Weimarer EDOC-Tage 2011: Verlagssicht auf E-Books

Begonnen hat Herr Prof. Dr. von Lucius1 das Thema E-Book und seine Auswirkungen auf Verlage kleinerer und mittlerer Größe zu betrachten. Er sprach über die Perspektiven der Verleger im digitalen Zeitalter, um einen Dialog darüber in Gang zu bringen und ein aktuelles Bild der Probleme der Verleger in seinen verschiedenen Faszetten zu zeigen.

Kernaussage und Einstieg war: WIR STEHEN GANZ AM ANFANG! Trotz jahrelanger Diskussionen hat man noch keine Lösungen und da wo Lösungen gefunden wurden, sind auch neue Probleme identifiziert worden. Galt bei gedruckten Medien noch CONTENT IS THE KING, ist dies bei digitalen Inhalten jetzt anders. Heute können Inhalte über viele Kanäle bezogen werden und es ist eher von einer Inhalteflut zu sprechen. Verlage müssen versuchen über angebotene Zusatzfunktionen konkurrenzfähig zu bleiben. Hier ist ein großes Problem, dass passende Geschäftsmodelle fehlen oder nur sehr zögerlich umgesetzt werden.

Verlage stehen z.B. vor der Frage, wie geht man mit den sozialen Netzwerken um, in denen momentan große Mengen an Informationen kursieren. Hier beschränken sich die Aktivitäten der Verlage eher auf eine neue Form der PR und des Marketing. Wenn ich an dieser Stelle einmal die Zuwächse betrachte, die bei uns in der Bibliothek im Bereich Marketing passieren, behandeln viele Bücher das Thema Multimediamarketing. Herr von Lucius konnte an dieser Stelle jedoch aus eigener Erfahrung und eigenen Gesprächen mit Verlagskollegen keine funktionierenden Geschäftsmodelle benennen, d.h. Verlage, die damit momentan Geld verdienen und nicht nur Geld investieren.
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  1. Inhaber von Lucius & Lucius, einem kleinen Fachverlag für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Soziologie []

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Eröffnung der Weimarer EDOC-Tage 2011

Es herrscht gespannte Ruhe, erste Bilder flimmern beeindruckend auf der großen Leinwand im Audimax im Gebäude der Universitätsbibliothek Weimar. Der Saal hat sich jetzt doch langsam gefüllt und so langsam geht es los mit den Weimarer EDOC-Tagen zum Thema „Alles digital? – E-Books in Studium und Lehre“.

Prof. Dr. Matthias Maier stimmt die Teilnehmer mit drei Thesen auf die Inhalte der Konferenz ein.

These 1: Technologien verändern unsere Welt.
These 2: Es geht nicht allein um Apparate und Technik.
These 3: Es kann spannend werden mit heißen und eventuell hitzigen Debatten in Weimar.

These 1: Technologien verändern unsere Welt.

Computer sind heute auf unserem Schreibtisch zu finden, Handys begleiten uns im Alltag und schaffen somit eine ständige Erreichbarkeit, die heute normal für uns ist. Die Technologien beeinflussen nicht nur unsere Art zu recherchieren, sondern beeinflussen auch unsere Art zu studieren, zu lernen und zu lehren. Als Beispiele dafür führte Maier die Entwicklung des Buchdrucks, des Zettelkasten von Luhmanns, Google & Co an, aber auch das Bücherrad und das Mikrofiche-Lesegerät, die alle ihre Zeit hatten.

Anhand des Bücherrades machte er deutlich, wie dies damals das erste sequentielle Lesen von Folianten erlaubte.

Bücherrad

Bücherrad

Das Bücherrad hat die Art zu lesen und auch wissenschaftlich zu arbeiten beeinflusst. So wurde erst eine Vorauswahl an Werken getroffen und dann wurde in dieser Auswahl weiter selektiert. Der Apparat legte auch die Haltung, Rezeption und Arbeit desjenigen fest, der in diesem Apparat saß. So wurde das Lesen und Schreiben a) durch die Vorauswahl und b) durch die Zahl der rezepierten Bücher nachhaltig beeinflusst.

Das Bücherrad hat sich nicht durchgesetzt, aber bereits die Idee von Multimediasystem ist darin enthalten, denn auch heutige Systeme greifen die Idee, verschiedene Medien zu nutzen, immer wieder auf.

Für das Scheitern des Bücherrades gibt es sicherlich verschiedene Gründe, seien es zu hohe Kosten bei der Anschaffung, eine umständliche Benutzung, keine Produktion durch fehlende Anreize? Dies bringt uns zu These Nr. 2:

These 2: Es geht nicht allein um Apparate und Technik.

Wichtig sind verschiedene Faktoren, wie diese Techniken einsetzbar und verwendbar sind. Damit nimmt die Technik nicht nur Einfluss auf die kulturelle Praxis der Wissensgewinnung und -vermittlung, sondern ist auch deren Einfluss und deren Akzeptanz unterworfen. Daneben spielen aber auch soziale (es ist modern, ein iPad zu besitzen und ich bin damit ein Vorreiter) und ökonomische Faktoren (Geld für die Anschaffung) eine Rolle. Auch das Design ist ein ausschlaggebender Faktor.

Es gibt zahlreiche Faktoren, die notwendig sind, damit ein neues Angebot erfolgreich ist.

  • Mit welchen Apparaten, Techniken und Dingen haben wir zu tun?
  • Welche Performanz haben diese Geräte?
  • Wie steht es mit der Akzeptanz und kulturellen Praxis?
  • Welche Funktionen und Standards gibt es für E-Books und wie beeinflussen die die Arbeit damit?
  • Bleibt das Buch ein Buch bei E-Books oder gibt es (sinnvolle) Erweiterungen?
  • Ist das E-Books ein Substitut des Buches oder wie stellt sich das Verhältnis vom Buch zum E-Book dar?
  • Welche neuen Akteure wird es geben? Welche Alten verlieren ihren Einfluss?
  • Welche neuen Geschäftsmodelle, welche neuen Akteursnetzwerke werden entstehen und wer hat schließlich die „Macht“?
  • Wie gestalten sich die Kostenverhältnisse?
  • Welche Rechte und welchen Nutzen haben Ersteller, Nutzer usw.? Dies ist vor allem eine Frage der Zahlungs- und Herstellungsbereitschaft.
  • Welche Aufgaben werden Bibliotheken zukünftig haben?

Dies sind jede Menge Fragen. Heute gibt es bereits verschiedene Erfahrungen, aber noch keine fertigen Vorstellungen. Daher müssen diese vielen Fragen erst noch beantwortet werden. Maier betont, dass das Ziel der Veranstaltung ein offener Austausch sei und er hob den experimentellen Werkstattcharakter hervor. Womit er seinen Beitrag mit der 3. These schloss:

These 3: Es kann spannend werden mit heißen und eventuell hitzigen Debatten in Weimar.


Als zweiter Gastgeber der EDOC-Tage begrüßte Dr. Frank Simon-Ritz als Direktor der Universitätsbibliothek seine Gäste. Er sprach darüber, dass die Veranstaltung aus der Zusammenarbeit von Studierenden und Professuren des Lehrstuhls für Medienmanagement mit der Universitätsbibliothek entstanden ist. Mit dem Projekt „EDOC – Meine Bibliothek. Überall.“ Wollte man ein reflexives und aktives Begleiten der Veränderungen ermöglichen, gerade in den Zeiten einer „digitalen Datenflut“, mit der sich auch eine kleine Universitätsbibliothek wie die der Bauhaus-Universität auseinandersetzen muss. Simon-Ritz sieht durch die Kürzung des Sachmitteletats der Bibliothek um 23 % den Trend hin zu elektronischen Medien beschleunigt. Daran hängen aber auch weitere Fragen, z.B. Welche Vorzüge haben elektronische Dokumente aus der Sicht der Nutzer?

Damit leitete er die Worte zu einer am 27.05. gestarteten Kampagne ein, die dazu anregen soll, sich mit elektronischen Dokumenten auseinander zu setzen. Elektronische Dokumente sind: genial. leicht. beliebt.

Sie sind genial durch die Volltext- statt Schlagwortsuche.
Sie sind Leichtgewichte, weil man sie überall, d.h. ortsunabhängig nutzen kann.
Sie sind beliebt bei Nachtschwärmen durch die Möglichkeit sie 24 Stunden, sieben Tage der Woche zugänglich zu haben.

Doch es ist gar nicht so einfach, digitale Dokumente zu finden, die häufig nur über verteilte Recherchemittel, z.B. OPAC, DBIS, EZB zu finden sind. Das sind zu viele Einstiegsportale, die außer den Bibliothekaren kaum einer noch versteht. Bibliotheken stehen daher vor der schwierigen Aufgabe, diese Zugänge zu bündeln, z.B. testet die UB der Bauhaus-Universität derzeit EBSCO Discovery und TouchPoint, um eine übergeordnete Recherche in einem Portal zu ermöglichen.

Ist derzeit wirklich „Alles Digital? – E-Books in Studium und Lehre“?

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De Gruyter testet Patron Driven Acquisitions-Modell mit dem Forschungszentrum Jülich

Der Wissenschaftsverlag De Gruyter und das Forschungszentrum Jülich haben sich zusammengefunden, um ein neues Erwerbungsmodell zu testen. Dafür erhält das Forschungszentrum Jülich für ein Jahr einen Testzugang zur Fachliteratur des Verlages, um über das „Patron Driven Acquisitions-Modell“ den Bedarf an “hochwertiger Forschungsliteratur ermitteln und helfen die Finanzmittel begründet einzusetzen”.
Während der Testphase stehen den ForscherInnen des Forschungszentrums sämtliche relevanten elektronischen Inhalte des Verlages, d.h. E-Books, Zeitschriften und Datenbanken zur Verfügung. Anhand der Nutzung wird dann die Bibliothek des Forschungszentrums darüber entscheiden, welche Inhalte dauerhaft erworben werden.

Für den Verlag stellt sich natürlich auch die Frage, ob man mit der Patron Driven Acquistion (PDA) nicht den Buchhandel verärgern würde.

PDA ist eine alternative Erwerbungsform, die den Patron, also den Bibliotheksnutzer, in den Vordergrund stellt. Die Bibliothek stellt eine Vielzahl von Inhalten über ihren Bibliothekskatalog zur Verfügung, es werden jedoch nur solche gekauft oder kurzfristig gemietet, bei denen der Nutzer ein akutes Nutzungsinteresse hat.

In den USA testet man schon recht aktiv dieses Modell. Hier in Deutschland können Bibliotheken mit E-Books der E-Book Library (EBL) dieses Verfahren anwenden. Die EBL und damit das Modell der PDA für Bibliotheken wird beispielsweise über EBSCO oder Schweitzer angeboten.

Die PDA ist eine Erwerbsform, die sich besonders für elektronische Medien eignet und die hilft, das Bibliotheksangebot auf die Bedürfnisse der Nutzer auszurichten, die schließlich am besten wissen, was sie benötigen. Für den Handel heißt das nicht automatisch, dass er aus der Kundenbeziehung ausgeschlossen werden, denn EBL und ebrary werden über entsprechende Aggregatoren zur Verfügung gestellt und ermöglichen es den Bibliotheken so, elektronische Inhalte gezielt und verlagsübergreifend zu erwerben.

De Gruyter hat sich für die direkte Zusammenarbeit mit einer Institution entschieden, die bisher noch kein elektronischen De Gruyter-Inhalte erworben hat, um eine innovative Angebotsform zu testen, die sich für die Angebote von De Gruyter besonders zu eignen scheint und die auch in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit von Bibliotheken eine deutliche Steigerung bedeuten kann.

Wenn Händler dieses Modellprojekt, das wir übrigens wissenschaftlich begleiten lassen, in Zukunft in ihr Angebotsportfolio aufnehmen, freuen wir uns und arbeiten mit dem Handel gern zusammen.

Neu bei dem PDA-Ansatz von De Gruyter ist, dass sich der Verlag nicht nur damit begnügt, E-Books darüber anzubieten, sondern auch Datenbanken und E-Journals. Ob eine Erhöhung der Wirtschaftlichkeit damit erreicht werden kann, muss sich zeigen. Als Schwierigkeit beim PDA-Ansatz sehe ich den Anspruch auf einen ausgewogenen Bestandsaufbau auch mit elektronischen Medien. Sicherlich können aktuelle Bedürfnisse rasch erkannt und befriedigt werden, jedoch kann es passieren, dass Werke zu “Randthemen”, die erst später benötigt werden, so aus der Erwerbungspolitik herausfallen.

Quellen:
Forschungszentrum Jülich und De Gruyter testen „Patron Driven Acquisition“ – und wird dem Buchhandel damit das Geschäft vermiest?, Buchmarkt.de
Katrin Siems zum neuen Erwerbsmodell-Test von deGruyter, Buchmarkt.de

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Gründe der E-Book-Verweigerer

E-Books in Bibliotheken sind ein heikles Thema. Mal kurz ein paar Skeptiker und mögliche Gründe1 für die E-Book-Verweigerung aufgezählt:

  1. Verlage:
    • Wir haben nicht die Infrastruktur für ein entsprechendes Angebot.
    • Der Schutz der Urheberrecht ist gerade in der digitalen Form ein großes Problem.
    • Unsere Autoren möchten nicht, dass wir ihre Texte als elektronische Bücher anbieten.
    • Es gibt keinen Markt für E-Books.
    • Es gibt keine Standards für Formate und Eigenentwicklungen brauchen Zeit und sind zudem sehr teuer.
    • Die technische Infrastruktur ist für den sicheren Vertrieb nicht geeignet.
    • Digital Rights Management ist zu teuer.
    • Wir warten noch ab, wie sich der Markt entwickelt.
    • Der Vorteil für den Nutzer wird überbewertet.
    • Die Kunden möchten E-Books nicht zum Preis eines Print-Buches.
    • E-Books kanibalisieren unser Hauptgeschäft mit den P-Books.
  2. Bibliotheken:
    • Die Verwaltung ist zu kompliziert.
    • Die Langzeitverfügbarkeit ist nicht gesichert.
    • Unsere Nutzer, Professor XY wollen weiterhin gedruckte Bücher.
    • Der Nutzer ist an eine Nutzung vor Ort gebunden. Da kaufen wir lieber Print-Bücher, da er die ausleihen kann.
    • Plagiaten wird so Vorschub geleistet, weil Copy & Paste so einfach sind.
    • Wir verlieren die Kontrolle über das, was unsere Nutzer damit machen und die Verlage könnten uns dann verklagen.
    • Durch den Lizenzwirrwar steigt keiner durch. Wir haben keinen Juristen dafür in der Bibliothek.
    • Unser Budget muss für die Grundversorgung reichen. Da können wir uns keine E-Books / E-Book-Pakete leisten.
    • Die technischen Voraussetzungen für DRM sind zu hoch. Wir können dafür keinen Support für unsere Nutzer anbieten.
    • Die Langzeitarchivierung ist für elektronische Bücher nicht gesichert.
    • Es gibt zu viele unterschiedliche Formate.
  3. Nutzer:
    • Dafür muss ich erst in die Bibliothek gehen, während ich das gedruckte Buch mit nach Hause nehmen kann.
    • Ich muss mich nochmal gesondert anmelden, um Zugang zum E-Book zu erhalten.
    • Dieser DRM-Kram stempelt mich von vornherein als Verbrecher ab.
    • Ich komme mit der Technik für DRM nicht zurecht und das ist mir alles zu umständlich.
    • Es liest sich so schlecht am Bildschirm.
    • Ich muss dazu am PC sitzen, weil aus DRM-Gründen das Buch nicht auf meinem E-Book-Reader zu lesen geht.
    • Ich kann die Seiten weder ausdrucken noch Textpassagen daraus kopieren.
    • Ich benötige etwas Greifbares.
    • Die tausend verschiedenen Formate nerven. Ich kann ja schließlich nicht für alles das passende Gerät da haben.

Weitere Ergänzungen an Vorurteilen zu dieser nicht ganz ernst gemeinten Sammlung sind jederzeit willkommen :cheesy:

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  1. Die Gründe sind rein exemplarisch und gelten nicht für jedes E-Book-Angebot. 😉 []

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Verleger kehren DRM nicht wirklich den Rücken

DRM von Adobe wird laut Johannes Haupt von Lesen.net bei 3/4 aller Großverlage eingesetzt, d.h. DRM ist ein Thema in Verlagen. Dass es in der Branche eine kleine Diskussionen zu diesem Thema gibt, zeigt sich nur mittelbar, so z.B. in der Meldung, dass der Campus-Verlag einen DRM-Verzicht verkündete.

Der Campus-Verlag erklärte, auf “harte” Digital Rights Management-Maßnahmen (DRE) verzichten zu wollen und dafür ein neues, digitales Wasserzeichen (Social DRM) von HGV einzusetzen, um so den Schutz der Urheberrechte bei seinen PDF-Büchern sicherzustellen.

Geworben wird mit der Unabhängigkeit von verwendeten Lesegeräten und den dadurch fehlenden technischen Hürden. Wissen muss der Käufer, dass beim Download ein individuelles Wasserzeichen erzeugt wird, welches eindeutig dem Käufer des PDFs zugeordnet wird. Dabei werden sichtbar und unsichtbar die PDF-Version des E-Books mit der Transaktionsnummer Ihrer Bestellung mehrfach markiert. So lassen sich zwar Kopien weitergeben, aber sie lassen sich immer zum Käufer des Ursprungdokuments zurückverfolgen, sollten illegale Kopien auftauchen.
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"The eBook User’s Bill of Rights" – Deutsche Übertragung

Die deutsche Übertragung “eBook User’s Bill of Rights” basiert auf dem Text der Librarian In Black Sarah Houghton-Jan.

Die “eBook User’s Bill of Rights” ist ein Statement zu den Grundfreiheiten, die jedem E-Book-Nutzer garantiert werden sollten.
Jeder E-Book-Nutzer sollte folgende Rechte besitzen:

  • das Recht, E-Books mit Lizenzen zu nutzen, die den Zugang über proprietäre Beschränkungen setzen
  • das Recht, E-Books auf jeder technologischen Plattform nutzen zu können, inklusive der Hard- und Software, welche die Nutzer dafür auswählen
  • das Recht, die Texte zu annotieren, Passagen zu zitieren, zu drucken und Inhalte des E-Books im Rahmen des Urheberrechts (und Fair Use) zu teilen/ zu verleihen
  • das Recht, dass der Erschöpfungsgrundsatz auch auf den digitalen Inhalt übertragen wird, so dass es dem E-Book-Besitzer erlaubt ist, das E-Book dauerhaft zu speichern, archivieren, zu teilen/verleihen und das erworbene E-Book wieder zu verkaufen

Ich glaube an den freien Markt für Informationen und Ideen.

Ich glaube, dass Autoren, Schriftsteller und Verleger gedeihen können, wenn ihre Arbeit in der breiten Palette an Medien verbreitet wird. Ich glaube, dass Autoren, Schriftsteller und Verleger florieren, wenn sie ihren Lesern den größtmöglichen Freiraum geben, Zugang zu ihren Werken zu erhalten und ihn mit anderen Lesern zu teilen. Dies hilft für diese Inhalte neue Zielgruppen und Märkte zu finden. Ich glaube, dass die Käufer eines E-Books das Recht des Erschöpfungsgrundsatzes genießen sollten, da E-Books Teil des größeren Eckpfeilers der Alphabetisierung, Erziehung und des Zugangs zur Information sind.

Digital Rights Management (DRM), wirkt wie der Zoll als ein Mechanismus, den freien Austausch von Ideen, Literatur und Information einzuschränken. Ebenso bedeuten die aktuellen Lizenzbestimmungen, dass der Leser niemals die vollständige Kontrolle über ihr eigenes, persönliches Lesematerial besitzen. Dies sind keine akzeptablen Bedingungen für E-Books.

Ich bin eine Leserin. Als Kunde bin ich berechtigt, mit Respekt und nicht als potentieller Krimineller behandelt zu werden. Als Verbraucher bin ich berechtigt, meine eigenen Entscheidungen zu treffen über das E-Book, welches ich kaufe oder leihe.

Ich bin besorgt über die Zukunft des Zugangs zu Literatur und Information in E-Books. Ich bitte Leser, Autoren, Verleger, Verkäufer, Bibliothekare, Software-Entwickler und Gerätehersteller, diese Rechte der E-Book-Nutzer zu unterstützen.

Diese Recht sind Eure. Nun ist es an Euch, Stellung zu beziehen. Helft, diese Inhalte zu verbreiten. Kopiert diesen ganzen Beitrag, fügt eure eigenen Kommentare hinzu, stellt es neu zusammen und verteilt es an andere. Bloggt, zwitschert es (#ebookrights), facebookt und emailt es und klebt es an Litfasssäulen, Telefonmasten und Schwarze Bretter.

Der Text steht in der englischen Fassung unter einer CC0-Lizenz, d.h. der ursprüngliche Autor verzichtet auf das Copyright und alle damit verbundenen Rechte an diesem Text. Diese Lizenz ist nach dem deutschen Urheberrecht nicht möglich, denn darf jeder diese deutsche Übertragung der “eBook User’s Bill of Rights” auch ohne Namensnennung nutzen.

Text in engl. zu finden (auch) hier:
Houghton-Jan, Sarah: The eBook User’s Bill of Rights, The Librarian in Black
Newman, Bobbi L.: The eBook User’s Bill of Rights #hcod #ebookrights, Librarian by Day
Woodworth, Andy: The eBook User’s Bill of Rights, Agnostic, Maybe

Siehe zu diesem Thema auch:

Cane, Mike: The eBook Buyer’s Bill of Rights, in Mike Cane’s iPad Test, 04.08.2010

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[Leseempfehlung] Österreichs Büchereiperspektiven mit Schwerpunktheft zur E-Bibliothek

Der Büchereichverband Österreich gibt die Fachzeitschrift “Büchereiperspektiven” heraus. Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe 4/10 ist dieses Mal “Die E-Bibliothek. Lesen auf einen Klick”.

Simone Kremsberger beschreibt auf zwei Seiten im ersten Beitrag “Library without Walls” virtuelle Bibliotheken in Österreich und internationale Best-Practice-Beispiel.

Helmut Windinger weist mit “Die digitale Bibliothek” kurz auf Chancen und Probleme bei der Nutzung derzeitiger E-Book-Angebot hin. Robert Luckmann spricht von “E-Books für das ganze Land” und stellt in seinem Beitrag das Onleihe-Angebot der Stadtbibliothek Salzburg vor, ohne jedoch die technisch verursachten Nachteile dieses Angebotes zu erwähnen. Roswitha Schipfer berichtet im Artikel “Guter Start – was nun?” von den Grazer Erfahrungen mit der Onleihe und den weitergehenden Zielsetzungen, um das Angebot zu verbessern. Das “Berufsbild ändert sich” stellt Verena Lenes, Zuständige für das Onleihe-Angebot der Stadtbibliothek Linz, im Interview mit Simone Kremsberger fest, während Katharina Marie Bergmayr, der Stadtbücherei Wien im Interview mit Frau Kremsberger feststellt, dass man mit der “Virtuellen Bücherrei Wien” “mit der Zeit geht“. Bis dahin liest man viel Werbung für das Onleihe-Angebot der Divibib und nur ganz selten verirrt sich ein kritischer Ton in die Beiträge, weil alle viel zu “froh” sind, ein digitales Angebot in dieser Form ihren Nutzern zur Verfügung stellen zu können.

Michael Bloch, Herwig Jobst und Gerald Wödl beschreiben wie mit der “Digitalen AK-Bibliothek” und dem Vertriebspartner Ciando eine gemeinsame Digitale Bibliothek für Österreich mit den Länderkammern der Arbeiterkammer gestartet werden soll. Zielgruppe hier sind „Special-Interest-Zielgruppen“ (z. B. Betriebsräte).

Jens Thorhauge berichtet über die Bemühungen in unserem Nachbarland Dänemarke “Digitale Bibliotheken
in Dänemark”
aufzubauen. Marian Korens schreibt über die Erfahrung bei Musik und E-Books der “Digitalen Services in den Niederlanden“. Deutlich werden hier die Anforderungen an einen solchen Service genannt, wenn es um Musik geht. Für E-Books wird dieser Service gerade erst aufgebaut.

Weitere Themen sind die neuen E-Reader, die jedoch einfach nur kommentarlos verglichen werden, ein Rückblick auf die E-Book-Lounge in der Hauptbücherei Wien aber auch veränderte Nutzung der Medien, z.B. das Lernen mit dem iPad, das Lesen mit dem Handy und das World Wide Book als interaktive Literatur im Netz.

Alle Beiträge der Zeitschrift “Büchereiperspektiven” lassen sich als PDF online lesen.

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Eine E-Book-Ecke in der Bibliothek – eine gute Idee?

Der Vorschlag richtet sich an Öffentliche Bibliotheken. Mary Minow, Bibliothekarin aus den USA und Autorin des LibraryLaw Blogs, schlägt vor, in der Bibliothek eine Ecke mit E-Book-Readern einzurichten. Diese sollten mit Bestsellern bestückt sein und kostenlos von Verlagen oder Händlern für die Nutzung in der Bibliothek zur Verfügung gestellt werden.

Ihrer Meinung nach läge der Vorteil für die Händler/Verleger darin, dass viele Leser E-Reader und ihre E-Book-Formate ausprobieren können. Da es ziemlich schwer ist, so ein Buch in einer Sitzung zu lesen, werden wohl viele Bibliotheksbesucher zu E-Book-Konsumenten. Außerdem würde das Image der Händler/Verleger verbessert, da sie als großzügige Spender der Öffentlichkeit bekannt werden.

Damit würde die Bibliothek zur Werbefläche von Verlagen und E-Book-Händlern. Wäre das wirklich wünschenswert für die Bibliothek? Was wäre der Vorteil für die Bibliotheken? Die Bibliotheksnutzer können natürlich E-Books und E-Reader ausprobieren. Sie können die aktuellsten Bestseller in einer angenehmen Umgebung lesen. Leser, die sich den Kauf von E-Books und Lesegeräten nicht leisten können, melden sich deshalb in der Bibliothek an, wo sie ohne Einschränkungen das Buch in der Bibliothek lesen können, beispielsweise nur eingeschränkt durch die Öffnungszeiten der Einrichtung.

Brian Herzog äußert sich sehr kritisch zu der Idee. Jedes E-Book-Modell, welches nicht auch eine Möglichkeit für Bibliotheken beinhaltet, E-Books zu verleihen, so dass Leser sie in Ruhe genießen können. Und wenn dies nicht nach den Regeln der Bibliothek möglich ist, so ist das sicherlich nicht gut für Bibliotheken und Bibliotheksnutzer.

Er hat recht, wenn er sagt:

I think libraries should be a complete resource in and of themselves, with patrons getting materials from us that they can use in a way that fits their needs.

Aber genau das scheint mit Angeboten wie den UTB-Studi-e-Books oder den E-Book/-Readern einer E-Book-Ecke in Bibliotheken passieren. Bibliotheken werden zu einem Show-Room, in dem Anbieter ihre Produkte glänzend präsentieren, um dann den Nutzern der Bibliothek damit Geld aus der Tasche zu ziehen. Das hat nichts mehr mit der Aufgabe der Bibliotheken zu tun, den Bürgern eines Landes Zugang zu Informationen zu gewähren. Wo ist da der Mehrwert für Bibliotheksnutzer, wenn sie einzig dazu dienen, den Menschen die Möglichkeit zu bieten, Geräte/Hardware auzuprobieren?

I do see the value in letting people try out devices before they buy, but libraries aren’t about devices (be it an ereader, printed book, DVD, whatever) – we’re about the information those devices contain (as an analogy, we don’t loan out Blu-ray players to let patrons test them to see if it’s worth buying).

Wichtiger ist, dass solange der Markt um die E-Books sioch noch nicht gefestigt hat, Bibliotheken um Modelle kämpfen, die auch Raum für die Aufgaben der Bibliotheken lassen, ihren Lesern Informationen zu liefern und ihre Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen.

In dem Sinne, Bibliotheken als Erfüller alter Geschäftsmodelle einzusetzen, in dem sie als Werbefläche für Verkaufsmodelle herhalten sollen, sind die E-Book-Ecken meiner Meinung keine gute Idee. Was diese Ecken sicherlich nicht schaffen werden, ist es, neue Leser in die Bibliothek zu locken, die auf Grund zu enger Öffnungszeiten bisher nicht gekommen sind oder eben deshalb fernbleiben, weil sie nicht lesen. Wenn es darum geht, technikaffine Menschen anzulocken, fürchte ich, reichen E-Reader nicht aus, weil diese Menschen so ein Gerät unter technischen Gesichtspunkten anschauen und dann kaufen. Sie kommen deshalb vielleicht nur ein einziges Mal in die Bibliothek, um sich über die Geräte zu informieren und dann sind sie wieder weg. Hier greift das Modell zu kurz. Für sie würde die Bibliothek nur Sinn machen, wenn sie die Inhalte kostenlos liefern könnte.

Quelle:
Minow, Mary: Ebook corner in library – good model, LiberaryLaw Blog

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Vorstellung der Sony Reader der “Skokie Public Library” (Illinois, USA) durch eine Bibliothekarin

Eine Bibliothekarin der Stadtbibliothek in Skokie erklärt den ZuschauerInnen im folgenden Video , wie man  die von der Bibliothek bereitsgestelltens E-bookreader benutzt.

P.S: Eigentlich ist Skokie nur ein Dorf, aber in der Öffentlichkeit vermarktet es sich als das weltgrößte Dorf der Welt. Damit hat das Dorf nicht unrecht, denn 42 % der Einwohner sind nicht in den USA geboren.  Der Stadtbibliothek wurde 2008 mit vier anderen Bibliotheken und Museen die höchste nationale Auszeichnung zuteil, die Bibliotheken in den USA bekommen können: Die “National Medal for Museum and Library Service

Ein Blick auf die Facebookfanseite der Bibliothek, deren Twitteraccount und ihre Webseite mit vielen Dienstleistungsangeboten, will ich an dieser Stelle unbedingt empfehlen.

Was die Bibliothek ferner auszeichnet und wofür sie sicherlich den ebengenannten Preis erhielt, ist ihre vorbildliche Zielgruppenarbeit:

When visitors arrive at the library, they are greeted by large banners that say “library” in 14 different languages; inside, the multilingual signage continues, with “welcome” written on a number of walls. On the library’s Web home page and above the foreign-language book section (which contains almost 20,000 titles in 18 different languages), flags of many nations are on display. Additionally, there is a “recent immigrants” page on the library’s SkokieNet Web site—which has the distinction of being one of the first library-sponsored community Web sites in the country—with information on topics from becoming a citizen to getting a Social Security card. All of these steps have been taken to ensure that every person in Skokie feels comfortable spending time in his or her community library.”

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Unglaubwürdige Gründe für die Preisgestaltung bei E-Books

Woran merkt man, dass es kurz vor der Frankfurter Buchmesse ist? E-Books werden zu einem beliebten Gesprächsthema. Es wird in den verschiedensten Kanälen der Presse über E-Books gesprochen und immer wieder merkt man die erfolgreiche Lobby- und Meinungsarbeit des Börsenvereins dabei.

Verkrampft versucht der Börsenverein ein gutes Bild aufzubauen, sowohl für Print-Bücher als auch für E-Books. Dies zeigt zum Beispiel folgende Meldung:
“Verlage und Buchhandel sehen E-Books nicht als Konkurrenz”. Da muss man fast sagen, ein Ergebnis, das in seiner Aussage gar nicht anders hätte ausfallen dürfen/können. Hätte man Kannibalismus erwartet, so wäre dies für die Umsetzung und Durchsetzung des E-Books auf Seiten der Verlage eher hinderlich gewesen, da die Verleger stark an ihren Print-Geschäftsmodellen hängen. Die Ergebnisse der Umfrage des Börsenvereins zur Bedeutung von Optik und Haptik bei gedruckten Büchern und E-Books, an der 785 Verlage und Buchhandlungen teilgenommen haben, dürften nicht groß überraschen, wobei sicherlich interessanter wäre, zu sehen wie die Verlage geantwortet haben und wie die Buchhandlungen. Ich vermute, da gehen die Meinungen schon gut auseinander, gerade bei Lehrbuchverlagen. Ob Eigenschaften wie “wertige, schöne und ansprechende” Print-Bücher gegenüber “trendy, modernen und praktischen” E-Books überzeugend genug für den Endverbraucher sind? Dies klingt nach wunderbarer Werbesprache, aber nicht nach Argumenten für und wider das eine oder andere Medium.

Als praktisch wird daneben auch das gedruckte Buch wahrgenommen – wenngleich wohl aus anderen Gründen als das E-Book. Ein hohes Ansehen weisen beide Formate auf: Ein gedrucktes Buch halten 46 Prozent der Befragten für prestigeträchtig, beim E-Book sind es immerhin 38 Prozent.

So mögen zwar derzeit drei Millionen Deutsche mit dem Gedanken spielen, sich ein E-Book möglichst noch dieses Jahr zuzulegen, aber bei den bestehenden Preisen werden sie sich das noch ein wenig intensiver bedenken. Anders sehen die Ergebnisse der PricewaterhouseCoopers-Studie aus, die davon ausgeht, dass in Deutschland bis 2015 gerade rund 2,5 Millionen spezialisierte E-Reader verkauft werden. Doch dazu müssen die Geräte auch entsprechende Funktionen wie einen Internetzugang und eine direkte Shopanbindung besitzen und vor allem billiger werden. Die Studie schätzt auch, dass bislang 50.000 bis 80.000 Kunden einen E-Reader besitzen.

E-Reader und Bücher

E-Reader und Bücher, von Jandro S., CC BY 2.0

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