Vorstellung der Sony Reader der “Skokie Public Library” (Illinois, USA) durch eine Bibliothekarin

Eine Bibliothekarin der Stadtbibliothek in Skokie erklärt den ZuschauerInnen im folgenden Video , wie man  die von der Bibliothek bereitsgestelltens E-bookreader benutzt.

P.S: Eigentlich ist Skokie nur ein Dorf, aber in der Öffentlichkeit vermarktet es sich als das weltgrößte Dorf der Welt. Damit hat das Dorf nicht unrecht, denn 42 % der Einwohner sind nicht in den USA geboren.  Der Stadtbibliothek wurde 2008 mit vier anderen Bibliotheken und Museen die höchste nationale Auszeichnung zuteil, die Bibliotheken in den USA bekommen können: Die “National Medal for Museum and Library Service

Ein Blick auf die Facebookfanseite der Bibliothek, deren Twitteraccount und ihre Webseite mit vielen Dienstleistungsangeboten, will ich an dieser Stelle unbedingt empfehlen.

Was die Bibliothek ferner auszeichnet und wofür sie sicherlich den ebengenannten Preis erhielt, ist ihre vorbildliche Zielgruppenarbeit:

When visitors arrive at the library, they are greeted by large banners that say “library” in 14 different languages; inside, the multilingual signage continues, with “welcome” written on a number of walls. On the library’s Web home page and above the foreign-language book section (which contains almost 20,000 titles in 18 different languages), flags of many nations are on display. Additionally, there is a “recent immigrants” page on the library’s SkokieNet Web site—which has the distinction of being one of the first library-sponsored community Web sites in the country—with information on topics from becoming a citizen to getting a Social Security card. All of these steps have been taken to ensure that every person in Skokie feels comfortable spending time in his or her community library.”

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Erste Eindrücke von der 1(4). Verbundkonferenz

Heute war ich mal wieder in Berlin, d.h. noch bin ich es. (Pflicht)Besuch meiner ersten GBV-Verbundkonferenz (inzw. die 14. des GBV), denn bis jetzt war ich ja nur in Bibliotheken des GBV oder des BVB tätig.

Die Vorträge haben heute zu einem sehr straffen Programm geführt und einige davon werden in den nächsten Tagen auch verschriftlicht hier im Blog erscheinen. Nicht alle Vorträge waren gut, nachvollziehbar und nicht immer auch verständlich, weil den Vortragenden oft nicht die deutschen Begriffe dafür eingefallen sind. Einige Dinge, die ich gehört habe, waren für mich neu und ich fand sie sehr interessant. Damit kann ich zufrieden diesen Tag abhaken.

In den Pausen gab es ein nette Catering mit Sandwiches, Muffin, Donuts und vor allem Kaffee, um für die nächste Vortragsrunde gewappnet zu sein. Morgen geht es dann entsprechend weiter. In ca 40 Minuten beginnt der Festabend im Kulturforum.

Die Kunstbibliothek hat ein erfolgreiches und interessantes Programm unter dem Motto “Digitale Objekte im Verbund” zusammengestellt. So digital die Themen waren, so fehlte es an “digitalen Möglichkeiten” im Umfeld. Es besteht für die Teilnehmer keine Möglichkeit mal rasch an öffentlichen PCs E-Mails zu checken oder einen Twitterstatus zu veröffentlichen, da es auch kein zugängliches WLAN für Konferenzbesucher in den einzelnen Bibliotheken (Kunstbibliothek, Ibero-Amerikanisches Institut oder Staatsbibliothek zu Berlin) gibt.

Für mich waren heute viele neue Gesichter unter den Teilnehmern dabei und auch einige, die ich bis jetzt nur von Facebook kannte und bei denen ich die Bekanntschaft jetzt auch im realen Leben endlich nachholen konnte. Dabei bin ich wieder einmal positiv überrascht worden, wie gut Profil und Mensch im RL übereinstimmen. 😀 Schön war es dann auch andere Bekannte zu treffen und sich mit ihnen austauschen zu können. – Das ist wohl immer das beste Rahmenprogramm eines Kongresses.

Sollte es einige Blogger geben, die zur 14. Verbundkonferenz berichten, werde ich mich natürlich auf die Suche nach Beiträgen machen und die wie gewohnt, hier bei Bibliothekarisch.de als Linkliste anbieten. Sollten nichteingefleischte Blogger auch etwas zur Konferenz schreiben möchten, so freue ich mich, wenn sie dies als Gastautor hier im Blog tun würden.

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Zukunft? Die bücherlose Bibliothek

Eine Bibliothek ohne Bücher kündigte im letzten Schuljahr die Cushing Academy in Massachusetts an. Neuste Computer mit hochauflösenden Monitoren sollen die Regale mit Büchern ersetzen und den Schülern der Spitzenprivatschule Recherche und Lektüre ermmöglichen. Schulleiter James Tracy will damit ein Modell für die Schule im 21. Jahrhundert entwickeln. Das Presseecho, das so eine Ankündigung schaffen sollte, blieb aus.

Eine Bibliothek ohne Bücher war vor zwanzig Jahren nicht denkbar und mit dem Internet im Rücken möchte man meinen, man kann auf eine Bibliothek mit Büchern jetzt verzichten.

Heute scheint die Nachricht fast überfällig. Ich bin in den vergangenen Jahre häufig in Bibliotheken gewesen und habe mehr Menschen auf Computerbildschirme starren als in Büchern blättern sehen. Die wichtigste Funktion von Bibliotheken scheint heute bereits nicht mehr darin zu bestehen, den Zugang zu Druckwerken, sondern den Zugang zum Internet zu ermöglichen.

Der Schulleiter will Bücher nicht verbannen, sondern will nur dem Beispiel namenhafter Universitäten wie Havard folgen. Zudem glaubt er:

“When I look at books, I see an outdated technology, like scrolls before books,’’ said James Tracy, headmaster of Cushing and chief promoter of the bookless campus.

Wie mag sich eine solche Meinung aber auf die Schüler auswirken, welche die Tragweite dieser Entscheidung noch gar nicht abschätzen können. Mit sechzehn Jahren kann man so eine Entwicklung von der lockeren Seite sehen, denn da verbindet man eine Bibliothek mit staubigen Büchern und das Lesen von Büchern gehört auch nicht unbedingt zur Lieblingsbeschäftigung von Jugendlichen. Weiterlesen

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"Silver Gamers" als neue Zielgruppe für Bibliotheken?

Anlass diese Überschrift als Frage zu formulieren, ist eine Sendung, die am 30.11.09 auf Deutschlandradio Kultur im Radiofeuilleton lief. In der Reihe Elektronische Welten von Claudia Hennen ging es um die sogenannten Silver Gamers und speziellen Computerspielen für diese Gruppe. Mit Silver Gamers sind Senioren bzw. die Generation 55+ gemeint, die Computerspiele nutzt. Ich bin der Auffassung, dass in gar nicht allzu langer Zeit, dieses Thema stärker auf der Agenda sein wird – gerade durch Bibliotheken, die imstande wären Synergieeffekte zu erzielen und dieses Feld nicht den Seniorenheimen und anderen “Konkurrenten” allein zu überlassen. Mit diesem Artikel bestreite ich keinesfalls, dass bisher keine Computerspiele als Angebote für alte Menschen in der Bibliotheksarbeit eingesetzt werden.  Die Büchereizentrale Schleswig-Holstein bringt bereits “Medienboxen für die Gruppenarbeit mit Senioren” in Altenheime, die dort dort auf großes Interesse der alten Menschen stoßen.  Aufgrund der demographischen Entwicklung ist das ein Wachstumsmarkt. Demnach nutzt jeder vierte Bundesbürger den PC zum Spielen. Unlängst foderten ja Mark Terkessidis und Herr Hobohm, dass BibliothekarInnen Medien, welche sie anschaffen auch selbst testen sollten (gemeint waren Computerspiele). Auf eine Entfremdung wurde am 7. Oktober hingewiesen, da oftmals die BibliothekarInnen den Bestandsaufbau outsourcen und so der direkte Bezug zu den Medien zu kurz kommt.  In diesem Zusammenhang sprach Herr Prof. Dr. Hobohm von der monokulturellen Einrichtung Bibliothek, die sich – ähnlich wie früher der Lesezeit von BibliothekarInnen – anderen Werten und Kulturen öffnen sollte. Obwohl allen klar war, dass in Zeiten knapper Kassen und knappen Personals, die Zeit hierfür meist leider fehlt, ist dennoch mehr Offenheit gefragt anstatt dem Nachhängen “alter Werte”.

Die Stadtbibliothek Straubing wurde nach dem durch die Bertelsmann-Stiftung gesponserten USA-Aufenthalt ihrer ehemaligen Leiterin Frau Kulzer deutschlandweit eine der erfolgreichsten und bekanntesten Bibliotheken für die Generation 55+ als Zielgruppe. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Handreichungen und Broschüren, die Tipps und Hinweise geben, wie Bibliothekar / Bibliothekarin mit Senioren bzw. Älteren arbeiten kann. Ebenso wurden in diesem Jahr ehrenamtliche “Medienboten” der Bücherhallen Hamburg im bundesweiten ‘Wettbewerb zum Generationendialog’ geehrt. Doch auf die Gesamtheit der Bibliotheken verteilt gibt es keine flächendeckende Versorgung dieser Gruppe wie es bei Teenagern und Kindern eher selbstverständlich ist. In allen Dokumenten, die ich durchforstet habe, finden sich keine Informationen über medienpädagogische Effekte beim Gebrauch von Computerspielen durch diese Zielgruppe und wegweisende Projekte deutscher Bibliotheken wie Sie im Radiobeitrag mit dem Seniorenheim beschrieben werden. Lediglich in einer Handreichung aus Baden-Württemberg wird das Wort Spielkonsole erwähnt. Der Ansatz scheint für mich oberflächlich betrachtet bei der Wahrnehmung dieser Zielgruppe vor allem ein defizitärer zu sein (Bücher in Großbuchstaben, Computer- und Internetkurse, Barrierefreiheit etc.), was sicherlich bei vielen Senioren und alten Menschen oftmals zutreffen mag und auch nötig ist anzubieten. Mir als Sportler ist aber schon immer wieder aufgefallen, dass es zunehmend Ältere gibt, die mehr können und oftmals einen mindestens genauso vollen Terminkalender im Rentenalter haben, der sie bis ins hohe Alter rüstig und “jung” –  im Sinne der Offenheit für Neues –  hält. Nach einem 10 km – Lauf erlebte ich letztes Jahr beispielsweise einen etwa 75-jährigen Läufer, der weinend und tieftraurig kurz vor dem Ziel aufgeben mußte, obwohl er sonst oftmals den jungen Läufern überlegen war.  Es gibt sie also, die Senioren, welche immer noch Leistungssport betreiben und sich mit dem Computer oftmals genauso auskennen, wie die Generation Y. Die Computerspielbranche fokussiert sich bei der Entwicklung ihrer Games immer mehr auf die sogenannten Silver Gamers – also die Generation 55+, die Branchenkennern zufolge eine der am stärksten wachsenden Zielgruppen sind. Das Durschnittsalter wächst weiter kontinuierlich. Weiter wurde in der Sendung erwähnt, das seit einigen Monaten Senioren in Köln im Rahmen eines Medienprojekts diverse Computer- und Videospiele testen.  Das wurde bereits kurz im Blog Nachrichten für öffentliche Bibliotheken in NRW Anfang des Jahres erwähnt. Hierzu ein Auszug aus dem Artikel, der die Lerneffekte und die sozialen Faktoren verdeutlichen soll, die beim Gebrauch von Computerspielen durch Ältere entstehen. Zudem ein Schlußkommentar, der die sich daraus ergebenden Möglichkeiten in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext betrachtet und Literaturhinweise gibt. Weiterlesen

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Sonys E-Reader in Deutschland

Da zur Leipziger Buchmesse der erste E-Reader in Deutschland erscheint, widmet sich heute die Welt Kompakt diesem Thema. Im Artikel wird die Frage auf geworfen ob der Sony E-Reader das gedruckte Papier verdrängen kann. Laut Welt Kompakt spricht folgendes dagegen das er das physische Buch verdrängt:

1. Diebstahlfaktor:  Der Verlust des Readers ist für den Besitzer wesentlich teurer als wenn man ein Buch verlegt, verliert oder es einem gestohlen wird.

2. Badewannenfaktor: Wer kennt das nicht man liegt gemütlich in der Wanne und plötzlich entgleitet einem das Buch. Papier kann man trocknen, beim E-Reader hat man danach nur noch Schrott und auch in diesem Fall wird es teuer.

3. Freundefaktor: Man liest ein gutes Buch und will es an einen Freund verleihen. Dies ist mit dem E-Reader nicht möglich.

4.  Nostalgiefaktor:  Das stöbern im Buchladen und dabei das ein oder andere Buch in die Hand zunehmen, um rein zu lesen.  Und auch der typische Geruch des Buches geht verloren.

Diese Faktoren ließen sich mit Sicherheit noch ergänzen.  Doch wenn man den Preis des E-Readers bedenkt, sollte  man vielleicht erst mal abwarten wie sich  der Umsatz entwickelt bevor man vom Tot des Buches spricht.

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[Zitat] Unkommentiert – 1999

Arnoud deKemp
(Bereichsleiter für Marketing, Sales und Corporate Development im wissenschaftlichen Springer-Verlag)

‘Solange wir noch in der gedruckten Welt leben und solange die Buchstaben noch das Wort führen, ist das Printmodell das Hauptmodell. Wir ermöglichen kostenlos den parallelen Zugang zu der elektronischen Version – das ist nicht kostenlos für uns, aber wir stellen es nicht in Rechnung – und erzielen damit eine enorme Wertschöpfung innerhalb des Abonnements. Dazu gibt es dann auch noch multimediale Supplemente, Audio-Files, Videosequenzen, Labormanuale, Computer-Simulationen oder das Farbdia zu der Schwarzweiß-Abbildung im Text.’


Martin Grötschel
(currently professor of mathematics at Technische Universität Berlin, Institut für Mathematik, Vice President of Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin, and Chair of the DFG Research Center Matheon “Mathematics for key technologies”:engl: .)

‘Die eigentliche Frage ist, wer, was, wann, wie und wo im wissenschaftlichen Publikationswesen leistet, wer wie viel Geld wofür erhält, und wie viel Geld zur Verfügung steht. Wenn die anderen Akteure in ihren Positionen verharren und keine rechten Ideen hervorbringen, wie es weitergehen soll, werden die Wissenschaftler den Übergang zum elektronischen Publizieren in die Hand nehmen müssen.’

Quelle:
Sietmann, Richard : Zirkelspiele : Die wissenschaftliche Literaturversorgung steckt weltweit in der Krise, In: c’t 20/99, S. 216

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Im Blätterwald tönt’s: Huih, wir sind modern

Wie ist das Medium der Zukunft. Es benötigt keinen Netzstecker. Es braucht keine UMTS-Karte. Es is leichter als der flacheste und kleinste Laptop. Es passt in jede Aktentasche. So sieht das Medium aus, glaubt man dem Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe, Bodo Hombach, beim Medienforum NRW in Köln. Es ist jenes “Medium aus toten Bäumen”, das viele schon als Auslaufmodell abgeschrieben haben: die Zeitung. Diesmal zeigten die Zeitungsmacher beim sonst eher vom Fernsehen dominierten Medienforum Flagge. Sie wollen den Beweis antreten: Die alten Traditionsverlage verwandeln sich zur Zeit in hochmoderne Multimedia-Häuser.

Der Osloer Branchenprimus Schibsted unterscheidet zwichen der “guten alten Zeit” vor dem Internet 1995 und der Zeit danach. Es dauerte ene Weile bis das Platzen der Internetblase an den Börsen überwunden war. Aber eines war Schibsted immer klar: Das, was an Anzeigen bei den analogen Zeitungsausgaben wegfiel, musste eben von eigenen Online-Angeboten aufgefangen werden. Binnen eines Jahrzehnts verfierfachte sich die Zahl der Beschäftigen von 2100 auf 8000 und der Umsatz wird nun nicht mehr in Millionen, sondern in Milliarden gemessen.

Internetnutzer sind eben nicht in gleicher Weise wie Zeitungsleser bereit, für Informationen zu bezahlen. Doch auch in Deutschland gibt es Erfolgsgeschichten. Der Vorsitzende des Zeitungsverlegerverbandes NRW, Clemens Bauer, nannte am Dienstag zum Beispiel das Online-Rubrikenportal kalaydo.de, das innerhalb von 14 Monaten zum regionalen Marktführer auf dem Stellenmarkt und bundesweit zur Nummer fünf unter den E-Commerce-Portalen geworden sei. Es wird von Verlagen aus dem Rheinland getragen.

Was ist das größte Kapital der Zeitungsverlage: ihr Qualitätsjournalismus. Sie sehen ein: Qualitätssteigerung sei der einzige Weg der Verlagshäuser in die Zukunft.

Das wäre dann ganz im Sinne so großer Zeitungsjournalisten wie Herbert Riehl-Heyse, der den Verlegern kurz vor seinem Tod noch ins Stammbuch schrieb: “Es könnte sein, dass die schlauesten Geschäftsleute unter den Verlegern nicht gleichzeitig die klügsten sind. Die klügsten werden versuchen, ihre Produkte qualitativ immer besser zu machen.”

Hier können Bibliotheken nur draus lernen. Sie müssen aufhören, sich als Monopolist zu sehen, als die Gralshüter des Wissens. Sie dürfen aber auch nicht vor der Allgewalt des World Wide Web kapitulieren. Hineingestürzt in die Welt des Web 2.0. Gewinnt sinnvolle Anwendungen, die den Service verbessern, der die Wünsche der Nutzer nach mehr Interaktivität aufgreift. Lernt aus dem Nutzerverhalten, wie ihr Informationen qualitativ besser erfassen und beschreiben könnt. Nutzt die technischen Möglichkeiten des sortierens und anbietens. Generiert Mehrwerte, die Google & Co alt aussehen lassen. Seid kreativ, ohne Angst zu haben, dass es ein Scheitern gibt.
Nicht alle Geschichten des Zeitungswesens in einer Zeit des Web 1.0 waren erfolgreich. Es gab Durststrecken und es gab auch ein Scheitern. Aber auch wie es bei den Zeitungen laut wurde: Besinnt euch auf alte Tugenden und schafft Qualitäten, da wo das Know-How einer Bibliothek liegt. Ordnet, sortiert, macht zugänglich. Wo man die Bibliothek als Auslaufmodell abtun will, muss eine Bibliothek zeigen, dass sie mehr ist, als nur ein Archiv.
Helge Steenweg beschreibt bereits 2000 in seinem Weg von der Hol – zur Bring-Bibliothek Veränderungen, die durch die Digitalisierung entstehen. Ja, Bibliotheken haben ihr Quasi-Monopol verlore und es wartet ein langer Weg auf sie.

Die Zukunft des wissenschaftlichen Publikationswesens hat demnach gerade erst begonnen. Die größten Hindernisse zur Bewältigung der bevorstehenden Umwälzungen sind derzeit noch Angst, Trägheit und Tradition. Aber die Fortschreibung der alten Rollenverteilung in eine neue Umgebung ist immer nur ein allererster Schritt, bevor sich gänzlich andere Strukturen herausbilden.

Hier müssen Bibliotheken mitarbeiten, dürfen sich nicht verschließen, dürfen aber auch nicht vor lauter Euphorie ihre Aufgaben vergessen. Hier müssen neue Konzepte erarbeitet werden, in Prototypen gegossen und geprüft werden, um zeitnah reagieren zu können. Aber blindes Herumstochern und Wir-Probieren-Mal wird mehr schaden, als dass es Nutzen bringt. Es bindet Ressourchen und sorgt für eine Auseinandersetzung mit Dingen, die so nicht notwendig wären.

Quellen:
Driessen, Christoph: Die Zeitung – ein “Medium aus toten Bäumen” im Internetzeitalter via heise online

Steenweg, Helge : Von der Hol- zur Bring-Bibliothek, 2000

Sietmann, Richard : Zirkelspiele : Die wissenschaftliche Literaturversorgung steckt weltweit in der Krise, In: c’t 20/99, S. 216

[Update. 04.06.2013] – Link zum Artikel von Steenweg angepasst

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