Aus aktuellem Anlass: die Öffentlichen Bibliotheken in Sacramento erhielten ihre eigene Facebookfanseite

3.08.2010 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |

Die Öffentlichen Bibliotheken in Sacramento erhielten kürzlich ein positives mediales Echo in einer lokalen Nachrichtensendung, da sie nun über eine eigene Fanseite auf Facebook verfügen. Eigentlich ist es nicht ungewöhnlich im anglo-amerikanischen Raum, dass eine Bibliothek über eine eigene Facebookseite verfügt. Dieser Fernsehbeitrag macht meines Erachtens auf eindrucksvolle Weise deutlich, wie in den Medien - zwar sachlich und wertneutral - aber zeitgemäß und aktuell über Bibliotheken berichtet wird. Diese Art des Storytelling, wie sie Individuen hinsichtlich ihrer Erwerbsbiografie heute zu beherrschen haben, ist auch ein zunehmend wichtiger Faktor in der Außenwahrnehmung von Bibliotheken geworden, wobei Storytelling als Inhalt in Seminaren an Bibliotheksfachhochschulen wohl (noch)  zu selten vorkommt. Die aus der Wirtschaft und Politik stammende und dort erfolgreich angewandte Disziplin wäre für die Bibliothekswelt ein aufmerksamkeitssteigerndes Element im Wettstreit mit anderen Kulturinstitutionen und könnte eine höhere Wertschätzung bei öffentlichen Unterhaltsträgern zur Folge haben. Auf die Bibliotheken übertragen würde das 2006 vom Pew Center veröffentlichte Zitat folgendermaßen lauten: Es reicht nicht mehr einfach nur die Bibliothek als klassische Kulturinstitution zu vertreten. Sie muss zu ihrer eigenen Story werden. Egal wieviele Fans die Bibliothek letztlich in der Onlinewelt gewinnt, die Geschichte, dass sie damit neue NutzerInnen erreicht werden ist oftmals entscheidender. Ähnliches merkte auch Doug Stevens an, laut dem es einfacher ist ein Produkt oder eine Dienstleistung zu verkaufen, indem man eine Erfolgsgeschichte erzählt, statt das Produkt und seine Vorzüge zu beschreiben.  Eine derart positive und kundenorientierte telemediale Berichterstattung, die weniger als zwei Minuten dauert und sich noch dem Thema Facebook und NutzerInnenorientierung widmet, ist ...

“Le Labo BnF” in der Bibliothèque François Mitterrand: Ein zeitgemäßer Ort für neue Technologien und Nutzer

3.07.2010 | von Wolfgang Kaiser | Keine Kommentare » |

Vor fast genau einem Monat, am 2. Juni hat die Nationalbibliothek Frankreichs (BnF), die Bibliothèque François Mitterrand das sogenannte "Labo BnF" eröffnet.  Die Zeitung "Le Figaro" betonte, dass die zur Eröffnung 1996 vergebene Einschätzung über die Bibliothèque François Mitterrand nun Wirklichkeit wird, dass es sich bei der BnF mit dem "Labo" um eine neue Art von Bibliothek handelt:  "N'avait-on pas dit, à l'époque de sa construction, qu'elle serait une bibliothèque «d'un genre nouveau»?"  Zu diesem Zeitpunkt war man sich vielleicht noch nicht der Außmaße und der zukünftigen (möglichen) Rolle der Bibliothek  bewußt. Spätestens jetzt wird klar, dass es sich bei der Funktion des damals (1996)  neuen Baus der Bibliothek, um eine neue und zusätzliche Aufgabe handelt, den Menschen die Befürchtungen und Ängste vor den neuen Technologien zu nehmen. Letzteres betont der Direktor Bruno Racine in vielen Stellungnahmen.  "Labo BnF" erstreckt sich auf einer Fläche von 120 m² und ist jeden Montag von 14-19 Uhr, Dienstag bis Samstag von 10-19 Uhr und an den Sonntagen von 13-19 Uhr geöffnet. Im Gegensatz zur kostenpflichtigen und aktiven Nutzung der Nationalbibliothek, ist dieser Bereich für alle Besucher frei zugänglich, unabhängig davon, ob jemand über einen Ausweis verfügt oder nicht. Dieser neugeschaffene Raum ist das erste öffentliche "Experimentierlabor", dass den NutzerInnen ermöglicht die neuen Technologien des Lesens (E-Books), des Schreibens (z.B. elektronische Tinte) und des Web 2.0 näher zu bringen. Den Besuchern wird auf die "userorientierte" Weise ein anderer Zugang zum Bestand der Bibliothek gewährt. Gibt es denn vergleichbare deutschsprachige Bibliotheken, die ähnliche Dienstleistungen zum Ausprobieren anbieten und Räume ...

Warum scheitert man im Web 2.0?

4.05.2010 | von Dörte Böhner | 2 Kommentare » |

Warum scheitert man im Web 2.0? 1: Dabei sein, weil alle dabei sind! Social Media kostet Zeit, bedarf einer klaren Vorstellung was geht und was nicht. Daher sollten Ziele definiert sein. Warum nehmen wir am Social Web teil? Wie viele Leser wollen wir erreichen? Wieviel Zeit nehmen wir uns dafür? Wann stimmt für uns das Ergebnis und wann nicht? In Bibliotheken scheinen einige sich für das Mitmachen beim Web2.0 nur aus dem Grund zu entscheiden, weil Bibliothek sowieso auch dort ist. Sicherlich sollte man seinen Nutzern zeigen, dass man auch an dieser Stelle uptodate ist, aber das funktioniert auch nur mit entsprechenden Inhalten. 2: Jeder darf alles! Je mehr mitmachen, desto geringer ist der Zeitaufwand für jeden anderen. Doch je mehr mitmachen, desto deutlicher sollten Zuständigkeiten (thematisch, organisatorisch) und Themen gelärt sein. Wer schreibt worüber? (Themen) Gibt es eine redaktionelle Kontrolle? (Endfreischaltung, Kommentare) Wer betreut welche Plattform? (Blog, Facebook, Twitter) Welcher Stil sollte gewählt werden? (Du, Sie aber persönlich, Sie) Was ist das Hauptziel dieser Aktivität? (Was wollen wir als Bibliothek im Web 2.0 erreichen?) Sicherlich sollte man die Nutzung von Web2.0-Angeboten in Bibliotheken nicht zu sehr formalisieren, aber Empfehlungen sind hilfreich und können vor Fehlern bewahren. Dazu müssen sich alle Beteiligten über die thematischen, organisatorischen und formalen Regeln einig sein. 3: Zögern Social Media ziehen Massen an, d.h. ein Großteil unserer Nutzer befindet sich bereits im Web 2.0. Erfahrungen mit Web 2.0 kann man nur durch Aktivitäten sammeln. Viele Bibliotheken wagen bereits erste Schritte im Social Web. (Bspw.: Bibliotheken mit Weblogs, bei Facebook oder Twitter). Engagierte Nutzer von Web2.0-Angeboten neigen dazu, Gott und die Welt bereits dort zu vermuten. Es ist nur ...

Letzter Tag Bibliothekskongress 2010

18.03.2010 | von Dörte Böhner | 1 Kommentar » |

Es war ein aufregender Bibliothekartag. Bin ich bei meinem ersten Bibliothekskongress in Leipzig vor drei Jahren und meinen ersten Bibliothekartagen in Dresden und Mannheim noch ziemlich unerkannt durch das Fachpublikum getingelt (trotz eines eigenen Vortrages damals zum Thema DRM), war es diesmal anders. Man könnte fast sagen, diesmal ging die Post ab. Manchesmal bin ich zu einem Vortrag so spät gekommen, dass es nur noch Stehplätze gab, weil ich jemanden zum Unterhalten getroffen habe, den ich lange nicht gesehen habe oder angesprochen wurde, weil mich jemand kennenlernen wollte. Da machen sich wohl mittlerweile auch meine Web2.0-Aktivitäten - oder besser gesagt das Social Networking bemerkbar. Montag war ich ja noch mehr beschäftigt, mich in Leipzig zurecht zu finden und umzuschauen und wow, jetzt sind wir schon am letzten Tag angekommen. Momentan sitze ich im Zug und versuche ein wenig meine Gedanken zu sammeln. Viel ist in den letzten Tagen passiert. Das neuerworbene Wissen muss sich erstmal setzen und ein wenig ruhen, um bei gegebener Zeit zur Anwendung zu kommen. Es gab vieles interessantes und auch einiges, was eher enttäuschte. So erstmal ein erster Eindruck. Super war es, die Leute aus der Bibliotwitter-Bloggos-Facebooker-Sphäre mal live und in Farbe zu sehen und kennenzulernen. Dazu hat heute auch das kleine Treffen am Mittag gezählt. Es war mal wieder überraschend, dass wenn so ein Haufen Gleichgesinnter aufeinander trifft, wie die Bälle und Ideen wie Pingpong-Bälle hinundherwandern. Man mochte da heute an manchen Stellen nicht nur zwei Ohren gehabt haben sondern am besten für jeden der Anwesenden eines. Ich bin jetzt gleich ...

[Zitat] Unkommentiert – 2005

19.08.2009 | von Dörte Böhner | Comments Off |

Google doesn't try to force things to happen their way. They try to figure out what's going to happen, and arrange to be standing there when it does. That's the way to approach technology -- and as business includes an ever larger technological component, the right way to do business. Paul Graham: "Web 2.0." November, 2005.

[Studie] Internetbasierte Kooperationen im Social Web

18.08.2009 | von Dörte Böhner | 3 Kommentare » |

Die Kulturpädagogin Christiane Schulzki-Haddouti hat eine umfangreiche Studie zum Social Web vorgelegt. Die Journalistin begutachtete dafür mehr als 1000 Anwendungen Andwendungsfällt und interviewte 47 Experten. Diese Studie "Kooperative Technologien in Arbeit, Ausbildung und Zivilgesellschaft" (BY-NC-SA) konnte sieben Faktoren ermitteln, die für den Efolg und die Akzeptanz eines Social-Web-Angebots notwendig sind. Dazu zählen flexible Strukturen, kontextorientierte Regeln, die Untersützung von partizipativen Identitäten, soziale Umgangsformen aller Beteiligten oder auch das Feedback. Frau Schulzki-Haddouti entwarf zudem Szenarien für Wissensmanagement in Unternehmen (mit Fallbeispielen, z.B. für IBM, Coremedia) Forschergruppen (mit Fallbeispielen, z.B. für das MPI für Wissenschaftsgeschichte) Berufliche Bildung (mit Fallbeispielen, für Das Produktions-Lern-System (PLS), Daimler AG und Business Learning, Siemens AG) Nichtstaatliche Organisationen (NGO) (mit Fallbeispielen, z.B. Ehrenamtportal Greenpeace, Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung) Das klingt nach jeder Menge Lesestoff für die nächste Zeit. Diese umfangreiche Studie ist eine Analyse für die Innovations- und Technikanalyse (ITA) im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und entstand im Rahmen eines Forschungsprojekts am Fachbereich Media der Hochschule Darmstadt. Quelle: Studie über internetbasierende Zusammenarbeit via heise online

Einfach lesen…

23.06.2009 | von Dörte Böhner | 1 Kommentar » |

Manchmal muss man nicht mehr fragen, wer geniale Projekte fördert. Immer wieder taucht da der Name Tim O'Reilly auf, der sich auch für freie Software starkmacht. Im Februar rief er in einem Forbes-Kommentar Amazon dazu auf, bei der Entwicklung des Kindles auf bestehende, offene Standards zu setzen. Um hier selbst etwas zu tun, unterstützt er mit seinem Verlag das offene epub-Format. Dazu hostet sein Unternehmen das "Bookworm Projekt" Bookworm erlaubt es Lesern ePub Bücher zu Ihrer Online Bibliothek hinzuzufügen und diese in ihrem Webbrowser oder auf ihrem mobilen Gerät zu lesen. Falls Sie ein mobiles Gerät besitzen, das ePub unterstützt (wie z.B. den Sony Reader oder iRex iLiad), können Sie Ihre Bücher in ihren E-Reader herunterladen. Bookworm ist speziell für die Benutzung mit dem iPhone optimiert und kann direkt in Stanza exportieren. Bookworm wurde von einer O'Reilly-Autorin entwickelt und ist auch unter bookworm.simplicissimus.it gespiegelt zugänglich. Die Software Bookworm ist eine freie Software unter der BSD Lizenz und kann von der Tools Seite von Threepress kostenfrei heruntergeladen werden. Johannes Haupt von Lesen.net kommt in seinem Test zu dem Ergebnis: Das vielen eReader-Nutzern zu aufgeblähte und schwerfällige Desktop-Tool Adobe Digital Editions kann Bookworm aber wohl nur in den wenigsten Fällen komplett ersetzen. Die Software Bookworm zielt auf eine Förderung der Verbreitung des ePub Formates und hat deshalb auch keine dahingehenden Pläne, proprietäre Formate wie *.mobi oder *.azw zu unterstützen, und genauso Formate mit eingeschränkter Flexibiltät, wie z.B. *.pdf. Zu DRM vertritt man außerdem eine eindeutige Meinung: DRM (Digital Rights Management) hat sich als schädlich für die technologische Weiterentwicklung erwiesen, unterbindet nicht wirklich ...

Twitter als Eliteschmiede

26.04.2009 | von Dörte Böhner | Comments Off |

Der Internet-Kritiker Keen, bekannt geworden durch sein Buch "Die Stunde der Stümper" zeigt sich im Spiegel-Online-Interview mit Michael Soukup geläutert. Keen verweigert sich dem Netz nicht. Er ist selbst bei Twitter unterwegs, geht aber auch auf sehr ironische Art mit dem Internet um. So warnte Keen in seinem Buch vor einer "Diktatur der Affen" und sprach immer wieder von der "Verdummung durch Web 2.0". Er steht dazu, ein Polemiker zu sein, der mit seiner Art von Humor Dinge und Probleme beschreibt. Dass dies missverständlich sein kann, zeigten die erbosten Reaktionen von Bloggern auf sein Buch. Dieses richtete sich gegen die enthusiastische Begeisterung bezüglich Web 2.0. Ein akademisch gehaltenes Buch wäre kaum aufgefallen und hätte keine Reichweite bekommen. Keen geht es nach eigener Aussage nicht darum, sich damit zu profilieren. Er wollte einfach nur das unendliche Geltungsbedürfnis und die neuen Fakten des Lebens aufzeigen. Es gibt eine neue Realität, die vielen nicht gefällt und die man dennoch akzeptieren muss. Viele Leute wollen nicht bei Web 2.0 mitmachen, weil es sie nervt. Aber sie haben keine andere Wahl. Idealismus wird durch Selbstmarketing ersetzt. Künstler, Journalisten, Musiker und Autoren der alten Schule haben keine Chance mehr. Wer überleben will, muss permanent an seinem Internet-Image feilen, seine eigene Ich-Tag aufbauen. Der Kritiker sieht im Microbloggingdienst Twitter ist ein gutes Beispiel für diese Behauptung, denn bei Twitter ist seiner Meinung nach eine neue Elite im Begriff zu entstehen. Dabei beginnt eine Hierarchie zwischen Talent und Publikum das Amateurhafte wieder zu verdrängen. Hilft Twitter das Web 2.0 zu professionalisieren? Keen selbst sieht in seinem Blogger- ...

Umfrage: Blogs zur Unterstützung von Seminaren

29.01.2009 | von Dörte Böhner | Comments Off |

Hier ein Hinweis auf eine Umfrage von Ralf Appelt auf LOVE it or CHANGE it . com : 11 Fragen zur Gestaltung von Seminarblogs Kostet 5 Minuten Zeit... Hintergrund: Bedingt durch das vergangene Semester und den Einsatz eines Blogs als zentrale Online-Plattform zur Begleitung eines Seminars stellt sich mir in Vorbereitung auf das kommende Semester folgende Frage: Wie sieht ein optimales Seminarblog aus? Um nicht nur meine Erfahrungen im Umgang mit Blogs als Seminarplattform nutzbar zu machen starte ich hiermit eine kleine Umfrage (11 Fragen) die dazu beitragen sollen dem Ergebnis auf die Spur zu kommen. Ich würde mich sehr über zahrleiche Beteiligung und Verlinkung freuen. Im Gegenzug werden die Umfrageteilnehmer (auf Wunsch) über die Ergebnisse informiert, ausserdem werde ich die Ergebnisse selbstverständlich an dieser Stelle veröffentlichen.

Kooperation oder Kontrolle?

29.01.2009 | von Dörte Böhner | Comments Off |

Diese Frage stellen sich Alexey Maslov, Adam Mikeal und John Leggett in Bezug auf Digitale Bibliotheken. Sie sehen die Digitalen Bibliotheken abgekoppelt vom Web 2.0 - Geschehen. The Web 2.0 trend has placed a renewed emphasis on interoperability and cooperation between systems and people. The digital libraries community is familiar with interoperability through technologies like OAI-PMH, but is disconnected from the general Web 2.0 community. This disconnect prevents the digital library from taking advantage of the rich network of data, services and interfaces offered by that community. This paper presents a case study of a collection within the Texas A&M Repository that was improved by adopting the principles of cooperation embodied by the term Web 2.0. Gestellt wird sich der Frage, welche Vorteile kooperative und zentralistische Ansätze bieten können und in welcher Form die Inhaltssyndikation für eine digitale Bibliothek sinnvoll ist. Der zwölfseitig Artikel erschien in der Ausgabe des Journal of Digital Information, Vol 10, No 1 (2009). Maslov, Alexey et al.: Cooperation or Control? Web 2.0 and the Digital Library:engl: Aufmerksam geworden über: Baker, Gavin: Web 2.0 vs. digital libraries:engl: via Peter Subers Open Access News