Ein Bibliothekssketch aus der “At Last The 1948 Show”

Einer der Vorläufershows von Monty Python’s Flying Circus hieß die “At Last the 1948 Show” und stammt aus den Jahren 1967 bis 1968.  Im Sketch geht es um einen flüchtigen Räuber, der in einer öffentlichen Bibliothek Unterschlupf findet. Herbeieilende Polizisten versuchen bei strikter Einhaltung der Bibliotheksvorschriften den Dieb dingfest zu machen. Bitte leise sein! Pscht! 🙂

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Aus aktuellem Anlass: Der diesjährige Gewinner des “Libraries Change Lives Award” ist die Bibliothek der Haftanstalt von Saughton (Edinburgh)

Eine Gefängnisbibliothek in Edinburgh, welche erst im November 2008 eröffnet wurde, erhielt vorgestern im Rahmen der Libraries Change Lives Konferenz (in London) den Libraries Change Lives Award. Das Chartered Institute of Library and Information Professionals (CILIP) ist der Ausrichter der Konferenz und Sponsor des Preises. Die Auszeichung belohnt gute und innovative Bibliotheks- und Informationsprojekte, welche Menschen zusammenbringen, Nutzer einbeziehen und  das Leben von Menschen verändern. Die Gefängnisbibliothek setzte sich damit gegen andere innovativen Initiativen und Projekte aus Manchester und London (Bezirk Barking und Dagenham) durch. Hierfür erhielt sie eine Trophäe und 5.000  britische Pfund. Sie ist die einzige Bibliothek in Schottland mit einer Warteliste. Den Gutachtern zufolge übt die Bibliothek einen bemerkenswert positiven  Einfluss auf alle Insassen und Mitarbeiter aus. Das bei der Errichtung der Bibliothek vorgebene Ziel war es, eine soziale Inklusion für alle Insassen zu verwirklichen, indem ihnen Weiterbildungsmöglichkeiten und Berufsperspektiven aufgezeigt und angeboten werden, um ihnen den Übergang von der Haft in die Freiheit zu erleichtern.  Dies wird durch ein einladendes Design und eine moderne Ausstattung (z.B. Laptops und Schreibtische) gewährleistet, wobei die Häftlinge bei der Gestaltung und dem Bau der Inneneinrichtung aktiven mitwirkten. Außerdem wird den Insassen nicht nur dabei geholfen ihre Lesefähigkeit zu verbessern, sondern ihnen auch bei der Erstellung ihrer Lebensläufe und Bewerbungen  Hilfestellung gegeben. Eine weitere Besonderheit ist die Tatsache, dass dort Häftlingen Fähigkeiten und Kompetenzen eines Bibliothekars vermittelt werden. Betrieben wird die Bibliothek aber von der erfahrenen “Berufsbibliothekarin” der Stadtbibliothek von Edinburgh, Kate King. Sie und einige Häftlinge kommen im folgenden Video zu Wort.

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Das Magazin der Zentralbibliothek von Manchester

Das folgende Video mit dem Titel The Stacks” und dem Zusatz  “Entdecke die verborgenen Tiefen der Zentralbibliothek”, stammt von David Woodcock. Auf dem ersten Blick erinnerten mich die ersten im Film gezeigten Regale an die der Bibliothek der Freien Universität Berlin mit ihrem offenen Magzin. Unterhalb der Great Hall, dem Herzen der Bibliothek, liegt das sich auf vier Stockwerke erstreckenden Magazin.  Es besteht aus ca. 22 Meilen von Regalen und wurde für die Speicherung von etwa einer Million Bücher konzipiert. Die Magzine enthalten die ältesten und wertvollsten Schätze der Bibliothek. Pünktlich zur Wiedereröffnung der Bibliothek im Jahr 2013, werden die Ende des Jahres ausgelagerten Beständen wieder an ihren Platz zurückkommen. Seit dem 16. Juni ist die Zentralbibliothek wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Der Standort im Elliot House, 151 Deansgate übernimmt seit Montag, den 28.06. 2010, ersatzweise die Funktion der Zentralbibliothek.  Außerdem arbeitet die Bibliothek am größten Retrokatalogisierungsprojekt in England und verfügt über ein Bibliothekstheater, das am 4. Juli seine letzte Aufführung vor den Renovierungsarbeiten haben wird.

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Imagevideo der "Library of Birmingham" (UK)

Als Einstimmung auf den nächste Woche stattfindenden Deutsch-Internationalen Bibliotheksdialog in Birmingham, ein Vorgeschmack auf das neue Flaggschiff der Stadt, das 2013 eröffnet werden soll. Für die Bibliothek werden umgerechnet 214 Millionen Euro investiert. Das niederländische Büro Mecanoo Architecten (Delft) hatte 2009 die Planungen für eine neue Bibliothek am Centenary Square vorgestellt. Das Projekt ist Teil der Kampagne „Global City with local Heart“ und ist das neue Vorzeigeprojekt der Stadt. Es wird auf einem prominent gelegenen Grundstück am Centenary Square zwischen dem Birmingham Reportery Theatre (REP) und dem Baskerville House errichtet. Im Erd- und Mezzaningeschoss mit dem REP verbunden, entsteht mit der Bibliothek ein Bildungs-, Informations- und Kulturzentrum für täglich 10.000 Besucher. Der stellvertretende Direktor und Abteilungsleiter für Servicedienstleitungen der Stadtbibliothek  in Birmingham, Brian Gambles, formulierte die gegenwärtigen Herausforderungen, vor denen auch viele andere Bibliotheken im 21. Jahrhundert stehen, wie folgt:

We are trying to redefine the library and archive in a major city centre. For 150 years the role of the library was to democratise access to books and information which many could not afford. That model of service is being challenged.The number of books we loan out and reference inquires we receive is sliding. We can all use Google and with discounts on Amazon, three-for-two offers in Waterstones and Tesco discounting every Harry Potter book, many of us have the means to buy books. We need to make the library more of an experience. Our role will now be less about transactions with users and more about aiding their transformation.”

In den letzten Jahren sind mehrere beeindruckende Bibliotheksbauten in Großbritannien entstanden (bzw. noch in der Entstehungsphase). Besonders hervorzuheben sind die Bibliotheken in Norwich, Manchester und Newcastle. Trotz anders lautender Meldungen sind durch Einsparmaßnahmen zwar viele Zweigstellen und Bibliotheken auch dort betroffen, aber es gibt dennoch Beispiele,welche von einem Gegentrend zeugen. Die politischen VertreterInnen von Birmingham planen die neue Bibliothek als ein Instrument zur sozialen Inklusion unterschiedlichster Teile der multikulturell zusammengesetzten Stadtbevölkerung zu nutzen.

Library Of Birmingham from The Proudfoot Company on Vimeo.

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Public Libraries in Großbritannien und ihr Kampf um Nutzer

Wie sich Public Libraries entwickeln, ob sie noch benötigt werden, sind Fragen, die sich derzeit bei den über 4000 Public Libraries in England, Wales und Nordirland stellt. Seit einer neuen Regelung durch die Society of Chief Librarians können die Bewohner, ganz unabhängig davon wo sie leben, alle dieser Bibliotheken nutzen, auch wenn die Medien zurück in die entsprechende Gegend geschickt werden müssen. Die Biblliotheksbenutzer benötigen nur einen vorhandenen, gültigen Bibliotheksausweis oder eine gesicherte, gültige Adresse. Hauptziel ist es, mehr Menschen in die Bibliotheken zu bringen, die zunehmend in einem Wettbewerb zu Online-Buchhändlern und Buchläden stehen, die Cafés integriert haben, um attraktiver zu werden. Profitieren würden z.B. Reisende, die während ihrer Ferien Lesematerial benötigen. Nutzer mit Bibliotheksausweis dürfen Bücher in allen dieser über 4000 Bibliotheken ausleihen, nach diesem Plan, der nächsten Monat durch die Kulturministerin Margaret Hodge veeröffentlicht werden soll.

Grund für diese Pläne ist ein kontinuierlicher Rückgang der Ausleihzahlen. Entliehen 2002/2003 noch 15.843.000 Nutzer Medien, waren es 2007/2008 nur noch 2012.608.000, d.h. ganze 20 Prozent weniger. Auch die Zahl der Vollzeitangestellten sank in diesem Zeitraum um 6,5 Prozent und bedeutet einen großen Rückgang bei den ausgebildeten Fachleuten. Auch die Unterstützung ist mit der Anzahl der Besucher gesunken um 2,6 Prozent im Vergleich von 2007/2008 zum Vorjahreszeitraum. Im gleichen Zeitraum sank auch der Medienbestand um ganze 11 Prozent. In der letzten Jahrzent sanken die Ausleihzahlen um 34 Prozent. Und allein 2006/2007 schlossen 40 Bibliotheken in ganz Großbritannien.

Woran liegt es? Es gibt eine große Spanne an Serviceangeboten, die anscheinend nicht ausreichend beworben werden, so Tony Durcan von der Society of Chief Libraries. Notwendig ist seiner Meinung nach den Wert von Bibliotheken in einer national angelegten Werbekampagne bekannter zu machen.

“One of the big issues is around how we promote the value of public libraries. There are still people who don’t realise libraries are free to use. There has to be national co-ordination to provide leadership in pulling it together, and let people know,” he said.

Doch es gibt nicht nur Negatives zu berichten, denn obwohl die Ausleihzahlen sinken, werden die Services de lokalen Bibliothek sehr wohl genutzt, die auch einen freien Internetzugang beinhalten. Die Zahl derer, die Bibliotheksangebote via Internet nutzen, z.B. Kataloganfragen, Buchverlängerungen, ist im Berichtszeitraum 2007/2008 um 20 Prozent gestiegen mit über 76 Millionen Webbesuchern. Roy Clare, leitender Angestellterder Museums and Libraries Archive (MLA) sieht darin ein zukunftsweisendes Signal:

“If you look at the supposed downward curve of the library’s physical use, it is matched or even eclipsed by online access. It’s something you can do 24/7 – you can order books from the library at 2am and they will be delivered to your local library for collection.” He said the tenet on which the library was founded – as a place for learning – still held strong. “The core values in the mid 19th century were around a learning agenda and access to information; libraries are still a wonderful, democratic way to access information and reading”.

Stellt sich die Frage, ob die Bibliotheken ihr Außenbild aufmöbeln müssen. Natürlich ist klar, dass Bibliotheken gegen ihr öffentliches Bild einer ‘verstaubten Institution und die psst-machenden Bibliothekare’ angehen. Sie müssen zeigen, dass sie sich der modernen Welt öffnen. Bei einem Treffen mit dem ehemaligen Kulturssekretär Andy Burnham wurde darüber beraten, wie man das Bild der Bibliotheken hin zu gemütlichen Cafes, Kinozentren und Buchläden verändern kann. Burnham macht deutlich, dass die Bibliotheksbranche “radikal denken” sollte bei ihrer eigenen Modernisierung.

“The popular public image of libraries as solemn and sombre places patrolled by fearsome and formidable staff is decades out of date, but is nonetheless taken for granted by too many people.”

So sollte das Ruhegebot genauso fallen wie die Öffnungszeiten ausgedehnt werden sollten.

“Libraries should be a place for families and joy and chatter. The word chatter might strike fear into the heart of traditionalists but libraries should be places that offer an antidote to the isolation of someone playing on the internet at home.”

Diese Debatte um die Ruhe in Bibliotheken rief die Gegner auf den Plan, die Burnham vorwarfen, von den eigentlichen Gründe wie etwa der jahrzehntelange Unterfinanzierung der Bibliotheken ablenken zu wollen.

Bei all den notwendigen Reformen benötigt man aber auch Vorbilder. Gute Beispiele sind:

The Norfolk and Norwich Millennium Library in East Anglia was hailed as England’s most popular in March this year; it had more visitors and lent more books than any other in 2007/8, according to the Museums and Libraries Archive. Chelmsford Library in Essex was the second highest book lender, followed by Milton Keynes, Oxford and Chesterfield. The Norfolk library attracted 1.5 million visitors and lent 1,139,090 books during the period.

Doch wie lassen sich die Public Libraries an die Erfordernisse einer modernen Zeit anpassen? Einige Bibliotheken verzichten bereits auf die Bürokratie rund um die Anmeldung, z.B. fragen Bibliotheken in der Gegend um Stockport, Blackpool und Manchester bereits nicht mehr nach einen Ausweis. Der Rat von Camden im Norden Londons überarbeitet die Regeln, um Essen, Handytelefonate und Gespräche in der Bibliothek zu erlauben. Der Rat ist auch überzeugt davon, durch das Angebot von Computerspielen das Interesse anzukurbeln. In Hillingdon westlich von London wurden die Bibiotheken renoviert, bekamen ländere Öffnungszeiten und wurden Franchisenehmer bei Starbucks, um auch Cafes anzubieten. Der Erfolg zeigt sich in der Zunahme der Besucherzahlen um 11.000. Dass diese Besucher nicht nur zum Kaffeetrinken kamen, zeigen auch die um 12.000 Entleihungen gestiegene Ausleihstatistik.

Es gibt weltweit herausragenden Bibliotheken, die beeindruckende Visionen zeigen. Die New Yorker Public Library bietet ihren Nutzern Zugang zu Millionen Büchern. Sie arbeitete auch mit Google zusammen, um eine digitale Bibliothek zu schaffen. Die französische Nationalbibliothek setzt auf Computer. Das britische System, welches von lokalen Regierungen abhängt, erregen Neid auch Neid anderer.

“Libraries abroad are in many ways envious of what we are able to do. Big cities abroad have fantastic libraries but they are not so good at having the library at their doorsteps,” said Mr Clare.

Die Society of Chief Libraries erwägt ein ähnliches Modell wie die British Columbia Libraries’ mit der “BC One”-Karte, einer Bibliothekskarte, die von Zuhause aus ihrem Besitzer Zugang zu allen Bibliotheken der canadischen Provinz bietet. Gleichzeitig planen die Minister einen Haustürlieferservice ähnlich der Website Lovefilm.co.uk anzbieten, bei der DVDs online entliehen werden kann, die dann per Post nach Hause geliefert werden und die in einem bereits frankierten Umschlag zurückgesandt werden können.

The Culture minister, Margaret Hodge, has championed ideas to rejuvenate libraries, such as having libraries in shopping centres or rail stations and a possible deal with coffee chains that would see cafes opened in the building.

Über allem steht die Frage: Ist die Bibliothek eine sterbende Institution?

Für ein Ja spricht:

  • Unterstützung und Ausleihstatistike sind in den letzten fünf Jahren gesunken ohne Anzeichen für einen Aufwärtstrend
  • Die kommerzielle Macht der Buchläden und der billige Zugang zu Webangeboten wie Amazon zerstören die lokale Bibliothek
  • Die finanzielle Unterstützung der meisten Bibliotheken reicht nicht aus, um ihr Überleben zu sichern

Für das Überleben spricht:

Studium in England – der Bachelor ändert nichts

… so oder so ähnlich klingt es, wenn deutsche Bachelor ihr Studium in Großbritannien vertiefen wollen. Deutsche Hochschulabschlüsse haben in Großbritannien schon einen guten Ruf, aber die neuen Bachelorabschlüsse müssen gerade in den stark nachgefragten englsichen Spitzenuniversitäten ihre Qualität erst noch beweisen. So will die University of Oxford deerzeit erstmal prüfen, ob ein deutscher Bachelor die formalen Zulassungskriterien für ein Graduiertenstudium bei ihnen erfüllt. Cambridges Universitästverwaltung hat zumindest eine grundsätzliche Empfehlung pro europäischer Bachelor (BA) ausgesprochen, was aber bei den Auswahlkommissionen der Fakultäten keine verbindliche Wirkung hat. Wer am University College London den fortgeschrittenen “Master by Research”-Programmen als deutscher Bachelor mitmachen will, muss mindestens eine 1,5 statt einer 2,0 wie englische Studenten nachweisen.

Offiziell natürlich darf jeder kommen und man schaut auch nicht nur auf die Abschlussnote. Daher Bewerber, erläutert eure bisherige Laufbahn sehr genau. Der Blogna-Prozess und die Umsetzung in Deutschland wird z.T. verwundert wahrgenommen, denn von Anfang an war das entscheidende Auswahlkriterium die individulle Qualität des Bewerbers und nicht sein Abschluss.

Auch heute, trotz der “besseren” Vergleichbarkeit durch die Einführung einheitlicher “credits” dürfte das auf den britischen Entscheidungsprozess kaum Einfluss haben. So wird in Oxford weiterhin ein Gremium über den Einzelfall entscheiden.

Wer sein Studium in Deutschland begonnen hat und es in Großbritannien fortsetzen möchte, sollte es dabei nicht auf die vermeintliche Gleichwertigkeit eines deutschen und eines britischen Bachelor ankommen lassen.

Quelle:
Metcalf, Christopher: Ein deutscher Bachelor reicht nicht als Eintrittskarte via FAZ.net

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Schluss mit dem Internetzugang für Urheberrechtsverletzer

Im Vereinigten Königreich wird darüber nachgedacht, Urheberrechtsverletzern, die ihre Tat im Internet begangen haben, den Zugang zum Internet zu verwehren. Damit würde den Internetprovidern die Rolle der Urheberrechtspolizei zugeordnet.
Großbritannien würde damit dem Vorbild von Frankreich folgen. Dem “Aussperren aus dem Netz” würde ähnlich wie in Frankreich ein dreistufiges System vorgeschaltet, welches Verwarnungen und Strafen beinhaltet, bevor überhaupt an die Sperrung gedacht wird.
Für die Internetprovider würde dies einen erheblichen Mehraufwand bedeuten, da sie ihre Kunden permanent überwachen müssten, um mutmaßliche Urheberrechtsverletzungen aufzuspüren.

Laut dem Bericht der Times droht Internetprovidern, die das dreistufige System nicht durchsetzen, eine Anklage. Die Daten der verdächtigten Kunden würden darüber hinaus einem Gericht übergeben werden.

Die Unterhaltungsindustrie freut es natürlich, da sie sich so eine bessere Kontrolle der Internetnutzer erhoffen können. Die großen Internetprovider möchten mit dieser Form der Selbstregulierung gesetzlichen Maßnahmen zuvor kommen.

“Every right-thinking body knows that self-regulation is much the better option in these areas.”

Quellen:
Gehring, Robert A.: UK: Urheberrechtsverletzern soll Internet abgeschaltet werden via iRights.info
Eliott, Francis: Internet users could be banned over illegal downloads engl via Times Online

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Proprietäre Dateiformate sind ein Problem

Dateiformate, die in proprietären Systemen verwendet werden, müssen auf Dauer rückwärtskompatibel sein, will man die Daten auch noch Jahre später lesen können. Das verursacht einen immer größeren Entwicklungsaufwand bei neuen Versionen. Für eine Langzeitarchivierung ist dies jedoch tödlich.

BBC schreibt dazu:

Digital information could potentially be stored without loss of quality for a very long time to come.
But without knowledge about the encoding, our documents will become a meaningless series of ones and zeroes to future generations, just like cave paintings are too often meaningless bits of colour on stone to us.

Deshalb hat Microsoft:engl: vor kurzem den britischen National Archives:engl: angeboten, bei der Migration älterer proprietärer Dateiformate in aktuelle behilflich zu sein – und sich ein Eigentor geschossen.

Was für eine nette Geste. Allerdings muss man auch mal hinterfragen, wer für dieses Schlamassel verantwortlich ist.
Georg Greve und Joachim Jakobs von der Free Software Foundation Europe:engl: weisen mit vollem Recht darauf hin, dass Microsoft mit seiner Politik der Hauptverursacher des Problems ist. Eine Benutzung von offenen Formaten wie “.odf” hätte das Problem in diesem Ausmaß gar nicht erst entstehen lassen.

Da stellt sich natürlich schon die Frage:

Why did and does Microsoft refuse to participate in the existing standardisation effort?

Quellen:
Microsoft in der Dateiformat-Falle auf Maikatze liest…
Microsoft in der Dateiformat-Falle newsticker.de
Questions for Microsoft on open formats:engl: BBC News

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No DRM- Scheitern in Britannien

Bereits am Montag hat die Britische Regierung eine Petition zum Verbot von DRM abgelehnt.


“DRM überwacht nicht nur die Einhaltung von technischen Schutzmaßnahmen. Es gibt den Rechteinhabern auch noch nie da gewesene Auswahlmöglichkeiten, wie und zu welchem Preis ein Verbraucher digitale Medien kaufen und nutzen kann”, heißt es in einer Stellungnahme der Regierung. “Es ist klar, dass die Bedürfnisse und Rechte der Anwender beachtet werden müssen. Sie müssen darüber informiert werden, was genau sie kaufen, wie und wo sie das Produkt nutzen dürfen und welche Beschränkungen bestehen.”

In der Petition wird DRM-Systemen vorgeworfen, sie schränkten die Möglichkeiten der Verbraucher ein, auch konkurrierende Angebote zu nuten. Grund dafür ist die häufige Systemabhängigkeit wie beispielsweise bei FairPlay von Apples iTunes.

Mehr dazu: Graeme Wearden und Stefan Beiersmann: Britische Regierung lehnt DRM-Verbot ab auf ZDNet.de

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