Leitfaden zur Nutzung digitaler Tools in Lehrveranstaltungen

Der Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtssoziologie (Juristische
Fakultät) und das Institut für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien (Fakultät für
Betriebswirtschaft) der LMU München haben einen Leitfaden zur Nutzung digitaler Tools in Lehrveranstaltungen in einer erweiterten Fassung veröffentlicht (Stand: Juni 2021)

Dabei schauen Sie auf Tools, die die Interaktion zwischen Lehrenden und Studierenden fördern sollen. Gestellte Fragen sind:

  • Für was werden die Tools eingesetzt?
  • Welche Funktionen sollen sie mitbringen?

Angeschaut werden Tools zu folgenden Themen

  • Audience Response Tools
  • Collaboration Tools
  • Mindmapping Tools
  • Design Tools

Zum Einsatz der Tools in der (digitalen) Lehre wird gefragt:

  • Warum sollte man sie einsetzen?
  • Wie sieht ein erfolgreicher Einsatz digitaler Tools aus?

Danach folgen noch Vorschläge für den Einsatz der einzelnen Tools in den Lehrveranstaltungen.

Nach einem Abschnitt zur Methodik der Studie erfolgten detaillierte Ergebnisse zu allen betrachteten Tools.

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Twitter – die Balance meiner Timeline

Ich bin seit über 12 Jahren auf Twitter und doch gibt es immer wieder die Frage: Wie machst du das mit deiner Timeline? Wem folgst du und warum? So viel Informationsflut und ach überhaupt. Ich habe mal versucht, das nach 12 Jahren mal wieder für mich zu sortieren.

Ausschlaggebend war die Diskussion, die sich auf diesen Tweet hin zwischen Doris Biesenbach und Heidrun Wiesenmüller entspannte.

(https://twitter.com/DorisBiesenbach/status/1381636296641290245)

Es gibt einige, die nach der Maßgabe fungieren: Folgst du mir, so folg ich dir und wenn ich dir folge und du mir nicht folgst, dann folge ich dir nicht mehr. Das würde für mich nicht funktionieren. Von Anfang an war mir klar, dass die Menschen und Einrichtungen, denen ich folge, Grundlage für mein Twittern sind und dass ich nur ein bestimmtes Maß an Informationen verarbeiten und filtern kann.

Derzeit folgen meinem Hauptaccount @bibliothekarin 2216 Personen, wohingegen ich ca. 470 Accounts direkt folge, was mir deutlich macht, dass ich mal wieder schauen muss, ob inaktive Accounts dabei sind oder sich das Inhaltsprofil geändert hat. Ich räume in unregelmäßigen Abständen auf, um die Zahl begrenzt zu halten. Es ist eine schwimmende Grenze, die sich in den letzten Jahren so um die 460 Accounts bewegt. Und ja, da stehen alle Accounts zur Debatte, denen ich folge. Lange inaktiv? Themenschwerpunkt verlagert und nur noch wenig Berührungspunkte mit meinen Themenschwerpunkten? Falsches Gedankengut, mit dem ich nicht in Zusammenhang gebracht werden will oder respektlose Äußerungen? Hier sage ich tschüss, auch wenn ich Accounts über 10 Jahre oder so gefolgt bin. Klingt hart, aber letztlich ist Twitter ein Arbeits- und Weiterbildungswerkzeug für mich.

Unter meinen “verfolgten” Accounts sind Viel- und Wenigtwitterer, aber die meisten kommen schon aus der Filterbubble “Information, Bibliothek und Archäologie”. Daneben gibt es noch “Lokales”, wobei das bei mir dann doch sehr weitgefächert sein kann, weil ich in Deutschland in den letzten Jahren ein bisschen herumgekommen bin. Und eine kleine Riege meiner Familie und Freunde befinden sich auch auf Twitter und da ist Folgen Pflicht ;-).

Hinzu kommen 29, meist öffentliche Listen und 3 abonnierte Listen, die aber zum Teil nur noch bestehen, weil sie doch eine beachtliche Zahl von Abonnenten haben und die für mich keinen großen Mehrwert mehr bieten. Einige temporär geschaffene Listen bestehen deshalb auch noch, obwohl sie ihren ursprünglichen Zweck verloren haben und sie bei der Erstellung eine verdammte Menge Arbeit gemacht haben. Insgesamt haben 5 der Listen es dazu gebracht, dass ich sie in der originären Twitterapp bzw. bei Twitter.com gepinnt habe, sodass ich sie relativ schnell aufrufen kann.

Zum einen sind es die Listen bibliothekarisches, bibliotheken, bibliothekarischeprojekte, überblick und eine private Liste. Hier schaue ich in der Reihenfolge drauf, wenn ich meine normale Timeline durchgeschaut habe. Zum Teil weiten Sie den Blick auf das Geschehen, welches in der bibliothekarischen Bubble stattfindet, zum Teil konzentrieren sie den Blick auf bestimmte Schwerpunkte. Sie sind aber nur eine Ergänzung und ich muss sie nicht täglich checken. Es gibt keinen Anspruch auf vollständige Durchsicht der Timeline.

Lange habe ich versucht, zumindest meine Standardtimeline so zu gestalten, dass ich es schaffe, diese täglich durchzuackern. Aber in den letzten Jahren mit gestiegener Arbeitsbelastung war dies nicht mehr möglich. Daher habe ich mich von der Idee verabschiedet. Es soll Spaß machen, aber keine Belastung werden und kein Langeweilefluchtweg. Es soll eine sinnvolle Beschäftigung bleiben. Und wenn ich stattdessen ein Buch lese, dann ist das eben so.

Hinzu kommt, dass die Wahrnehmung auf dem Smartphone, bei Twitter im Browser und auch bei Tweetdeck sich erstaunlicherweise unterscheiden und ich oft mit allen drei Optionen parallel arbeite. Dies hängt damit zusammen, wie Bilder oder Videos dargestellt werden, aber auch mit der Tweetgröße an sich. Aber auf allen Optionen arbeite ich mit der chronologischen Anzeige, denn ich filtere für mich selbst und benötige dafür keinen Algorithmus, der das für mich übernimmt. So ist es relativ einfach festzustellen, was meine “Bubble” gerade interessiert.

In diesem Zusammenhang finde ich diesen Hinweis sehr interessant und hilfreich,

Aber gerade Retweets können sehr interessant sein. Leider würde ich mit diesem Filter sehr oft rausfallen, weil viele meiner Tweets reine Retweets sind. Dieses “Konzept” hat sich für mich in all den Jahren bewährt.

Und ja, meine Bubble ist eng, aber Twitter ist eben nur eine Quelle, aus der ich meine Informationen beziehe. Es geht mir nicht um einen weiten Weltblick auf Twitter, sondern um fachlich zumindest etwas am Puls zu bleiben und zu sehen, wohin die Reise in der Bibliotheksbubble geht, in der ich mich bewege.

Soviel erstmal in der Selbstreflektion, warum die Zahl der Menschen (weniger Einrichtungen) verhältnismäßig gering ist. Aber die gute Auswahl hat mich vor vielem geschützt, was viele an Twitter nervt. Es gab keine Shitstorms, keine großartigen Werbebelästigungen, kein Blablabla oder reine Banalitäten. Im Gegenteil, gab es immer wieder gute Unterhaltungen, Anreize für Projekte und viele treue Follower. Was will man mehr auf Twitter. 🙂

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Bibliotheken gegen Rassismus (Teil 1)

Durch Zufall stieß ich am Dienstag auf Twitter auf den BiblogTecarios und die Bloggerin Irene Blanco, welche den spanischen Hashtag #BibliotecasAntirracistas verwendete. Sie gibt den spanischsprachigen Leser*innen einen Gesamtüberblick über die Situation in den USA, die nach dem Mord an George Floyd eine große Bewegung auslöste.

Im zweiten Blogbeitrag zum selben Thema, der morgen erscheint, wird versucht einen Teil des durchaus sehr gelungenen Beitrags von Blanco auf Deutsch zu übersetzen. Zahlreiche Bibliotheken und deren Verbände, sowie Mitarbeiter*innen in den USA  solidarisieren sich aktuell mit den Opfern von Rassismus, indem Statements gegen Rassismus und Polizeiwillkür abgeben. So arbeitet die Bibliothek des Davidson College an einer Handreichung im Umgang mit Rassismus. Das ist nur eines von sehr vielen Beispielen:

Auch die IFLA solidarisiert sich mit der nun weltweit entstandenen Bewegung:

Das Library Freedom Projekt ist der Auffassung, dass es nicht ausreicht “Black Lives Matter” zu sagen/zu posten oder allgemein nur als Position zu vertreten. Die Initiatoren des Projekts gehen einen Schritt weiter, der nach den zahlreichen Ereignissen um die Gewalt gegen People of Color verständlich und nachvollziehbar ist:

“The current global uprisings for Black Lives have made it clear that police power is enormous, deadly, and unaccountable. […] Now is the time for libraries to divest from police. Police and their surveillance technologies do not belong in libraries, and they inhibit our ability to promote our values of intellectual freedom, privacy, and access.”

Das Projekt ruft dazu auf, dass Bibliothekar*innen die Macht der Polizei im öffentlichen Bibliotheken beschneiden, um Minderheiten zu unterstützen und die ethischen Werte der Profession zu verteidigen. Begründet wird dieser Aufruf wie folgt:

“Black, Indigenous, and POC librarians have repeatedly expressed how police presence in libraries threaten their safety and that of their communities.”

Die durch Polizeikräfte verursachte Eskalation und Brutalität geschah schon des Öfteren in Bibliotheksgebäuden. Statt eigene Deeskalationsstrategien zu fahren und alternative Wege zu gehen, wurde riskiert, dass Polizeigewalt insbesondere gegen schwache und verwundbare Menschen stattfindet. Darüber hinaus besteht die Profession Bibliothekar*in in überwältigender Mehrheit aus weißen Frauen, die aus historischer Sicht heraus eine beispiellose Beihilfe/Mitschuld an der Gewalt gegen Schwarzen geleistet haben.

Es werden zahlreiche Vorschläge gemacht, wie die Zusammenarbeit mit der Polizei vermieden werden kann:

  • Untersuchen Sie wie die Polizei in ihrer Bibliothek Macht ausübt?
  • Sind diese im Gebäude? Teilen Sie Aufnahmen aus der Überwachungskamera mit der Polizei?
  • Wird die private Sicherheit des Bibliotheksgebäudes durch die Polizei garantiert? Tragen private Sicherheitsmitarbeiter*innen Waffen mit sich?
  • Inwiefern findet eine Kommunikation oder Kooperation von Polizist*innen/Sicherheitsmitarbeiter*innen und dem Bibliothekspersonal statt? Treffen diese gar Entscheidungen alleine ohne Rücksprache zu halten?  […]
  • Vom Bibliotheksetat könnten anstatt Polizeipersonal, Investionen getätigt werden, um Sozialarbeiter*innen zu engagieren oder eine größere Kooperation innerhalb der Netzwerke der Community erreicht werden.

Die auf der Webseite genannten Vorschläge sind sehr ausführlich. Im Grunde genommen geht es darum eigene Ressourcen zu verwenden, das Personal weiterzubilden, wie z.B, durch Deeskalationstrainings. Es sollte keinesfalls zu einer Kriminalisierung von Jugendlichen kommen, die im Teenageralter einem Gruppenzwang ausgesetzt sind. Ferner soll davon abgesehen werden Überwachungstechnologien (z.B. CCTV) genutzt zu werden. Als Zeichen der Verpflichtung zu diesen Hinweisen und Vereinbarungen sollte jede Bibliothek eine Email an die Organisation Library Freedom Project senden. Auf der Webseite befinden sich weiterführende Links und Lesehinweise zum Thema.

Der US-Amerikanische Soziologe Alex Vitale, ein Polizeiforscher und Autor des Buches “The end of policing” kritisiert die Militarisierung der Polizei in seinem Land und auch die damit einhergehenden Erwartungen:

“Wir haben die Polizei damit beauftragt, die sozialen Probleme zu lösen, Massenobdachlosigkeit, die Verbreitung von psychischen Krankheiten, den Drogenschwarzmarkt und so weiter, was den Zweck hatte, sich nicht mit den zugrunde liegenden Strukturen dieser Probleme zu beschäftigen. So ist die Polizei in immer mehr Bereiche unseres Lebens vorgedrungen.”

Hierzulande hat sich in den letzten Jahren, nicht erst seit dem PAG (Polizeiaufgabengesetz)  in Bayern die Tendenz gezeigt, dass die Polizei bzw. deren Mitarbeiter*innen immer mehr ähnliche Rollen einnimmt. Im Gespräch mit einem Bekannten aus der Jugendzeit, der heute bei der Polizei tätig ist, hörte ich die Klage heraus nicht für alles “Elend” zuständig zu sein und nicht die Rolle des Sozialarbeiters spielen zu wollen.

Sind also private Sicherheitsdienste die “bessere” Alternative? Ich glaube diese Frage lässt sich nicht pauschal mit ja oder nein beantworten.

Wie sollten sich Bibliotheken verhalten, wenn es Ereignisse von einer solchen Tragweite gibt, die mittlerweile eine weltweite Bewegung ausgelöst haben?

Gibt es hierzulande Bibliotheken, die mehr mit der Polizei zusammenarbeiten anstatt selbst zu deeskalieren und eigene Lösungswege zu gehen? Inwiefern gibt es eine Offenheit von Seiten des Bibliothekspersonals jedweder Einrichtung Vorgehensweisen und Strategien zu hinterfragen?

 

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So macht Twitter süchtig

Du verpasst keinen Tweet und checkst ständig dein Smartphone? Du kannst nicht anders und tust alles, um keine Info zu verpassen. Das ist normal, denn die App beruht auf einem grundlegenden und primitiven Mechanismus deines Gehirns, der ANGST. Dies manifestiert sich in der Furcht, etwas aus der virtuellen Welt zu verpassen, weshalb du am besten ständig online bleibst.

Verfügbar vom 18/09/2019 bis 29/07/2022

  • Regie : Léo Favier
  • Land : Frankreich
  • Jahr : 2019

Weitere Social-Media-Apps werden in der arte-Reihe Dopamin durchleuchtet.

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