[To Read] #2 ’12

Bild: Antje Schröter, Pixelio.de


Lehnard-Bruch, Susanne: Mobile Nutzung bibliothekarischer Services : Anforderungen an Bibliotheken mit heterogenen Zielgruppen – Explorative Untersuchung am Beispiel der Regionalbibliotheken des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz. – Köln: Fachhochschule Köln, Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften, Institut für Informationswissenschaft, 2012. – (Kölner Arbeitspapiere zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft; 65)

Sind Bibliotheken für eine Zukunft mit mobilen Endgeräten gerüstet? Schließlich haben immer mehr unserer Nutzung Smartphones und Tablet-PCs und möchten nun auch auf geeignete Webinhalte und -angebote zugreifen. Die Entwicklung ist seit einigen Jahren zu beobachten, dennoch sind Informationseinrichtungen noch recht zögerlich bei diesen Angeboten. Die Abschlussarbeit von Lehnard-Bruch möchte die Rahmenbedingungen für die Entwicklung mobiler Bibliotheksservices bestimmen und die aus Nutzersicht sinnvollen Anwendungsszenarien ermitteln. Dafür hat die Autorin eine Befragung für die Bibliotheken des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz durchgeführt.

Hier wird gleich deutlich, dass es auf Grund der Heterogenität der Nutzer etliche Probleme dabei gab, zielgruppenspezifische Anforderung zu ermitteln, zumal die Bibliotzeksnutzer ihren größten Bedarf an einem für die mobile Nutzung geeigneten “Bibliothekskatalogs inklusive der Selbstbedienungsfunktionen” sahen. Auch wird die Entwicklung nativer Applikationen mit einer hohen Ressourcenbindung dem Aufbau einer mobilen Website gegenüber gestellt.

Als mögliche Anwendungszenarien betrachtet die Autorin Messaging-Angebote für eine Mobile Auskunft und “gepushte Information” (z.B. Leihfristerinnerungen, Statusmeldungen für Bestellungen), Informationsdienste (übersichtliche Grundinformationen zu Lage, Öffnungszeiten, etc.), Verlinkungsangebote (zu Katalogen, Datenbanken mit mobilen Angeboten), RSS-Feeds zu mobil lesbaren Angeboten (z.B. Neuerscheinungslisten, News, Veranstaltungen). Denkbar wären aber auch gezielt angepasste Apps, um der Bibliothek in ihren Sozialen Netzwerken folgen zu können. Gewünscht werden auch mobile Angebote, z.B. um Säumnisgebühren begleichen, Schulungsräume buchen zu können. QR-Codes und Argumented Reality sind weitere Stichworte in bezug auf mobile bibliothekarische Services. Noch sind diese Angebote aber höchst punktuell.

Entsprechend dem geringen Angebot fallen auch die Nutzungsstatistiken in den Einrichtungen selbst noch sehr gering aus. Doch dies sollte sich mit der zunehmenden Durchsetzung mobiler Endgeräte ändern. Nur wer Angebote macht, kann Bedarf wecken bzw. befriedigen.

Vermutlich durch meine eigene Beschäftigung mit dem Thema “Mobile Learning” fiel mir auf, dass der Einsatz bibliothekarischer Apps für Schulungszwecke und in Schulungen kein Thema war. Daraufhin habe ich nach 3.4 abgebrochen, die Informationen zur Befragung übersprungen und bin bei Punkt 6.3 Diskussion – Mobile Bibliotheksservices wieder eingestiegen.

Die Arbeit iste lesenswert für alle, die sich mit dem Sinn (und vielleicht Unsinn) und guten Einsatzmöglichkeiten für mobile bibliothekarische Anwendungen beschäftigen. Ein paar mehr Fakten und Erörterungen hätte ich mir im Bereich technische Grundlagen und Umsetzung erwünscht (Alternativen, wirklicher Zeitaufwand, Beispiele). Für grundlegende Fakten habe ich mir diese Arbeit aber abgespeichert.

Was ist eigentlich Wissensmanagement? So ein wenig greifbar ist dies ja auf den Bibcamp in Köln geworden, aber dennoch bin ich noch immer neugierig, wie sich Wissensmanager selbst verstehen.

Koenig, Michael E. D: What is KM? Knowledge Management Explained, KMworld

Der Artikel gibt Einsichten in das Knowledge Management, seine Funktionen und Aufgaben, seine Einordnung in einen institutionellen und aufgabenbezogenen Kontext und leicht verständlich.

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2 thoughts on “[To Read] #2 ’12

  1. Ich denke die klassischen Bibliotheken haben langsam ausgedient. Die eBooks als Medium und das Internet als Vertriebsweg werden den Gang in die Bibliothek langsam aber sicher ersetzen. Die Bibliotheken werden dann nur noch als Datenbereitsteller dienen.

    • Dörte Böhner

      Sehr gut möglich, dass die klassische Bibliothek als Bücherhort nicht mehr unbedingt interessant sein wird. Aber die klassischen Aufgaben der Bibliothek werden vermutlich darunter nicht leiden: Anschaffung, Erschließung und Bereitstellung von Literatur. Wenn das auch bedeuten kann, dass dafür entsprechende Infrastrukturen geschaffen werden. Datenbereitsteller als Aufgabe für Bibliotheken sehe ich allerdings nicht wirklich als die Zukunft der Bibliothek, eher als Datenvermittler, da ja Verlage ihre Daten ungern Bibliotheken überlassen. Zudem werden Hilfestellungen zum Auffinden der Literatur sicherlich eine wichtigere Rolle spielen. Und nicht ganz zu unterschätzen ist immer noch die Bibliothek als Ort: Lernraum, Treffpunkt, Kommunikationsmöglichkeit… Die Welt ändert sich und Bibliotheken, so ungern das manche Beobachter glauben, tun das auch. :-)

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