[Kurz] Afghanistans Bibliotheken droht der Blackout

Hinter den Geschehnissen in der Ukraine verlieren wir gerade das Geschehen in Afghanistan aus dem Blick. Dort droht das Aus für Bibliotheken.

Zamir Saar berichtet über die Situation der Bibliotheken in Afghanistan.

Now “it has been seven months that no one has peeked into the library,” Ehsas tells me via WhatsApp. I can hear a lump in his throat. “It is painful to see the distance between people and books grow.”

Afghanistan’s libraries go into blackout: ‘It is painful to see the distance between people and books grow’, The Conversation (24.02.2022)

Dass die Situation der Machtübernahme der Taliban als besorgniserregend zu betrachten ist, zeigt die IFLA Erklärung zu Afghanistan, IFLA (19.08.2021).

Afghanistan: UN expert warns of “cultural disaster”, urges visas for the vulnerable, United Nations (17.08.2021)

Afghanische Bibliothekarin hofft, Bibliothek für Frauen trotz Taliban-Herrschaft wiedereröffnen zu können, News Text Area (12.10.2021)

Pendse, Liladhar R.  Saving Afghanistan’s At-Risk Websites, american libraries (03.01.2022)

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In Afghanistan, the ethos of libraries and archives that has developed over the past two decades has been progressive and open. They have been key institutions supporting education, especially for girls and women, and where a diversity of knowledge can be accessed. Their archives, which should be pillars of open government and civil society, are being undermined.

Ovenden, Richard: The battle for Afghanistan’s libraries, Financial Times (24.09.2021)

Statement of solidarity with librarians and archivists in Afghanistan, Resarch Libraries UK (RLUK) ( 07.09.2021)

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Fahrende Bibliothek in Afghanistan ermöglicht Zugang zu Bildung

Die Kinder der afghanischen Hauptstadt Kabul wachsen im Krieg auf. Das beschränkt die Bildungsmöglichkeiten. Nur drei von zehn Erwachsenen können richtig lesen. Dem möchte die 27 Jahre alte Freshta Karim etwas entgegensetzen.

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Eine Fahrradbibliothek in Afghanistan

Ein afghanischer Schullehrer verteilt auf seinem Fahrrad Bücher an Kinder in abgelegenen Regionen, um ihnen eine Chance zu geben, lernen zu lesen. Saber Hosseini, ein Lehrer aus Bamyan in Zentralafghanistan, wählt Bücher aus seiner Büchersammlung aus, lädt sie auf sein Fahrrad und bricht in entlegene Dörfer auf, in denen es noch keine Schüler gibt. Der Lehrer begann seinen anderen “Job” vor 7 Monaten. Seine Sammlung ist inzwischen von 200 auf 3.500 Bücher angewachsen.

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[Zitat] Unkommentiert – 2013

So let us wage a glorious struggle against illiteracy, poverty and terrorism, let us pick up our books and our pens, they are the most powerful weapons. One child, one teacher, one book and one pen can change the world. Education is the only solution. Education first.” Malala Yousafzay

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Aus aktuellem Anlass: Ein Aufklärungsvideo zur Zensur von Büchern im 21. Jahrhundert

In der heutigen Ausgabe der Berliner Zeitung mit dem Titel “Der Protest der Bibliothekare” macht Damir Fras auf die aktuell stattfindende „banned books week“, die „Woche der zensierten Bücher“ in den USA aufmerksam:

Die ALA hat mitgezählt: Seit 1982 gab es mehr als 11 300 Versuche, Romane und Comics aus Büchereien und Schulen zu verbannen. Allein im Jahr 2012 gingen bei der ALA 464 Beschwerden ein. In Wirklichkeit ist die Zensur aber noch viel gewaltiger. Der Büchereiverband schätzt, dass nur jeder fünfte Fall überhaupt gemeldet wird. […] Dav Pilkey und Toni Morrison sind in guter Gesellschaft. Auch Mark Twain tauchte schon auf der Liste der Zensur und Zensurversuche auf, ebenso John Steinbeck und JD Salinger. Selbst in Harry Potter wurde schon Problematisches entdeckt.”

Dabei verwies Damir Fras auch auf das Video von Rocketboom. Die Protagonistin prangert im folgenden Video auf intelligente und humorvoile Weise die Bigotterie der US-amerikanischen Zensur- und Moralapostel an. Das Fernsehen wurde doch bislang auch noch nicht verboten, so der Tenor von Rocketboom, da darin weitaus Schlimmeres gezeigt werde, als in Büchern.

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Zwei Videos zur Eröffnung der neuen Stadtbibliothek in Birmingham

“As one said, ‘A room without books, is like a body without soul.’ I say, a city without books, a city without libraries, is like a graveyard.” Malala Yousafzai

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Jüdische Manuskripte aus Afghanistan aufgetaucht

Vor kurzem berichteten unter anderem Huffington Post und Al Arabiya über die Entdeckung von mittelalterlichen jüdischen Texten (“Afghan Genizah“), die aus Afghanistan stammen und etwa 1.000 Jahre alt sind. Sie wurden im Norden des Landes entdeckt, einem Gebiet, das heute von den Taliban beherrscht wird. Ähnlich wie bei den Schriftrollen von Qumran, waren es abermals Hirten, die vor eineinhalb Jahren Manuskripte in einer Höhle in der Provinz Samangan entdeckten. Dabei handelt es sich um etwa 150 Pergamente wie etwa religiösen Kommentaren, privaten Briefen und rechtlichen und finanziellen Dokumente. Einer der Verfasser dieser Texte ist Rabbi Sa’adia ben Yosef Gaon (892-942), der als  Begründer der jüdisch-arabischen Literatur gilt. Diese wertvollen Funde wurden nun von der Nationalbibliothek in Jerusalem auf dem internationalen Antiquitätenmarkt von Käufern in London und Israel erworben.

Laut dem Religionswissenschaftler Shamul Shaked sind diese Funde unter anderen in den Sprachen in Judäo-Arabisch und Judäo-Persisch verfasst. Sie sind der erste physische Beweis der mittelalterlichen jüdischen Gemeinden in Zentralasien.

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