Deutschland liest. Treffpunkt Bibliothek 2009

Das zweite Mal starten Bibliotheken in ganz Deutschland zusammen mit dem DBV die bundesweite Aktionswoche “Deutschland liest. Treffpunkt Bibliothek”. Vom 6.-13. November 2009 präsentieren sich alle gemeinsam mit zahlreichen Lesungen, Events, Vorlesestunden, Bibliotheksnächten und vielen weiteren Aktionen als Partner für Lesen, Informations- und Medienkompetenz sowie Weiterbildung. Die Schirmherrschaft hat dieses Jahr Bundespräsident Horst Köhler und unterstützt wird die Gesamtaktion durch das Bildungsministerium.

Eng verbunden mit der Bibliothekswoche ist erstmals der bundesweite Vorlesetag 2009 in einer Woche am 13. November.

Wunderschön dazu der Werbespott “Lesen fesselt” der HDM Stuttgart von 2006

“lesen fesselt. auch dich.” Ein Werbespot zur Leseförderung. Entstanden im Rahmen eines studentischen Projekts an der Hochschule der Medien Stuttgart.


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Ein Bibliotheksgesetz als Rettung für die Öffentlichen Bibliotheken Berlins?

Die Bezirke und die Landesregierung der Hauptstadt sperren sich gegen eine gesetzliche Regelung und damit auch indirekt gegen ein funktionierendes Bibliotheksnetz in Berlin. Zwanzig Jahre nach der Wende sind die beiden Stadthälften zusammengewachsen, aber von einem einheitlichen Bibliotheksnetz kann nicht die Rede sein.

Die bezirklichen Einrichtungen sind abhängig von der Finanzkraft der Bezirke, so das allgemein ein massiver Unterschied sowohl in der personellen als auch in der finanziellen Ausstattung festzustellen ist. Bibliotheksschließungen sind im Berlin des Jahres 2009 Alltag und besonders in Ostberlin ist von einem engmaschigen Netz nur noch ein Flickenteppich übrig geblieben. Die ZLB betreibt immer noch eine Landesbibliothek in zwei Häusern und kämpft doch schon seit der Wiedervereinigung im Dienste der Nutzer um ein gemeinsames Haus. Es kam Anfang des Jahres Bewegung in diese Entwicklung, doch dass die Pläne umgesetzt werden, daran mag vor allem der Nutzer nicht wirklich glauben, bevor er nicht die Räumlichkeiten betreten hat. Schon zu oft scheiterte in Berlin der gute Wille an der Finanzierung.

Wenn man die Öffentlichen Bibliotheken in Berlin betrachtet und ihre Stellung in der Stadt, hat man als Nutzer oft das Gefühl, sie fristen ein Dasein am Rande des Senatsinteresses. Es ist richtig, dass die Stadt am finanziellen Abgrund steht, aber während man um den Erhalt der Opern eine Medienwirksame Diskussion ausgetragen hat, verschwinden die Meldungen über die Schließungen und die Notlage vieler kleiner Bezirksbibliotheken im Zeitungsnirvana. Zu viele dieser kleinen Einrichtungen sind in den letzten zwanzig Jahren geschlossen worden und denen, die noch existieren, laufen die Nutzer aufgrund des veralteten Medienbestandes davon.

Kann ein Bibliotheksgesetz an dieser Lage etwas ändern?
Es kann sicher nicht als Allheilmittel betrachtet werden, aber es könnte helfen, eine Basis zum Wohle der Bibliothekskultur zu schaffen. Es könnte als Grundlage dienen, um wenigstens zu garantieren, dass es in allen Bezirken eine zentrale Bezirksbibliothek gibt und somit wenigstens eine Grundausstattung an Bildung und Kultur für die Einwohner dieser Stadt gesichert ist. Die Ausarbeitungen dieser gesetzlichen Grundlage kann natürlich nicht in wenigen Wochen erbracht werden und sollte in Zusammenarbeit mit den Bibliotheken geschehen, aber vielleicht ist genau dies das Problem. Vielleicht hat der Senat ja die Befürchtung, die Bibliothekare könnten Forderungen, besonders in finanzieller Hinsicht, stellen. Doch ohne Investitionen wird sich die Lage für die Bibliotheken nicht ändern und in Berlin wird es höchste Zeit, dass etwas passiert. Denn die Bibliotheken dieser Stadt stehen schon seit Jahren am Abgrund, weil ihnen der Senat die Luft zum atmen nimmt.

Quelle: Lautenschläger, Rolf: Ein Pakt gegen Lesekultur. In: taz 3.11.2009

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Andere für sich arbeiten lassen

Menschen sind verspielt. Es ist Teil ihrer Neugier und teil des Lernens. Diesen Spieltrieb nutzen verschiedenste Netzprojekte, um mit kleinen Spielchen Freiwillige sonst unlösbare Aufgaben erledigen zu lassen.

Schon Tom Sawyer machte Zaunstreichen seinen Freunden schmackhaft, weil er tat, als sei dieses ein großer Spass. Danach schufteten die Freunde freiwillig für ihn und beschenkten ihn auch noch. Diesen psychologischen Trick nutzen Internetportale wie Flickr, YouTube oder del.icio.us lassen sich mit Inhalten von ihren Nutzern füttern, seien es Fotos, Filme oder Links, die dann auch gleich noch durch die Vergabe von Tags seitens der Nutzer inhaltlich erschlossen werden.

Richtige Bibliothekare und Archivare würden systematisch vorgehen, wären aber teuer. Doch können diese Aufgabe mit guten Resultaten auch ganz normale Menschen bewältigen, wenn es nur genug von ihnen sind – “Social Tagging” nennt sich das.

Wie man Freiwillige durch das Angebot kleiner Spiele und die Herausforderung des Wettbewerbsgeistes motiviert, einen Dienst der Gemeinschaft zu erbringen, wurde von Markus Krause und Hidir Aras von der Universität Bremen untersucht. Auch Luis van Ahn von der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh hat für seine Doktorarbeit ein kleines Online-Game entwickelt, welches als Zugabe zuverlässige Beschreibungen von Bildinhalten ausgab. Ziel des von ihm entwickelten Spiels war, dass zwei zufällig zusammengestellte Teams möglichst die gleichen Begriffe für Bilder, Töne oder Texte vergeben, um als Belohnung Punkte zu erhalten. Van Ahn berechnete, dass so alle Google Bilder innerhalb weniger Monate beschriftet sein könnten, wenn dieses Spiel eine ähnliche Popularität erreichten würde wie übliche Online-Spiele.

Krause und Aras haben dieses Spielmodell leicht modifiziert, um den Prozess noch weiter zu beschleunigen:

Hier denken sich die Spieler die Begriffe nicht selbst aus, sondern müssen ein einmal gewähltes Stichwort in Bezug setzen zu bestimmten Teilen einer Webseite.

Auch hier geht es letzendlich um die Übereinstimmung der Tags, die dabei abfallen und die später den Suchenden ihre Recherche erleichtern.

Der Spieltrieb, der den Menschen innewohnt, kann auch genutzt werden, um bestimmte Verhaltensweisen zu erreichen, z.B. für ein ökologisch korrektes, d.h. benzinsparendes Fahren, welches durch das Cockpit eines Autos belohnt wird.
So arbeitet der Autohersteller Ford an einer Idee:

Auf einem Display blüht oder verdorrt eine Weinranke, je nachdem, wie gut der Mensch mit seinem Tankinhalt haushält.

Einen ähnlichen Ansatz hat der Klimaforscher Byron Reeve von der Stanford University. Dabei sollen die Menschen im Netz um den niedrigsten Stromverbrauch konkurrieren.

Die Mitspieler sollen die Daten ihres eigenen Stromverbrauchs in virtuelle Welten einfließen lassen, die wie World of Warcraft oder Second Life funktionieren, nur dass sie niedrigen Stromverbrauch mit höheren Punktzahlen belohnen. Wobei Datenschützer die aktuell geplanten intelligenten Stromleser, die dafür nötig wären, nicht besonders mögen.

Das Ganze geht weiter. Konkrete Ideen können auf Ideenportalen Geld einbringen. Auf der Plattform Atizo beispielsweise schreiben Unternehmen ihre Probleme aus und lassen dann die Community um die besten Lösung in Wettbewerb treten. So sind 2000 Schweizer Franken für Produktideen aus Schweizer Poulettfleisch ausgeschrieben. 357 Ideen wurden dafür bereits eingereicht, obwohl es nur einen Gewiner gibt und noch kann man bis 25.11. weitere Ideen einreichen.

[D]ie erst 2008 ins Leben gerufene Seite lockt immer mehr “Innovatoren” an. 5.300 haben sich inzwischen registriert. Seit der Gründung hat die Seite über 50 Projekte durchgeführt, unter anderem für namhafte Kunden wie Migros, Google, Swisscom und BMW.

Können sich Bibliotheken dieses Verhalten zunutze machen? Sicherlich gäbe es hier die Möglichkeiten dess Social Taggings. Spiele müssen dabei die Nachteile des Social Taggings jedoch in Griff bekommen:

Ben Heuwing kommt in seiner Magisterarbeit “Tagging für das persönliche und kollaborative Informationsmanagement: Implementierung eines Social-Software Systems zur Annotation und Informationssuche in Bibliotheken” von 2008 zu folgendem Ergebnis:

Es konnte eine relativ geringe Wiederverwendung des Vokabulars und eine geringe Überschneidung bei den getaggten Ressourcen festgestellt werden. Damit sich daraus keine Nachteile für die Benutzbarkeit ergeben, sollten geeignete Methoden für die Unterstützung bei der Tagvergabe und der Suche angewendet werden. (S. 128)

Quelle:
Wie man andere einspannt, ohne dass sie es merken auf Zeit.de

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