Der folgende Kurzfilm spielt in einer dystopischen Zukunft, in der es so gut wie keine Bücher mehr gibt. Passend zur gestrigen Karikatur, nun der folgende Film, der in Buchläden in London und Kent gedreht wurde. Die Regiesseure des Films sind Richard Dadd & Dan Fryer. Der Film ist eine Hymne bzw. ein Plädoyer für unabhängige und alternative Buchhandlungen, wie sie in einigen Städten zunehmen verschwinden:
http://www.thelastbookshop.co.uk
“National Libraries Day is saying that libraries are vital to the community– so use them or lose them.” Alan Gibbons
Heute findet in Großbritannien der National Libraries Day statt, dem seit der Regierung Cameron und den gigantischen Kürzungsmaßnahmen eine besondere Bedeutung und ein größerer Stellenwert zukommt. Bereits in der nun zu Ende gehenden Woche fanden zahlreiche Kundgebungen, Veranstaltungen und Diskussionen statt. Unter dem Hashtag #NLD13 werden seit Tagen Infos, Appelle, Zitate und Plädoyers getweetet. Weitere Hashtags zum Thema sind #lovelibraries und #savelibraries.
Auf Soundcloud gibt es sogar einen Song zum Thementag Bibliotheken: “National Libraries Day (Use Your Palace Of Knowledge)”
Auf der Webseite zum “National Libraries Day” (http://www.nationallibrariesday.org.uk) gibt es zahlreiche Informationen zur Mit-Beteiligung an diesem Tag. Der “National Libraries Day” hat Ähnlichkeit mit der bundesweiten Bibliothekswoche in Deutschland. Doch das Echo auf Social Media Kanälen wie Twitter oder Facebook oder YouTube und auch in den Printmedien scheint hier einfach größer zu sein. Etwa 200 Bibliotheken wurden im Jahr 2012 in Großbritannien geschlossen.
Im folgenden Film “A Polite revolution” wird über zahlreiche Aktionen berichtet, in denen Bibliothekare und Bibliothekarinnen, aber auch andere Freunde und Untersützer von Bibliotheken Aktionen, Proteste und öffentlichkeitswirksame Kundgebungen gegen Bibliotheksschließungen und -einsparungen durchführten. Die Ungerechtigkeit, welche viele der Einwohner Großbritanniens gegenüber den Schließungen empfanden, vereinte diese in ihrem Protest. Noam Chomsky, der Linguist und (umstrittene) Aktivist kommt in diesem Film via Skypeinterview ebenso zu Wort, indem er auf die Rolle von öffentlichen Bibliotheken für demokratische Gesellschaften eingeht. Es wird auch auf die Occupy-Bewegung eingegangen, die viele Aktivisten gegen Bibliotheksschließungen und Einsparmaßnahmen inspirierte sich ebenso leidenschaftlich und politisch gegen Maßnahmen der Regierung Cameron einzusetzen, so dass auch Bibliotheken besetzt wurden. Der Film “A Polite Revolution” ist ein beispielhaftes zeitgeschichtliches Dokument und beeindruckend, wie Kommunen durch dererlei Aktivitäten wieder zueinander finden und so auch wieder ein größeres Bewußtsein für mehr Gemeinsinn und Gemeinwohl entstehen konnte.
A Polite Revolution from Oonagh Cousins on Vimeo.
This work is licensed under a Creative Commons Attribution 3.0 Unported.
IFLA 2012 – Christchurch, NZ earthquakes & their effect on library services from Ross Becker on Vimeo.
Ähnliche BeiträgeÄhnliche Beiträge“Almost everything I am I owe to libraries. When I was a child there was no great libraries around, certainly nothing like this [gestures to the shelves of the Bodleian Library in background] but we did have this thing called the mobile library van that would come once a fortnight I think and I would wait for it like a child waiting for an ice cream van and I would get on and I would get my supply of books and they would last me two weeks and then when I was older I could get to Norwich, the local big city. I would spend hours and hours and hours there. It’s like the will o’ the wisp: one book lights another book which lights another one and another one. I suppose libraries still for me have this extraordinary charge. When I get in one I feel this buzz. It’s almost sexual . There is something about the fact that behind all these bound copies there are voices, there are people murmuring, seducing you, dragging you into their world. These are wonderful magical places and I suppose that if I have a campaign that I am really behind it is that of saving our libraries. Because everyone surely has the right to access the voices of the past.”
Edlef Stabenau bittet im Jubiläumsposting zum 11. Geburtstag von Netbib (!!! – Himmel, da kommen wir uns hier richtig jung vor als Blog – !!!) um Unterstützung für “This Week in Libraries” (TWIL)

In ihrem letzten Beitrag im Blog heißt es: This Week in Libraries will be back in march 2012
Dafür benötigen die Macher von TWIL Unterstützung:
This Week in Libraries will be back in march 2012 from Jaap van de Geer on Vimeo.
Auf der eigens eingerichteten Tumblr-Seite “HELP THIS WEEK IN LIBRARIES” heißt es:
Ähnliche BeiträgeNow it’s our chance to help out. Our favorite hosts Erik and Jaap need our help. We want to do some crowd-funding for them. We are committed to raising enough money to keep TWIL on the air for its third season in 2012. Our goal is $10,000 US / €7,800 EU.
Quelle: Library posters by Phil Bradley
Ähnliche BeiträgeBedürftige Bibliotheken? Vermutlich werden sich jetzt einige Einrichtungen angesprochen fühlen und das wäre auch sehr gut.
Das Blog “Nachrichten für öffentliche Bibliotheken” weist auf eine Aktion von Stifter-helfen.de hin. Dort können Non-profit-Unternehmen, wie z.B. öffentlich zugängliche Bibliotheken gegen eine Verwaltungsgebühr Softwarespenden erhalten. Zu diesen Bibliotheken zählen Staats-, Universitäts-, Hochschul-, Landes-, Spezial-, Kirchliche, Stadt-, Gemeinde-, Schul-, Fahr-, Patienten-, Zentralbibliotheken etc. Firmen wie Microsoft, SAP, Cisco, Symantec, GiftWorks und Efficient Elements stellen über 130 aktuelle Softwareprodukte zur Stärkung des gemeinnützigen Sektors Bibliotheken zur Verfügung.
Cisco unterstützt Bibliotheken beim Aufbau eines WLAN- und VPN-Netzwerkes. Efficient Elements bietet eine Software für Präsentationen an. GiftWorks unterstützt die Verwaltung von Fundraising mit seiner Software. Microsoft bietet mit 120 Softwareprodukten die größte Auswahl an, u.a. das aktuelle Betriebssystem und Office 2010. SAP unterstützt mit seinen Angeboten die Möglichkeiten der Präsentationen und des Berichtswesens einer Bibliothek. Symantec stellt Virenscannersoftware und Backup-Software zur Verfügung.
Interessierte Bibliotheken sollten sich bei Stifter-helfen.de registieren und dann das Formblatt ausfüllen und per E-Mail oder Fax einreichen. Das Team von Stifter-helfen.de überprüft die Angaben und erteilt nach Abgleich der Förderkriterien innerhalb von fünf Tagen eine Antwort. Danach können die Produktspenden über die Spenderplattform bezogen werden.
Das Angebot ist nicht kostenlos, sondern es fällt eine Verwaltungsgebühr an, die zwischen vier und zehn Prozent des üblichen Marktpreises beträgt. Bibliotheken sparen also zwischen 90 und 96 Prozent für den Erwerb eines Produktes.
Das Online-Portal Stiftungszentrum.de Servicegesellschaft. Dieses arbeitet mit TechSoup Global und den IT-Stiftern zusammen, um es deutschen Non-Profit-Organisationen zu ermöglichen, mit moderner Informationstechnologie effizint arbeiten und somit Kosten senken zu können. Das IT-Spendenprogramm von TechSoup Global gibt es in den USA seit 2002 und wurde 2006 auf Großbritannien, Belgien und Polen erweitert.
Hinweis:
Softwarespenden für öffentliche Bibliotheken, Nachrichten für Öffentliche Bibliotheken
Durch die Flutkatastrophe verloren 10 Millionen Menschen in Pakistan ihr Zuhause. Sie zählt somit zu den größten humanitären Katastrophen der letzten Jahrhunderte. Almählich beginnen die Familien in ihre zerstörten Häuser zurückzukehren. Eine der Gegenden, in denen die Schäden am verheerendsten ausfielen, war die Provinz Khyber Pakhtunkhwa (bis April 2010 Nordwestliche Grenzprovinz ), deren Hauptstadt Peschawar ist. Der Campus und die dazugehörige Bibliothek, die zur einzigen Universität in dieser Region gehört, der Northern University, wurden komplett zerstört. Dabei wurde, wie die folgenden Fotos zeigen, die Universität erst 2008 neu eröffnet. Die Universitätsbibliothek verlor alle ihre 11.704 Bücher, ihre Regale, ihre sonstigen Möbel und ihre wertvolle Computerausrüstung. Studenten und Mitarbeiter sind unermüdlich im Einsatz zerstörte Forschungs- und Diplomarbeiten wieder zusammenzufügen. Bis vor kurzem hinderten überflutete Straßen die Universitätsangehörigen daran Zugang zu den Gebäuden zu bekommen. Die Fotoschau unter dem folgenden Link “Flood Disaster At City Campus“ macht das wahre Ausmaß der Zerstörungen weiter deutlich. Im Moment wird alles getan, um die Bibliothek möglichst bald wieder zu eröffnen, obwohl die Bedürfnisse an anderer Stelle dringender befriedigt werden müssten. Eigentlich handelt es sich bei der Universität um eine Finanzierung durch den “Education Development Research Trust”, der sich um die Bildungschancen junger Männer und Frauen kümmert denen sonst die Mittel fehlen Hochschulen zu besuchen. Nach einer Anhörung bezüglich der Zerstörungen, nahm sich die “Asia Foundation” mit einer Buchspende von 5.000 Stück dem Problem an. Vorletzte Woche kam eine erste Box mit 500 Büchern an. Eine nächste Lieferung wird zur Wiedereröffnung der Universität Ende September erwartet. Es ist der Region ein baldiger Wiederaufbau und ein optimistischer Neubeginn zu wünschen, selbst wenn dieser noch dauern wird. Die “Asia Foundation” beschreibt auf ihren Webseiten, was mit den Spendengeldern geschieht und wie geholfen werden kann.
Ähnliche BeiträgeObwohl bereits auf der Webseite der IFLA und per E-mail (Swiss-Lib) durch Madame Danielle Mincio (IFLA Governing Board representative on the Preservation and Conservation) über die Situation der Bibliotheken in Haiti berichtet wurde, soll dieser Blogbeitrag ausführlicher Auskunft über die Ausmaße der Zerstörung nicht nur bei Bibliotheken geben, sondern auch bei anderen bedeutenden Kultur- und Bildungseinrichtungen des Landes. Für den Wiederaufbau von Bibliotheken zu spenden ist unter der folgenden Adresse (danielle.mincio[at]bcu.unil.ch) möglich und kann über Madame Mincio erfolgen. Mitglieder der IFLA können über die verbandseigene Stiftung( Stichting IFLA Foundation) spenden. Am 19.01.2010 wurde auf dem Midwinter Meeting der American Library Association (ALA) ein “Haiti Library Relief Fund” eingerichtet, um Geldspenden zu sammeln, die dem Wiederaufbau der Bibliotheken und Archive zugute kommen, welche durch das Erdbeben auf Haiti (12.01.) beschädigt und zerstört wurden. Vor kurzem hat mich eine weitere Nachricht der Gruppenmoderatorin Brooke Wooldridge der Facebookseite der Carribean Digital Library erreicht, auf der täglich weitere aktuellere Informationen über die Bibliotheken und deren Zustand eingehen. Sie schrieb unter anderem, dass es jederzeit möglich ist sie (dloc[at]fiu.edu) auch im Hinblick auf die Planung konkreter Projekte vor Ort zu kontaktieren. Einer der wichtigsten Akteure bei der Wiederaufbauhilfe für kulturelle Einrichtungen ist die UNESCO. Haitit steht mit zwei Sehenswürdigkeiten auf der UNESCO-Weltkulturebeliste: dem National History Park mit dem Palast Sans Souci und der Zitadelle in Ramiers. Sie stammen aus der Zeit der Unabhängigkeit Anfang des 19. Jahrhunderts. Außerdem zählt zum Weltkulturerbe Haitis das historische Zentrum der Stadt Jacmel. Viele Gebäude stammen aus dem späten 17. Jahrhundert und wurden im französischen Kolonialstil erbaut und einige Herrenhäuser dienten als Vorbild für das französische Viertel in New Orleans. Es ist nun Aufgabe der UNESCO die Ausmaße der Schäden abzuschätzen und deren Wiederherstellung so gut wie möglich zu koordinieren und durchzuführen. Aus einem Artikel der New York Times geht hervor, dass ähnlich wie nach dem Irakkrieg große Gefahr in Verzug ist. Es gibt zahlreiche kulturelle Schätze in Museen (z.B. das Musée du Panthéon National Haïtien und das Musée d’art haïtien), Bibliotheken und Archiven, die gierigen Kunsträubern zum Opfer fallen könnten. Italienische und Französische Polizeispezialeinheiten sind seit kurzem dabei diese zu schützen. Laut Experten besteht Hoffnung für den Erhalt der Hauptsammlungen des Nationalmuseums. Auf die Frage warum der Bildhauer Patrick Vilaire nach dieser Katastrophe seine Aufmerksamkeit so sehr auf alte Bücher lenkte, antwortete er folgendes:
“The dead are dead, we know that. But if you don’t have the memory of the past, the rest of us can’t continue living.” (Die Toten sind tot, wir wissen das. Aber falls man nicht die Erinnerung an das Vergangene bewahrt, können die Überlebenden nicht weiterleben.)
Hier geht es auch um die Identität der Einwohner, die durch deren kulturelle Schätze zum Ausdruck kommt. So wurde beispielsweise das Kunstzentrum in Jacmel (Centre D’Art de Jacmel) zerstört, das weit über die Landesgrenzen bekannt ist und deren Werke weltweit verkauft wurden. In dieser Stadt befand sich auch eine vor wenigen Jahren gegründete Filmhochschule, sowie die Kunsthochschule Fosaj (gegründet: 2003). In Port-au-Prince wurde zudem die Buchhandlung La Pléiade unweit des Präsidentenpalasts zerstört. Das Kulturzentrum der Hauptstadt la FOKAL und seine Bibliothek Monique-Calixthe haben dem Erdbeben standgehalten. Eine der Organisationen, die sich weltweit für den Erhalt von Kultur einsetzt, ist die Association of National Committees of the Blue Shield (ANCBS) mit Sitz in Den Haag, die den Menschen in Haitit helfen will, indem sie sich für deren kulturelles Erbe einsetzt. Sobald die Situation stabiler wird, möchte Blue Shield Experten aus aller Welt ermöglichen ihre haitianischen Kollegen zu unterstützen, indem sie die Schäden des kulturellen Erbes abschätzt, die Restauration und den Wiederaufbau von Gebäuden unterstützt. Aus diesem Grunde sucht Blue Shield International ehrenamtliche Helfer wie etwa Archivare, Kuratoren, Restauratoren, Architekten und Bibliothekare. Über den folgenden Link kann eine Online-Registrierung erfolgen. Als nächstes will ich auf den Zustand einiger bedeutender Bibliotheksgebäude im Einzelnen eingehen. Aufgrund der Nachbeben und ständiger Veränderungen kann ich nicht zu 100% für Vollständigkeit und Aktualität garantieren:
- Die dreisprachige Schule und Bibliothek der Sirona Cares Stiftung in Grand Goave wurde komplett zerstört. Mehr dazu »





Buchstäblich kommentiert