Ein Imagevideo der Linen Hall Library in Belfast (Nordirland)

Die Linen Hall Library gibt es seit 1788. Sie ist somit die älteste Bibliothek in Belfast und berühmt für ihre historischen und politischen Bestände. Darüber hinaus verfügt sie über einen Spezialbestand zu Irland.

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#loveheritage zum Valentinstag

Screenshot von der Aktion #loveheritage der Helmut-Schmidt-Universität

Liebe ist dein Meister, denn sie meistert dich!
Und der, den eine Närrin spannt ins Joch,
Den kann man nicht ins Buch der Weisen schreiben.

 
William Shakespeare, (1564 – 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter
Quelle : »Die beiden Veroneser«, 1590-1595

Der Valentinstag geht zurück auf

(…) Valentin von Terni, ein Heiliger und Märtyrer der römisch-katholischen Kirche, der den Tod durch Enthauptung erfahren hat, zurück.
Als Gedenktag an seinen Tod wurde der 14. Februar von Papst Gelasius I. 469 für die ganze Kirche eingeführt.

Immer wieder wird der damit betriebene Kommerz kritisiert und viele verweigern sich daher diesem Tag ganz 🙂 In Hamburg gibt es sogar gute Gründe, diesen Tag ganz zu boykottieren.

Wenke Bönisch rief in ihrem Blogbeitrag bei Editura Archive, Bibliotheken, Museen und andere Kultureinrichtungen zur Teilnahme an der Aktion #loveheritage am Valentinstag auf. Dabei sollen bilbiotheken zeigen, was Sie haben und dass der Valentinstag auch anders begangen werden kann als der Komerz uns dies weismachen möchte.

Die #AskArchivists-Initiative möchte zeigen:

Archives are full of love stories. So let´s share them for Valentine’s Day!

We can find romantic stuff about deep and eternal feelings. Some may involve famous people and some convey the emotions of the everyday man or woman, others could be documents about love, that has gone bad. And the documents probably comes from all parts of society, high and low alike.

Selbst die Unibibliothek der Bundeswehruniversität (oder kurz Helmut-Schmidt-Universität, HSU) ist fündig geworden.

Screenshot von der Aktion #loveheritage der Helmut-Schmidt-Universität

Screenshot von der Aktion #loveheritage der Helmut-Schmidt-Universität

Auf Twitter kann man die Aktion ebenfalls verfolgen :), denn die Beiträge werden unter #loveheritage “gehashtagged” :cheesy:

Mehr dazu:
Körner, Svenja: “Valentine’s Day 2012 in archives” , Blog der HSU

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BRaIn 7 ist online

Die studentische Zeitschrift ist vor kurzem in der siebten Ausgabe erschienen. Bereits seit dem 7. Juli ist diese online. Aus unterschiedlichen Gründen ist dies uns als Blogteam entgangen. Um der Kontinuität im Blog Folge zu leisten, holen wir dies hiermit nach. Seit einigen Monaten ist BRaIn auch im „Directory of Open Access Journals“ online verfügbar. Schwerpunktthema in dieser Ausgabe ist “BRaIn on Tour: realoaded”. Im Editorial berichtet Prof. Stephan Büttner, in welches Land es diesmal ging und erwähnt auch, dass das Dokumentationswesen Teil der Besichtungstour war: Großbritannien steht in dieser Ausgabe auf der Agenda.

Zu den Highlights der aktuellen Ausgabe zählen unter anderem der von Anne Petit und Andre Hahn verfasste Artkel “Die Bibliotheca Bodleiana : BRaIn auf den Spuren Thomas Bodleys in Oxford. Sie zitieren hierbei eine Verpflichtungserklärung, die zukünftige NutzerInnen unterschreiben müssen, um die Bibliothek nutzen zu dürfen:

I hereby undertake not to remove from the Library, nor to mark, deface, or injure in any way, any volume, document or other object belonging to it or in its custody; not to bring into the Library, or kindle therein, any fire or flame, and not to smoke in the Library; and I promise to obey all rules of the Library.”

Ein weiterer Artikel mit der Überschrift Welcome On Board: The British Libray ist eine Art Reisebericht, in dem Nancy Schön auch auf die Geschichte der British Library stark Bezug nimmt. Nadja Straube nimmt im Artikel “Der Wissenschaft auf der Spur : Academic Libraries eine Typologie der wissenschaftlichen Bibliotheken in Großbritannien vor und stellt die  Society of College, National & University Libraries (SCONUL) näher vor. Susanne Schildbach und Florian Gust widmen sich in einem weiteren Beitrag mit dem Titel “State of Affairs der britischen Public Library: Eine Desillusionierung?” dem Öffentlichen Bibliothekswesen Grobritanniens und dessen Typologie. Darüber hinaus wird auf die Save-our-libraries Kampagne näher Bezug genommen. Jenny Koop schrieb eine Geschichte des Bibliothekswesen Großbritanniens. Doch nach eurozentrischer Auffassung mag es sicherlich richtig sein, dass das englische Bibliothekswesen das älteste der Welt ist, aber wie sieht nach dem heutigen Kenntnisstand aus? War nicht Timbuktu vom 11. bis ins 15. Jahrhundert eine Universitätsstadt mit etwa 20.000 Studenten und zahlreichen Bibliotheken, die zu den größten der damaligen Welt zählten? Aus der Feder derselben Autorin stammt ihr Beitrag zum 2002 gegründeten Chartered Institute of Library and Information Professionals “CILIP – Aus zwei wird eins“.  Das besondere an diesem Verband ist, dass dazu neben Bibliothekaren auch Archivare, Dokumentare, Informationswissenschaftler und Analysten zählen. Wäre das nicht eine gute Idee für Deutschland, um mehr Einfluss auszuüben und eine größere Lobby zu bilden?

All denjenigen Leser, welche sich für das Berufsfeld Dokumentation in Großbritannien und dessen Unterschiede zur deutschen Variante interessieren, sei der Artikel Profession „Dokumentation”: Begriffswirrwarr und Tätigkeitsfelder. Ein (Länder)vergleich von Helena Niesche, Evelyn Vietze empfohlen. Im Gegensatz zu Deutschland gibt die Berufsbezeichnung Dokumentar dort nicht. Angsichts der Abwicklung des Studiengangs “Information und Dokumentation” sprechen Niesche und Vietze von kontroversen Diskussionen:

“Gestandene Fachleute wie Prof. Dr. Walther Umstätter und der Präsident der DGI, Prof. Dr. Stefan Gradmann, äußerten sich kritisch, zeigten teilweise aber Verständnis für jene Vorgänge. Die Erhaltung der Kompetenzen, egal unter welchem Namen, solle weiterhin im Vordergrund stehen.”

Im letzten Artikel der BRaIn 7 Ausgabe “Eia-fjalla-jökküll oder so” von Mareike Ruhnke und Paulina Tomczyk  wird über die Aufgaben und die tiefen Einblicke in das BBC Archive Centre berichtet.

Diesmal gibt es leider keine Rubrik Blogwatch. Wo wird wohl die nächste Reise der BRaIn-Redaktion hingehen? Island wäre sicherlich eine Bibliothekenreise wert.

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Wiedereröffnung der Bibliothek des Klosters und Internats „Collegium Augustinianum Gaesdonck“

Stolz können sie sein auf ihre wiedereröffnete Bibliothek, alle die sich aktiv beteiligt haben am Umbau, der Auslagerung und der Digitalisierung der Archive. Die Klosterbibliothek der Gaesdonck besitzt Bücher, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen, eine Sammlung die “beinah einzigartig ist unter den linksrheinischen Klöstern, welche Anfang des 19. Jahrhunderts unter französischer Besetzung großes Leid erdulden mußten.”

Die Inhalte des Klosterarchivs, weit mehr als 50.000 Seiten wurden gesichtet, sortiert, fotografiert und schlussendlich digitalisiert. Sie wurden beim Festakt auf einer kleinen Festplatte gespeichert präsentiert. Das digitale Archiv von Gaesdonck und Graefenthal wurde ehrenamtlich in vierjähriger Arbeit erstellt. Um Platz zu schaffen, wurden die Bücher aus den Räumen der Bibliothek in den Diözesanverband in Münster verbracht. Die Digitalisierung war eine Herausforderung für die Mitarbeiter der Digitalsierungsgruppe, die im Winter bei ihrer Arbeit bis zu drei Pullover trugen, weil sie sonst in den Räumen der Bibliothek zu erfrieren drohten. Mit der Digitalsierung ist man sich sicher, dass das Archiv nun mindestens für weitere 600 Jahre erhalten bleiben wird und dafür hat sich die harte Arbeit gelohnt.

Nach einem kleinen Festakt wurden die Türen zum großen, langen Raum, dem restaurierten und nun auch klimatisierten Saal des Archivs geöffnet, in dem nun die mehr als 5000 Bücher untergebracht sind. Die Regale aus dunklem Holz sind in die Spitzbögen eingepasst (Bilder am Ende des hier verlinkten Beitrages). Außerdem befinden sich zwei Archive dort: das Klosterarchiv mit Büchern der Jahre ca. 1350 bis 1850 und das Archiv von Graefenthal mit Büchern von ca. 1250 bis 1700. In diesem historischen Material von Gut Graefenthal sowie dem Collegium Augustinianum Gaesdonck kann künftig digital (ganz offensichtlich nicht online) geblättert werden. Die Materialien des 16. und 17. Jahrhundert mit Schwerpunkt Theologie stehen nun für die wissenschaftliche Nutzung einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung.

Die Bibliothek beherbergt auch 150 Inkunabeln, welche aufwending nach dem Vorbild der Gutenberg-Bibel von ca. 1454 gestaltet sind. Auch ein urkundlich belegter “Lebensretter ist in den Regalen zu finden, ein Buch, dessen Buchrücken aufgerissen ist.

Dieses Buch habe sich ein Mönch bei einem Angriff vor den Leib gehalten – und überlebt. Das Bajonett des Angreifers scheiterte am Wälzer.

Auch andere, noch zu entdeckende Schätze befinden sich in der Bibliothek, z.B. Bücher deren Buchdeckel aus Seiten älterer Bücher bestehen. Dies war damals ein übliches Verfahren, um sehr teures Papier zu spren. In diesen Buchdeckeln wurden schon richtige Schätze gefunden, z.B. das Nibelungenlied. Es ist zu vermuten, dass noch viele ältere Schriften in den über 10.000 Buchdeckeln der Klosterbibliothek verstecken, die darauf warten, entdeckt und erforsch zu werden.

Quellen:
Eichhorn, Andreas: Kulturelles Erbe des Niederrheins, Der Westen, 05.04.2011
Reinders, Katrin: Eine Schatzkammer öffnet sich, Der Westen
Wiedereröffnung der Klosterbibliothek Gaesdonck – Feierliche Einweihung durch Bischof Theising, Kle-point

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Vorstellung der Webseite "Social Justice – International – Libraries, Museums and Archives" und einige Nachbemerkungen

Seit November 2010 gibt es die Webseite “Social Justice and Libraries“: http://socjusticelibraries.spruz.com Sie wurde von Ken Williment aus Kanada und John Vincent aus Großbritannien ins Leben gerufen. Ziel ist es Menschen aus aller Welt zusammenzubringen, die an Fragen zur sozialen Gerechtigkeit im Bereich von Bibliotheken, Museen, Archiven und dem kulturellem Erbe im Allgemeinen interessiert sind. Es geht darum sich einzubringen, wie in Zusammenarbeit zwischen BibliothekarInnen und den “Communities” ein Service entstehen kann, der die Bedürfnisse und Interessen aller widerspiegelt. Diese Internetseite lebt vom Mitmachen. Interessenten können sich auf der Seite einen Account anlegen. Es besteht die Möglichkeit Fotos einstellen, zur Linkliste beitragen, Informationen z.B.  zu “Bibliotheken und soziale Gerechtigkeit” im Wiki einzupflegen oder über das Blog mitdiskutieren. Das Vernetzen mit gleichgesinnten  BibliothekarInnen aus anderen Ländern wir hier erleichtert, da die Internetseite ähnlich wie ein Social Network funktioniert (“Freunde” können “geadded” werden). Sehr häufig geht es um die Frage, was Bibliotheken gegen die soziale Exklusion (z.B. durch Obdachlosigkeit oder Bildungsarmut) unternehmen können, um möglichst viele Menschen an öffentlichen Bibliotheken Partizipationsmöglichkeiten und mehr Teilhabe einzuräumen. Zu diesen Themen wird diskutiert und es wird auf Artikel wie etwa “The Disconnected” von Kathy Degyansky oder die “Poor People Policy” und der “Task Force on Hunger, Homelessness and Poverty of the American Library Association’s Social Responsibilities Round Table” des Amerikanischen Bibliotheksverbandes (ALA) verwiesen.  Vor etwa 9 Tagen wollte ich mit dem Blogeintrag “Die «wärmste Bibliothek aller Zeiten» oder wie die Stadtbibliothek Hangzhou auf Twitter eine hohe Rensonanz erfuhr” das Thema der sozialen Exklusion  durch (öffentliche) Institutionen ein wenig thematisieren.  Wer sich mehr für das Thema soziale Gerechtigkeit und Bibliotheken interessiert, dem sei die Internetseite “The Network” empfohlen:

“This website […] supports libraries, museums, archives, galleries and other cultural and heritage organisations (as well as individuals) who are working to tackle social exclusion.”

Zum Schluss will ich noch einige Fragen der Policy 61 des Amerikanischen Bibliotheksverbands erwähnen, um deutlich zu machen, dass Menschen, die nicht der gesellschaftlichen Mainstream-Konsumkulturnorm entsprechen, dennoch im US-amerikanischen Bibliothekswesen als Zielgruppe wahrgenommen werden und es Möglichkeiten gibt weiterzuhelfen. Eine mögliche “Law-und-Order”-Bibliothekspolitik (oder “The annihilation of space by law” nach Don Mitchell), wie sie des Öfteren an Bahnhöfen oder anderswo täglich zu beobachten ist, stellt meines Erachtens keine Lösung dar:

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Aus aktuellem Anlass: Der Neubau der galizischen Bibliothek in Santiago de Compostela ist fertiggestellt

Bisher war Santiago de Compostela vor allem als Ziel vieler Pilger am Ende des Jakobsweges bekannt.  Die Altstadt ist zusammen mit der Kathedrale und dem Jakobsweg UNESCO-Weltkulturerbe. Am 12.01. wurde eine neue Bibliothek und ein Archiv für galizische Literatur-Manuskripte eröffnet, die Teil des Kulturzentrums (www.cidadedacultura.org) sind, das sich auf dem Berg Gaiás befindet. Enworfen wurde das Kulturzentrum mit dem Namen  „Ciudad de la Cultura“ (Stadt der Kultur) von Peter Eisenman. Bei einem 1999 nach der Eröffnung Guggenheim-Museums in Bilbao ausgeschriebenen Architekturwettbewerb, konnte sich Eisenman gegen ebenso bekannte Kollegen wie Rem Koolhaas, Jean Nouvel oder Dominique Perrault durchsetzen. Weitere Gebäude, die sich sich noch im Entstehungsprozeß befinden, sind das Galizische Museum, ein Zentrum für Musik und darstellende Künste, ein internationales Kunstzentrum sowie einem Verwaltungsgebäude.

Die Gesamtfläche wird dann 175.000 Quadratmeter betragen. Eisenman ließ sich durch die mittelalterlich geprägte Stadt inspirieren und begründete seinen Entwurf folgendermaßen:

„Anstatt das Gelände als eine Art Hintergrund zu gestalten, aus dem die Gebäude wie Figuren heraustreten, kann sich hier das Terrain zur Form erheben und die Gebäude sinken in das Terrain ein. In dieser neuartigen urbanen Struktur erscheint der bewohnte Raum sowohl ebenmäßig als auch gefurcht, ähnlich einer Muschelschale, dem historischen Symbol von Santiago. Die Einschreibung der mittelalterlichen Vergangenheit in die ‚Stadt der Kultur‘ erzeugt den Eindruck einer aktiven Gegenwart, die sich in einer taktilen, pulsierenden neuen Form wieder findet – einer Art fließenden Schale”.

Die Bibliothek erstreckt sich auf insgesamt 8 Stockwerke und beträgt etwa 26.000 Quadratmeter.  Hiervon  umfasst das Archiv mit drei Geschossen insgesamt 11.000 Quadratmeter. Der Preis dieser Bauten belief sich bisher auf  etwa 300 Millionen Euro. Dieses Kulturzentrum könnte doch als Musterbeispiel für andere Städte dienen. Ich denke da zum Beispiel  an das zukünftige Humboldtforum in Berlin.

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Die Krummel-Sammlung im Nietzsche-Dokumentationszentrum

Es ist neun Jahre her, dass der Geschäftsführer der Nietzsche-Gesellschaft Naumburg, Ralph Eichberg, in den USA Richard F. Krummels dessen Sammlung von Primär- und Sekundärliteratur von und über Friedrich Nietzsche abkaufte. Heute befindet sich die Krummel-Sammlung von rund 7.500 Bänden im Depot der städtischen Sammlungen des Nietzsche-Dokumentationszentrums (NDZ). Eichberg stellte gestern etliche wertvoll Druckwerke aus den original verpackten US-Kartons dem ehemaligen Oberbürgermeister Curt Becker, Oberbürgermeister Bernward Küper sowie dem Fachbereichsleiter Kultur und Bildung, Gerd Förster, vor.

Unter den Werken befinden sich zwei in limitierten Auflagen erschienene Kunstdrucke aus dem Leipziger Insel-Verlag: “Ecce Homo” und “Zarathustra“. Die Prachtausgabe des letzteren Stückes wurde von Henry van de Velde gestaltet und erschien 1908 in einer Auflagenhöhe vn 1.250 Stück, welche ausgekauft war, bevor sie überhaupt gedruckt worden war. Der Preis heute läge bei ca. 4.000 Euro. Daneben hat die Krummel-Sammlung weitere Raritäten zu bieten, so z.B. zahlreiche Erstausgaben von Nietzsches Veröffentlichungen. Diese waren zu dessen Lebzeiten aber Ladenhüter.

Auch die ehemaligen Besitzer der einzelnen Bücher lassen sich anhand verschiedener Ex-Libris in den Werken nachvollziehen. So gibt es Bände, die einst dem großen Nietzsche-Verehrer Hermann Gocht gehörten, welcher als Orthopäde ind Schkopau lebte und Nietzsches Schwester Elisabeth Förster-Nietzsche bei der Einrichtung des Weimarer Archivs finanziell unterstützt und unter anderem dafür Briefe Nietzsches angekauft hatte.

Etwas unscheinbar wirkte das erste gedruckte Werk das Philosophen von 1870. Damals war Nietzsche gerade als Professor nach Basel geholt worden. Zu diesem Zeitpunkt verfasste er eine Gedenkschrift für Professor Dr. Franz Dorotheus Gerlach und dessen fünfzigjähriger Lehrtätigkeit am Pädagogium in Basel. Dieses Werk erschien in einer Auflage von 100 Stück.

Zur Zeit wird die Sammlung geordnet und katalogisiert. Dies wird bis Mitte nächsten Jahres dauern. Primär- und Sekundärliteratur werden gesondert aufgenommen. Es wird Querverweise zu den einstigen Besitzern geben. Der Katalog soll dann im Internet zugänglich gemacht, damit jeder Interessent sich über das Angebot des Naumburger Nietzsche-Dokumentationszentrum informieren kann. Das Zentrum bittet zudem andere Nietzsche-Forscher, ihre Publikaktionen dem NDZ zur Verfügung zu stellen. Die Bestände der Nietzsche-Gesellschaft werden ebenfalls in diese Bibliothek integriert. Sobald die Katalogisierung abgeschlossen ist, soll die Bibliothek für die Präsenzbenutzung im Leseraum des NDZ zugänglich gemacht werden.

Quelle:
Heilig, Helga: Sammlung birgt viele Schätze, Mitteldeutsche Zeitung

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[OT] “Zentrum für Jüdische Studien”

Zusammen wollen die Humboldt Universität zu Berlin, die freie Universität und die Jüdischen Studien der Potsdamer Universität ein “Zentrum für Jüdische Studien” bilden. Derzeit weden die Einzelheiten der Kooperation zwischen den Universitäten ausgehandelt. Bereits 2012 soll das Zentrum seine Arbeit aufnehmen. Hauptgebäude des fachübergreifenden Zentrum wird das ehemalige Jüdische Krankenhaus in der Berliner Auguststraße, welches von der Jüdischen Gemeinde Berlin zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt wird, wie das Potsdamer Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien (MMZ) bestätigte. Das MMZ will sich ebenfall an dieser neuen Einrichtung beteiligen.

Eine Absichtserklärung der beteiligten Hochschulen gibt es bereits und derzeit prüfe man die Umsetzung des Vorhabens, aber noch ist man in einem sehr frühen Stadium. Der Direktor des MMZ, Prof. Julius H. Schoeps, begrüßt die Bündelung der Bereiche der Jüdischen Studien der einzelnen Hochschulen. Zwar ist die Idee dazu nicht neu, denn Schoeps regete schon vor Jahren eine Berlin-Brandenburg-weite Fakultät für Jüdische Studien an, aber nun haben Politik und Hochschulen diese Idee aufgegriffen, nachdem Januar 2010 der Wissenschaftsrat empfohlen hat, die Jüdischen Studien an deutschen Universitäten zu stärken und zu bündeln. Das rief nun auch die Politik unterstützend auf den Plan und die Länder Berlin und Brandenburg tragen eine Zusammenfassung der Studien mit. Das Zentrum soll in der der Tradition der 1942 durch das NS-Regime geschlossenen “Hochschule für die Wissenschaft des Judentums”.

Die Kooperation zwischen der Uni Potsdam, der HU und FU, dem MMZ sowie der Jüdischen Gemeinde Berlin schafft Zugang zu vielfältigem religionswissenschaftlichen und historischen Forschungsmaterialien. Hier bietet sich auch ein Einbezug der Technischen Universität Berlin an, nach Ansicht von Schoeps. In der Zusammenarbeit mit verschiedenen Einrichtungen betritt das MMZ zumindest kein Neuland, den bereits in diesem Jahr hat das Walther-Rathenau-Graduiertenkolleg am Mendelssohn-Zentrum seine Arbeit aufgenommen, an dem Professoren der Uni Potsdam, der FU und Humboldt Uni Berlin gemeinsam Doktoranden betreuen.

Zu den Disziplinen, die in den Jüdischen Studien von Bedeutung sind und welche in dem neuen Zentrum erforscht und gelehrt werden sollen, gehören: Theologie, Kultur-, Literatur- und Musikwissenschaft aber auch Politik- und Sozialwissenschaft, welche interdisziplinär vermittelt werden sollen. Dies soll einerseit in den regulären Lehrstühlen der Hochschulen geschehen, andererseits sollen auch Kapazitäten von An-Instituten wie dem MMZ, dem Potsdamer Abraham Geiger Kolleg oder auch dem Berliner Touro College genutzt werden. Für eine verstärkte Öffentlichkeit soll in Zusammenarbeit mit der Berliner Jüdischen Gemeinde duch Konferenzen, Vorträge und populärwissenschaftliche Veranstaltungen gesorgt werden.

Hervorzuheben ist, dass neben der lehrenden und forschenden Arbeit auch ein Archiv und eine Bibliothek aufgebaut werden sollen. Diese sollen neben Hörsälen, Seminar- und Besprechungsräumen sowie Wohnungen für Gastwissenschaftler ihren Platz in den drei Häusern des ehemaligen Jüdischen Krankenhauses in der Berliner Auguststraße finden. Diese sind Bestandteil des denkmalgeschützten Ensembles „Spandauer Vorstadt“.

„Wenn man die Vision hat, dass Berlin wie vor 1933 wieder zum führenden Zentrum der Wissenschaft des Judentums in Europa werden kann, dann sollte man alle, die in dem Bereich arbeiten, zusammenbringen“, so (der Direktor der Potsdamer Jüdischen Studien, Professor Christoph Schulte). Berlin habe ein großes Potenzial, nicht nur durch die beteiligten Hochschulen, sondern auch durch vorhandene Archivbestände. Hinzu komme die stetig wachsende Jüdische Gemeinde.

Natürliche ersetzt das geplante Zentrum keinesfalls die Forschungseinrichtungen der jeweiligen Universitäten, sondern bildet sozusagen eine Art Exzellenzcluster. Schulte wird dabei eine hervorgehobene Rolle spielen, denn mit knapp 300 Studierenden sind die Potsdamer Jüdischen Studien die größte Einrichtung zu diesem Thema in in Europa. Das Zentrum würde allen Absolventen und Studierenden der Jüdischen Studien der drei Hochschulen (weiterführende) Perspektiven bieten. Man würde gegenseitig von einander profitieren können.

Streitpunkt bei den vorauszusehenden Sparzwängen in allen Universitäten werden wohl die finanziellen Verpflichtungen sein. Hier bleibt abzuwarten, wie sich alle Beteiligten dazu stellen. Es ist ein große Chance, die sich hier vor allem für die Studierenden und ihren interdisziplinären Austausch bietet und so dicht war man an einer Zusammenarbeit und konzentrierten Forschung in Berlin-Brandenburg noch nie.

Quelle:
Kixmüller, Jan: Eine große Chance : Die Universität Potsdam will zusammen mit Berlin ein „Zentrum für Jüdische Studien“ errichten, Potsdamer Neueste Nachrichten

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Münster: Notfallverbund von Bibliotheken und Archiven

Das Katastrophen Bibliotheken und Archiven passieren können, zeigten der Brand in der Anna Amalia-Bibliothek in Weimar und der Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln auf tragische Weise. Neun örtliche Archive und Bibliotheken1 haben sich zum Schutz ihrer Bücher und Archivmaterialien zu einem Notfallverbund zusammengeschlossen, um gemeinsam Vorsorgemaßnahmen und Pläne zu einer genseitigen Unterstützung im Katastrophenfall zu erarbeiten.

In den […] Einrichtungen befinden sich Unikate wie eine Ausfertigung des Westfälischen Friedensvertrages oder die Handschriften und Drucke der Santini-Sammlung, einer der weltweit wichtigsten Musik-Sammlungen.

Die Überlegungen zum Aufbau eines Notfallverbundes in Münster gab es schon vor einigen Jahren, aber die Kölner Katastrophe sorgte nun dafür, dass man ernsthaft mit der Vorbereitung der Kooperation beginnt. In der jetzt unterschriebenen Vereinbarung enthalten sind Regelungen für die gegenseitige Unterstützung in Havarie- und Katastrophenfällen und die Verpflichtung für alle Einrichtungen Notfallpläne nach einem einheitlichen Muster zu erstellen. Dafür müssen Strukturen und Abläufe erarbeitet und erprobt werden, damit im Unglücksfall schnell reagiert werden kann, um die Kulturgüter zu schützen.

Man hat jetzt einen ersten Schritt getan, aber die Notfallvorsorge ist eine Daueraufgabe, die es auch zukünftig notwendig macht, regelmäßig die Notfallpläne zu überprüfen, zu aktualisieren und zu verbessern. Bereits im Juni beteiligten sich die neun Einrichtungen an einer ersten gemeinsamen Notfallübung im Technischen Zentrum des Landesarchivs in Coerde. Dabei ging es um die Bergung von durchnässtem Archiv- und Bibliotheksgut.

Aber auch die baulichen Vorkehrungen gehören mit zur Notfallvorsorge. Mit ihnen muss der Schutz vor Feuer und Wasser gesichert werden, aber auch ein geeignetes Magazinklima fällt mit in diesen Aufgabenbereich. Auch Notfallübungen müssen immer wieder geübt und verinnerlicht werden. Übungen helfen gegen blinden Aktionismus, denn planmäßiges Vorgehen verhindert mit größerer Wahrscheinlichkeit Fehlentscheidungen und hohe Folgekosten.

Quellen:
Schutz der Kulturgüter: Archive und Bibliotheken in Münster gründen Notfallverbund, Westfalen heute
Neun Archive und Bibliotheken schützen gemeinsam ihr Kulturgut, Presse Service

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  1. Bistumarchiv, Diözesanbibliothek, Hochschulbibliothek der Fachhochschule, Landesarchiv NRW, Archivamt für Westfalen des Landschaftsverbandes Wesfalen-Lippe (LWL), Stadtarchiv, Stadtbücherei, Universitätsarchiv, Universitäts- und Landesbibliothek []

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[Zitat] Unkommentiert – 24.10.2007

Nur etwa 15 Prozent der Schulen verfügen über eine eigene Bibliothek, und selbst diese Bibliotheken erfüllen nur selten bibliothekarische Mindeststandards. In den Universitätsbibliotheken fehlen oft die notwendigen Mittel für ausreichende Neuanschaffungen. So müssen Zeitschriftenabonnements abbestellt werden oder Forschungsreihen können nicht weiter bezogen werden. Das entwertet oft den Bestand. Trotz des wichtigen Beitrags der Bibliotheken für die Bildung und das selbstständige Lernen, fehlt in Deutschland – im Gegensatz zu den erfolgreichen PISA-Ländern – die strategische Verankerung der Bibliotheken als Teil unserer Bildungsinfrastruktur. Durchgängige bildungspolitische Zielsetzungen gemeinsam mit dem Bibliothekswesen sind heute weder auf Länderebene noch in der Politik des Bundes in ausreichendem Maße anzutreffen. Meine Meinung ist: Bibliotheken gehören deshalb in Deutschland auf die politische Tagesordnung. […] In den vergangenen Jahren mussten auch die Bibliotheken, Archive und Museen Sparbeiträge leisten. Die Finanzausstattung vieler Institute liegt heute unter dem Notwendigen, die Personaldecke ist dünn geworden. Viele können ihre Aufgaben der Bewahrung und Erschließung nicht mehr in erforderlichem Umfang erfüllen. Hier hoffe ich auf eine Kurskorrektur.

Auszug aus “Ein Freudentag für die Kulturnation” von Altbundespräsident Horst Köhler anläßlich der Wiedereröffnung der Anna Amalia Bibliothek in Weimar


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