Hilfetipps zur Onlinerecherche
Kategorie: Informationskompetenz, wissenschaftliches Arbeiten
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Für manche ist es eine intuitive Selbstverständlichkeit, wie sie im Internet recherchieren. Geübte Googler gibt es genug, doch manchmal tut es gut, sich die Regeln der Recherche noch einmal bewusst zu machen. Eine erfolgreiche und effiziente Suche beginnt schon vor dem Moment, wo man die ersten Buchstaben in den Suchschlitz tippt.
1. Bereiten Sie die Suche sorgfältig vor.
Eine gut vorbereitete Suche erspart Ihnen viel Suchzeit. Besonders notwendig ist diese Vorbereitung, wenn Sie über einen zeitabhängigen Internetzugang verfügen.
Eine Ad-hoc-Suche kann zu Glückstreffern führen, aber Sie werden kaum die besten Suchtreffer erhalten. Bevor Sie sich durch Bildschirm und Tastur ablenken lassen, setzen Sie sich vorher einmal mit Stift und Papier hin und legen ein kleines Mindmap an.
(auf Flickr.com von ppip unter CC: BY-NC-SA)
Ausgehend vom Thema (a), sollte man sich überlegen, was zum Thema dazu gehört (b-d) und welche Stichwörter (e-f) sich diesen zuordnen lassen. Sie werden mehr im Vorfeld finden als Sie glauben und damit Ihre Suche erheblich verbessern. (Ergänzen Sie das Mindmap ruhig im Laufe Ihrer Recherche, damit Sie einen guten Überblck über Ihr Thema behalten.)
2. Verschaffen Sie sich einen ersten Überblick.
Sie sollten sich, wenn Sie in das Recherchethema erst einsteigen, erste grobe Informationen suchen. Nutzen Sie dazu Lexika, Online-Enzyklopädien, Lehrbücher oder auch Internet-Suchmaschinen.
3. Sammeln Sie passende Suchbegriffe.
Seien Sie kreativ bei der Sammlung von passenden Stichwörtern, um Ihre Suche einzugrenzen. Synonyme, d.h. andere Worte mit gleichem Sinngehalt, können ebenfalls zu relevanten Treffern führen. Notieren Sie die Stichwörter, damit Sie diese bei Ihrer Recherche zur Hand haben. Mit Hilfe des Mindmaps behalten Sie einen guten Überblick über Ihre Suchbegriffe und Ihre Zuordnung zu Ihren eigentlichen Fragen. Sollten Sie Hilfe brauchen, um weitere Suchbegriffe zu finden, kann Ihnen vielleicht der MetaGer-Web-Assoziator weiterhelfen.
4. Überprüfen Sie Ihre Suchergebnisse.
Nach der ersten gründlichen Suche sollten sie die Qualität und Relevanz Ihrer Suchergebnisse überprüfen. Gegebenenfalls modifizieren Sie die Suchbegriffe für die nächste Rechercherunde und kombinieren Sie neu.
5. Variieren Sie Ihre Recherchemittel.
Recherchemittel sind beispielsweise Suchmaschinen, Bibliothekskataloge und Linklisten. Ihnen allen ist gemeinsam, dass Sie nur einen bestimmten Ausschnitt des möglichen Informationsangebotes abdecken. Nutzen Sie daher verschiedene Recherchemittel für Ihre Suche. Auch Google kann Ihnen nicht alle Informationen liefern, die es zu einem Thema gibt. Alles was zum Deep Web gehört, d.h. besonders tief verlinkt ist, ist für Google genauso unsichtbar wie passwort- und IP-Netz-geschützte Inhalte. Das heißt, Inhalte aus Datenbanken und E-Journals werden Sie nur sehr begrenzt finden.
6. Nutzen Sie Expertenwissen.
In vieler Hinsicht geht nichts über das Wissen von Experten. Nutzen Sie dazu Newsgroups, Blogs oder schreiben Sie einen Experten direkt an. Scheuen Sie sich nicht davor, denn auch Experten sind Menschen und sie freuen sich, wenn ihr Wissen geschätzt wird.
Mehr dazu
7. Validieren Sie gefundene Informationen.
Sie sollten gefundenen Informationen niemals einfach so vertrauen. Es gibt verschiedene Kriterien, mittels denen Sie die Qualität des Ergebnisses überprüfen können.
Ein erster Hinweis ist das Vorhandensein der gesuchten Begriffe im Titel, in der ggf. angezeigten Zusammenfassung oder dem Ausschnitt des Dokumentes. Bei Bibliothekskatalogen oder gut erschlossenen Datenbanken können auch angegebene Schlagwörter, die explizit den Inhalt beschreiben. Hilfreich kann es auch sein, bei Büchern einen Blick ins Inhaltsverzeichnis, die Einführung und das Schlusswort zu werden und bei Zeitschriftenaufsätzen Abstracts auf die Suchbegriffe durchzusehen. Viele Bibliothekskataloge bieten bereits die Möglichkeit, sich das Literaturverzeichnis zu einem aktuellen Buch herunterladen zu können.
Das nächste Kriterium ist die Qualität und Zuverlässigkeit. Sehen Sie auf den Internetseiten bereits erste grobe Rechtschreibfehler? Wirkt der Text zusammengestückelt? Sind weitere Quellen angegeben? Sind die Zitate ordentlich gekennzeichnet?
Ein weiterer Hinweis auf eine entsprechende Zuverlässigkeit der Quelle kann auch die Domain sein. Gehört die Seite einer Institution oder eher einem Privatmann. Informieren Sie sich über den Autor (Fachmann?). Ist er ein Experte, Student oder eine interessierte Privatperson?
Es gibt weitere Kriterien, die Sie für die Bewertung der Internetquellen heranziehen können. Mehr dazu
8. Speichern Sie die Dokumentenadresse ab.
Stimmen Relevanz und Qualität des gefundenen Dokumentes, speichern Sie die Onlineadresse in Ihren Bookmarks ab. Es gibt kostenlose Literaturprogramme wie Citavi oder Zotero, mittels denen Sie diese Links und erste weitere Informationen zu den Dokumenten abspeichern können. Zotero ermöglicht es Ihnen auch, einen Screenshot der Seite abzuspeichern.
9. Fragen Sie andere um Hilfe.
Manchmal hat man ein Brett vorm Kopf. Man hat sich auf bestimmte Suchbegriffe versteift, ist nicht mehr in der Lage, um die Ecke zu denken oder kennt einfach bestimmte Informationsquellen nicht, die für die Recherche geeigneter sind als Google. Fragen Sie deshalb andere, sei es im Internet oder im realen Leben. Wenden Sie sich an (Studien)Kollegen, Experten oder die Informationspezialisten Ihrer Bibliothek. Sie werden Ihnen sicherlich weiterhelfen können.
10. Geben Sie nicht auf!
Die Recherche ist ein aufwendiges Unternehmen. Sie benötigen Zeit und Geduld. Recherchen führen nicht immer sofort zum besten Ergebnis. Nehmen Sie sich Zeit und lassen Sie sich nicht entmutigen. Trial & Error gehört dazu. Suchbegriffe, die bei einem Recherchemittel funktionieren, können bei einer anderen Suchmöglichkeit zu einem Nulltreffer-Ergebnis führen.
Weiterführende Webadressen
Ostermann, Marcus: Die 12 Goldenen Regeln der Internet-Recherche auf WiWi-TreFF
Literatur suchen Lotse, Projekt der Universitäts- und Landesbibliothek Münster
Böhner, Dörte: Suchen & Finden – Recherche-Tutorium auf jere-mias.de
Recherchemittel und Recherchestrategien in Datenbanken der Universitätsbibliothek Bern
Neudecker, Andreas: Suchen im Internet
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Qualitätsmanagement für die Wissenschaftskommunikation
Kategorie: Wissenschaftskommunikation
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Qualitätsmanagement in der wissenschaftlichen Kommunikation wird häufig gleichgesetzt mit Rezensionen, Peer-Review-Verfahren oder einer Bewertung von Thesen bzw. Auffassungen auch im Onlinebereich. Neben diesen offensichtlichen und auffälligen Möglichkeiten gibt es auch unauffällige, aber sehr wirksame Verfahren des Qualitätsmanagements, die man häufig erst auf den zweiten Blick entdeckt. Das “Ein Gruppenblog” will an einigen Beispielen von Dialogverläufen (Threads) in Mailinglisten und Blogs ein paar dieser Verfahren vorstellen.
Um gute Threads zu entdecken, kann man sich auf die eigene Einschätzung als “Experte” verlassen. Ein anderer Indikator sind die entsprechenden Reaktionen von Beteiligten, die den Beitrag loben. Auch im Negativen gibt es verschiedene Hinweise, so z.B. fehlende Diskussionen, abrupte Abrüche oder entsprechende Äußerungen von Beteiligten.
Für aktiv Beteiligte oder stille Beobachter auschlaggeben sind ein anregender Thread, ein attraktives Thema, neue Gesichtspunkte, eine (hohe) Relevanz, die Erweiterung des Horizonts, die Beantwortung von Fragen (die man sich vielleicht selbst gestellt hat), ein roter Faden, ein guter und anregender Schreibstil und/oder ein gewisser Unterhaltungswert.
Es besteht die Möglichkeit, selbst die hohe Qualität der eigenen Beiträge zu beeinflussen. Um dem Leser die Möglichkeit zu geben, den Inhalt und die Form des Dargestellten richtig einzuschätzen, sollte man klarstellen, mit welchem Ziel das Blog bzw. die Mailingliste, ein bestimmter Thread betrieben wird. Ein Autor – gerade eines Blogs – schreibt zuallererst im eigenen Interesse. Dies könnte sein:
Der Teilnehmer möchte auf eine ihm interessant erscheinende Frage eine Antwort haben oder er möchte zeigen, wie clever und kenntnisreich er ist oder er möchte einem prominenten Kollegen ein Ergebnis seiner neuesten Forschungen mitteilen.
Die Urheber und Beteiligten des Themas wenden dabei sehr differenziert und systematisch Verfahren an, die ihnen helfen, gute Threads zu produzieren, auch wenn sie diese ohne unmittelbare Absicht machen. Diese Methoden sind bereits aus Alltagsgesprächen bekannt.
Die folgende Aufzählung enthält in knapper Formulierung einige der Methoden, die man für die Diskussion in Mailing-, Foren- und Blogpostings beachten sollte.
1. Poste zu Themen, die Dich selbst interessieren, die du für aktuell und wichtig hältst.
2. Reagiere auf Fragen und Behauptungen dann, wenn Du etwas von der Sache verstehst.
3. Reagiere nur auf gute, d.h. interessante, begründete, kenntnisreiche Postings.
4. Reagiere auf die Postings von guten Leuten.
5. Gehe genau auf die vorausgehenden Postings ein.
6. Bleibe beim Thema.
7. Wenn Du glaubst, dass die Dich interessierende Frage nur so sinnvoll bearbeitet werden kann, erweitere oder verändere das Thema.
8. Mache Züge, von denen Du annimmst, dass sie die Diskussion in Deinem Sinne voranbringen, z.B. gut begründete Einwände und Aufforderungen zur Klärung.
9. Schreibe so dass Du gut verstanden wirst – klar, explizit und kurz.
10. Schreibe so, dass die anderen Teilnehmer gerne mit Dir Postings wechseln.
Man wendet diese Prinzipien schon fast automatisch an, weil man sich ja nicht selbst blamieren will.
In Kooperation mit mehreren Teilnehmern, die sich alle an diese Prinzipien halten, kann dies erstaunliche Wirkungen haben.
Das kann man an vielen Aspekten von Threads zeigen, z.B. an der kreativen Themenentwicklung (Themengenerierung) und der erfolgreichen Diskussionsführung.
So kann sich durch die Zusammenarbeit in einem Thread ein interessantes Thema entdecken. Dabei kann es sich um ein neues Thema ansich handeln oder eine latent vorhandene wichtige Frage wird herauskristalilisiert. Wichtig dafür ist, dass man mit Interesse (1) beim Thema bleibt (6) und mit eigenen Fragen oder Meinungen anreichert (7). Wenn mehrere Leute konstruktiv sich mit einem Thema beschäftigen, kann daraus ein aktuelles und interessantes Thema werden. Da dies häufig schrittchenweise passiert, ist nicht immer klar, wer eigentlich den entscheidenen Beitrag geleistet hat. Hier kommen die zwei konkurrierenden Aspekte der Themenbeschränkung (6) und der Themenerweiterung (7) zum Tragen. Hier muss ein gewisses Gleichgewicht gefunden werden.
Brave Sicherung der thematischen Kohärenz ist gut, aber wenn man Seitenzweige abwürgt, tötet man vielleicht gerade das kreative neue Thema. Der erfolgreiche Thread zeichnet sich dadurch aus, dass da einige Leute am Werk sind, die diese Filigranarbeit beherrschen.
Die beschriebenen Methoden sind zwar keine Garantie für eine hohe Qualität, aber mit ihnen kann man daran arbeiten, eine hohe Qualität zu erreichen:
aber letztlich ist hohe Qualität, insbesondere Kreativität, immer auch ein Glücksfall. Wie bei vielen Spielen gilt auch für dieses wissenschaftliche Kommunikationsspiel: Man muss gute Spieler anziehen und sie dazu motivieren, lustvoll mitzuspielen.
Quellen:
Fritz, Gerd: „Boy am I glad I discovered this discussion!“ – Das geheime Qualitätsmanagement in Mailinglists und Blog-Diskussionen – auf Ein Gruppenblog
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Die Wissenschaftsgemeinschaft erhält ihr Social Network
Kategorie: Social Web, Wissenschaftskommunikation
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Das neue Social Network ResearchGATE
ist speziell an die Anforderungen von Wissenschaftlern angepasst worden. Das Network bietet abgestuft sichtbare Profile. So können die Mitglieder ihr Profil sehr restriktiv oder für beliebige Nutzer und Suchmaschinen offen zu gestalten. Forscher können hier Publikationslisten erstellen, ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte sowie technische und methodische Kenntnisse aufführen. Außerdem können sie dort auch eine Projektvita veröffentlichen. So erhalten Wissenschaftler auf Dauer eine Online-Visitenkarte, die unabhängig von einer institutionellen Zugehörigkeit ist. Ein weiterer Vorteil könnte die Plattform mit ihrem kollaborativen Service sein.
ResearchGATE versucht herkömmliche Community-Angebote mit darüber hinausgehenden Funktionen zu verbinden, die für eine gute wissenschaftliche Kommunikation und Zusammenarbeit notwendig sind.
Seit dem Start im Mai 2008 haben sich 30.000 Forscher aus 140 Ländern dort registiert. Die Website bietet neben den üblichen Funktionen sozialer Netzwerke eine Reihe wissenschaftsspezifischer Features: So kann jeder User seine eigene Publikationsliste pflegen, die aus verschiedenen Fachdatenbanken direkt übernommen oder aus der eigenen Literaturverwaltungssoftware importiert werden kann. Eigene Publikationen können innerhalb des Systems auch anderen Forschern empfohlen werden.
Über andere Online-Communitys gehen bestimmte Gruppenfunktionen hinaus. Es gibt Möglichkeiten für Diskussionen und Umfragen. Außerdem können sie innerhalb der Community ihre Dokumente und Termine verwalten. Diese Informationen können wahlweise in offenen oder geschlossenen Gruppen erstellt und bearbeitet werden. Wie bei Wikis ist auch hier eine Versionskontrolle möglich.
Science is collaboration, so scientific social networks will facilitate and improve the way scientists collaborate. Cooperation on scientific publications can be facilitated through Wiki-like concepts.
Hinzu kommen an andere Wissenschaftler gerichtete Recommender-Funktionen:
Auf Mausklick können derzeit Publikationen empfohlen werden, die entweder Ähnlichkeiten zu eigenen Werken bzw. Forschungsschwerpunkten besitzen. Auch Verknüpfungen zu Wissenschaftlern mit ähnlichen Profilen können so herausgefunden werden. ResearchGate bietet für die Literaturempfehlungen eine Reihe angebundener Literaturdatenbanken
, die unter einer Oberfläche recherchiert werden können.
ResearchGATE versucht mit den Mitteln von Web 2.0 Vision von Wissenschaft 2.0 zu schaffen. Ihr Ziel beinhaltet eine Wissenschaft ohne anonyme Reviews, die auf dem Konzept von Open Access-Journlen eine qualtiative Forschung ermöglicht.
Science 2.0’s concepts will have to be developed with the science community. Change will happen. The question is just when and how.
Und natürlich sieht sich ResearchGATE als ein wichtiger Teil der neuen Wissenschaftskommunikation.
Quellen:
Herb, Ulrich: Science 2.0: Social Network für Wissenschaftler
via heise online
Towards connected science – Science 2.0
auf ResearchGATE.com
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Wie zitierfähig ist Wikipedia?
Kategorie: Informationskompetenz, Zitierregeln
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Die Frage stellt sich bei Wikipedia immer wieder. Es ist eine berechtigte Frage, die sich aber relativ leicht beantworten lässt.
Wikipedia ist eine Enzyclopädie, die ähnlich wie der Brockhaus oder die Britannica den Stand des Wissens widerspiegelt. Häufig sagt man, dass sie “Allgemeingut” beinhalten, das den Ist-Stand des Wissens in knapper und allgmeingültiger Form wiedergibt und als Nachschlagewerk eingestuft wird.
Bei der Wikipedia kommt hinzu, dass sie von “Allen” gestaltet wird, d.h. jeder kann auch sehr aktuelle Erkenntnisse dort niederschreiben, allerdings muss er dafür nicht unbedingt ein “ausgewiesener Experte” sein. Das heißt, es können sehr aktuelles aber auch falsches Wissen in die Beiträge eingeflossen sein. Das macht die Sache schwierig.
Enzyclopädien mit relativ kurzen Beiträgen, häufig auch nur als Lexika bezeichnet, werden auf keinen Fall zitiert, da hier nur das wichtigste Wissen stichpunktartig erklärt wird.
Enzyclopädien mit sehr ausführlichen Beiträgen können zitiert werden, wobei es meistens jedoch eine recht ausführliche Literaturliste gibt, die auf die verwendeten Artikel oder Bücher hinweisen. Hier empfiehlt es sich – auch wenn es mit Mehrarbeit verbunden ist – aus den Originalquellen zu zitieren.
Die Wikipedia, die sich als Online-Enzyclopädie versteht, hat im Gegensatz zu den anderen Enzyclopädien weitere Nachteile: Dass der Autor nicht immer ein Experte ist, hatte ich schon erwähnt. Ein Problem ist, dass die Identität des Autors nicht immer ermittelt werden kann. Man kann bei der Wikipedia auch anonym Beiträge ändern.
Das nächste Problem ist die schnelle Veränderbarkeit eines Beitrages. Es gibt zwar ein Archiv, welches eines Logbuches gleich, Änderungen nachvollziehbar macht, aber es macht die Arbeit unnötig kompliziert.
Die Wikipedia ist ein guter Einstieg in die Recherche, um sich einen groben Überblick über ein Thema zu verschaffen. Sie erfordert jedoch ein hohes Maß an Vorwissen, um zu entscheiden, ob das, was im Text steht, sachlich richtig ist oder nicht.
Die Wikipedia bittet die Autoren darum, die Quellen mit denen sie gearbeitet haben, mit anzugeben. Hier findest du also erste relevante Literatur, mit der du weiterarbeiten kannst. Häufig sind es frei zugängliche Zeitschriftenartikel oder Bücher zum Thema, die in vielen Fällen einen weiteren Überblick zum Thema geben.
Fazit:
Zitierfähigkeit: nein
Einstieg ins Thema: ja
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Themenhäufigkeit und Literaturlage
Kategorie: Informationskompetenz, wissenschaftliches Arbeiten
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Ob dein Thema häufig bearbeitet wurde, hat Auswirkungen auf die Literaturarbeit und deine Eigenleistung.
Gründe für die unterschiedliche Bearbeitungshäufigkeit sind:
Du hast ein Modethema, mit dem sich zur Zeit sehr viele beschäftigen.
- Es gibt sehr viel aktuelle Literatur bzw. Projekte dazu.
- Du musst sehr viel lesen, um tagesaktuell zu sein.
- Eine genauere Einschränkung/Spezifizierung des Themas kann sich als hilfreich erweisen.
- Du kannst auf bestehende Konzepte zurückgreifen, die du aber kritisch auf ihre Eignung hin prüfen solltest.
Dein Thema wurde eine zeitlang aktiv bearbeitet, aber in letzter Zeit ist es wenig bearbeitet worden.
- Es gibt viel ältere Literatur dazu.
- Du musst viel lesen, aber auch nach ähnlichen aktuelleren Problemen/Lösungen suchen mit aktueller Literatur.
- Eine Ausweitung/Einschränkung des Themas kann hilfreich sein.
- Du musst bestehende alte Konzepte/Methoden daraufhin überprüfen, ob sie nicht durch neuere Konzepte/Methoden abgelöst werden können, um dein Problem/Thema effektiv und effizient zu bearbeiten.
Du hast ein Thema, mit dem sich bisher kaum jemand beschäftigt hat.
- Es gibt wenig Literatur, die sich direkt mit deinem Problem beschäftig haben.
- Du musst hier nach ähnlichen Problemen/Lösungen suchen, um Literatur zu finden.
- Eine Ausweitung des Themas kann hilfreich sein.
- Du musst bestehende Konzepte/Methoden auf ihre Anwendbarkeit auf dein Problem hin überprüfen oder ein eigenes Konzept/eine eigene Methode entwickeln.
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Wie zitierfähig ist Google Books?
Kategorie: Informationskompetenz, Suchmaschine
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Hm, die Frage dachte ich, stellt sich nicht. Allerdings tauchte sie bei Suchanfragen ans Blog immer wieder auf. Daher soll es hier eine Antwort geben.
Google Books hat zum jetzigen Zeitpunkt etwa sieben Millionen Bücher im Index, die per Volltextsuche durchforscht werden können. Volltextsuche heißt, dass alle Seiten als Volltext indiziert worden sind. Es heißt jedoch nicht, dass man alle Bücher auch im Volltext angezeigt bekommt.
| Bibliothek (Google Library) | Bibliothek (Google Library) | Verlag (Google Print) |
| Urheberrechtsschutz abgelaufen | urheberrechtlich geschützt | urheberrechtlich geschützt |
| Anzeige im Volltext | keine Anzeige/ Anzeige in Auszügen | Anzeige in Auszügen |
Google Books ist rein theoretisch schon daher keine Zitiergrundlage, da von vielen Büchern nur Auszüge vorliegen oder überhaupt keine Vorschau möglich ist. Sie erhalten allenfalls eine Bestätigung, dass sich das Zitat auf einer bestimmten Seite, in einer bestimmen Randnote befindet. Das Zitat selbst ist damit noch nicht überprüft!
Google Books bildet zwar die Orignale ab und man könnte dann daher davon ausgehen, dass der gefundene Ausschnitt in dem angegebenen Buch auch wirklich auf Seite xy steht. Das mag sein, aber zum wissenschaftlichen Arbeiten gehört auch, das Umfeld des Zitates zu evaluieren. Denn wenn der Autor dieses Zitates hier gerade etwas Gegenteiliges zu seiner eigentlichen Meinung darlegen wollte, zitiert man zwar vermutlich formal korrekt, inhaltlich jedoch verfälschend. Zitate dürfen in diesem Sinne nicht aus dem inhaltlichen Kontext herausgelöst werden.
Sollte das Buch im Volltext vorliegen – das tut es meist, wenn die Schutzfrist der Urheberrechte abgelaufen ist und das Werk gemeinfrei ist. Hier kann man das Buch in einer vollständigen, zitierfähigen Form einsehen. In diesem Fall zitieren Sie das Buch und können dann als nächstes optional angeben, dass Sie das Buch elektronisch bei Google Books eingesehen haben. Bedenken Sie jedoch, dass die Bücher meistens sehr alt sind und sich eher für eine historische Arbeit oder einen historischen Überblick eignen.
Die feinere Form ist es, sich das Buch, auf das man über Google Books aufmerksam geworden ist und bei dem man Dank der Ausschnitte und Angaben feststellen konnte, dass es für einen wichtig ist, über die Bibliothek zu besorgen, z.B. als Leihe vor Ort oder aus den Verbundbibliotheken, bzw. per Fernleihe.
Google Books ist wie eine Datenbank ein Nachweisinstrument, das auch z.T. die Volltexte in einer einheitlichen Umgebung zur Verfügung stellt. Sie würden an Stelle einer anderen Datenbank auch nicht diese Zitieren sondern die entsprechende Quelle.
Daher zitiert man nicht Google Books sondern die Originalquelle. Wenn Sie einen Link zu Google Books angeben, legen Sie offen, welche Version des Buches genau angeschaut wurde und Sie erleichtern damit anderen Nutzern den Zugang zum Buch.
Eine Zitierfähigkeit von Google Books ist zu verneinen. Auch einen Einstieg ins Thema erhält man mit einer Recherche in Google Books nur bedingt. In Google Books ist derzeit eher eine zusätzliche Recherchemöglichkeit zu sehen, die zu weiterer Literatur führt.
Google feierte vor wenigen Tagen eine Vergleich zwischen dem Unternehmen und den Verlagen. Stolz berichtet Google, dass sie nun zukünftig Volltexte von vergriffenen Büchern anbieten dürfen.
Im Rahmen dieser Vereinbarung können wir nun diese vergriffenen Bücher zur Vorschau, zum Lesen und zum Kauf in den USA zur Verfügung stellen. Die permanente Verfügbarkeit vergriffener Bücher sicherzustellen war einer der Hauptgründe, weshalb wir dieses Projekt ins Leben gerufen haben.[1]
Wichtiger Punkt des Vergleiches ist:
Der vorgeschlagene Vergleich autorisiert Google ebenfalls dazu, öffentlichen Bibliotheken sowie Bibliotheken in Einrichtungen für höhere Bildung einen kostenlosen Zugang zu der Bücherdatenbank zu gewähren.[2]
Das gilt allerdings nur für die USA. Eine Entscheidung für Deutschland / Europa muss noch abgewartet werden.
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Studentenprojekt zum Wissenschaftlichen Schreiben
Kategorie: Informationskompetenz, Leseempfehlung, Zitierregeln
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Eine Hausarbeit zu schreiben ist eine kleine Staatsaktion, eine Abschlussarbeit zu verfassen hingegen ein Staatsakt. Zumindest ist das in meiner Erinnerung so, die noch recht frisch ist. Probleme lassen sich da nicht auf sich warten. Formalia, optionale Gestaltungsmöglichkeiten, Inhalt – alles muss in eine ansprechende Form gebracht werden und gerade die formalen Dinge sollten keine Zeit kosten.
Ich bin eine geübte Schreiberin und hab mich auch nicht mit Microsoft Word gestritten, aber damit bin ich wohl aus Erfahrung heraus eine Ausnahme und lerne immer wieder etwas hinzu. Mit jeder neuen Version wird Word komplizierter und umfangreicher. Formatvorlagen, die Unis zur Verfügung stellen, sind auch nicht immer sehr hilfreich, sondern gerade für den wenig geübteren Schreiber eine Herausforderung, die Zeit kostet, entmutigt und zu altgewohnter Bastelei verleiten. Zu diesem Zeitpunkt ist man dann noch lange nicht beim Literaturverzeichnis angekommen, dass ja nur so gespickt ist mit Schwierigkeiten. Meine Schwester hat mir da so manches Stündchen Arbeit beschäftigt.
Um so besser ist, wenn Studenten Studenten helfen. Mit dem Projekt Wissenschaftliches-arbeiten geben sie eine “Anleitung zum Schreiben einer Hausarbeit”.
Punkte der Seite sind:
- Aufbau der Hausarbeit
- Zitierfähigkeit
- Zitierregeln
- Organisation
- Layout
.
Die kölner Studenten bieten zudem Vorlagen für die Hausarbeit an, um den formalen Anforderungen gerecht zu werden.
Sehr gut gefallen hat mir, dass die Studenten scheinbar aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz berichten, z.B. wenn es um das Zitieren von Internetquellen gibt und der leidigen Frage, wo man bei langen URLs den Zeilenumbruch macht.
c) Umbruch in der URL
Gerade bei langen Internet-Adressen (URLs) kann es vorkommen, dass die Adresse nur mit einem Umbruch (also in mehr als einer Zeile) dargestellt werden kann.
Anstelle des Einfügen eines Bindesstrichs – wie bei der Silbentrennung am Zeilenende – empfehlen wir, den Umbruch unmittelbar nach einem Slash („/“) einzufügen und die URL ohne weiteren Hinweis in der nächsten Zeile weiterzuführen.
Für die, die sich selbst prüfen wollen, gibt es auch ein Quizz auf den Seiten:
Vermisst habe ich allerdings ein paar Worte zum “Geistigen Eigentum” (Urheberrecht) und Plagiatismus. Wo sind hier die Grenzen? Bis zu welchem Grad bewege ich mich noch im gesetzlichen Rahmen? Dies ist besonders notwendig, wenn man solche Werbung einblendet:
Hinweis durch:
Stabenau, Edlef: Anleitung zum Schreiben einer Hausarbeit via netbib weblog bereits am 14.10.2008

