Chancengleichheit beim Zugang zu Bildung und Information

Die UNESCO setzt sich dafür ein, dass die Chancengleichheit beim Zugang zu Bildung und Information auch bei Neuen Medien.
Die Deutsche UNESCO-Kommission sieht in den heutigen “Informations- und Kommunikationstechnologien große Potenziale für die Förderung von Wissensgesellschaften”. Im gleichen Satz ihres Artikels zur “Resolution der 68. Hauptversammlung der Deutschen UNESCO-Kommission” stell sie aber auch fest, dass der Digital Divide, d.h. die Ungleichheit in Bezug auf einen freien und fairen Zugang zu Wissen, noch nicht überwunden ist.

Wissensgesellschaften im Sinne der UNESCO setzen voraus, dass Chancengleichheit für alle für den Zugang zu Bildung und Information ebenso gewährleistet ist wie Meinungsfreiheit und kulturelle Vielfalt.

Aus diesem Grund appeliert die Kommission unter anderem auch an Bund und Länder und die zuständigen Institutionen “auf die Verwirklichung dieser Chancengleichheit hinzuwirken” und insbesondere (für Bibliotheken und Wissenschaft interessant)

  • an die Bundesregierung und die Länder, die rechtlichen und organisatorischen Bedingungen dafür zu schaffen, dass das in Bildung und Wissenschaft geschaffene Wissen unter Berücksichtigung urheberrechtlicher Belange in den öffentlichen Raum einfließen kann und die in Bildung und Wissenschaft Tätigen die für ihre Arbeit notwendigen Informationen frei und fair nutzen können;
  • an die Bundesregierung und die Länder, die entsprechende Empfehlung der Enquetekommission ‘Kultur in Deutschland’ umzusetzen und Bibliotheken als wesentliche Garanten für freien Informationszugang und gleiche Bildungschancen für alle anzuerkennen, sie finanziell dauerhaft und in ausreichender Höhe auszustatten und sie gleichzeitig stärker in entstehende und zukünftige Bildungskonzepte einzubinden und all dies über Bibliotheksgesetze abzusichern.

Quellen:
Deutsche UNESCO unterstützt Forderung nach Bibliotheksgesetzen via Nachrichten für öffentliche Bibliotheken in NRW

Chancengleichheit beim Zugang zu Bildung und Information durch neue Medien, Deutschen UNESCO-Kommission e.V.

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Musik zum Wochenende

Elke hat schon im IBI-Weblog auf den Song hingewiesen. Danke 🙂

Der richtige Song, um danach beruhigt die Bibliothek abzuschließen und nach Hause zu wandern…


[Korrektur zur Verbesserung des Datenschutzes. Umstellung Youtube-Video auf “privacy-enhanced mode”: 03.06.2018]

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Alte deutsche Bibliotheksbestände in Georgien entdeckt

Einem Fernsehteam des mitteldeutschen Rundfunks (MDR) gelang bei Recherchen in der georgischen Hauptstadt Tiflis eine sensationelle Entdeckung: ein Geheimarchiv mit Beutekunst aus Deutschland:

In einem bunkerähnlichen Gebäude in Tiflis (Georgien) befänden sich mehrere tausend, teils uralte Bücher aus Deutschland von unschätzbarem Wert, teilte der MDR gestern mit. Darunter seien auch Bände aus der Leopoldina in Halle (Sachsen-Anhalt).

Die Bücher aus dem Zeitraum 1477 bis 1940 seien nach Angaben des MDR in einem sehr schlechten Zustand (Feuchtigkeit, Schimmel).
Zu dem Fernsehteam gehörte auch ein Mitarbeiter des Berliner Kurier, der gestern ebenfalls über den Fund berichtete.

via mdr und ORF

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Entwurf eines Musterbibliotheksgesetzes durch den DBV

Die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages “Kultur in Deutschland” spricht den Ländern folgende Empfehlung aus:

“Aufgaben und Finanzierung der öffentlichen Bibliotheken in Bibliotheksgesetzen zu regeln. Öffentliche Bibliotheken sollen keine freiwillige Aufgabe sein, sondern eine Pflichtaufgabe werden.” (BT Drs 16/7000, S. 132)

Augenscheinlich tun sich die Länder aber mit einer Umsetzung recht schwer.

Der DBV veröffentlichte sein “Musterbibliotheksgesetz des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. vom 9. April 2008” im – und PDF-Format.

Der Entwurf wurde in enger Anlehnung an den Entwurf des Thüringischen BibliotheksgesetzesPDF entwickelt.

Man fordert für auch künftig leistungsstarke und innovative ÖBs, dass folgende Regelungen Eingang in die Bibliotheksgesetzgebung der Ländern finden müssen:

1. Pflicht der Kommune zum Angebot und zur Unterhaltung einer Bibliothek mit für die Weiterentwicklung notwendigen materiellen und finanziellen Ausstattungen und fachlich ausgebildetem Personal.

2. Definition der Bibliothek als eigenständige und kooperierende Bildungseinrichtung.

3. Pflicht zum Angebote von Dienstleistungen und Bestandserweiterung unter Berücksichtigung aller neuen Entwicklungen auf dem Medien- und Informationsmarkt.

4. Entwicklung eines auch örtlich definierten Netzes von Bibliotheken unter Einbeziehung aller Bibliothekstypen, so auch der Schul- und Spezialbibliotheken sowie kirchlichen Bibliotheken, im gesamten Territorium des Landes Thüringen, einschließlich der gesetzlich geregelten Trägerschaft der Landesfachstelle für öffentliche Bibliotheken.

5. Pflicht des Landes zur Förderung sowie eine klare Regelung der finanziellen Beteiligung des Landes an der Aufrechterhaltung eines flächendeckenden Netzes Öffentlicher Bibliotheken sowie die Einstellung entsprechender Mittel in den Etat des zuständigen Fachministeriums.

6. Maßnahmen zur Bewahrung des kulturellen Erbes und zur Bestandserhaltung sind einer besonderen Wertung zu unterziehen und durch Landesmittel ausdrücklich sicherzustellen und zu fördern.

Aufmerksam geworden:
DBV: Musterbibliotheksgesetz veröffentlicht via Nachrichten für öffentliche Bibliotheken in NRW

Quelle:
Der Weg zu einem Bibliotheksgesetz in Deutschland auf den Seiten des DBV

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Onleihe in Berlin

Als ich im IBI-Weblog las, dass die Berliner Öffentlichen Bibliotheken jetzt auch die Onleihe anbieten, wollte ich das als stolze Besitzerin eines Bibliotheksausweises gleich mal testen. Das Ergebnis ist leider ernüchternd: das Angebot ist relativ klein, besonders was die Kategorie E-Paper angeht (ok, gerade erst gestartet). Noch dazu gibt es relativ wenig Exemplare bspw. des SPIEGELS, weshalb sich die Vormerkungen häufen. Also hab ich mir etwas ausgesucht, was der Saison gänzlich unangemessen ist und demzufolge auch nicht ausgeliehen war: Charles Dicken’s Weihnachtslied in Prosa. Der Ausleihvorgang verlief soweit reibungslos, auch wenn ich es seltsam fand, dass zweimal nacheinander auf dem Button “Jetzt ausleihen!” stand. Ein “weiter mit der Ausleihe” o.ä. wäre weniger verwirrend, zumal man freundlich darauf hingewiesen wird, dass das gewählte Medium nur 30 min im “Bibliothekskorb” verbleibt. Dies geschieht aber eben, wenn man bereits annimmt, das Medium ausgeliehen zu haben. Naja. Nach dem Klick auf den Download-Button suchte der Browser erstmal eine ganze Weile nach dem Server, um mir dann zu verkünden: “File does not exist”. Interessant. Nach einem Reload bekam ich dann die Nachricht, dass der Server überlastet sei. Erst nach einigem Warten und nochmaligem Reload befindet sich nun die Datei auf meinem Rechner, für 7 Tage und 9 Stunden.
Sicherlich kann man anführen, dass der Dienst selbst noch recht neu ist und auch erst nach und nach das Angebot erweitert werden kann. Die technische Umsetzung lässt jedoch zu wünschen übrig, auch die Beschränkung auf den Media Player zur Wiedergabe ist ungünstig, was aber bereits kritisch diskutiert wurde.
Alles in allem kann ich nun einige Kritik von Herrn Graf nachvollziehen, aber mal schauen, was die Zukunft bringt in puncto Onlineangebote speziell an Öffentlichen Bibliotheken.

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Bibliotheken in der Wissensgesellschaft

Welche Aufgaben besitzen Bibliotheken und welche Aufgaben müssen sie in einer Wissensgesellschaft übernehmen? Im Rahmen einer Tagung des internationalen Dachverbands der Bibliotheksvereinigungen (IFLA) diskutieren mehrere hundert Experten im Auswärtigen Amt über diese Problematik.

Eine moderne Gesellschaft ohne ein funktionierendes System von Bibliotheken sei nicht vorstellbar, verglich Erler [in seiner Begrüßungsrede] die zumeist staatlichen Einrichtungen in den Worten von Altkanzler Helmut Schmidt mit “geistigen Tankstellen einer Nation”.

Programmpunkte des 2. IFLA Presidential Meeting 2008 unter dem Motto “Free Access and Digital Divide – Herausforderungen für Wissenschaft und Gesellschaft im digitalen Zeitalter “ sind:

  • Die gesellschaftliche Verantwortung im Informationszeitalter
  • Bibliotheken: Partner für Wissenschaft und Gesellschaft in Zeiten veränderter Informationsanforderungen
  • Kommerzialisierung versus Öffentliche Förderung? Grenzen und Chancen der Informationsversorgung
  • Literaturversorgung für Wissenschaft und Gesellschaft
  • Digitalisierung im kulturellen und gesellschaftlichen Kontext
  • Working Nets: Der Aufbau internationaler netzbasierter Forschungsumgebungen

Auch morgen wird sich noch einmal eingehend mit Themen wie Open Access, Fragen zum Urheberrecht und Lizenzen, den Informationsanforderungen heute, den Grenzen des Machbaren sowie der Digitalisierung beschäftigt. Dabei wird auf eine aktive Zusammenarbeit von Wissenschaft und Forschung, Bibliotheken, Unterhaltsträgern und den gesellschaftlichen und politischen Kräften gedrungen. Es wird der Frage nachgegangen: Wo sind die Grenzen, wo die Möglichkeiten?

Quellen:
Free Access and Digital Divide
Krempl, Stefan: Bibliotheken überdenken ihre Rolle in der Wissensgesellschaft via heise online

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Informationskompetenzen – nur wissenschaftlich notwendig?

Ich bin momentan dabei mich ein wenig mit der Frage von Informationskompetenz (IK) und den dazu benötigten Teilkompetenzen zu beschäftigen. Die Fragestellung betrifft dabei vor allem die Informationskompetenz bei Facharbeitern in kleineren und mittleren Betrieben.
Dabei ist mir eine Sache aufgefallen: Wenn es um Informationskompetenz geht, beschäftigt man sich immer mit der von Schülern oder Lehrenden und Studierenden.
Thomas Hapke spricht in einem Artikel sogar schon von der “Informationskompetenz 2.0” (Hapke, S. 5). Er versteht unter IK 2.0 das “Verständnis für das gesamte System wissenschaftlicher Information”. Dies mag für Schüler und darunter die angehenden Studierenden und Wissenschaftler sicherlich von immenser Wichtigkeit sein.
Die Kritik zielt nicht auf den ganzheitlichen Ansatz dieser Definition von IK, der im Vergleich zur klassischen IK zu begrüßen ist, sondern auf das Vergessen der Fachkräfte, die bereits in Firmen, Behörden etc. arbeiten. Welche Angebote gibt es von Bibliotheken zur Unterstützung einer fachspezifischen, berufsfeldbezogenen IK für Berufsschüler, Berufsanfänger (nicht Auszubildene) und vor allem für diejenigen, die fest in betriebliche Abläufe eingebunden sind?

Hapke, Thomas : Informationskompetenz 2.0 und das Verschwinden des “Nutzers”, 2007, Preprint zum Themenheft Bibliothek 2.0 der Zeitschrift “Bibliothek – Forschung und Praxis”

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Brandenburg hält sich raus

Das Land Brandenburg will sich nicht in die Kulturpolitik der Kommunen einmischen, berichtet die “Märkische Allgemeine”.

Deutschland überlässt es allein dem Horizont von Lokalpolitikern, ob eine öffentliche Bibliothek Bestand hat und wie sie ausgestattet ist. Mehr als die Hälfte der hauptamtlich geführten Büchereien in Brandenburg befinden sich in Kommunen unter 10 000 Einwohnern und müssen sich als Verschiebemasse im ewigen Verteilungskampf behaupten.

Wird das den Bibliotheken und ihrer kulturpolitischen Bedeutung gerecht? Erschreckend, womit Politiker sich eigentlich nicht beschäftigen wollen. Da hat man den Weckruf von Bundespräsident Köhler wohl überhört und versteckt sich nun hinter einem “Ich-bin-nicht-zuständig”, das auf Dauer dem Land schaden wird, wenn nicht beherzte Lokalpolitiker hier die Notwendigkeit einer Bibliothek in ihrer Kommune erkennen. Bibliotheken sind Zukunft und nicht Vergangenheit, Notwendigkeit und nicht Luxus. Das sollte man bei jeder Entscheidung bedenken.

Bibliotheken sind eine Investition in die Zukunft des Landes Brandenburg, in dem noch fast die Hälfte der Bevölkerung keinen Zugang zum Internet hat.

Es ist nicht einfach nachzuweisen, dass Bibliotheken – auch vom wirtschaftlichen Standpunkt her – eine lohnende Investition sind. Die Fachhochschule Potsdam hat das kürzlich versucht. In einer Studie rechnet sie vor, dass sich jeder in eine Bibliothek investierte Euro am Ende 5,6-fach auszahlt.

Quelle: Saab, Karim: Für die öffentlichen Bibliotheken sind in Brandenburg allein die Kommunen zuständig in Märkische Allgemeine

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Die Bibliothek des Jahres in der Presse

In der heutigen Ausgabe der Berliner Zeitung findet sich ein Artikel zur Bibliothek des Jahres, der Gefangenenbücherei der JVA Münster.

Nur einmal in der Woche dürfen die Gefängnisinsassen für zehn bis fünfzehn Minuten ihre Bibliothek unter Aufsicht in kleinen Gruppen besuchen, die Abteilungen bleiben dabei unter sich, um unerwünschte Kontakte und Konfliktpotenzial zu vermeiden. Zwar gibt es Kataloge, um eine Vorauswahl zu treffen, doch führte das lange dazu, dass viele Bücher kaum in die Hand genommen wurden, weil ihr bloßer Titel niemanden ansprach. “Seit wir die Präsentation verbessert haben und die Themen klarer sind, probieren Insassen viel häufiger Neues aus”, berichtet Gerhard Peschers, seit fünfzehn Jahren Bibliothekar der JVA Münster.

Gelobt wurde die Bibliothek unter seiner Leitung auch für ihre konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Gefangenen. Zensur gibt es – internationalen Richtlinien folgend – kaum: “Wie aus jeder öffentlichen Bibliothek sind links- und rechtsradikale Literatur ausgeschlossen; außerdem Sektenschriften, Pornografisches und natürlich Anleitungen zum Waffenbau.” Doch es gibt keine indirekte Einflussnahme, kein Anempfehlen von moralisch wertvoller Literatur.

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