DRM und Öffentliche Bibliotheken

Eckhard Kummrow von der Hessischen Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken sprach auf der Frankfurter Buchmesse dieses Jahr in diesem Interview mit dem Stadtfernsehen Dreieich.

Er erklärt, warum BibliothekarInnen auch in Zeiten des Internets die Buchmesse besuchen und welche Aufgaben die Hessische Fachstelle für ÖBs hat. Interessant fand ich seine Sichtweise auf Digital Rights Management und die damit verbundene Definition von DRM:

DRM ist die Abkürzung für Digital Rights Management, also die Notwendigkeit die digitalen Werke aus der Bibliothek kopierzuschützen und vor unrechtmäßiger Benutzung zu schützen und auch eine Ausleihe zu ermöglichen, d.h. daß es dem Nutzer nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung steht.

Ich weiß, dass Öffentliche Bibliotheken schwer an digitale Medien gelangen, die sie als Download ihren Nutzern anbieten, dennoch bin ich etwas geschockt, wie sehr Bibliotheken mitlaufen, z.B. das einzige Gerät, dass DRM-geschützte Hörbücher abspielt), um überhaupt Angebote machen zu können. Heißt das in Zukunft, dass die Anbieter digitaler Medien zunehmend den Bibliotheken auch die Geräte aufzwingen, mit denen sich ihre Medien nutzen lassen? Wird elektronisches Werk mit Gerätebindung das neue “analoge Werk” in der digitalen Ausleihe?

Hier spricht viel dafür, dass Bibliotheken auf eine stärkere Standardisierung achten müssen bei dem, was sie digital Einkaufen. Wenn es schon nicht ohne DRM geht, dann bitte soll der Nutzer die Werke dennoch mit seinen handelsüblichen Geräten nutzen können. Es ist für Bibliotheken ein Kampf an zwei Ecken: einmal der Kampf um passende digitale Medien und auf der anderen Seite um ihre Unabhängigkeit von Geräten durch entsprechende Einhaltung von Standards beim verwendeten DRM.

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Was Bibliotheksnutzung 2013 ausmacht

Was zeichnet unsere BibliotheksnutzerInnen heutzutage aus? Lee Rainie, Direktor des Pew Research Center’s Internet & American Life Project’s fasst in der folgenden Slideshow die Ergebnisse seiner neuesten Untersuchungen zusammen. Wer nutzt Bibliotheken? Was zeichnet sie im Gegensatz zu Nichtnutzern aus? Welche Technik nutzen die “Neuen”.

Deutlich wird in der Umfrage, dass Public Libraries in den USA immer noch als wichtig angesehen werden, aber dass mehr als die Hälfte der Nutzer unzufrieden ist, wie z.B. neue Techniken in den Bibliotheken angeboten werden. Und nicht wenig liegt daran, dass Bibliotheken ein PR-Problem in ihrer Vermittlung ihrer Tätigkeiten und Angebote. Zudem sehr interessant ist die Gegenüberstellung, warum die Nutzung von Bibliotheken zunimmt und welche Angebote weniger interessant werden.

Sicherlich, die Studienergebnisse sind auf die USA gemünzt, wo Bibliotheken per se schon eine andere Stellung einnehmen, aber das ein oder andere lässt sich sicherlich auch auf unsere Situation in Deutschland übertragen. Die Präsentation ist einen ersten und zweiten Blick wert.

Quelle:
Rainie, Lee: The New Library Patron, Pew Internet

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Bericht über die Lage der Bibliotheken 2013

Der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv) präsentiert inzwischen zum vierten Mal den „Bericht zur Lage der Bibliotheken“. Der Report zeigt, dass die finanzielle Lage Öffentlicher Bibliotheken noch immer unbefriedigend ist, obwohl die gute Konjunktur sich in den kommunalen Haushalten durch bessere Steuereinnahmen sichtbar wird. Immer neue Sparauflaugen setzen Bibliotheken weiter unter Druck. Damit sind digitale Angebote, wie die E-Book-Ausleihe, nicht zu stemmen. Der DBV fordert daher eine Sicherstellung der finanziellen Mittel von Kommunen, damit Bibliotheken davon profitieren können.

Bibliotheken als Ort erhalten eine immer wichtige Rolle, seien es Hochschulbibliotheken als Lernort oder Öffentliche Bibliothekena als Treffpunkt. Daher ist es auch 2013 wichtig gewesen, die Bibliotheksgesetzgebung weiter zu verfolgen. Der DBV fordert entsprechende Bemühungen in allen Bundesländern, die bis jetzt noch kein entsprechendes Bibliotheksgesetz verabschiedet haben. Zudem ist es laut DBV notwendig, neben der Leseförderung durch Bibliotheken auch passende Räumlichkeiten zur Verfügung stellen zu können, die eine Bibliotheksnutzung anregen.

Als Partner des Lebenslangen Lernens müssen Bibliotheken sich zunehmend auch im Bereich des E-Learning beteiligen. Dafür benötigen Sie jedoch entsprechende Fachkräfte und zusätzliche Ressourcen, um ihr kompetente und helfende Ansprechpartner sein zu können. Eine weitere Forderung des DBV im Bericht über die Lage der Bibliotheken betrifft eine nationale Digitalisierungsstrategie, welche nicht nur die Organisation der Kultureinrichtungen untereinander betrifft, sondern auch eine verstärkte Förderung entsprechender Projekte durch die DFG.

Der Bericht macht deutlich, dass die Aufgaben von Bibliotheken vielschichtig sind, von bewahrend bis hin zu zukunftsorienterten Angeboten und in ihrem Aufgabenmittelpunkt immer wieder unsere Gesellschaft steht.

(Download Bericht als PDF)

Quelle:
Bericht zur Lage der Bibliotheken 2013, dbv blog

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[Leseempfehlung] Perspektive Bibliothek, Bd. 2, Nr. 2 (2013)

Perspektive Bibliothek
Die neue Ausgabe von Perspektive Bibliothek, Bd. 2, Nr. 2 (2013) [ISSN: 2194-8992] ist da.

 

 

Editorial
Apel, Jochen; Hermann, Martin: Angekommen in der Fachöffentlichkeit, S. 1-3 (PDF)
Artikel

Creative-Commons-Lizenz Die Beiträge der Zeitschrift stehen unter einer Creative Commons Attribution 3.0 License.

 

 

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Aus aktuellem Anlass: Ein Imagevideo der Stadtbibliothek Stuttgart

Heute, am Tag der Bibliotheken, wird der Stadtbibliothek Stuttgart feierlich der Preis der “Bibliothek des Jahres” verliehen. Sie erhält dann auch die 30.000 € Preisgeld der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Laut Stuttgarter Zeitung wurde der Bibliotheksbau anfangs sogar kritisiert und erhielt Spottnamen wie „Bücherknast“ oder „Stammheim II“.

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Eine Hymne. Der Bibliotheksspot 2013

Im Rahmen der Kampagne “Treffpunkt Bibliothek 2013” präsentiert der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv) seinen neuen Imagefilm für Bibliotheken. Hierzu gibt es auch einen Text, auf den beim Anklicken des YouTube-Video-Kanals des DBV zugegriffen werden kann.

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[Infografik] Der Weltalphabetisierungstag 2013

Am Sonntag, den 08. September fand der Weltalphabetisierungstag 2013 statt. Wurde dieser in öffentlichen Bibliotheken in Form von Veranstaltungen und thematischen Regalen in irgendeiner Form hierzulande thematisiert? Im Jahr 2011 wurde die sogenannten Level-One Surveys (leo) zum Ausmaß von Analphabetismus in Deutschland veröffentlicht. Demnach sind 14% der erwerbsfähigen Deutschen, also ca. 7,5 Millionen Analphabeten. Inwiefern nutzen (öffentliche) Bibliotheken schon Kooperations- und Fördermöglichkeiten der zahlreichen Programme des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)?

“Mit dem Jahreswechsel 2012/2013 ist die seit 2003 laufende UN-Weltdekade der Alphabetisierung zu Ende gegangen. Die Quote der Menschen, die nicht lesen und schreiben können, sollte sinken – doch die Zahlen des Unesco-Weltbildungsberichts 2012 zeigen: 775 Millionen Menschen weltweit sind Analphabeten.” Ralf Steinbacher

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Zwei Videos zur Eröffnung der neuen Stadtbibliothek in Birmingham

“As one said, ‘A room without books, is like a body without soul.’ I say, a city without books, a city without libraries, is like a graveyard.” Malala Yousafzai

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Die Stadtbibliothek Birmingham wird morgen eröffnet

Das folgende Foto aus dem Jahr 2010 zeigt die alte Central Library in Birmingham. Der hier 2012 veröffentlichte Kurzfilm “The Very Last Plea From My Heart” war als eine Reminiszenz an das alte Gebäude gedacht. Das 2010 im Blog veröffentlichte Video bot damals einen Vorgeschmack auf die neue Einrichtung, welche morgen eröffnet wird.

Andreas Mittrowann berichtete aktuell auf Globolibro sehr ausführlich über den Neubau der Kommunalbibliothek der Stadt mit der zweitgrößten Einwohnerzahl Großbritanniens. Sie wird morgen offiziell eröffnet und damit die größte öffentliche kommunale Bibliothek Europas sein. Das folgende Video mit dem Titel “First look at Birmingham’s new £188m ‘bling’ library” aus dem britischen Guardian gibt Auskunft über den Neubau der Central Library Birmingham. Es kommen auch der Direktor und die Kreativarchitektin zu Wort. Der Zuschauer erhält einen ersten Einblick vom Inneren und Äußeren des Gebäudes.

“Not everybody approves of the new library ethos, summarised as being “from collection to connection”. Some remain aghast at the encroachment of the technological revolution, which is not only reshaping the world but reconfiguring the public library along with it. Whether 19th-century library pioneers would recognise these 21st-century buildings may be questionable – but once inside they would feel at home. Even today, the world inside the library has changed less than the world outside.” Ken Worpole (publiziert in Contemporary Library Architecture)

 

 

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Wintersemester 2013/2014 – neues BBK-Programm

Es geht so langsam aufs nächste Semester zu und das Institut für Informations- und Bibliothekswissenschaft (IBI) kündigt wieder das hochinteressante Berliner Bibliothekskolloquium (BBK) an, bei dem jeder Beitrag neugierig macht und zum Kommen einlädt.
Berliner Bibliothekskolloquium

Datum Titel ReferentIn
15.10. Dr. Petra Hauke, Dr. Klaus-Ulrich Werner, Karen Latimer, OBE/MA/Dip LIS, Michael Triska – Die GRÜNE Bibliothek – Ökologische Nachhaltigkeit bei Planung, Bau und Management. Bericht über ein Publikationsprojekt und seine Ziele IBI, FU, Queen’s University (Belfast, Northern Ireland)
22.10. Alexander Meyer – Relationsextraktion aus Artikelvolltexten der Wikipedia: wiki2rdf und darüber hinaus INRIA Institut National de Recherche en Informatique et en Automatique, Frankreich, und HU
29.10. Elisa Herrmannn – Gemeinsam mehr erreichen: Citizen Science und Crowdsourcing in Wissenschaft und Wirtschaft ZLB Zentral- und Landesbibliothek Berlin
05.11.
TIPP
Dr. Eric Steinhauer – Halloween Lecture: Im Beinhaus des Geistes – friedhofs- und bestattungsrechtliche Fragestellungen im Bibliothekswesen UB Hagen
12.11. Valeria Aman – Wie Preprints die wissenschaftliche Kommunikation beschleunigen – eine bibliometrische Studie IfQ Institut für Forschungsinformation und Qualitässicherung
19.11. Dr. Franz Anton Cramer – Dokumente in Bewegung: zur digitalen Präsentation immaterieller Kunst HZT Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz, Berlin
26.11. Sara Kjellberg – Creating trust: scholars, self-representations and online environments Lunds Universitet, Schweden
03.12. Jakob Haselhuber – Wie viele Sprachen spricht ein vereinigtes Europa? Die Sprachenpolitik der Europäischen Union mit besonderem Fokus auf Deutschland Ständiger Vertreter des Deutschen Botschafters in Kuba
10.12. Maud Medves – Representing archival data in the Cendari project INRIA Institut National de Recherche en Informatique et en Automatique, Frankreich, und HU
17.12. N.N. – Der Deutsche “Library HiTech”-Preis 2013 für herausragende Forschungsleistungen | Preisverleihung und Vortrag   –
07.01. Barbara Schneider-Kempf – Partizipation durch Fragebögen. Die Einbeziehung des bibliothekarischen Umfeldes in den Strategiefindungsprozess der Staatsbibliothek zu Berlin Staatsbibliothek zu Berlin
14.01. Dr. Andreas Degkwitz – Cloudbasierte Bibliothekssysteme und die Zukunft der Verbünde Leiter der UB HU Berlin
21.01. Uwe Müller – Die Deutsche Digitale Bibliothek als offene Kulturplattform Deutsche Nationalbibliothek
28.01. Laurent Romary – Extreme Open Access – scholarly publication as a public infrastructure INRIA Institut National de Recherche en Informatique et en Automatique, Frankreich, und HU
04.02. N.N.   –
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