sich durch die mittelalterlich geprägte Stadt inspirieren und begründete seinen Entwurf folgendermaßen:

„Anstatt das Gelände als eine Art Hintergrund zu gestalten, aus dem die Gebäude wie Figuren heraustreten, kann sich hier das Terrain zur Form erheben und die Gebäude sinken in das Terrain ein. In dieser neuartigen urbanen Struktur erscheint der bewohnte Raum sowohl ebenmäßig als auch gefurcht, ähnlich einer Muschelschale, dem historischen Symbol von Santiago. Die Einschreibung der mittelalterlichen Vergangenheit in die ‚Stadt der Kultur‘ erzeugt den Eindruck einer aktiven Gegenwart, die sich in einer taktilen, pulsierenden neuen Form wieder findet – einer Art fließenden Schale”.

Die Bibliothek erstreckt sich auf insgesamt 8 Stockwerke und beträgt etwa 26.000 Quadratmeter.  Hiervon  umfasst das Archiv mit drei Geschossen insgesamt 11.000 Quadratmeter. Der Preis dieser Bauten belief sich bisher auf  etwa 300 Millionen Euro. Dieses Kulturzentrum könnte doch als Musterbeispiel für andere Städte dienen. Ich denke da zum Beispiel  an das zukünftige Humboldtforum in Berlin.

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“Opening hours”: Ein trauriger Kurzfilm gegen die geplanten Bibliotheksschließungen in der Grafschaft Sommerset (Großbritannien)

Der folgenden Film wurde innerhalb eines Tages gedreht und macht auf auf drastische Weise deutlich, wie das schier unmögliche, die Schließung oder gar der Abriß von Bibliotheken dargestellt werden kann. Der Film soll eine Reaktion auf die geplanten Bibliotheksschließungen in der Grafschaft Sommerset sein, die vorsieht 60 % der Zweig- und Fahrbibliotheken zu schließen, einschließlich der gut besuchten “Glastonbury library“:

“This is disgusting. If you feel the same please show your support by joining the ‘Friends of Glastonbury Library’ facebook page which you can find by following the link below or similarly by sending an email of support to saveglastonburylibrary@googlegroups.com”

Etwas Ähnliches und ebenso Besorgniserregendes haben B. Kaden und K.Schuldt in der letztjährigen Ausgabe von Libreas (Thema “Kinder”) zusammengestellt: Einen Berliner Photoessay mit dem Titel “Was kommt nach den Kinderbibliotheken?” Die Frage konnten die beiden durch ihre Photodokumentation zwar beantworten, doch das Ergebnis hilft den Kindern dort meist nicht weiter, denn viele Flächen sind entweder verwaist oder es haben sich Läden angesiedelt, die nichts für Kinder tun. Wie können Kinder, die in solchen Stadtteilen leben, in denen Bibliotheken geschlossen wurden, ihre Lesekompetenz, ihr Bedürfnis nach Medien und das soziale Miteinander, wie es in Bibliotheken in Form von Veranstaltungen für Kinder gefördert wird, nun aufrechthalten bzw. kompensieren? Obwohl Berlin vermutlich nach 1990 eher eine Phase einer klassischen Shrinking City durchlebte, wächst die Stadt heute wieder, aber die Bibliothekslandschaft ist im kommunalen Bereich dort in den letzten 21 Jahren drastischen Schrumpfungsprozessen ausgesetzt gewesen. Wie hat sich das negativ für die Bevölkerung in den betreffenden Stadtteilen ausgewirkt? Klingt Bibliothekssterben nicht irgendwie zu passiv? Es gab doch immer wieder Bibliotheken, die sich nicht über zu geringe Nutzerzahlen beschweren konnten, aber dennoch am Ende geschlossen wurden, obwohl sie gut funktionierten und von fleißigen BibliothekarInnen geführt wurden. In solchen Fällen klingt meiner Meinung nach “Bibliothekssterben”  viel zu verharmlosend, treffender fände ich den Begriff  “Bibliothekstötungen”. Eigentlich könnte diese photographische Dokumentation des langsamen Bibliothekssterbens  von Kaden & Schuldt eine Aufgabe sein, der sich jeder in einer betroffenen Kommune bzw. einem von “Bibliotheksschließungen” heimgesuchten Bundesland widmen könnte und hierzu Ausstellungen durchführt und der Frage nachgeht was nach den Bibliotheken kommt. Sind Bücherschränke die neue Alternative? Oder pensionierte BibliothekarInnen und andere Buchliebhaber, “die neuen Freiwilligen“, welche den Service aufrechterhalten? Sind also ausgebildete BibliothekarInnen ersetzbar geworden? Stört das denn irgendwen? Doch wie groß ist eigentlich  der finanziell schwer zu bezifferende Schaden, der durch  die gezielten “Bibliothekstötungen” zustande kommt? Oder wie stehen Bürger einer Kommune heute da, deren Bibliothek vor 10 Jahren oder mehr geschlossen wurde? Hatte die Schließung keinerlei Konsequenzen für ihr Wohlbefinden oder traf sie diese sehr hart, da die Nutzung der Angebote der Bibliothek Teil ihrer Freizeit waren oder gab es Alternativlösungen? Was passierte mit den arbeitslos gewordenen BibliothekarInnen und den bibliotheksarm gewordenen EinwohnerInnen, für welche die Bibliothek ein Informations- und (Weiter-)Bildungsort war? Zukünftig wird es mehr und mehr “Shrinking Cities” geben, die mit einer Schrumpfung der Gesellschaft einhergeht. Mich würde interessieren wie nicht nur die Kommune, sondern auch die Bibliotheksverbände und die Ausbildungseinrichtungen auf diese Herausforderungen reagieren werden. Wäre es nicht ebenso eine Aufgabe bzw. ein Anliegen der Zukunftswerkstatt, sich mit dem Aspekt von Bibliotheken im Spannungsfeld von Shrinking Cities (“Schrumpfende Städte“) auseinanderzusetzen, um die Frage zu beantworten, ob schrumpfende Städte per se ein Bibliothekensterben bedeuten müssen? Weiterlesen

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[Kurz] Über die Privatisierung einer Stadtteilbibliothek in einem Vorort (Nacka) von Stockholm

Gestern berichtete die Süddeutsche Zeitung in ihrer Rubrik “Nachrichten aus Stockholm” über die wohlhabenden Einwohner der Gemeinde Nacka, deren Bibliothek privatisiert werden solle.  Der Wortlaut der Nachricht begann wie folgt: “Es ist Weihnachten und ganz Schweden ist mit Einkäufen beschäftigt.” Ganz Schweden? Im Stockholhmer Vorort Nacka wird laut über die Privatisierung der dortigen Gemeindebibliothek nachgedacht, da diese bald private Firmen übernehmen sollen. Dies führte in vielen Zeitungen zu heftigen Reaktionen. Der Journalist Jonas Thente empörte sich in der Zeitung “Dagens Nyheter“:

“Die Privatisierungseiferer sollen ihre kleinen schmutzigen Finger von unseren Büchereien lassen.”

Der Kulturausschuss der Gemeine Nacka sieht das alles nicht so dramatisch und versicherte, dass es keinesfalls um einen Verkauf der Bibliothek ginge, sie solle eben von privaten Unternehmen betrieben werden.

Quelle:
SZ, 24.12. 2010, Feuilleton, S. 17

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