18.08.2010 | von Dörte Böhner | 1 Kommentar » |
Eric Steinhauer hat in seiner kleinen Schrift die Relevanz des Grundrechts der Wissenschaftsfreiheit für das wissenschaftliche Publizieren und die Forderung nach Open Access näher untersucht. Dabei stellt er zwei Hauptfragen:
Open Access - ein Thema für den Gesetzgeber?
Die Publikationsfreiheit des Wissenschaftlers - Grundrecht oder Befindlichkeit?
Das Zweitveröffentlichungsrecht für wissenschaftliche Autoren, Grundlage für den grünen Weg des Open Access, ist derzeit Gegenstand in den aktuellen Diskussionen zum Dritten Korb der Urheberrechtsnovelle. Eine Durchsetzung dieses Rechts hieße eine starke Förderung des Open Access. Daher ist es auch von besonderer Bedeutung in Zusammenhang mit dem Grundrecht der Wissenschaftsfreiheit, welches aus Art. 5 Abs. 3 GG abgeleitet werden kann.
Auch die Frage, wie der Gesetzgeber sich in dieser Situation verhalten soll, beantwortet Steinhauer sehr deutlich:
So wenig, wie der Gesetzgeber einen Wissenschaftler zu Open Access zwingen darf, so wenig darf er Open Access verbieten. Er hat sich hier schlicht herauszuhalten.
Ganz in diesem Sinne kann man das Werk von Dr. Eric Steinhauer auch im Open Access bei INFODATA-eDepot der FH Potsdam abrufen.
Steinhauer, Eric: Das Recht auf Sichtbarkeit : Überlegungen zu Open Access und Wissenschaftsfreiheit. - Monsenstein und Vannerdat, Münster 2010 (ISBN: 978-3-86991-140-3) - Preis: 11,50 €
Quelle:
Steinhauer, Eric: Open Access und Wissenschaftsfreiheit, Mailingliste Inetbib
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22.10.2009 | von Dörte Böhner | Comments Off |
Mit neuem Gewand gibt es die neue Ausgabe von Libreas.
Themenschwerpunkte sind: a semiotic turn und Open Access und Geisteswissenschaften
„Nach der Semantik – Eine neue linguistische Kehrtwende“
Katrin Weller: Ontologien: Stand und Entwicklung der Semantik für das World Wide Web
Jakob Voß: Zur Neubestimmung des Dokumentenbegriffs im rein Digitalen
Cornelius Puschmann: Vom Object Web zum Discourse Web. Metaphern der digitalen Kommunikation im Wandel und ihre Auswirkungen auf die Wissenschaft
Dirk Wissen: Wikigraphie und Mediographie. Zukunft der Bibliographie
Kristen Radcliff Clark: Supporting Youth Boundary Crossing: Intertextuality as a Component of Design for Information and Visual Literacy
„Open Access und Geisteswissenschaften“
Der zweite Schwerpunkt lässt sich als direkte Fortführung der LIBREAS-Ausgabe 14 verstehen und ist selbst ein Beispiel für die veränderten Publikationsstrukturen bei webbasierten Diskursen. Er wurde offen auf Preprint-Ebene im LIBREAS-Weblog geführt (libreas.wordpress.com) und findet in dieser Ausgabe eine vermutlich nahezu willkürlich gesetzte Fixierung, die ebenfalls als Einladung zur Weiterführung des Diskurses gedacht ist. Uwe Jochum, Joachim Eberhardt und Joachim Losehand diskutieren durchaus mit Verve und nicht zuletzt auf dem Pflaster einer den Sommer 2009 bestimmenden harten Diskussion um das Wissenschaftsurheberrecht. [Editorial]
Uwe Jochum: Der Souverän
Joachim Eberhardt: Wiederholung erzeugt keine Wahrheit. Jochum schreibt immer noch gegen Open Access
Joachim Losehand: Moskenstraumen
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30.05.2009 | von Dörte Böhner | Comments Off |
WissenschaftlerInnen der Geistes- und Sozialwissenschaften werden gebeten an dieser Umfrage teilzunehmen, um so Einfluss auf die Entwicklung des EU-geförderten Projekts OAPEN (Open Access Publishing in European Networks) zu nehmen. OAPEN soll die Entwicklung und Bereitstellung eines OA-Publikationsmodells für Veröffentlichungen aus den Bereichen der Geistes- und Sozialwissenschaften realisieren.
The project will find useful, exciting and beneficial ways of publishing scholarly work in Open Access, enhancing access to important peer reviewed research from across Europe. Most importantly it will find a financial model which is appropriate to scholarly humanities monographs, a publishing platform which is beneficial to all users and create a network of publishing partners across Europe and the rest of the world.
Investieren Sie bitte 15 Minuten Zeit, um die 23 Fragen zu beantworten und deutlich zu machen, welche Anforderungen Sie an ein solches Modell stellen. Sie können mit Ihrer Teilnahme an der Umfrage das Projekt sinnvoll migestalten.
Mithilfe öffentlicher Mittel gewonnenes wissenschaftliches Wissen wird im Rahmen von Open Access für alle Interessierten frei im Internet zur Verfügung gestellt.
An diesem Projekt sind folgende Institutionen beteiligt:
Amsterdam University Press
Georg-August Universität Göttingen
Museum Tusculanum Press
Manchester University Press
Presses Universitaires de Lyon
Firenze University Press
University of Amsterdam
Leiden University
Quelle:
Nehmen Sie teil: Online-Umfrage zu Open Access
OAPEN
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7.04.2009 | von Dörte Böhner | Comments Off |
Im Rahmen des i2010-Initiative hatte die EU-Kommission bereits 2005 beschlossen, das kulturelle Erbe Gesamteuropas zu digitalisieren un allen Bürgern online zugänglich zu machen. Die erreichten Ergebnisse sind allerdings sehr dürftig.
Der Fehlstart der Europäischen Digitalen Bibliothek Europeana Ende 2008 dürfte den meisten noch lebhaft in Erinnerung sein. Sowohl die technische Ausstattung, d.h. Server,die dem ersten Ansturm nicht standhielten, als auch dürftige Inhalte. Seit ihrem Neustart im Dezember verharrt man in einem daueerhaften Beta-Status, auch wenn man das eigentlich immer von Web 2.0-Angeboten sagt :wink: Fraglich ist, ob sie das, was sie verspricht:
Das ist Europeana - ein Ort für Inspiration und Ideen. Durchsuchen Sie die kulturellen Sammlungen Europas, verbinden Sie sich mit den Suchwegen anderer und teilen Sie Ihre Entdeckungen.
Ob sie das je halten können wird?
Die EU-Kommission will endlich Forschritte sehen. Deshalb hat man das Ende 2008 abgelaufene Mandat hochrangier Experte zu Digitalen Bibliothken um ein weiteres Jahr verlängert. Die hochrangige Expertengruppe die Kommission berät, wie man von europäischer Seite den organisatorischen, rechtlichen und technischen Herausforderungen besser begegnen kann.
Die rechtliche Betrachtung ist sehr wichtig für die erfolgreiche Digitale Bibliothek.
Insbesondere geht es der EU-Kommission um Schrankenbestimmungen im Urheberrecht, um einen verbesserten Onlinezugriff auf urheberrechtlich geschützte Inhalte auf freiwilliger Basis, um nutzergenerierte Inhalte und um Verbesserungen beim "freie[n] Zugang zu wissenschaftlichen Informationen sowie [...] zu Forschungsdaten".
Zu dieser Fragestellung zählt auch der Umgang mit verwaisten und vergriffenen Werken.
Die rechtliche Seite wird eine schwere Nuss für die Expertengruppe. Sie soll in einer Zeit beraten, wo in den USA und in Europa heftig über den Umgang mit wissenschaftlichen Publikationen (z.B.) und ...
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24.03.2009 | von Dörte Böhner | 1 Kommentar » |
Ben Kadens Antwort auf den Heidelberger Appell ist so umfassend und meines Erachtens unbedingt lesenswert, dass er nicht in meinen Twitter-Links untergehen soll.
Kaden, Ben: Hunde, sollen sie ewig stehlen? Der Heidelberger Appell und sein argumentatives Umfeld auf Kontext
Wissenschaftlicher Diskurs sieht jedenfalls irgendwie anders aus. Aber darum geht es bei der Gruppenhysterie wohl auch nicht.
Weiter lesenswert:
Steinhauer, Eric: Heidelberger Leimrute auf Wissenschaftsurheberrecht
Graf, Klaus: Heidelberger Leimruten auf Archivalia
Mein Beitrag: Hilflosigkeit und Ohnmacht auf Verlegerseite hier im Blog
Dietrich, Frank P.: Wissen will frei sein, Leserbrief in der TAZ
Spielkamp, Matthias: Open Excess: Der Heidelberger Appell auf Perlentaucher.de
Kaden, Ben: Auf dem Apellplatz: Die Urheber rufen zur Rettung der Zukunft. im IBI Weblog
Helfrich, Silke: Öffentlich finanziert - privat kassiert im CommonsBlog
Roland Reuß im Kreuzzug gegen Open Access auf Netzpolitik.org
Pfennig, Thilo: GoogleBooks in der Kritik via Ritinardo
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24.03.2009 | von Dörte Böhner | 1 Kommentar » |
Bei Textkritik heißt es:
Das verfassungsmäßig verbürgte Grundrecht von Urhebern auf freie und selbstbestimmte Publikation ist derzeit massiven Angriffen ausgesetzt und nachhaltig bedroht.
Und da passt die Googlepolitik und die OA-Politik hinein. Oh Schreckgespenst: Nur einmal eine lächerliche Entschädigung von 60 $ pro eingescanntem Buch von Google? Deutsche Verleger reagierten darauf beunruhigt mit einen öffentlichen Appell.
Die ersten Unterzeichner des von Manfred Meiner, Vittorio Klostermann und KD Wolff zusammen mit dem Heidelberger Literaturwissenschaftler Roland Reuss Schreibens sind der Zeit-Herausgeber Michael Naumann, der Chef des Carl Hanser Verlags Michael Krüger und namhafte Autoren wie Daniel Kehlmann ("Die Vermessung der Welt"), Sibylle Lewitscharoff (Preis der Leipziger Buchmesse) und der Konstanzer Bibliothekar Uwe Jochum. Dies sind nur einige der bisher 253 Unterzeichner (Stand: 23.03.09, 23.00 Uhr).
Der Aufruf sieht das deutsche Urheberrecht durch international agierende Firmen ausgehöhlt und auf Dauer bedroht. Google und Youtube werden als Plattformen illegal hochgeladener Inhalte angesehen, mit deren Hilfe geistiges Eigentum entwendet wird.
In der Frankfurter Rundschau ist ein Feuilleton des Literaturwissenschaftlers Roland Reuss veröffentlicht worden. Hier äußert Reuß sich in einer propagandistischen Art und Weise zu Googles sicherlich nicht immer korrekten Art und Weise im Umgang mit Werken. Untermalt wird dies mit eine Totenkopfmaschinenmaske Google als "Bücherfresser". Geschmacklos war das erste, was mir dazu einfiel.
Geschmacklos und wenig objektiv ist auch die Wortwahl mit dem das beschrieben wird, was Google Books macht. Schamlos, Enteigner, angeblich, freibeuterisch, grenzenlos, bedingungslos, Gier, ad acta legen, lethargisch, gedankenlos, alternativlos, Prostitution, Schlange, gewaltsam, Kollateralschäden - dies alles sind Begriffe aus dem Wortarsenal, mit dem Reuss allein auf der ersten Seite ...
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14.03.2009 | von Dörte Böhner | Comments Off |
Es ist soweit. Die LIBREAS-Redaktion hat ihr neues Baby in die Öffentlichkeit entlassen. Themenschwerpunkt ist "Open Access und Geisteswissenschaften".
Editorial zur Ausgabe 14: Open Access und Geisteswissenschaften
Schwerpunkt
Postmoderne Wissensorganisation oder: Wie subversiv ist Wikipedia? – Dina Brandt | Anschlussdiskussion zwischen Ben Kaden und Dina Brandt
If Malinowski had been a Blogger – Leah Rosenblum
Open Access und Geschichtswissenschaften – Notwendigkeit, Chancen, Probleme – Lilian Landes
Not Your Parents' History Professors: An Introduction to Three Digital Humanists – Elisabeth Mead Cavert Scheibel
Bedeutung und Praxis von Open Access an der HU-Berlin – Nicole Henschel
Antrittsvorlesungen
The Work that Vanished – Michael Seadle
Signal. Information. Zeichen. Zu den Bedingungen des Verstehens in semantischen Netzen – Stefan Gradmann
Beiträge
The Impact of Economic Recessions on Libraries: A Past, Present, and Future View from Minnesota – Anne Mostad-Jensen
21 Gute Gründe für gute Bibliotheken – Rainer Strzolka
Berichte
Bericht über den Abschluss-Workshop des DFG-Projekts "Konzeptionelle Entwicklung einer Forschungsinfrastruktur für die e-Humanities in Deutschland" am 22.01.2009 in Göttingen – Najko Jahn
Bericht über den Workshop "Offener Zugang zu Daten – eine Herausforderung" im Rahmen der Open-Access-Tage 2008 am 10.10.2008 in Berlin – Heinz Pampel
BOBCATSSS 2009:
Challenges for the New Information Professional – Anne Mostad-Jensen
Rezensionen
Babel unser: Geburt und Sterben der Sprachen bei Daniel Heller-Roazen Rezension zu: Heller-Roazen, Daniel (2008) Echolalien: Über das Vergessen von Sprache – Najko Jahn
Alles auf einer Karte. Franco Morettis Modellvorschlag für die Literaturwissenschaft und was ihm folgen könnte Rezension zu: Moretti, Franco ...
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10.03.2009 | von Dörte Böhner | 1 Kommentar » |
Für einen Mann allein wohl eine unmöglich zu bewältigende Aufgabe, aber Brewester Brewster Kahle lässt sich davon nicht abschrecken. Mit großem Enthusiasmus geht er dran, eine Alexandrinische Bibliothek 2.0 zu bauen. Man könnte ihn schmunzelnd als Scherzkeks abtun, aber dazu ist er sich seiner Sache zu sicher. Er schafft es Menschen und Technologien so zusammenzubringen, dass auch die schwierigsten Aufgaben gelöst werden. Er ist ein Visionär, der auf die Probleme aus einem anderen Blickwinkel als andere schaut und sich zutraut, Probleme zu lösen, bei denen andere denken, die wären unmöglich zu schaffen.
Millionär Kahle gibt sein Geld nicht für Klamotten aus, sondern hinter dem einfach gekleideten Mann versteckt sich ein geübter Technologe und ein sehr erfolgreicher Unternehmer. Er hat Firmen wie AOL und Amazon gegründet und sehr erfolgreich verkauft. Jetzt Zur Zeit setzt er seine Energie dafür ein, ein gemeinnütziges digitales Archiv mit freien Inhalten aufzubauen, seien es Bücher, Filme, konzerte usw. - ganz ähnlich der legendären Bibliothek von Alexandria. Dies bringt ihn in Konflikt mit dem Giganten Google, der ein ähnliches, aber doch eher kommerziell ausgelegtes Ziel verfolgt.
Kahle graduierte 1982 am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Dort studierte er mit dem artificial-intelligence guru Marvin Minsky. Er trat einer Gruppe von MIT Alumni bei, welche die Firma Thinking Machines gründete, die Parallele Supercomputer herstellten. Dort arbeitete er mit Größen wie Richard Feynman (Nobelpreis-Gewinner), Dr. Minsky and Daniel Hillis zusammen.
1989 gründete er seine eigene Firma WAIS Inc und baute dort auf die Suchtechnologie auf, die bei Thinking Machines entwickelt worden war. Zu seinen Kunden zählte das Wall ...
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17.11.2008 | von Dörte Böhner | Comments Off |
Die Oktoberausgabe 2008:engl: von Ariadne ist jetzt online. Es gibt einige relevante Texte zu Open Access:
Rob Davies, Europeana: An Infrastructure for Adding Local Content:engl: Leo Waaijers, Copyright Angst, Lust for Prestige and Cost Control: What Institutions Can Do to Ease Open Access:engl: R. John Robertson, et al., A Bug's Life?: How Metaphors from Ecology Can Articulate the Messy Details of Repository Interactions:engl: Sally Rumsey und Ben O'Steen, OAI-ORE, PRESERV2 and Digital Preservation:engl:
Zu finden ist hier auch der Artikel von Jakob Voss:
Get Tooled Up: SeeAlso: A Simple Linkserver Protocol:engl: Jakob beschreibt die Kombination OpenSearch und unAPI für die Kataloganreicherung.
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13.11.2008 | von Dörte Böhner | Comments Off |
Vor etwas mehr als einem Jahrx: ist Zeno.org gestartet. Ralf Szymanski von Zeno.org schreibt in dem zum Portal gehörigem Blog:
Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, geben die laufenden Einnahmen diese Mittel nicht her, alternative Ertragsmodelle finden kaum Akzeptanz und unsere eigenen Ressourcen sind nicht hinreichend, um eine sinnvolle Fortsetzung und Weiterentwicklung des Projektes zu gewährleisten bis es sich aus eigener Kraft refinanziert.
Das macht deutlich, dass Open Access nur so lange funktioniert, wie Open Access finanzierbar ist.
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